Anbau verhindert Landung des Rettungshubschraubers

Sonntag, 02. Juni 2019 18:25 geschrieben von  Migration
Der Rettungshubschrauber der Johanniter Luftrettung landete im Industriegebiet, weil der eigentliche Landeplatz durch Baumaßnahmen der Anwohner nicht mehr angeflogen werden kann. Der Rettungshubschrauber der Johanniter Luftrettung landete im Industriegebiet, weil der eigentliche Landeplatz durch Baumaßnahmen der Anwohner nicht mehr angeflogen werden kann. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

BAD BERLEBURG. Am Samstagabend wunderten sich die Anwohner des Bad Berleburger Krankenhauses und aus der Nachbarschaft. Gegen 19.30 Uhr war der Rettungswagen der DRK Wache zum Hubschrauberlandeplatz in unmittelbarer Nähe gefahren und hatte dort auf das Eintreffen des Hubschraubers gewartet. Nichts ungewöhnliches, denn in der Regel nehmen die Notfallsanitäter des DRK Rettungsdienstes dort die Besatzung des Hubschraubers samt Material und Trage auf und fahren zum nahe gelegenen Krankenhaus.

Auf der dortigen Intensivstation, dem Herzkatheterlabor, oder der Notaufnahme werden dann dort bereits vorversorgte Notfallpatienten übernommen und an die Überwachungsgeräte des Hubschraubers angeschlossen. Dann erfolgt der Rücktransport per Rettungswagen zum Hubschrauber und die Patienten werden in eine spezielle, für ihr Notfallmuster ausgerichtete Klinik zur Weiterversorgung geflogen. So sollte es auch am Samstagabend sein.

Doch der Hubschrauber „Christoph Gießen“, der von der Uniklinik Gießen aus seine Einsätze fliegt, brach den Landeanflug ab. Nachdem die beiden Piloten – es war bereits die Nachtbesatzung im Dienst – den Landeanflug bereits eingeleitet hatten, erkannten sie gefährliche Hindernisse in unmittelbarer Nähe des Landeplatzes. In direkter Nähe sind Neubaue entstanden, an denen die Bauarbeiten immer noch nicht abgeschlossen sind. Abflussrohre, lose Zaunpfähle, Speisfässer mit Bäumchen, große Erdhaufen und Holzbretter haben die Landung am Samstag verhindert.

Durch den heftigen Wind, den so genannten Downwash, der durch die großen Rotorblätter beim Landeanflug ausgelöst wird, hätten die Gegenstände in die Luft fliegen und den Hauptrotor treffen können. Kleinere Gegenstände hätten von den Triebwerken angesaugt werden, oder in die Scheiben des Hubschraubers einschlagen können. Umherfliegende Teile hätten die Rettungswagenbesatzung, die Hubschraubercrew, Anwohner, oder Passanten dabei verletzten können. Außerdem löste sich beim Anflug die Kunststoffbeklebung des Landeplatzes der vom Krankenhaus unterhalten wird. Der umherfliegende Staub der beiden Erdhaufen stellte zudem eine enorme Sichtbehinderung für die Piloten dar.

Die erfahrenen Hubschrauberpiloten starteten schließlich durch und suchten sich mit „Christoph Gießen“, einem Hubschrauber vom Typ Dauphin, einen anderen geeigneteren Landeplatz. In diesem Fall ein Parkplatz der Firma Ejot In der Herrenwiese. Der Rettungswagen fuhr schließlich dorthin, um die Hubschrauberbesatzung aufzunehmen und brachte den Patienten anschließend zur Firma Ejot, von wo aus der Hubschrauber dann zur Zielklinik startete. Die Piloten der Firma Heliflight, die in Kooperation mit der Johanniter Luftrettung unter anderem den Christoph Gießen betreibt, werden den Landeplatz in Bad Berleburg bis auf weiteres nicht mehr anfliegen. Sie informierten umgehend ihren Sicherheitsbeauftragten der Firma, der nun „alles Weitere veranlassen wird“.

„Entweder wir finden eine Alternative, oder wir können Bad Berleburg nicht mehr anfliegen“, erklärten sie vor Ort.        

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