Geldstrafe nach tödlichem Zusammenstoß

Montag, 02. Juli 2012 18:23 geschrieben von  HNA

KORBACH. Zu einer Geldstrafe von 8000 Euro hat das Korbacher Amtsgericht einen jungen Waldecker verurteilt. Der Mann wurde schuldig gesprochen, Anfang Oktober vergangenen Jahres einen schweren Verkehrsunfall verursacht zu haben, bei dem eine Frau ums Leben kam. Er musste sich am Montag wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Ein später Nachmittag im Oktober 2011 in der Nähe von Goldhausen. Der junge Mann ist mit seinem Auto auf dem Weg zu seiner Freundin ins Sauerland. Er kennt die Strecke, fährt sie häufiger. Doch an diesem Tag wird die Routinetour zu einer Fahrt mit tragischem Ende. Ausgangs einer Rechtskurve gerät sein Auto ins Schleudern. Der junge Mann versucht noch gegenzulenken, kann den Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Auto jedoch nicht mehr verhindern.

Dessen 53 Jahre alte Fahrerin erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Ihr Sohn und auch der Unfallverursacher wurden schwer verletzt. Bis heute sind bei beiden die Verletzungen noch nicht ausgeheilt, wie im Gerichtssaal deutlich wird. Der Sohn der getöteten Frau aus dem Hochsauerlandkreis verlor nach dem Unfall auch noch seinen Arbeitsplatz, sagte er im Zeugenstand. Der Angeklagte kann sich an diesen Tag nicht mehr erinnern. Er wachte erst einige Tage später auf der Intensivstation einer Kasseler Klinik wieder auf.

Sowohl eine Polizistin als auch ein Sachverständiger berichten übereinstimmend, dass die Straße an dem Tag feucht war. Das in Verkettung mit anderen Umständen führte zu dem tragischen Unfall. 120 Stundenkilometer sei der junge Mann mutmaßlich gefahren, hatte der Gutachter ausgerechnet. Außerdem hatte er unterschiedliche Reifen aufgezogen, die aber alle den technischen Vorschriften entsprachen, sagte der Sachverständige. Aber in der Kombination führten diese Umstände dazu, dass der Fahrer in der ihm bekannten Kurve die Kontrolle verlor, auf die Gegenfahrbahn geriet und dort den tödlichen Unfall verursachte.

Alkohol spielte bei dem Unfall keine Rolle. Und mit dem Gesetz war der Fahrer bisher auch nicht kollidiert. Deswegen verzichtete Amtsrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling auf eine Freiheitsstrafe und verhängte die Geldstrafe. Er würde die Ereignisse dieses Tages am liebsten wieder ungeschehen machen, sagte der Unfallfahrer in seinem Schlusswort im Gericht.


112-magazin.de berichtete am Abend des Unfalls ausführlich:
53-Jährige stirbt nach schwerem Verkehrsunfall (06.10.2011, mit Video u. Fotos)

Zuletzt bearbeitet am Montag, 02. Juli 2012 18:46

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