Dachstuhlbrand verursacht 600.000 Euro Schaden

Dienstag, 14. Juli 2026 17:21 geschrieben von  Michael Fränkel
Der Dachstuhl des Einfamilienhauses brannte am 13. Juli 2026 komplett aus. Der Dachstuhl des Einfamilienhauses brannte am 13. Juli 2026 komplett aus. Foto: Feuerwehr Paderborn

PADERBORN. Bei einem Dachstuhlbrand in einem Einfamilienhaus an der Straße Am Silberbrink ist ein Schaden von rund 600.000 Euro entstanden. Alle Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, verletzt wurde niemand.

Ausgebrochen war das Feuer am Montag gegen 15.30 Uhr im Bereich des Dachstuhls. Nach Angaben der Polizei war nachweislich ein technischer Defekt an der PV-Anlage die Ursache. Die Feuerwehr Paderborn wurde um 15.37 Uhr zu dem Brandeinsatz alarmiert.

Beim Eintreffen von Polizei und Feuerwehr befand sich die fünfköpfige Familie bereits außerhalb des Hauses. Der Dachstuhl brannte zu diesem Zeitpunkt vollständig. Bemerkt hatte das Feuer der 16 Jahre alte Sohn der Familie. Er alarmierte die Feuerwehr und seine Mutter und war anschließend mit seinen Geschwistern ins Freie geflohen.

Nach Angaben der Feuerwehr war es im Bereich der Solarpaneele, die gleichzeitig auch als Dacheindeckung verwendet waren, aus zunächst ungeklärter Ursache zu dem Dachstuhlbrand gekommen. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Dachfirst bereits auf der gesamten Länge in Brand.

Umgehend wurde ein Trupp unter Atemschutz mit einem Strahlrohr zum Innenangriff im Wohngebäude eingesetzt. Gleichzeitig wurde ein weiteres Strahlrohr zur Brandbekämpfung von außen eingesetzt und eine Drehleiter in Stellung gebracht. Die Wasserversorgung wurde über mehrere Hydranten sichergestellt.

In einem zweiten Brandabschnitt wurde von der Neuhäuser Straße aus eine weitere Drehleiter eingesetzt, um eine Riegelstellung zum Schutz der Nachbargebäude einzurichten. Durch die Dachausführung in Nagelbinderbauweise stürzte kurz nach Eintreffen der Feuerwehr der Dachstuhl auf der gesamten Länge ein. Der im Innenangriff befindliche Trupp musste aufgrund dessen die Brandbekämpfung im Gebäude abbrechen.

Im weiteren Einsatzverlauf wurden mit mehreren Strahlrohren über tragbare Leitern der Feuerwehr gezielt Glutnester im Bereich des Dachstuhls gelöscht. Zum Teil mussten dazu die Fassadenplatten entfernt werden. Durch die beiden freistehenden Giebel bestand zwischenzeitlich Einsturzgefahr. Um die Gefahr beurteilen zu können, wurde ein Baufachberater des THW angefordert.

Der angeforderte Energieversorger stellte vorsorglich die Strom- und Gaszufuhr zum Gebäude ab. Die Paderborner Notfallseelsorge unterstützte bei der Betreuung der Bewohner.

Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Der Dachstuhl brannte komplett aus. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 600.000 Euro, das Haus ist unbewohnbar.

Zu dem Einsatz wurden neben den hauptamtlichen Einsatzkräften der Feuer- und Rettungswachen Nord und Süd mit zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen (HLF), zwei Drehleitern (DLK), einem Tanklöschfahrzeug (TLF), einem Rettungswagen (RTW) und zwei Einsatzleitwagen (ELW) auch die ehrenamtlichen Löschzüge Stadtmitte und Elsen alarmiert, die mit drei weiteren Löschfahrzeugen zur Einsatzstelle ausrückten.

Außerdem wurde auch das Hilfeleistungslöschfahrzeug der Feuerwehrschule eingesetzt, das sogenannte TOJ-HLF für „Training on the Job“. Dieses Fahrzeug war mit Auszubildenden der Feuerwehr besetzt.

Darüber hinaus rückte der Gerätewagen Rettungsdienst aus, der nach dem Hygienekonzept der Feuerwehr Paderborn Getränke und saubere Schutzkleidung zur Einsatzstelle lieferte. Damit wurde sichergestellt, dass die eingesetzten Einsatzkräfte ihre kontaminierte Schutzkleidung wechseln konnten.

Erst gegen 20 Uhr konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Um 22 Uhr führte ein Hilfeleistungslöschfahrzeug noch eine Brandnachschau durch, um mögliche Glutnester erkennen zu können. (ots/r)

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