Stadt schafft Lösung für historische Brandruine

Dienstag, 13. Oktober 2026 08:59 geschrieben von  Michael Fränkel
Die Stadt Gemünden (Wohra) hat das Grundstück vor dem Abriss erworben. Die Stadt Gemünden (Wohra) hat das Grundstück vor dem Abriss erworben. Fotos: Michael Fränkel / 112-magazin.de

GEMÜNDEN (WOHRA). Derzeit wird die Brandruine eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses abgerissen. Im persönlichen Gespräch mit 112-Magazin erklärte Bürgermeister Frank Gleim, weshalb der Abriss erst jetzt erfolgen konnte, welche Kosten auf die Stadt zukommen und wie das Grundstück künftig genutzt werden soll.

Rund zwei Jahre liegt der Brand (wir berichteten) bereits zurück. Dass die Ruine so lange stehen blieb, hatte nach Angaben des Bürgermeisters vor allem eigentumsrechtliche Gründe. Zum Zeitpunkt des Feuers befand sich das Gebäude noch in Privatbesitz. Die Stadt Gemünden (Wohra) hatte Kontakt zum damaligen Eigentümer aufgenommen, dieser kümmerte sich jedoch laut Gleim nicht um die weitere Entwicklung.

Erst vor wenigen Wochen gelang es der Stadt, das Grundstück zu erwerben. Damit waren schließlich die Voraussetzungen geschaffen, um selbst tätig zu werden und den Abriss in die Wege zu leiten.

Da das Fachwerkhaus als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz stand, waren besondere Genehmigungen erforderlich. Für den Abriss musste die Stadt einen Antrag beim zuständigen Kreisbauamt stellen. Gleichzeitig war das Einvernehmen mit der Denkmalschutzbehörde erforderlich. Durch Gespräche und Vereinbarungen mit den beteiligten Behörden konnte schließlich eine Lösung gefunden werden.

Nach Angaben von Bürgermeister Gleim ist eine Wiedererrichtung des historischen Gebäudes nicht vorgesehen. Stattdessen soll auf dem Grundstück ein gestalteter Platz entstehen, der an das ehemalige Fachwerkhaus erinnert. Dabei sollen sowohl die Geschichte des Gebäudes als auch dessen frühere Bedeutung dokumentiert werden.

Wie diese Gestaltung konkret aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest. Die künftige Nutzung und Ausführung müssen mit dem Kreisbauamt und der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden.

Noch offen ist außerdem, was mit dem vorhandenen Keller geschieht. Gleim erklärte, dass zunächst der weitere Verlauf der Abrissarbeiten abgewartet werden müsse. Beim Rückbau des oberirdischen Gebäudes sei besondere Vorsicht erforderlich, da sich erst während der Arbeiten zeigen werde, welche Gebäudeteile möglicherweise einstürzen könnten. Erst nach dem vollständigen Abriss könne abschließend beurteilt werden, wie mit den unterirdischen Bereichen umzugehen sei.

Auch zu den finanziellen Aufwendungen äußerte sich der Bürgermeister. Einschließlich des notwendigen Grundstückserwerbs und der bisherigen Maßnahmen rechnet Gleim mit Kosten von knapp 100.000 Euro. Die spätere Gestaltung des Platzes ist darin noch nicht abschließend berücksichtigt, da die entsprechenden Planungen weiterhin offen sind.

Auf die Frage nach der damaligen Brandursache erklärte Gleim, dass ihm hierzu keine gesicherten Erkenntnisse vorlägen. Auch eine abschließende Aussage aus den damaligen polizeilichen Ermittlungen sei ihm nicht bekannt. Das Gebäude sei nach dem Feuer einsturzgefährdet gewesen.

Mit dem Abriss verschwindet ein weiteres historisches Fachwerkgebäude aus dem Stadtbild von Gemünden (Wohra). Die Erinnerung an das denkmalgeschützte Haus soll jedoch bei der späteren Gestaltung des Grundstücks erhalten bleiben.

Zuletzt bearbeitet am Dienstag, 13. Oktober 2026 09:03

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