KASSEL. Aktuell bearbeiten zuständige Ermittler der Kasseler Kripo mehrere Fälle von Anlagebetrug, bei denen Opfer Geld überwiesen haben, um eine Vermehrung ihres Vermögens zu erzielen. So verlor ein Senior aus Kassel über mehrere Monate einen sechsstelligen Betrag an unbekannte Betrüger. Neben den in diesen Fällen laufenden Ermittlungen gegen die noch unbekannten Täter rät die Polizei aus diesem Anlass zur Vorsicht bei unseriösen Angeboten und gibt Tipps, wie man sich vor Anlagebetrug schützen kann.
Finanzberater versprechen hohe Gewinne
Wie die zuständigen Ermittler berichten, hatte das Opfer im vorliegenden Fall einen Anruf von angeblichen Finanzberatern erhalten, die lukrative Angebote zu Anlagemöglichkeiten mit hohen Gewinnen machten und dabei einen äußerst seriösen Eindruck erweckten. Der Senior tätigte daraufhin mehrere Überweisungen an eine Bank, die die Anlageberater vorgaben, für ihn ausgesucht zu haben. Es folgten Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern, die die Eingänge des Geldes bestätigten und die weitere Abwicklung, unter anderem die versprochenen Renditen auf dem Investmentkonto, übernahmen.
Im weiteren Verlauf erhöhten die Anrufer den Druck auf den Kasseler, dass er weitere Überweisungen vornehmen müsse, da er sonst die in Aussicht gestellte Rendite verlieren würde. Trotz weiteren Überweisungen seines gesamten Vermögens forderten die falschen Anlageberater immer mehr Geld, bis ein Angehöriger des Seniors sich einschaltete. Als die versprochene Gewinnausschüttung für die Geldanlage nicht auf dem Konto des hochbetagten Mannes einging und die vorherige vermeintliche Homepage der Bank plötzlich nicht mehr existierte, erkannten die beiden Männer, dass das gesamte Geld verloren wurde, und erstatteten vergangene Woche eine Anzeige wegen Betrugs bei der Polizei.
Polizei rät zur Vorsicht und gibt Tipps
Wer auf der Suche nach lukrativen Kapitalanlagen ist, sollte bei der Aussicht auf angeblich hohe Gewinne vorsichtig sein. Insbesondere ungewöhnlich hohe Renditen mit wenig Einsatz sollten immer misstrauisch machen. Dahinter können Anlagebetrüger stecken, die mit dem Versprechen auf traumhafte Gewinne, wie hohe Zinsen, Bitcoins oder andere Kryptowährungen, an das Geld gutgläubiger Anleger wollen. Dabei kommt ihnen die für Laien oft undurchsichtige Komplexität der angebotenen Finanzprodukte entgegen, aber auch die angesichts hoher Renditen fehlende Vorsicht potenzieller Anleger. Vielfach werden zum Beispiel unter Zuhilfenahme neuer Technologien (KI) manipulierte Bilder oder Videos mit Prominenten erstellt, um die Glaubwürdigkeit nochmals zu erhöhen. Sie sollen die Opfer glauben machen, die Prominenten hätten hohe Gewinne mit entsprechenden Investments erzielt. Die Vorgehensweisen der Betrüger entwickeln sich fortlaufend weiter, um neue Opfer zu gewinnen und Geldflüsse zu verschleiern.
Um sich vor einem Anlagebetrug zu schützen, gibt die Polizei folgende Tipps:
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Vertrauen Sie Ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern an. Lassen Sie sich aussagekräftige Referenzen zeigen.
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Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.
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Geben Sie keine sensiblen Daten preis und hinterfragen Sie eine Geldüberweisung an eine Person, die Sie nur virtuell kennen.
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Lesen Sie die AGBs des Anbieters genau durch und fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.
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Fragen Sie nach der Absicherung Ihrer Investition. Bestimmte Produkte (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) sind beispielsweise nicht über einen so genannten Einlagensicherungsfonds abgesichert - das heißt, bei einer Insolvenz des ausgebenden Unternehmens sind diese Gelder verloren.
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Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein.
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Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen.
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Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.
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Produkt-Zertifizierungen (z.B. TÜV- oder andere „Siegel“) sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.
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Achten Sie auf den Firmensitz. Unseriöse Anbieter von Anlageprodukten wählen ihren Geschäftssitz gerne im Ausland, vor allem in den bekannten Steueroasen in Übersee.
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Achten Sie auf die Gesellschaftsform. Beispielsweise unterliegt eine als „Limited“ (Ltd.) geführte Gesellschaft mangels Stammkapital keinerlei Haftungsverpflichtung.
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Wenn Sie befürchten, Opfer geworden zu sein: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.








