Klinik setzt Fokus auf Altersmedizin

Mittwoch, 14. Januar 2026 21:19 geschrieben von  Michael Fränkel
Im Zuge der Krankenhausreform spezialisiert sich der Standort Bad Arolsen künftig verstärkt auf die geriatrische Versorgung und baut die Kapazitäten in der Altersmedizin auf bis zu 100 Betten aus. Im Zuge der Krankenhausreform spezialisiert sich der Standort Bad Arolsen künftig verstärkt auf die geriatrische Versorgung und baut die Kapazitäten in der Altersmedizin auf bis zu 100 Betten aus. Symbolbild: Krankenhaus Bad Arolsen

BAD AROLSEN. Mit Blick auf die Krankenhausreform hat sich das Krankenhaus Bad Arolsen bereits frühzeitig als Spezialist für Innere Medizin positioniert und einen Fokus auf die Versorgung älterer Menschen gelegt. Wegen des stetig steigenden Bedarfs wird das Krankenhaus Bad Arolsen sein Angebot der geriatrischen Krankenhausversorgung erweitern.

In Abstimmung mit dem Land Hessen wird dafür im Gegenzug zum Ende des ersten Quartals 2026 die Teilnahme an der Intensiv- und Notfallversorgung im Landkreis Waldeck-Frankenberg beendet. Dr. Michael Knapp, der Vorstandsvorsitzende der Gesundheit Nordhessen, erklärt dazu: „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Wir mussten sie aber nicht zuletzt wegen der abnehmenden Anzahl an Notfallpatienten und wegen des zunehmenden Mangels an Fachpersonal in den Bereichen Intensiv- und Notfallmedizin treffen.“

Das Krankenhaus Bad Arolsen soll die Region Bad Arolsen weiter optimal versorgen. Diese Aufgabe soll erfüllt werden, indem das Haus den Entscheidungen der Politik folgt und das Leistungsangebot entsprechend weiter spezialisiert. „Das ist ein zunächst schwieriger Schritt für uns, aber grundsätzlich sind wir dem Land Hessen und allen weiteren Partnern sehr dankbar für die konstruktiven Gespräche und die Möglichkeit – gemeinsam mit unserem hochqualifizierten und sehr engagierten Team vor Ort – unseren Krankenhausstandort Bad Arolsen weiterentwickeln zu können“, so Dr. Knapp weiter.

Verstärkter Fokus auf die Altersmedizin

Für das Jahr 2026 ist der Aufbau von weiteren Behandlungskapazitäten auf insgesamt 80 Betten im Bereich der Altersmedizin geplant. Im kommenden Jahr sollen zusätzlich 20 Betten hinzukommen, sodass künftig insgesamt 100 Betten für die Geriatrie zur Verfügung stehen werden. In den vergangenen Monaten wurden die bereits bestehende allgemeine Geriatrie und die Alterstraumatologie bereits um die Neurogeriatrie erweitert. Dies war die maßgebliche Weichenstellung für die Versorgungskompetenz neurologischer Erkrankungen im Alter, wie zum Beispiel Parkinson und Demenz.

Der Chefarzt der Altersmedizin in der Gesundheit Nordhessen, Dr. Jürgen Sasse, freut sich über die positive Entwicklung und erklärt: „Am Krankenhaus Bad Arolsen schaffen wir die besten Voraussetzungen für eine geriatrische Versorgung. Gemeinsam mit der Chefärztin der Neurogeriatrie, Frau Dr. Katarina Gabriel, können wir noch in diesem Jahr 80 Patientinnen und Patienten bestmöglich in unseren modern ausgestatteten Therapieräumen mit unseren hochqualifizierten Mitarbeitenden versorgen.“

Die Neurogeriaterin Dr. Katarina Gabriel ergänzt: „Wir reagieren hier auf die Bedürfnisse der Menschen, die eine längere Lebenszeit mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund wird die Altersmedizin auch künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Wir bieten unseren Patientinnen und Patienten eine optimale Behandlung und ihren Angehörigen beratende Unterstützung. Unser Ziel ist es, dass unsere Patientinnen und Patienten die größtmögliche Selbstständigkeit für ihren Alltag zurückerlangen.“

Umbauphase startet - Personalkonzept ist erarbeitet – weiteres Personal gesucht

Alle betroffenen Mitarbeitenden der Notaufnahme und der Intensivstation erhalten selbstverständlich anderweitige Beschäftigungsangebote und -möglichkeiten im Haus oder innerhalb anderer Einrichtungen der Gesundheit Nordhessen. Durch das Einstellen der Teilnahme an der Notfallversorgung werden auch die rettungsdienstlichen Anfahrten des Krankenhauses gänzlich eingestellt werden. Diese haben zuletzt ein so geringes Ausmaß angenommen, dass ein Weiterbetrieb der zentralen Notaufnahme nicht mehr bedarfsnotwendig ist.

Geschäftsführer Nikolai Dippel erläutert das weitere Vorgehen der Umbauphase: „Da wir in diesem Jahr weiterwachsen wollen, benötigen wir auch weiteres Fachpersonal. Die Einstellung der Intensiv- und Notfallversorgung ist bereits zum Ende des ersten Quartals 2026 angedacht. Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich die Mehrheit der von der Veränderung betroffenen Kolleginnen und Kollegen entscheidet, in andere Bereiche des Hauses zu wechseln.“

Parallel dazu wird die Personalsuche intensiviert. Für den Kapazitätszuwachs werden dringend Pflegefachkräfte und Mediziner gesucht, die Interesse an der Krankenhausversorgung älterer Menschen haben; auch Initiativbewerbungen sind willkommen. Die ambulanten Leistungen im Bereich der Gastroenterologie, der Kardiologie und der Urologie sowie die hausärztliche Versorgung durch das MVZ Vimedos bleiben am Haus erhalten.

Zuletzt bearbeitet am Mittwoch, 14. Januar 2026 22:10

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