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BAD WILDUNGEN/HEIMERZHEIM. Donnerstagmorgen, 08:30 Uhr. An seiner Arbeitsstelle bekommt Oliver Münch von der Bergwacht Bad Wildungen einen Anruf: Es werden Luftretter im Hochwasserkatastrophengebiet benötigt. Menschen sind in Lebensgefahr, müssen von umfluteten Hausdächern gerettet werden. Für den 33-jährigen Bad Wildunger und auch seinen Arbeitgeber, die Kommunalwald GmbH Waldeck-Frankenberg, gar keine Sekunde des Zögerns: Oliver Münch wird den Einsatz sofort wahrnehmen.

„Da hat mein Arbeitgeber sofort zugestimmt und war froh, dass es Menschen gibt, die in dieser Situation helfen können“, ist Oliver Münch begeistert von der unkomplizierten Einstellung seines Arbeitgebers.

Dann geht es ganz schnell: Oliver fährt zur Bergrettungswache in Bad Wildungen und rüstet sich für den Luftrettungseinsatz aus, während in Fuldatal bei Kassel zwei Hubschrauber der Bundespolizei starten. Jene Fliegerstaffel, die mit den Kameraden der Bergwacht Bad Wildungen vier Mal im Jahr in und um Bad Wildungen Luftrettungseinsätze trainiert – für den Ernstfall, der nun in einer ganz anderen Dimension eingetreten ist, als man es eigentlich erwartet. Regionale Einsätze, bei denen ein Wanderer in Not geraten ist und in unwegsamem Gelände nicht vom Rettungsdienst erreicht werden kann, hat Oliver Münch schon geflogen. Ein Hochwassereinsatz aber, bei dem Menschen ertrunken sind und einige sich in letzter Sekunde auf Hausdächer oder Bäume retten konnten, und nun auf seine Hilfe warten – das ist für den 33-Jährigen Neuland. „Da war schon eine Aufregung da“, gesteht er mir in unserem Gespräch. Aber nach dem ersten Einsatz, so erzählt er mir, habe sich das schnell gelegt.

Oliver Münch kam mit einem Hubschrauber vom Typ EC 155 in Heimerzheim, unweit der A61 zum Einsatz. Die Kollegen mit dem zweiten Hubschrauber, einer Super Puma, sind in den Landkreis Ahrweiler geflogen.

„Als wir ankamen, haben wir schon gesehen, was los ist“, berichtet Oliver mir. Der junge Mann sieht Menschen auf Hausdächern, eingeschlossen von braunem Wasser. „Einige haben uns aus der Luft zu verstehen gegeben, dass sie noch aushalten und haben uns vorbei gewunken“, erzählt er. Weiter zu den Menschen, die am Ende ihrer Kräfte waren, die sehnlichst auf die Rettung aus der Luft gewartet haben. „Die haben uns herbei gewunken“, beschreibt er seine Eindrücke. Wie dann das weitere Vorgehen war, möchte ich von ihm wissen. „Wir haben geschaut, ob nichts gefährliches in der Nähe war und dann sind wie sofort runter gegangen“, erklärt er mir. Der Fachmann der Bergrettung hing dabei am Stahlseil, das von einem Windenoperator der Bundespolizei abgelassen wurden – hunderte Male trainiert, zum Beispiel am Hahnberg bei Bad Wildungen, oder am Bilstein. Unten bei den Menschen angekommen erklärt der Bergretter ihnen kurz, was nun geschehen wird, und wie der Winch, also das Aufziehen mit der Winde, ablaufen wird. Die Piloten halten ihre Maschine währenddessen wie eine Eins in der Luft. Was unter ihnen passiert, sehen sie nur eingeschränkt. Sie müssen sich auf die Kommunikation mit Bergretter und Windenoperator verlassen. „Und das hat einfach wunderbar funktioniert mit der Bundespolizei“, freut sich Oliver Münch. Nach der kurzen Einweisung der zu Rettenden werden diese in ein so genanntes Rettungsdreieck gepackt und dann gemeinsam mit dem Bergretter an Bord der Maschine geholt. „Die waren ganz ruhig beim Winchvorgang“, erinnert sich Oliver. Wenn die Menschen an Bord des Hubschraubers waren, wurden sie zu einem nahe gelegenen Sportplatz geflogen und dort von Hilfsorganisationen untersucht und weiter versorgt oder betreut. Der Hubschrauber drehte dann direkt wieder ab, um die nächsten Menschen von den Hausdächern zu retten. „Die waren so dankbar beim Aussteigen...“, beschreibt der Bergretter seine Eindrücke von den Landungen am Sportplatz.

„Es ging wirklich Step by Step“, erinnert er sich an die Einsatzabläufe vor Ort. Als Pausen dienten nur die obligatorischen Landungen, um den Hubschrauber wieder betanken zu können. Mobile Tankwagen der Bundespolizei und der Bundeswehr sind dazu ins Schadensgebiet gefahren. In Heimerzheim waren die Retter insgesamt mit drei Hubschraubern im Einsatz: „Die Bundeswehr war noch dort, wir mit der Bundespolizei mit der EC 155 und ebenfalls die Bundespolizei noch mit einer EC 135“, berichtet Oliver. Letzterer Hubschrauber verfügt bei der Bundespolizei allerdings nicht über eine Winde. „Mit diesem Hubschrauber wurden Erkundungsflüge gemacht. Er hat nach Menschen in Not gesucht, und diese an die beiden Windenhubschrauber gemeldet“, berichtet er.

Ich frage ihn, ob es denn eine gefährliche oder haarige Situation im Einsatz gegeben hat. Gefährlich sei es nicht gewesen, aber einen sehr anspruchsvollen Winch habe es schon gegeben. „Da stand ein Mensch kniehoch im Wasser mitten in einem engen Innenhof und ich dann auch. Das war wirklich sehr eng dort und eine große Herausforderung für die Hubschrauberbesatzung“, macht Oliver deutlich. Aber alles hat super geklappt. „Da weiß man einfach, wofür man das lernt“, resümiert er den Einsatz, der noch bis 19:00 Uhr an diesem Donnerstag andauerte. „Dann sind wir zum Hauptsitz der Bundespolizeifliegerstaffel nach Sankt Augustin geflogen. Schichtwechsel für die Besatzungen. Wir haben dort übernachtet und am nächsten Tag hatten wir eine Bereitschaft aufrecht zu erhalten“, erklärt Oliver mir, der bereits seit 2010 ehrenamtlicher Luftretter bei der Bergwacht ist. Da kam es für den Bad Wildunger aber zu keinem Einsatz mehr. Gegen 21:00 Uhr war der dann am Freitag wieder zu Hause in Bad Wildungen. Mit dem tollen Gefühl, mit seinem Wissen und seinem ehrenamtlichen Engagement Menschen in höchster Not aus einer Extremsituation gerettet zu haben.

Mich interessiert abschließend, wie sein Umfeld seinen Einsatz nach der Rückkehr gesehen hat. Oliver muss nicht lange überlegen: „Die große Erleichterung war sofort als erstes zu spüren. Sie waren heilfroh, dass mir nichts passiert ist. Denn sie hatten ja auch in den Medien mitbekommen, dass dort bereits Einsatzkräfte verunglückt und auch leider ums Leben gekommen waren“, schildert er. „Und vor allem meine Frau und meine Eltern waren sehr stolz“. Wie wir finden auch mit Recht. Wir sagen „Danke für Deinen Einsatz, lieber Oliver und mach weiter so, denn das ist ganz großes Kino!“

Publiziert in Retter

BAD BERLEBURG/SCHLEIDEN. „Da wo wir waren, haben mal Häuser gestanden. Die Treppe war noch zu erkennen, sonst nichts mehr“. Was Jan Lucas Krause in seinem Gespräch schildert, kann man wohl nicht nachvollziehen, wenn man nicht selbst im Schadensgebiet gewesen ist. Der 19-jährige Bad Berleburger ist seit seiner frühesten Kindheit begeistert für das Technische Hilfswerk, ist später in die THW-Jugend eingetreten und heute als Helfer der Bergungsgruppe im THW Ortsverband Bad Berleburg engagiert.
Gemeinsam mit 13 weiteren Kameraden war er in der letzten Woche im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Er hat sich nach unserer Anfrage bereit erklärt, uns von seinen Eindrücken, seinen Aufgaben vor Ort und seinen Erlebnissen zu berichten.

Einsatz Tage nach der Flut


Der Einsatz kam erst Tage nach der akuten Flut. Als es akut war, war der THW-Helfer mit seinen Kameraden im benachbarten Sauerland im Einsatz, um Gärten, Keller und Firmen leer zu pumpen. Jetzt ging es darum, die Spuren, die die gewaltige Flut in Teilen der Eifel hinterlassen hat, zu beseitigen und dabei zu helfen, einen langsamen Wiederaufbau zu ermöglichen. Vor allem aber darum, den für die Schadensgebiete erneut angekündigten Starkregen vorbereiten und weitere Schäden verhindern zu können.
Jan Lucas saß mit seinen Eltern im Garten, als sein Telefon ging. „Bist Du einsatzbereit? Dann bitte Sachen packen und zum OV kommen. Es dauert mehrere Tage“. Mehr erfuhr der junge Mann zunächst nicht. Schnell, aber ohne Hektik begann er, seinen Einsatz vorzubereiten. „In meinem Bettkasten habe ich die nötigen Materialien für eine Übernachtung im Freien“, erklärt Jan Lucas, der auch in seiner Freizeit immer wieder gerne im Freien, in den Wäldern seiner Wittgensteiner Heimat, oder anderswo in Deutschland übernachtet und dort dann tagelang auf sich allein gestellt ist. „Und gegenüber ist schon der Kleiderschrank und im Badezimmer die Hygieneartikel“. Der Rucksack sei also schnell gepackt gewesen. „Am Ende waren es doch ein paar Klamotten zu viel“, lacht er. Es folgte eine herzliche Umarmung mit seinen Eltern und die innige Bitte von Mutter und Vater, auf sich Acht zu geben. Sie alle wissen, dass der Einsatz nicht ungefährlich ist und bereits Einsatzkräfte in den Fluten ertrunken sind.
Etwa fünf Minuten nach dem Anruf ist er zum wenige Kilometer entfernten THW Ortsverband gefahren. „Alles was an THW Sachen noch rein passte, habe ich dazu gepackt“, schildert Jan Lucas. Dann ging die Kolonnenfahrt Richtung Einsatzgebiet los. „Wir waren mit drei Fahrzeugen und 14 Leuten im Einsatz“, berichtet er. Dabei wussten Jan Lucas und seine Kameraden zunächst nicht, was sie erwartet. „Wir sollten erst mal in den Bereitstellungsraum fahren und da auf einen genauen Einsatzauftrag warten“, erinnert er sich. Vom Bereitstellungsraum aus wurden er und seine Kameraden in eine Turnhalle einer Schule gebracht. „Da haben wir dann unsere Feldbetten aufgebaut und einen Schlafplatz hergerichtet. Mittlerweile war es schon abends“, erzählt er. Andere THW Ortsverbände sind bereits im Einsatz. Sie sollen von Jan Lucas und seinen Kameraden abgelöst werden.
Wie sein Gefühl, seine Gedanken waren, als er wusste, dass er jetzt mitten ins Zentrum des Katastrophengebiet fahren sollte, um dort zu helfen, frage ich ihn. „Ich weiß, dass ich meinen Kameraden hier blind vertrauen kann. Angst hatte ich deshalb nicht“, versichert er mir. Aber auch: „Mir war schon klar, dass das etwas anderes sein würde, als Keller leer zu pumpen“.

Mehrere Einsatzaufträge in den Tagen


Nachdem die Schlafplätze eingerichtet waren und der erste Einsatzauftrag am nächsten Morgen kam, klang dies zunächst weniger spektakulär: „Wir mussten Sandsäcke füllen“, erzählt Jan Lucas. Er und seine Kameraden haben von diesem Zeitpunkt an Sage und Schreibe 11.000 Sandsäcke in etwa zehn Stunden befüllt. „Uns taten Hände und Arme weh, weil man immer die selben Bewegungen gemacht hat“, berichtet er mir. Aber ans Aufhören habe nie jemand gedacht: „Wir haben dann die Arbeiten getauscht, damit jeder mal anders beansprucht werden konnte und dann war es gut machbar“, schildert er. Rund 15 bis 20 Kilo wiegt ein Sandsack, den die Helfer nach Augenmaß befüllen mussten. „Die Säcke wurden dann an den Ufern des Flusses positioniert, der durch die beiden Dörfer fließt, um ein erneutes Übertreten bei dem angekündigten Regen zu verhindern“, erklärt Jan Lucas. Erleichtert waren er und seine Kameraden, als der Regen deutlich schwächer ausfiel, als angekündigt. „Der ganz große Regen ist zum Glück ausgeblieben. Es hat ein bisschen getröpfelt“.
Der erste Einsatz dauerte bis spät in den Abend. „Danach haben wir Bratkartoffeln mit Leberkäse gegessen“, freut sich Jan Lucas. Gekocht übrigens ebenfalls von Kameraden des THW.
„Wir haben an diesem Abend noch lange zusammen gesessen und uns unterhalten. Da hatte ich schon den Eindruck, dass vor allem bei den Kameraden, die schon zuvor in einem Katastrophengebiet im Einsatz waren, die Stimmung getrübt war. Es ist schon bedrückend, mitten in Schutt und Asche zu stehen, wo eigentlich einmal Häuser standen“, gibt der junge Mann zu bedenken.

Schwere Eindrücke für die Helfer

Am nächsten Morgen reichte die Zeit für ein Frühstück nicht mehr aus. Es gab einen erneuten Einsatzauftrag. „Diesmal mussten wir direkt in ein Dorf, durch das die Flut gekommen ist“, erinnert sich Jan Lucas. Unterwegs habe man schnell bei einem Bäcker angehalten, und sich eine Kleinigkeit auf die Hand gekauft.
In dem Dorf wirken schwere Eindrücke auf Jan-Lucas und seine Kameraden ein. „Da wird Dir anders“, gesteht er mir. „Man kannte die Bilder ja aus dem Fernsehen, aber selbst dort zu stehen, das ist noch mal ganz etwas anderes“, macht er deutlich. Auf dem Weg dorthin seien sie an einer Stelle vorbeigekommen, wo zwei Häuser einfach weg gespült worden seien. "Ob die Menschen dort noch rechtzeitig raus gekommen sind, wissen wir nicht".
Die Straßen im Ort seien ausgeschwemmt gewesen, aber das habe noch halbwegs gegangen, berichtet er. „Dann standen wir an einem Fluss, wo wir ein großes Betonteil zur Bergung vorbereiten mussten. Am Ufer hatte vor 24 Stunden noch ein Haus gestanden. Das war eingestürzt“, schildert er seine Eindrücke. Während der Arbeit, so erzählt mir der 19-Jährige, müsse man diese Eindrücke ausblenden. „Aber in den Pausen haben wir darüber natürlich nachgedacht und uns gefragt, wie es den Menschen wohl jetzt geht“.Das schwere Betonteil, das für die Bergung vorbereitet werden soll, wiegt rund 13 Tonnen. Das haben die Helfer anhand der Betondichte und Abmessungen vor Ort ermittelt. Um dieses Teil letztlich mit einem Autokran bergen zu können, mussten die THW Helfer noch eine weitere Bergungsgruppe mit speziellem Gerät anfordern, die diese Aufgabe dann zu Ende führte. „Wir haben noch zwei weitere Einsätze am Fluss gehabt“, berichtet Jan Lucas. Dabei sei es zunächst darum gegangen, einen Baufachberater zu sichern, der mitten im Wasser gestanden habe, um Brücken in Augenschein zu nehmen. „Mein Kollege Justin und ich haben ihn von außen mit Gurten gesichert und festgehalten“, beschreibt er die Aufgabe dort. Wenig später musste die Truppe um Jan Lucas selbst mit Wathosen ins Hochwasser gehen: „Es musste eine Brücke im Fluss von sperrigem Unrat befreit werden, um nicht erneut einen Stau und eine Überflutung auszulösen“, erklärt er. Dabei wurden die Helfer von ihren eigenen Kameraden gesichert, die sich wiederum mit Haken im Boden auch gesichert haben. 

Am Nachmittag endete schließlich auch der zweite Einsatztag und die Kameraden konnten ihre Heimreise antreten. „Wir waren alle sehr müde, haben auf der Heimfahrt viel geschlafen aber auch über all das geredet, was wir hier gesehen haben und wie es für die Menschen wohl jetzt weiter geht“, berichtet Jan Lucas abschließend. Gegen Mitternacht seien sie an der Unterkunft gewesen und gegen halb eins dann wieder daheim bei ihren erleichterten Familien.

Schließlich gehen wir noch zu dem Fahrzeug, mit dem Jan Lucas im Einsatz war und machen ein Foto für unseren Artikel.
Jan Lucas strahlt. Er ist gemeinsam mit Vielen einer der Helden dieser entsetzlichen Katastrophe.

Publiziert in SI Retter

WINTERBERG. „Seid Ihr das mit der Drohne?“ „Ja, genau. Das ist unsere Einsatzdrohne“. „Ah, sehr schön. Dann ist ja alles gut. Ich dachte unser Nachbar wäre unterwegs“.Die Unterhaltung im Hof der Winterberger Feuerwache ist kurz, aber freundlich. Die Nachbarin schaut dem kleinen Fluggerät noch einige Minuten nach und geht dann weiter. Kevin Raeggel, Jonas Sögtrop und Kevin Dietz sind mit dem Einsatzleitwagen des Winterberger Löschzuges und dem neuesten Einsatzgerät der Feuerwehr unterwegs. Noch zu Trainings- und Übungszwecken. Kurz nach den Ostertagen haben die drei Kameraden, die sich in der „Fachgruppe Drohne“ verantwortlich zeigen, ihre Ausrüstung für den Feuerwehrdienst erhalten. Dabei kommt es nicht von ungefähr, dass die drei jungen Leute sich in der Fachgruppe engagieren. „Wir fliegen auch alle drei im privaten Leben mit einer Drohne“, erklären sie.

Während Jonas draußen Runden über den Hof der Feuerwehr dreht und die Umgebung von oben erkundet, sitzen die beiden Kevins im Einsatzleitwagen.Kevin Raeggel beobachtet die Bilder von Jonas Sögtrops Runden auf einem tragbaren Tablett, während Kevin Dietz die Flugbewegungen auf einem großen Monitor an der Wand des Einsatzleitwagens verfolgt. Die beiden erklären, dass es sowohl Live-Bilder als auch Wärmebilder gibt, die im Einsatzfall zur Einsatzleitung übertragen werden können. Im Wärmebild sieht man eindrucksvoll, wie sich die Temperaturen unterscheiden: Selbst Parkflächen, wo bis vor kurzem ein Auto gestanden hat, weisen kleinste Temperaturunterschiede auf, die auf dem Wärmebild noch deutlich zu sehen sind. „Das ist ein enormer Vorteil beispielsweise bei Personensuchen. Es gab im Winter einen Einsatz, wo nicht klar war, ob bei einem Verkehrsunfall noch eine weitere Person im Auto gesessen hat und im Schock weggelaufen ist.Dafür ist die Drohne ideal“, erklären die Flieger. Doch die drei sind nicht alleine in der Drohnengruppe aktiv „Insgesamt sind wir derzeit mit rund 18 Kameraden, die sich in der Gruppe engagieren“, berichtet Kevin Raeggel.

Wichtig ist den Feuerwehrleuten, dass sie alle Kameraden nicht nur mit einem Führerschein des Luftfahrtbundesamtes ausstatten, sondern auch dass sie sich an alle auch für Privatpersonen geltenden Gesetzeslagen halten. „Die Feuerwehr als BOS ist davon weitgehend ausgeschlossen“, erklärt Jonas Sögtrop. Damit meint er, dass Einsatzkräfte zum Beispiel auch über Wohngebieten und Privatgrundstücken ohne Nachfrage fliegen dürfen, wenn die Situation das erfordert. „Wir möchten den Leuten aber zeigen, dass wir uns trotzdem wann immer es möglich ist, auch an alle Gesetze halten und keine Extrabehandlung haben möchten“, macht Jonas deutlich. Auch die fundierte Ausbildung der Kameraden innerhalb der Drohnengruppe ist den jungen Leuten wichtig: „Jeden Donnerstag machen wir hier unseren „Droh-Do“, den Drohnen Donnerstag“, berichtet Kevin Dietz. Dafür haben die drei sich einen anspruchsvollen Übungsparcours in der großen Fahrzeughalle einfallen lassen, den alle Einsatzkräfte der Fachgruppe „Drohne“ mit Übungsdrohnen abfliegen können, um die für das sichere Fliegen erforderlichen Fertigkeiten zu erlernen. „Wir haben angepeilt, die Drohne etwa gegen September für den Einsatzbetrieb anzumelden“, verraten die engagierten Feuerwehrleute ihren Plan.

Und dann? „Wir können die Einsatzleitung unterstützen, Brandstellen aus der Luft kontrollieren, bei der Suche nach vermissten Menschen helfen, und auch Luftaufnahmen für die Polizei anfertigen“, zählen die Kameraden die Möglichkeiten der Drohnengruppe auf. Auch an den Einsatzstellen, nicht nur bei der Ausbildung, wird alles für die Flugsicherheit getan: „Wir fliegen immer mit einem Piloten und einem Co-Piloten“, erklärt Jonas Sögtrop. Der Co-Pilot habe die vorrangige Aufgabe, den Luftraum zu beobachten. „Der Pilot selbst kann sich so nur auf die Steuerung der Drohne konzentrieren“, erklären die Männer. Und im Winter, oder bei kaltem Wetter habe diese Taktik den Vorteil, dass man Pilot und Co-Pilot auch immer mal wieder austauschen könne. „Bei niedrigen Temperaturen frieren die Finger ziemlich schnell", berichtet Kevin Raeggel. Doch nicht nur der Co-Pilot führt im Flugbetrieb eine Luftraumbeobachtung durch, denn auch die Drohne selbst kennt ihre Umgebung: Neben einer Hinderniswarnung gibt es eine Radaraufschaltung, die andere Fluggeräte selbst in einer Entfernung mehrerer Kilometer an die Drohnenteams weitergibt. Außerdem ist bei direkter Annäherung keine Flug und kein Start möglich und die Drohne bleibt automatisch am Boden. Im Normalfall bleibt die Drohne aber nicht am Boden, sondern fliegt mindestens wöchentlich donnerstags zu den Übungen und wenn alles klappt ab September zu realen Einsätzen.

 

Wir wünschen immer ein gutes „Ready for Take off“ und many happy Landings.

Publiziert in HSK Feuerwehr

WETTERBURG. Durch das schnelle Eingreifen der DLRG am Twistesee konnte am Sonntagnachmittag Schlimmeres verhindert werden.

Badegäste beobachteten eine Frau im Wasser, die offensichtlich in Not geraten war - daraufhin wurde über eine Notrufsäule der Notruf abgesetzt. Unter dem Alarmkürzel "HWASS Y, unklare Hilferufe" rückten gegen 14.10 Uhr die Wehren Wetterburg, Neu-Berich und Bad Arolsen mit etwa 34 Einsatzkräften unter Einsatzleitung des Stadtbrandinspektors Karl-Heinz Meyer aus. Ebenfalls auf den Plan gerufen wurden die DLRG, der Rettungsdienst mit einem RTW und einem NEF sowie ein Funkwagen der Polizeistation Bad Arolsen.

Die Person hatte sich in den Algen verfangen und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Durch die DLRG wurde die Frau gerettet und anschließend dem Rettungsdienst übergeben, der weitere Untersuchungen durchführte - ins Krankenhaus musste die Betroffene nicht gebracht werden. Die alarmierten Wehren konnten die Alarmfahrt abbrechen und wieder in ihre Standorte einrücken. Somit konnte der Einsatz Dank aufmerksamer Badegäste und routinierter Einsatzkräfte schnellstmöglich beendet werden.

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Publiziert in Retter

SUDECK/GIEBRINGHAUSEN. Eine Verkehrsunfallflucht ereignete sich am Freitagabend auf der Landesstraße 3981 - eine Person wurde verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Gegen 18.05 Uhr war ein 16-Jähriger aus Kassel mit seinem Leichtkraftrad der Marke Fantic auf der Strecke von Sudeck in Richtung Giebringhausen unterwegs. Im Streckenverlauf kam dem jungen Mann ein gelber Lastkraftwagen entgegen - Zeugen sagten aus, dass dieser mittig auf der Fahrbahn fuhr und der 16-Jährige daher ausweichen musste.

Beim Ausweichmanöver geriet das Krad auf die Bankette rechts der Straße und der Fahrer stürzte. Der Lastkraftwagenfahrer setzte seine Fahrt unbeirrt fort, ohne sich um eine Pflichten als Verursacher kümmern. Eine Rettungswagenbesatzung brachte den Verletzten für weitere Behandlungen und Untersuchungen in ein Krankenhaus.

Den entstandenen Sachschaden am Krad schätzen die Beamten der Korbacher Polizeistation auf etwa 1000 Euro. Hinweise zum gelben Lastkraftwagen oder dessen Fahrzeug werden unter der Telefonnummer 05631/9710 entgegengenommen.

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Publiziert in Polizei

MÜNDEN. Zu einem Verkehrsunfall bei Münden wurden die Beamten der Frankenberger Polizei am Freitagmorgen alarmiert.

Ein 48-Jähriger aus Essen befuhr gegen 7.15 Uhr die Landesstraße 617 vom Lichtenfelser Ortsteil Münden in Richtung Medebach. Nur wenige Meter hinter dem Mündener Ortsausgang lief nach Aussage des Fahrers ein Tier über die Fahrbahn - beim anschließenden Ausweichmanöver kam der schwarze Mercedes Sprinter mit Münchener Kennzeichen (M) nach links von der Fahrbahn ab und geriet auf die Leitplanke, wo der Wagen schließlich zum Stillstand kam.

Der Fahrer überstand den Unfall unverletzt, auch das Tier wurde nach ersten Erkenntnissen nicht vom Fahrzeug getroffen. Den Gesamtsachschaden an der Unterseite des Sprinters und an der Planke schätzen die Frankenberger Beamten auf etwa 3250 Euro. 

Da der Sprinter sich mit einfachen Methoden nicht von der Leitplanke trennen ließ, wurde die Firma AVAS aus Frankenberg mit dem Abtransport beauftragt.

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Publiziert in Polizei

FLECHTDORF/KORBACH. Auf der Landesstraße 3076, zwischen Flechtdorf und Korbach, ereignete sich am Donnerstagvormittag ein schwerer Verkehrsunfall. Ursächlich war ein riskantes Überholmanöver im kurvigen Streckenbereich.

Eine 51-Jährige aus der Gemeinde Diemelsee war am Donnerstag gegen 10.30 Uhr mit ihrem dunkelroten Nissan Micra auf der Landesstraße von Flechtdorf in Richtung Korbach unterwegs. Kurz hinter der Helmscheider Höhe wollte die Frau einen Lastkraftwagen mit Anhänger überholen - als sie auf Höhe des Gespanns war, kam der 51-Jährigen allerdings ein roter Ford C-MAX entgegen, der von einem 60-Jährigen aus dem Hochsauerlandkreis gesteuert wurde.

Die beiden Fahrzeugführer konnten nicht mehr ausweichen und kollidierten miteinander. Beide wurden nach ersten Erkenntnissen schwer verletzt und nach der Erstversorgung vor Ort in Krankenhäuser transportiert. An den Fahrzeugen entstand Totalschaden - der Anhänger des Lastkraftwagens wurde ebenfalls leicht beschädigt. Den Gesamtsachschaden schätzen die Beamten der Korbacher Polizeistation auf etwa 8000 Euro.

Zwölf Einsatzkräfte der Feuerwehren Helmscheid und Korbach rückten um 10.55 Uhr zum Unfallort aus, um ausgelaufene Betriebsstoffe aufzunehmen und die Unfallstelle abzusichern. Über die Dauer der Einsatzarbeiten kam es zu Verkehrsbehinderungen auf Landesstraße, für den Abtransport der Fahrzeuge wurde sie zeitweise sogar komplett gesperrt.

Link: Unfallstandort Landesstraße 3076 (22. Juli 2021)

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BAD AROLSEN. Zu einem Scheunenbrand wurde die Feuerwehr Bad Arolsen am frühen Mittwochmorgen alarmiert - der Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf etwa 40.000 Euro.

Um 0.50 Uhr meldete die Leitstelle Waldeck-Frankenberg einen Scheunenbrand in der Straße "Am Vorhof" in Bad Arolsen - ein Bewohner hatte den Brand bemerkt und die Notrufnummer 112 gewählt. 

Unverzüglich machten sich unter der Einsatzleitung von Wehrführer Stefan Richter 27 Einsatzkräfte auf den Weg zum Einsatzort. Dort angekommen, erkannten die Kräfte, dass eine Lagerscheune in Vollbrand steht  - unter Atemschutz und mit drei C-Rohren wurde der Kampf gegen die Flammen eingeleitet.

Die Kameradinnen und Kameraden evakuierten das angrenzende Wohnhaus, da zu diesem Zeitpunkt ein Übergreifen der Flammen noch nicht ausgeschlossen werden konnte. Um im Ernstfall schnell handeln zu können, wurde die Drehleiter bereitgestellt - glücklicherweise wurde das Wohnhaus aber nach ersten Erkenntnissen nicht beschädigt. Eine Person wurde mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation in das Korbacher Krankenhaus gebracht.

Um etwa 3.45 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Die Einsatzstelle wurde anschließend an die Kriminalpolizei Korbach übergeben, die derzeit zur Brandursache ermittelt. Der entstandene Sachschaden auf etwa 40.000 Euro geschätzt. 

Hinweise zum Brand nimmt die Korbacher Polizeistation unter der Telefonnummer 05631/9710 entgegen.

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KORBACH. Am Dienstagabend wurde der Löschzug der Feuerwehr Korbach gegen 20.15 Uhr durch eine automatische Brandmeldeanlage zu einem großen Gewerbebetrieb in der Industriestraße gerufen. Zunächst lagen vor Ort keine näheren Erkenntnisse vor, die Lage war unklar.

Bei zunächst noch laufender Produktion erfolgte eine erste Erkundung bei der sich der Auslösegrund für die Anlage bestätigte. Im Bereich der Lüftungsanlage wurde eine deutlich sichtbare Verrauchung festgestellt - sofort wurde in Abstimmung mit den Werksverantwortlichen die Produktion eingestellt und die Gebäude komplett geräumt. Die weitere Erkundung ergab einen technischen Defekt an einer Druckluftkompressor-Anlage. Ölaustritt in Verbindung mit sehr hohen Temperaturen waren ursächlich für die Verrauchung, es bestand die akute Gefahr einer Durchzündung.

Ein Trupp unter Atemschutz setzte die Anlage zunächst außer Betrieb und überwachte die weitere Entwicklung mit der Wärmebildkamera. Zeitgleich wurde vorsorglich ein umfangreicher Löschangriff im Innenbereich vorbereitet. Parallel wurde die Drehleiter im Außenbereich in Stellung gebracht, um im Bedarfsfall von der Dachseite eingreifen zu können. Ein weiterer Zug der Kernstadtwehr wurde zur Unterstützung nachalarmiert, außerdem wurde die benachbarte Wehr aus Lelbach in den Einsatz einbezogen, um bei Bedarf über ausreichend Atemschutzgeräteträger zu verfügen.

Insgesamt waren 47 Einsatzkräfte vor Ort, die Besatzung eines Rettungswagens sorgte für die Absicherung der eingesetzten Kräfte. Nachdem die Anlage durch werkseigenes Fachpersonal überprüft und wieder in einen sicheren Zustand verbracht werden konnte, wurde der Einsatz der Feuerwehr beendet.

Gegen 22 Uhr konnte die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wieder hergestellt werden. Bei diesem Einsatz hat sich gezeigt, wie wertvoll eine automatische Brandmeldeanlage ist. Die frühzeitige Detektion der Gefahrenlage sowie das umsichtige Handeln der Einsatzkräfte hat den Betrieb vor größeren Schaden bewahrt. Ein längerer Betriebsausfall konnte vermieden werden, Personen kamen nicht zu Schaden.

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KORBACH. Auf der Bundesstraße 251 ereignete sich am Dienstagnachmittag ein Verkehrsunfall - die Korbacher Polizei sucht Zeugen.

Gegen 14 Uhr war ein 47-Jähriger mit einem Lastkraftwagen der Marke DAF auf der Bundesstraße 251 von Sachsenhausen in Richtung Freienhagen unterwegs. Im Streckenverlauf geriet die Zugmaschine aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab und beschädigte dabei die Leitplanke stark. Der Gesamtsachschaden an Leitplanke und Fahrzeug wird auf etwa 1700 Euro geschätzt, verletzt wurde niemand.

Die Beamten der Korbacher Polizeistation suchen Zeugen, die Hinweise zum Unfallhergang geben können. Verkehrsteilnehmer, die den Unfall beobachtet haben, können sich unter der Telefonnummer 05631/9710 bei den zuständigen Beamten melden.

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