Lkw stürzt 100-Meter-Böschung hinab und brennt aus / VIDEO

Mittwoch, 15. Februar 2012 15:02 geschrieben von  Migration

WALDECK. Ein mit Wäsche beladener Lkw hat am Mittwochmittag unterhalb von Schloss Waldeck einen Zaun durchbrochen und ist gut 100 Meter den Schlossberg hinabgestürzt. Der 7,5 Tonner prallte schließlich gegen einen Baum und brannte aus. Der 60 Jahre alte Fahrer einer Göttinger Wäscherei war Sekunden vor dem Unglück ausgestiegen.

Der Lkw-Fahrer aus Göttingen wollte am Mittag nach eigenen Angaben Wäsche zu Schloss Waldeck bringen und musste dazu rückwärts die Zufahrt hinauffahren. Als die Antriebsräder auf glattem Untergrund durchdrehten, hielt er an und stieg er aus - Sekunden später rutschte der 7,5 Tonner den Hang hinab, walzte einen Parkscheinautomaten und ein Schild um, durchbrach ein Geländer und schoss den Schlossberg hinab. Augenblicke später krachte der Lastwagen gegen einen Baum und ging kurze Zeit danach in Flammen auf. Der Lastwagen brannte vollständig aus.

"Hätte nie und nimmer überlebt"
"Das hätte ich nie und nimmer überlebt", sagte der 60 Jahre alte Lkw-Fahrer Walter P. gegenüber 112-magazin.de - er verfolgte die Lösch- und Bergungsarbeiten der Feuerwehren Netze, Sachsenhausen und Waldeck unter Leitung von Stadtbrandinspektor Uwe Schaumburg mit schlotternden Knien. "Ich fahre seit 20 Jahren Lkw, aber so etwas ist mir noch nie passiert", sagte der sichtlich mitgenommene Fahrer. Kurz vor dem Unfall habe er noch die Mitarbeiter des Schlosses gefragt, ob sie nicht den Weg abstreuen könnten, denn "ich wollte ja nicht den Abhang hinabstürzen" - und genau das passierte, zum Glück ohne den Fahrer an Bord.

Mehrere Trupps unter Atemschutz löschten zunächst den Brand, bevor eine aufwändige Bergung begann. Den Feuerwehrleuten verlangte der Einsatz Höchstleistungen ab, da sie ihr komplettes Material den steilen Abhang hinab befördern mussten. Dabei gingen sie mit Leinen gesichert vor. Weil Gefahr im Verzug war, forderte der Einsatzleiter umgehend einen Rückeschlepper zur Einsatzstelle an. Damit wurde der völlig zerstörte Lkw schließlich geborgen. Gegen 15 Uhr, etwa drei Stunden nach dem Unglück, stand das Wrack wieder auf der Straße.

"Mir geht der Arsch auf Grundeis"
Vor einigen Jahren war ein Auto unweit des Schlossbergs einen Abhang hinabgestürzt - etwa zehn Meter. An einen solch spektakulären Unfall wie den mit dem Wäsche-Lkw können sich Stadtbrandinspektor Uwe Schaumburg und Stellvertreter Bernd Schäfer nicht erinnern. Sie zeigten sich erleichtert, dass der Fahrer kurz vor dem Unglück ausgestiegen war. Der 60-Jährige machte nach Abschluss der Bergung selbst einige Erinnerungsfotos mit dem Handy - sofern seine zittrigen Finger scharfe Aufnahmen überhaupt erlaubten. "Jetzt, wenn ich das hier alles sehe, geht mir der Arsch so richtig auf Grundeis", sagte der Lkw-Fahrer. Er könne nun ein zweites Mal Geburtstag feiern. Dass seinetwegen so viele Einsatzkräfte angerückt undd längere Zeit tätig waren, "ist mir richtig unangenehm", sagte Walter P.

Die Polizei gab den Schaden an der Unfallstelle mit bis zu 40.000 Euro an - rund 30.000 Euro für den Lkw, der Rest entfällt auf verbrannte Wäsche, Parkscheinautomat, Schild und Geländer.

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Zuletzt bearbeitet am Mittwoch, 30. Januar 2013 15:28

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