Anzeige der Artikel nach Schlagwörtern: Erster Kreisbeigeordneter

WALDECK-FRANKENBERG. Sind bei einem Unfall, Brand oder anderen Unglück mehrere Verletzte zu versorgen, kommen neben Notärzten und Rettungskräften unter anderem auch sogenannte Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OLRD) zum Einsatz. Sie koordinieren zum Beispiel die Sichtung der Patienten und deren Zuweisung in Kliniken. Mit Manuela Stehling, Andreas Heuser und Mark Hiller stehen im Kreis nun drei neue OLRD zur Verfügung.

Ein Zusammenstoß zweier voll besetzter Autos, ein Zugunglück, ein Brand in einem Mehrfamilienhaus oder ein Chemieunfall in einem heimischen Industrieunternehmen - wenn Rettungskräfte und Feuerwehrleute sich bei solchen sogenannten Großschadenslagen um mitunter viele Verletzte kümmern, haben sie ohnehin alle Hände voll zu tun. Um die Retter zu entlasten und ihnen notwendige organisatorischen Aufgaben abzunehmen, werden bei derartigen Fällen Leitende Notärzte (LNA) und Organisatorische Leiter Rettungsdienst zur Einsatzstelle gerufen, um Strukturen vor Ort zu schaffen - das ist im Landkreis Waldeck-Frankenberg pro Jahr durchschnittlich acht bis zwölf Mal der Fall.

Hochqualifiziert, viel Erfahrung
"Sie sind hochqualifiziert und bringen viel Erfahrung mit", sagte am Mittwoch Jens Deutschendorf, Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für den Katastrophenschutz, bei der Vereidigung der neuen OLRD im Kreishaus. Deutschendorf ernannte Manuela Stehling aus Edertal, die hauptamtlich im DRK-Kreisverband Bad Wildungen tätig ist, und Andreas Heuser aus Waldeck, neuer Wachenleiter des promedica-Rettungsdienstes Sachsenhausen, zu Ehrenbeamten des Landkreises, der Träger des Rettungsdienstes ist. Dritter neuer Organisatorischer Leiter Rettungsdienst ist Mark Hiller (Winterberg/DRK Frankenberg), der aus Krankheitsgründen nicht an der Ernennung teilnahm.

Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Rudi Alexi, bezeichnete das Gespann aus Leitendem Notarzt und OLRD an der Einsatzstelle als "doppeltes Lottchen", das die Anforderungen einer Großschadenslage gemeinsam mit der Feuerwehr bewältige. Inzwischen verfüge der Landkreis über 16 Organisatorische Leiter Rettungsdienst und sieben Leitende Notärzte. "Wir sind Hessens größter Landkreis, daher sind diese Kräfte über das gesamte Kreisgebiet verteilt", erklärte Deutschendorf. Innerhalb von 30 Minuten müssten LNA und OLRD vor Ort sein, erklärte Dr. Alexi. Um eine reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall zu gewährleisten, gebe es unter anderem gemeinsame Katastrophenschutzübungen, erklärte Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick. Er ist Leiter des Fachdienstes Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz.

Um ihre Aufgaben bestmöglich zu erfüllen, stünden den Organisatorischen Leitern aber auch eine gute Infrastruktur zur Verfügung, lobte OLRD-Sprecher Kai Schulz. So könne man bei größeren Einsatzlagen über die Leitstelle zum Beispiel den sogenannten ELW 2 anfordern - eine mobile Leitstelle, die an der Einsatzstelle weitere Aufgaben erfüllt und die Kommunikation übernimmt. Um die anspruchsvollen Anforderungen eines Organisatorischen Leiters Rettungsdienst zu erfüllen, müssen die Kandidaten laut Schulz gelernte Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter sein, eine analoge und digitale Funkunterweisung absolviert haben, als Zugführer bei Feuerwehr oder Rettungsdienst tätig sein und einen entsprechenden OLRD-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben.

Bei der Ernennung und Vereidigung für die fünfjährige ehrenamtliche Zusatzaufgabe dankte Deutschendorf den neuen Organisatorischen Leitern dafür, "dass Sie sich für diese wichtige Aufgabe bereiterklären". Wenn ein OLRD zum Einsatz gerufen werde, sei dies stets eine hochkritische Situation - vor allem für die Betroffenen.

{source}
<script type="text/javascript"><!--
google_ad_client = "ca-pub-6679455915258683";
/* 468x60 Unter Artikel Banner */
google_ad_slot = "7735614807";
google_ad_width = 468;
google_ad_height = 60;
//-->
</script>
<script type="text/javascript"
src="http://pagead2.googlesyndication.com/pagead/show_ads.js">
</script>
{/source}

Publiziert in Retter
Dienstag, 11 Dezember 2012 13:10

Einbruchserie: Mutige Zeugin teilt Belohnung

KORBACH. Eine beispiellose Einbruchserie sorgte vor gut einem Jahr unter Einwohnern und Geschäftsleuten der Kreisstadt für Angst und Schrecken. Durch den entscheidenden Hinweis einer aufmerksamen Zeugin gelang es der Polizei, einen für 24 Taten verantwortlichen Einzeltäter festzunehmen. Die damals ausgelobte Belohnung von 2000 Euro nahm die Korbacherin Petra Hendrich am Dienstag im Rathaus entgegen.

"Es war für mich selbstverständlich", sagte die 42-Jährige vor Vertretern von Stadt, Landkreis und Polizei. Angst habe sie nicht gehabt, als sie den Täter am späten Abend des 1. Februar 2012 an der verschlossenen Eingangstür eines Asia-Imbisses in der Prof.-Bier-Straße hantieren sah und sofort ansprach. "Er war mehr erschreckt als ich", berichtet die Korbacherin. Der Täter habe sich aufgerichtet, ihr gesagt, sie solle nach Hause gehen, und sei dann selbst im Dunkel der Nacht verschwunden. Per Notruf verständigte die Zeugin sofort die Polizei, wenig später traf eine Streife ein. Während der Einbruchsserie, die von November 2011 bis Anfang Februar 2012 andauerte, war die Polizei mit zahlreichen Kräften, auch von der Bereitschaftspolizei im Einsatz. "Teilweise waren pro Nacht 20 Kräfte zusätzlich im Einsatz", sagte Polizeisprecher Volker König, ohne auf Details der Polizeiarbeit einzugehen.

Täter fällt zuvor in Kneipe unangenehm auf: Auf Teppich gespuckt
Dass die Polizei den 21-jährigen Korbacher kurze Zeit später festzunehmen vermochte, hatten die Ermittler aber nicht der eigentlichen Beobachtung von Petra Hendrich zu verdanken: Die Korbacherin erinnerte sich nämlich, dass der mutmaßliche Einbrecher zuvor die Kneipe "Kö" besucht hatte und dort unangenehm aufgefallen war. "Er spuckte beim Verlassen auf den fast neuen Teppich", sagt die Zeugin, die in der benachbarten Gaststätte "Alter Simpel" arbeitet. Sie sei nach ihrer Beobachtung zurück in die Kneipe gegangen und habe ihre Kollegin Jule Hense nach dem Namen des Mannes gefragt. "Sie kann sich hervorragend Details merken und wusste den Namen noch. Dann habe ich sofort wieder bei der Polizei angerufen und sie informiert". Wenig später klickten die Handschellen. Der junge Mann sei wegen ähnlicher Delikte bereits polizeibekannt gewesen, erklärte am Dienstag Günter Mehler von der Ermittlungsgruppe der Korbacher Polizeistation. Er leitete seinerzeit mit seinem Kollegen Ralf Wetzel die wegen der Einbruchserie gegründete Arbeitsgruppe "Kilian". Mittlerweile sitzt der 21-Jährige hinter Gittern, nachdem das Korbacher Jugendschöffengericht den Täter in nichtöffentlicher Verhandlung zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt hatte.

"Wir wollen heute einfach mal Dankeschön sagen", meinte der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich in einer Feierstunde im Rathaus. Die Belohnung von 2000 Euro seien "kein Geschenk, sondern eine verdiente Belohnung", sagte der Rathauschef. Der wegen vieler Einbrüche in Schulen von der Serie besonders betroffene Landkreis hatte seinerzeit Geld zur Verfügung gestellt, ebenso die Stadt und ein Korbacher Unternehmer. Friedrich, der die Arbeit der Polizei ausdrücklich lobte, machte in der Feierstunde deutlich, dass die Ermittlungen oft von Zeugenhinweisen abhängig seien. Und Petra Hendrich sei "zur richtigen Zeit am richten Ort gewesen und hat sich genau richtig verhalten", unterstrich Friedrich. Ihr vorbildliches Verhalten solle anderen Menschen ein positives Beispiel sein, sagte der Bürgermeister. Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf brachte es auf den Punkt: "Sie sind ein Vorbild".

Polizeichef: "Das ist etwas ganz Besonderes"
Polizeidirektor Hubertus Hannappel sagte, dass die Bitte der Polizei um Zeugenhinweise etwas ganz Alltägliches sei. Dass jedoch in einer solch beispiellosen Verbrechensserie der Hinweis einer einzelnen Zeugin zum Erfolg der Ermittler führe, sei etwas ganz Besonderes. Petra Hendrich habe mit ihren Mitteilungen dazu beigetragen, dass wochenlange Ermittlungen zu einem glücklichen Ende geführt haben. Der Polizeichef, der - zufällig - kurz nach Beginn der Einbruchserie die Leitung der Polizeidirektion in Waldeck-Frankenberg übernommen hatte, sprach im Rückblick von einer großen Herausforderung. Es sei ein Kraftakt gewesen, den seine Kollegen bewältigt hätten.

Neben der Festnahme des 21-Jährigen gelang der Polizei noch die Verhaftung dreier weiterer Täter. Diese seien in wechselnder Besetzung für etwa 80 weitere Einbrüche in Korbach verantwortlich gewesen und auf frischer Tat von Polizeibeamten ertappt und festgenommen worden. Das Trio wartet noch auf seine Gerichtsverhandlung. Der bereits schuldig gesprochene 21-Jährige fasst seine Verurteilung zu einer Haftstrafe nach den Worten Günter Mehlers als Chance auf. "Er absolviert im Gefängnis eine Berufsausbildung", sagte der stellvertretende Leiter der Ermittlungsgruppe.

Von Geld erst ins Musical, dann zum Einkaufen
"Wir wollen mit der öffentlichen Übergabe der Belohnung zeigen, dass sich Zivilcourage lohnt", sagte am Dienstagmittag Polizeisprecher König. Auch wenn man generell nicht an Straftäter herantreten solle, habe Petra Hendrich mit ihrem Handeln alles richtig gemacht. Sie beeindruckte aber nicht nur durch ihre Zivilcourage, sondern auch durch ihre Entscheidung, die Belohnung mit ihrer Kollegin zu teilen. "Ohne Jule hätte ich den Namen des Täters nicht nennen können". Daher sei es für sie selbstverständlich, die Hälfte der Summe abzugeben. Ausgeben wollen die Frauen das Geld jedoch gemeinsam, wie die 42-Jährige gegenüber 112-magazin.de sagte: "Wir fahren zusammen nach Hamburg ins Musical 'König der Löwen' und gehen anschließend ausgiebig shoppen", erklärte die Korbacherin. An dem Wochenende müssen sich die Verbrecher in der Hansestadt auf jeden Fall in Acht nehmen...

Publiziert in Polizei

BAD AROLSEN. Mit gutem Beispiel voran geht der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Waldeck-Frankenberg: Jens Deutschendorf, zuständiger Dezernent des Fachdienstes Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz hat den Grundlehrgang für den Feuerwehrdienst absolviert - auf Anhieb mit Erfolg.

Gemeinsam mit 19 weiteren angehenden Feuerwehrleuten, darunter fünf junge Frauen, war der Stellvertreter des Landrats zu dem vierwöchigen Grundlehrgang im Bad Arolser Feuerwehrstützpunkt angetreten. Jeden Donnerstag- und Freitagabend sowie an allen vier Samstagen erlernten die künftigen Brandschützer das kleine Einmaleins der Feuerwehrarbeit. "Ich spreche so häufig Grußworte vor Feuerwehrleuten und lobe dabei immer wieder das Ehrenamt", erklärte Deutschendorf gegenüber 112-magazin.de. Da sei es nur folgerichtig, sich auch selbst ehrenamtlich zu engagieren, unterstrich der Brandschutzdezernent des Landkreises. In seinem Wohnort Berndorf werde er künftig mit den Kameraden zu Einsätzen ausrücken, sofern es die Termine zuließen. Dass der Dienst in der Feuerwehr mit einem hohen Maß an Verzicht auf Freizeit und Familie einhergehe, habe er während des Grundlehrgangs zu spüren bekommen, gab Deutschendorf unumwunden zu - und zollte zugleich allen Brandschützern seinen Respekt für ihren selbstlosen Einsatz.

Unter der Regie von Lehrgangsleiter Gordon Kalhöfer und den weiteren Kreisausbildern Stefan Beckmann, Sven Lemke und Manuel Luttrup bereiteten sich die Feuerwehranwärter in Theorie und Praxis auf die Prüfung vor, die der stellvertretende Kreisbrandinspektor Horst Benner-Hensel abnahm. Im Bad Arolser Stützpunkt überreichte der die Urkunden an alle Teilnehmer und ein Präsent an Jenny Schacht: Sie schloss den Grundlehrgang als Beste ab und nahm eine hochwertige Feuerwehrtaschenlampe entgegen. Die 20 Teilnehmer im Alter von 16 bis 35 Jahren gehören Feuerwehren in Bad Arolsen, Volkmarsen, Diemelsee, Twistetal und Korbach an. Mit dem Grundlehrgang haben sie die Befähigung erworben, den Einsatzdienst in einer Feuerwehr zu versehen. Eine Feuertaufe war der Lehrgang auch für den angehenden Kreisausbilder Johannes Runte, der während der vier Wochen hospitierte und künftig selbst und eigenständig bei Lehrgängen als Ausbilder tätig sein darf. 112-magazin.de gratuliert allen Absolventen!

Publiziert in Feuerwehr

Neustes 112-Video

Werbeprospekte

Anzeige
Anzeige