PADERBORN. In einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Elsen hat ein auf dem Küchenherd abgestellter Karton einen Wohnungsbrand ausgelöst. Eine 28-jährige Bewohnerin erlitt dabei leichte Verletzungen.
Nach Angaben der Polizei entstand das Feuer am Mittwoch gegen 16.20 Uhr in einer Wohnung an der Sander Straße. Der dreijährige Sohn der Frau hatte in einem unbeobachteten Moment den Herd eingeschaltet, wodurch sich der darauf abgestellte Karton entzündete.
Als die Mutter Brandgeruch und Rauchentwicklung in der Küche bemerkte, brachte sie den qualmenden Karton ins Badezimmer und unternahm erste Löschversuche. Nach Angaben der Feuerwehr musste sie diese aufgrund der Rauchentwicklung abbrechen. Laut Polizei ging die 28-Jährige davon aus, dass das Feuer bereits gelöscht sei, und verließ das Badezimmer. Dort breitete sich der Brand jedoch weiter aus.
Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort
Die Feuerwehr Paderborn wurde um 16.24 Uhr unter dem Alarmstichwort „Feuer 3 – Wohnungsbrand“ alarmiert. Anrufer hatten zunächst gemeldet, dass zwei Zimmer einer Wohnung vollständig in Flammen stehen würden.
Daraufhin alarmierte die Leitstelle für den Brandschutz und den Rettungsdienst des Kreises Paderborn beide hauptamtlichen Feuer- und Rettungswachen, die ehrenamtlichen Einheiten Elsen und Sande sowie den Rettungsdienst.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drang Rauch aus einem Fenster im ersten Obergeschoss. Entgegen der ursprünglichen Meldung befand sich der Brandherd im Badezimmer.
Umgehend gingen zwei Trupps unter Atemschutz in die betroffene Wohnung vor. Einer der Angriffstrupps löschte die verbliebenen Reste des brennenden Kartons mit einem Strahlrohr. Parallel dazu wurden der Treppenraum des Mehrfamilienhauses sowie die Brandwohnung mithilfe eines Überdrucklüfters entraucht.
Bewohner vom Rettungsdienst untersucht
Nach Angaben der Feuerwehr untersuchte der Rettungsdienst drei Personen, die zunächst über Reizungen der Atemwege geklagt hatten. Nach eingehender Untersuchung war keine weitere medizinische Versorgung erforderlich.
Im weiteren Einsatzverlauf kontrollierten die Feuerwehrleute sämtliche fünf Wohneinheiten des Gebäudes mit einem Mehrgasmessgerät. Dabei wurden keine erhöhten Messwerte in der Umgebungsluft festgestellt. Nach Abschluss der Maßnahmen konnten die übrigen Bewohner ihre Wohnungen wieder betreten.
Die vom Brand betroffene Wohnung ist nach Angaben der Polizei derzeit nicht bewohnbar. Der entstandene Sachschaden liegt im fünfstelligen Bereich. Nach Einschätzung der Feuerwehr verhinderte das umsichtige Verhalten der Mieterin einen noch größeren Schaden.
Erhebliche Verkehrsbehinderungen im Feierabendverkehr
Während des Feuerwehreinsatzes war die Elsener Straße ab der Gesselner Straße vollständig gesperrt. Dadurch kam es im Berufsverkehr zu erheblichen Beeinträchtigungen.
Zwischenzeitlich befanden sich sechs Löschfahrzeuge, zwei Drehleitern, zwei Einsatzleitwagen und ein Rettungswagen an der Einsatzstelle. Insgesamt waren 55 Einsatzkräfte der Feuerwehr beteiligt.
Die Polizei sicherte den Einsatzbereich ab und nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf. (ots/r)
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