Zoll hebt mehrere illegale Cannabisplantagen aus

Donnerstag, 05. November 2026 09:30 geschrieben von  Michael Fränkel
Bei Durchsuchungen am 3. November 2026 stellten Zollfahnder mehr als 2300 Cannabispflanzen sicher. Bei Durchsuchungen am 3. November 2026 stellten Zollfahnder mehr als 2300 Cannabispflanzen sicher. Fotos: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

FRANKFURT AM MAIN / HOMBURG / SAARBRÜCKEN. Mit Unterstützung von Spezialkräften des Zolls und der saarländischen Polizei haben Frankfurter Zollfahnderinnen und Zollfahnder am Dienstag, 3. November 2026, fünf illegale Cannabisplantagen mit insgesamt über 2300 Cannabispflanzen ausgehoben und acht Tatverdächtige festgenommen. Bei der Durchsuchung von insgesamt elf Wohn- und Geschäftsadressen im Saarland und im Nordpfälzer Bergland wurden zudem unter anderem rund 33 Kilogramm Amphetamin, 11,5 Kilogramm Marihuana und knapp ein Kilogramm Haschisch, eine Tablettenpresse nebst rund 1,2 Kilogramm MDMA und 500 Gramm Ecstasy-Tabletten, mehrere Waffen, darunter Schreckschuss- und Druckluftwaffen sowie eine weitere, möglicherweise scharfe Schusswaffe, und rund 22.000 Euro Bargeld von den Einsatzkräften sichergestellt.

Ermittlungen gegen mutmaßliche Tätergruppe

Das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Saarbrücken seit dem Frühjahr 2026 gegen eine Gruppe Tatverdächtiger. Gegen diese besteht der Verdacht des bandenmäßigen unerlaubten Anbaus von und des unerlaubten Handeltreibens mit Cannabis in nicht geringer Menge. Die Tatverdächtigen im Alter von 22 bis 54 Jahren sollen hierbei leerstehende Gebäude für den Betrieb von illegalen Cannabisplantagen genutzt und das Marihuana in der Großregion sowie in Frankreich vertrieben haben. Gegen einen Beschuldigten besteht nach den Durchsuchungen zudem der Verdacht des bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

Zollkontrolle führte zu umfangreichen Ermittlungen

Ausgangspunkt der Ermittlungen stellte eine Zollkontrolle im Mai 2026 bei Pirmasens dar. Hier wurde ein mutmaßlicher Tatbeteiligter festgenommen, nachdem im Kofferraum seines Autos rund 20 Kilogramm Marihuana festgestellt worden waren. Die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Saarbrücken und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main ergaben, dass französische Strafverfolgungsbehörden ebenfalls gegen die überwiegend albanische Tätergruppierung ermitteln. Im Großraum Grand Est wurden zeitgleich zu den Maßnahmen in Deutschland mehrere Durchsuchungsbeschlüsse und 13 Festnahmen vollzogen.

Sieben Beschuldigte in Untersuchungshaft

Die in Deutschland festgenommenen acht Beschuldigten wurden dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Saarbrücken vorgeführt, der Untersuchungshaftbefehle gegen sechs albanische, einen deutschen und einen italienischen Staatsangehörigen erließ. In einem Fall wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die übrigen sieben Beschuldigten befinden sich nunmehr in Untersuchungshaft.

Bei der umfangreichen und aufwendigen Sicherung der festgestellten Cannabisplantagen wurden die Zollfahnderinnen und Zollfahnder durch die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes, das Hauptzollamt Saarbrücken sowie durch die saarländische und rheinland-pfälzische Landespolizei unterstützt. Die Ermittlungen dauern an.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Feststellung einer strafrechtlichen Schuld allein den Gerichten vorbehalten ist und die Beschuldigten bis zu einer etwaigen rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig gelten. (ots/r)

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