Zehn Jahre Therapiehunde im Einsatz

Dienstag, 13. Januar 2026 14:29 geschrieben von  Michael Fränkel
v. l. Linda‐Maria Vietz und Stefanie Birkenbusch mit Nala und Lou (vorne). Im Bett die Kursteilnehmerin Marie‐Louise Ammenhäuser, (Gesundheits‐ und Krankenpflegerin am Krankenhaus in Bad Arolsen) in einer praktischen Übung mit den Hunden. v. l. Linda‐Maria Vietz und Stefanie Birkenbusch mit Nala und Lou (vorne). Im Bett die Kursteilnehmerin Marie‐Louise Ammenhäuser, (Gesundheits‐ und Krankenpflegerin am Krankenhaus in Bad Arolsen) in einer praktischen Übung mit den Hunden. Foto: Kreiskrankenhaus Frankenberg gGmbH

FRANKENBERG. Am Frankenberger Krankenhaus sind schon seit 10 Jahren regelmäßig Therapiehunde im Einsatz. Linda‐Maria Vietz und Stefanie Birkenbusch besuchen mit ihren Hunden Patienten in der Geriatrie und auf anderen Stationen. Ihre Arbeit mit den Hunden stellten sie im Rahmen der Weiterbildung für Pflegekräfte „Palliative Care“ im Schulzentrum für Pflegeberufe vor. Hier bereiten sich derzeit 10 Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Einrichtungen der Akut‐ oder Langzeitpflege sowie aus Hospizen auf ihre Abschlussprüfung zur staatlich geprüften Fachpflegerin für palliative Versorgung vor.

Auf Initiative der Kursleiterin Heike Kümmel kamen die Finnische Lapphündin Lou und die Border‐Collie‐Dame Nala in den Unterricht und zeigten, wie unbeschwert sie auf Patienten zugehen. Linda Vietz und Stefanie Birkenbusch berichteten von ihren Einsätzen mit den Hunden, zeigten Bilder und erklärten die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit das Potenzial der Hunde in der Therapie genutzt werden kann. So durchlaufen sowohl die Hunde als auch die Hundeführer eine substantielle Ausbildung, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Das Krankenhaus übernimmt die Kosten für diese Ausbildung, wofür die Besitzerinnen sehr dankbar sind. Die Ausbildung beginnt bereits als Welpe, damit sich die Hunde an die vielen Gerüche, das Verhalten von Patienten und die unruhige Umgebung gewöhnen. Die Hunde werden zusätzlich regelmäßig einem Wesenstest unterzogen, um ihre Eignung zur Arbeit mit den Patienten festzustellen.

Angst und Anspannung lösen

Die Kursteilnehmerinnen interessierten sich besonders für den Einsatz der Hunde in Palliativsituationen, also bei schwerkranken Patienten am Lebensende. Die Hunde können hier durch ihre Nähe sehr beruhigend und angstlösend wirken. Sie dürfen hierzu, unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen, auch mit auf das Bett des Patienten, so dass dieser ihre Wärme spürt und sie streicheln kann. Die Pflegeexperten nennen dies basale Stimulation. Eine Teilnehmerin merkte an: „Selbst bei Sterbenden trauen sich viele Angehörige nicht, sich dazuzulegen. Die Hemmschwelle ist im Krankenhaus zu groß.“ Die Therapiehunde dagegen zeigen keine Scheu. Sie kennen ihre Aufgabe und platzieren sich auf Kommando neben den Patienten. Ihr Einsatz erfolgt selbstverständlich nur in Absprache mit den zuständigen Ärzten, den Angehörigen und dem Patienten selbst. Diese sind sehr dankbar, wenn die Hunde zum Besuch kommen, denn sie lassen für eine Weile die eigene Situation und sogar Angst und Schmerzen in den Hintergrund treten. Eine Kursteilnehmerin, die selbst zu Hause einen Hund hat, sagte: „Ich bin begeistert, dass dieses Angebot hier im Krankenhaus möglich gemacht wurde. Ich werde die Idee auch an meinen Arbeitgeber herantragen.“

Auch den Hundeführerinnen gefällt die Aufgabe sehr gut, die sie während ihrer Arbeitszeit in der Krankenhausverwaltung ausüben. Stefanie Birkenbusch berichtet: „Wir werden überall freundlich begrüßt, wenn wir mit den Hunden zu den Patienten kommen. Uns wird von den Patienten und ihren Angehörigen eine große Dankbarkeit entgegengebracht. Wir haben ein Schild an der Bürotür, mit einem Bild des Hundes, der gerade bei uns ist, und dann schauen die Kollegen spontan im Büro vorbei, um mal kurz einen Hund zu kraulen.“

Therapiebegleithunde seit 10 Jahren im Einsatz

In diesem Jahr feiert der Einsatz von Therapiebegleithunden sein zehnjähriges Jubiläum: Den Grundstein legte 2016 die weiße Schäferhündin Alaska mit Linda‐Maria Vietz. Die leitende Oberärztin Gabriele Schalk (Gynäkologie und Geburtshilfe) war damals entscheidend daran beteiligt, dieses Zusatzprogramm speziell für die Palliativmedizin zu etablieren. Wenn Patienten im Frankenberger Krankenhaus oder deren Angehörige sich für einen Besuch der Therapiehunde interessieren, einfach beim Stationsarzt anfragen oder direkt bei Linda Vietz oder Stefanie Birkenbusch melden. Ihre Telefonnummer im Büro lautet: 06451 – 55216.

Zuletzt bearbeitet am Dienstag, 13. Januar 2026 14:40

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