Drogenschmuggel - Mutmaßlicher Bandenchef festgenommen

Mittwoch, 12. August 2026 08:38 geschrieben von  Michael Fränkel
Umfangreiche Ermittlungen führten am 17. Juli 2026 zur Festnahme des mutmaßlichen Hauptverantwortlichen einer Drogenschmugglergruppierung in Sarajevo. Umfangreiche Ermittlungen führten am 17. Juli 2026 zur Festnahme des mutmaßlichen Hauptverantwortlichen einer Drogenschmugglergruppierung in Sarajevo. Fotos: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

FRANKFURT AM MAIN/WIESBADEN. Aufgrund von Ermittlungen des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) ist am 17. Juli 2026 der mutmaßliche Kopf einer hessischen Drogenschmugglerbande in Bosnien festgenommen worden. Zuvor waren bereits sieben weitere Tatbeteiligte in Deutschland und der Schweiz festgenommen worden.

Ermittlungen laufen seit Frühjahr 2025

Seit Frühjahr 2025 führt die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des HLKA im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein komplexes Verfahren gegen eine Gruppierung aus dem Rhein-Main-Gebiet. Vorgeworfen werden den Beschuldigten der bandenmäßige Einfuhrschmuggel sowie der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Sicherstellungen von mehr als 600 Kilogramm verschiedenster Betäubungsmittel im April 2025. In vier leerstehenden Immobilien, die als illegale Bunkerörtlichkeiten genutzt wurden, stellten Zollfahnder und Polizisten rund 350 Kilogramm Marihuana, mehr als 200 Kilogramm Amphetamin sowie rund 186 Kilogramm Codein sicher.

Gefunden wurden die Drogen in Frankfurt am Main, Trebur, Niedernhausen und Walluf. Im Zuge der damaligen Maßnahmen erfolgten vier Festnahmen.

Auf die Pressemitteilung vom 25. April 2025 verweist der Zoll unter:
https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z50_rauschgiftbunker_zfaffm.html

Hierbei gewonnene Erkenntnisse führten die Ermittlerinnen und Ermittler der GER Hessen auf die Spur einer weiteren Rauschgiftschmuggelgruppe.

Festnahme im Balkan

In Sarajevo konnte der mutmaßliche Hauptverantwortliche dieser Gruppierung durch die Zielfahndung des HLKA lokalisiert werden. Lokale Strafverfolgungsbehörden nahmen den Mann anschließend fest.

Bei der Durchsuchung seiner Aufenthaltsräume wurden zudem drei scharfe Schusswaffen samt Munition beschlagnahmt. Vorgesehen ist eine Überstellung des Mannes nach Deutschland, damit hier die Strafverfolgung erfolgen kann.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden steht der 34-Jährige im Verdacht, die illegale Einfuhr von mindestens 88 Kilogramm Kokain unter anderem aus den Niederlanden nach Deutschland veranlasst zu haben.

Organisiert haben soll der Tatverdächtige den Betäubungsmittelschmuggel mithilfe sogenannter Rauschgiftkuriere. Deren Fahrzeuge waren mit professionellen Schmuggelverstecken ausgestattet. Bestimmt war das Rauschgift nach Angaben der Ermittler für eine europaweite Verteilung.

Sieben weitere Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Im Rahmen kriminaltaktischer Maßnahmen durch Zoll- und Polizeikräfte der GER Hessen sowie durch Spezialeinheiten der hessischen Polizei und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main konnten im Mai 2026 in München, Frankfurt am Main und in der Schweiz rund 88 Kilogramm Kokain sichergestellt werden.

Hinzu kamen Crystal-Meth und Amphetamin im einstelligen Kilogrammbereich sowie 145.000 Euro Bargeld.

Im Zuge dieser Maßnahmen wurden zwei Frauen und fünf Männer im Alter von 23 bis 39 Jahren festgenommen. Sämtliche sieben Tatverdächtigen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Zusatzinformationen

Gegründet wurde die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Hessen im Jahr 2012 als Zusammenschluss von Ermittlerinnen und Ermittlern des Hessischen Landeskriminalamts und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main.

Ziel der GER Hessen ist die Bekämpfung der hessenweiten und grenzüberschreitenden Rauschgiftkriminalität. Als Expertendienststelle führt die GER Hessen besonders umfangreiche Ermittlungsverfahren im Bereich der schweren und organisierten Kriminalität mit dem Schwerpunkt Rauschgiftdelikte. (ots/r)

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Zuletzt bearbeitet am Mittwoch, 12. August 2026 10:23

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