KASSEL. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall (wir berichteten) in der Holländischen Straße liegen neue Erkenntnisse zum Hergang vor. Insbesondere das Geschehen unmittelbar vor dem Zusammenstoß ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Nach bisherigen Erkenntnissen ereignete sich der Unfall am Mittwoch, 14. Oktober 2026, gegen 15 Uhr. Der Fahrer des Sattelzugs, ein 40 Jahre alter Mann aus Polen mit russischer Staatsangehörigkeit, kam aus einer Werkseinfahrt und wollte nach rechts auf die Holländische Straße abbiegen.
Nach Angaben von Zeugen soll es vor dem Zusammenstoß möglicherweise zu einer Auseinandersetzung oder einem Disput zwischen dem Lkw-Fahrer und der 86 Jahre alten Frau aus Vellmar gekommen sein. Die Seniorin wollte die Werkszufahrt offenbar aus Richtung Innenstadt kommend in Richtung Schenkebier Stanne überqueren.
Anschließend bog der 40-Jährige nach rechts auf die Holländische Straße ab und geriet dabei mit dem Auflieger auf den Gehweg. Dort wurde die Fußgängerin seitlich erfasst und geriet unter den Sattelanhänger. Ihre Verletzungen waren so schwer, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb.
Unverletzt blieb der 40 Jahre alte Fahrer. Ein Test ergab Hinweise auf einen möglichen THC-Einfluss, weshalb ihm ein Arzt eine Blutprobe entnahm.
Aufgrund der Zeugenaussagen gibt es nach Angaben der Polizei Hinweise darauf, dass der Lkw-Fahrer die Frau bereits vor dem Abbiegen wahrgenommen haben könnte. Deshalb wird nun wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts ermittelt. Der Tatverdächtige soll am Donnerstag, 15. Oktober 2026, einem Haftrichter vorgeführt werden, der über eine Untersuchungshaft entscheidet.
Zur Klärung des genauen Geschehens war auch ein Gutachter an der Unfallstelle eingesetzt. Der Sattelzug wurde sichergestellt und abgeschleppt, während die Holländische Straße stadteinwärts für mehrere Stunden voll gesperrt blieb. Gegen 21 Uhr konnten die Sperrungen wieder aufgehoben werden.
Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Zeugen sucht die Polizei weitere Personen, die Angaben zum Unfallhergang oder zu möglichen Geschehnissen vor dem Zusammenstoß machen können. Insbesondere zwei E-Bike-Fahrer könnten wichtige Beobachtungen gemacht haben, da sie zur Unfallzeit stadtauswärts an der Unfallstelle vorbeigefahren sein sollen.
Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Nordhessen unter der Telefonnummer 0561/9100 entgegen. (ots/r)







