Große Suchaktion nach vermisstem Kind

Sonntag, 16. August 2026 13:13 geschrieben von  Matthias Böhl
Ein Mantrailer des DRK Siegen-Wittgenstein war ebenfalls in die Vermisstensuche eingebunden. Für seinen Einsatz wurde die B480 kurzfristig blockiert, um die Suchteams nicht zu gefährden. Ein Mantrailer des DRK Siegen-Wittgenstein war ebenfalls in die Vermisstensuche eingebunden. Für seinen Einsatz wurde die B480 kurzfristig blockiert, um die Suchteams nicht zu gefährden. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

WEIDENHAUSEN. Glückliches Ende einer Vermisstensuche am späten Donnerstagabend in Weidenhausen. Nach mehreren Stunden konnte ein 13-jähriger Junge gefunden werden. Der Polizeihubschrauber „Hummel 5“ aus Dortmund, ein Großaufgebot an Polizeikräften aus dem gesamten Kreisgebiet, ein Mantrailer der Rettungshundestaffel des DRK Siegen-Wittgenstein, sowie rund 40 Feuerwehrleute aus Weidenhausen, Hemschlar, Rinthe, Berghausen und Arfeld waren am Einsatz beteiligt. Gefunden wurde der vermisste Junge letztlich von einem Jäger.

Gegen 20:20 Uhr lief der Einsatz für die Polizei an. Es wurde mitgeteilt, dass ein 13-jähriger Junge aus einer Jugendgruppe vermisst werde. Zuvor, so die Polizei, sei es zu einem Streit zwischen dem Jungen und einem der Betreuer gekommen, woraufhin der Junge schließlich davon gelaufen sei.

Besonders heikel: Die Jugendgruppe kam nicht aus Wittgenstein. Sie war aus Duisburg im Rahmen eines Ausfluges in Wittgenstein unterwegs und hatte in der Weidenhäuser Mühle übernachtet. Der Junge kannte sich also in den weitläufigen Waldgebieten rund um die Weidenhäuser Mühle nicht aus.

Die Polizei richtete im Feuerwehrgerätehaus Weidenhausen ihre Kräftesammelstelle und Einsatzleitung vor Ort ein. Parallel dazu wurde die Feuerwehr zur Amtshilfe alarmiert. Ebenso erhielt der Polizeihubschrauber „Hummel 5“ von der Polizeifliegerstaffel NRW aus Dortmund seinen Einsatzbefehl nach Wittgenstein. Mittels Wärmebildkamera kann der Hubschrauber innerhalb kürzester Zeit Kalamitätsflächen und Wiesen absuchen und erkennt bereits kleine Temperaturunterschiede und auch menschliche Konturen trotz völliger Dunkelheit. Im Falle eines Fundes kann die Hubschrauberbesatzung Streifenwagen per Funk zum Fundort dirigieren und je nach Situation die Fundstelle auch mit einem Suchscheinwerfer anzeigen.

Weiterhin kam ein Mantrailer mit einer Hundeführerin und einer Helferin des DRK Siegen-Wittgenstein zum Einsatz. Diese speziell ausgebildeten Hunde können mit einem Geruchsträger die Witterung eines Menschen aufnehmen und dessen Spur dann – geführt an einer langen Leine – auch über Stunden noch exakt nachverfolgen. Dabei wurde das Team von ortskundigen Polizeibeamten der Bad Berleburger Wache begleitet. Im Falle eines Fundes können Hundeführerin und Helfer ohne Hund bei Bedarf auch eine medizinische Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicherstellen. Der Mantrailer kam zunächst an der Weidenhäuser Mühle zum Einsatz, wo der Junge mit seiner Gruppe untergebracht war. Dazu musste die B480 zeitweise durch zwei nebeneinander fahrende Polizeiwagen zum Schutz der Einsatzkräfte blockiert werden. Der Polizeihubschrauber überflog zeitgleich die weitere Umgebung mit der Wärmebildkamera. Streifenwagen waren in der näheren Umgebung unterwegs. Die Feuerwehr bereitete Suchtrupps am Gerätehaus vor und die Kameraden der Löschgruppe Arfeld stellten mit ihrem ELW 2 die nötige Infrastruktur hinsichtlich des Funkverkehrs und der Einsatzleitung zur Verfügung.

Während diese Einsatzmaßnahmen auf Hochtouren liefen, war wenige Kilometer weiter, im Kilbe Windpark bei Berghausen ein Jäger im Revier unterwegs, als er plötzlich Hilferufe wahrnahm. Der Jäger konnte den Jungen dann wohlbehalten in seinem Revier aufgreifen und die Einsatzkräfte verständigen. Der Junge wurde vom DRK Rettungsdienst aus Erndtebrück medizinisch untersucht, war aber glücklicherweise unverletzt. Der Einsatz konnte um kurz nach 23 Uhr mit glücklichem Ende abgeschlossen werden.

Neustes 112-Video

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