PADERBORN. Nach einem Dachstuhlbrand in einem leerstehenden Mehrfamilienhaus im Ortsteil Sennelager ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung. Das Gebäude an der Lösekestraße gehört zu einem leerstehenden Gebäudekomplex der britischen Streitkräfte.
Gegen 22.15 Uhr hatte ein Zeuge am Montag, 29. Juni 2026, ein Flackern in dem Gebäude wahrgenommen und die Feuerwehr alarmiert. Um 22.23 Uhr wurde die Feuerwehr Paderborn zu dem gemeldeten Dachstuhlbrand alarmiert. Kurze Zeit später konnte die Besatzung des zuerst eintreffenden Rettungswagens die Meldung bestätigen.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stellten die Einsatzkräfte einen fortentwickelten Brand auf etwa der Hälfte der Dachfläche eines leerstehenden Mehrparteienhauses fest. Zudem wurde vor Ort eine geöffnete Balkontür entdeckt.
Ersteintreffende Kräfte gingen im Innenangriff vor. Parallel bereitete die kurze Zeit später eingetroffene Drehleiter einen Außenangriff vor.
Kurz nachdem die ersten Einsatzkräfte das Gebäude betreten hatten, kam es im Dachstuhl zu einer Durchzündung. Dadurch stand der Dachstuhl auf etwa der halben Dachfläche im Vollbrand.
Um ein Übergreifen auf das unmittelbar angrenzende Nachbargebäude zu verhindern, wurde von außen und innen eine Riegelstellung an der Giebelwand aufgebaut.
Unter Einwirkung des Vollbrandes mussten sich die Trupps im Innenangriff zurückziehen. Kurze Zeit später kam es zu einem Teileinsturz des Dachstuhls.
Infolge dieses Teileinsturzes ging auch die Brandintensität deutlich zurück. Der Brand konnte anschließend durch den Einsatz eines Wasserwerfers aus dem Drehleiterkorb zügig unter Kontrolle gebracht werden.
Ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbargebäude konnte verhindert werden. Im weiteren Verlauf wurden verbliebene Glutnester abgelöscht und mehrfach kontrolliert.
Der Dachstuhl wurde dennoch komplett zerstört. Der Gesamtschaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf rund 100.000 Euro.
Bei dem etwa zweieinhalbstündigen Einsatz waren neben den hauptamtlichen Kräften der Feuer- und Rettungswachen Süd und Nord auch die ehrenamtlichen Löschzüge Schloss Neuhaus und Elsen im Einsatz. Ebenso unterstützte der Defence Fire and Rescue Service an der Einsatzstelle.
Ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks begutachtete das Gebäude, um zu prüfen, ob durch den Teileinsturz des Dachstuhls eine weitere Einsturzgefahr besteht.
Insgesamt waren an der Einsatzstelle rund 40 Einsatzkräfte tätig.
Zur Brandursache konnte die Feuerwehr keine Angaben machen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und geht derzeit von vorsätzlicher Brandstiftung als mutmaßlichem Auslöser aus.
Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu verdächtigen Personen geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 05251/306-0 bei der Polizei zu melden. (ots/r)








