Untersuchungshaft für Unfallverursacher wegen versuchten Mordes

Dienstag, 08 März 2022 14:48 geschrieben von 112-Magazin
Sein Auto hatte der 52-jährige Briloner gezielt als Waffe gegen seine Ehefrau, sein Kind und den neuen Labensgefährten seiner Frau eingesetzt. Nun sitzt er in Untersuchungshaft. Sein Auto hatte der 52-jährige Briloner gezielt als Waffe gegen seine Ehefrau, sein Kind und den neuen Labensgefährten seiner Frau eingesetzt. Nun sitzt er in Untersuchungshaft. Fotos: 112-Magazin

WILLINGEN/BRILON-WALD. Nach dem Vorführungstermin des Täters, der gestern Nachmittag sein Fahrzeug absichtlich in den Gegenverkehr gelenkt hat, hat die Staatsanwaltschaft im bereits angekündigten erneuten Telefonat neue erschütternde Details bekannt gegeben.

„Der hat uns gesehen und sofort auf uns zu gelenkt“, hatten die schwer Verletzte Frau und ihr neuer Lebensgefährte in der Vernehmung bei den Ermittlungsbehörden – soweit diese bereits möglich war – berichtet.

„Der Verursacher und die Frau im zweiten Pkw sind miteinander verheiratet. Der Verursacher ist der verlassene Ehemann der Geschädigten“, erklärte Staatsanwalt Klaus Neulken.

Besonders perfide die Vorgehensweise des 52-jährigen Briloners: „Die Frau hatte das gemeinsame Kind gemeinsam mit ihrem neuen Lebensgefährten nach Willingen zum Sport gefahren und dabei hat der verlassene Ehemann sie bereits an dieser Stelle gesehen. Etwa eine Stunde später, als das Kind wieder vom Sport abgeholt wurde, ist der Mann in den Pkw der Ehefrau und des neuen Lebensgefährten gefahren“, berichtet der Staatsanwalt. Ob der Mann die Sportzeiten seines Kindes noch kannte und daher genau wusste, wann der Wagen wieder zurück fahren würde, werden weitere Ermittlungen zeigen. Bereits im Vorfeld habe der Täter Morddrohungen gegen seine Frau geäußert.

„Hier liegt das Mordmerkmal der Heimtücke vor“, erklärt Staatsanwalt Klaus Neulken: „Sie denken an nichts Böses, fahren über die Bundesstraße und plötzlich lenkt ein Pkw-Fahrer absichtlich in sie hinein, um sie umzubringen. Damit kann im Vorfeld niemand rechnen. Das ist, als würde Sie jemand in den Rücken schießen. Man ist völlig arg- und wehrlos“, schildert der Ermittler.

Nach dem folgenschweren Zusammenstoß, bei dem zunächst Lebensgefahr für die Frau bestanden hatte und auch das gemeinsame Kind der Frau und des Verursachers mit schweren Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber nach Kassel geflogen wurde, hatten bis zum frühen Dienstagmorgen Ermittlungen und Beweissicherungen auf der B251 stattgefunden. Dabei wurde der Tatort großräumig und aufwendig ausgeleuchtet und aus vielen verschiedenen Positionen vermessen und fotografiert. Die Bundesstraße nach Willingen war dafür die gesamte Nacht komplett gesperrt. Das aus diesen Ergebnissen erstellte Unfallrekonstruktionsgutachten wird die weiteren Ermittlungen und Maßnahmen bestimmen.

Staatsanwalt Klaus Neulken hatte direkt Haftbefehl gegen den 52-jährigen Briloner beantragt. „Der Haftrichter hat dem Antrag stattgegeben und der Mann befindet sich nun in Untersuchungshaft“, erklärte der Staatsanwalt am Telefon.

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