BIELEFELD. Kontrollen der Tuner- und Poserszene haben die Polizei am Wochenende mehrere Stunden beschäftigt. Neben Lärmverstößen und technischen Mängeln stellten die Beamten auch Geschwindigkeitsverstöße fest und zogen mehrere Fahrzeuge aus dem Verkehr.
Der Schwerpunkteinsatz lief von Samstag, 26. September 2026, gegen 18 Uhr bis Sonntag, 27. September 2026, gegen 2 Uhr. Beamte des Verkehrs- und Wachdienstes waren dafür mit Streifenwagen und Motorrädern in der Innenstadt unterwegs.
Rund 20 Fahrer fielen durch Lärmbelästigungen auf. Dazu gehörten nach Angaben der Polizei das Anfahren mit Vollgas oder quietschenden Reifen sowie starkes Beschleunigen unter Brücken. Die Betroffenen müssen jeweils mit einem Bußgeld von 80 Euro rechnen.
Bei drei Autos stellten die Beamten mit einem Geräuschpegelmessgerät zu hohe Dezibelwerte fest. Es bestand der Verdacht, dass die Fahrzeuge technisch manipuliert worden waren. Für die Erstellung eines Gutachtens wurden die Wagen sichergestellt und abgeschleppt. Ein weiteres Auto war zu tief und wurde ebenfalls sichergestellt.
In einem weiteren Fall erstattete die Polizei Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Ein 24 Jahre alter Bielefelder verfügte über eine Fahrerlaubnis, die bestimmte technische Umbauten an Pedalen und Lenkeinrichtung voraussetzte. Das Lenkrad entsprach diesen Vorgaben nicht. Die Weiterfahrt wurde untersagt.
Ein Pedelec-Fahrer flüchtete, nachdem ihn eine Motorradpolizistin wegen seiner nicht eingeschalteten Beleuchtung ansprechen wollte. Wenig später konnte er gestellt werden. Bei dem Fahrer handelte es sich nach Angaben der Polizei um einen polizeibekannten jugendlichen Intensivtäter.
Wie er in den Besitz des neuwertig wirkenden und etwa 1600 Euro teuren Pedelecs gelangt war, konnte der Jugendliche nicht erklären. Zur Klärung der Eigentumsverhältnisse stellten die Beamten das Fahrrad sicher.
Zusätzlich führten die Einsatzkräfte mobile Geschwindigkeitskontrollen an mehreren Stellen in der Innenstadt durch. Extreme Überschreitungen wurden dort nicht festgestellt.
Anders sah es bei weiteren Messungen an der Eckendorfer Straße aus. Dort kontrollierte die Polizei rund 1500 Fahrzeuge. In 92 Fällen wurde ein Verwarngeld fällig, dreimal folgte eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Drei Fahrer müssen zudem mit einem Fahrverbot rechnen.
Besonders deutlich überschritt ein Fahrer die zulässige Geschwindigkeit: Bei erlaubten 50 km/h wurde er mit 110 km/h gemessen.
In einem Industriegebiet in Heepen traf sich außerdem eine Tunergruppe mit rund 600 Fahrzeugen. Nach Angaben der Polizei verhielt sich die Gruppe sehr kooperativ. Lediglich kleinere Verkehrsverstöße wurden mit mündlichen Verwarnungen oder Verwarngeldern geahndet.
Die Bilanz des Einsatzes: 108 Verwarngelder, 48 Ordnungswidrigkeitenanzeigen, eine Strafanzeige, drei Fahrverbote, vier sichergestellte Autos wegen technischer Mängel sowie ein sichergestelltes Pedelec zur Klärung der Eigentumsverhältnisse. (ots/r)
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