Nach 40 Jahren keine Zivis mehr beim DRK-Rettungsdienst

Donnerstag, 15. Dezember 2011 16:49 geschrieben von  Migration

SIEGEN-WITTGENSTEIN. Heute wurde im DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein der letzte Zivildienstleistende im DRK-Rettungsdienst/Krankentransport verabschiedet.

Der 20 Jährige Jannik Nöh begann im Januar diesen Jahres seinen Zivildienst im DRK Rettungsdienst/Krankentransport. Nach seiner dreimonatigen Ausbildung zum Rettungssanitäter im DRK-Ausbildungszentrum für Notfallmedizin Südwestfalen, entschied er sich für eine Verlängerung seines Zivildienstes auf insgesamt 12 Monate.

„Ich habe durch Freunde erfahren, dass es die Möglichkeit gibt beim DRK im Rettungsdienst seinen Zivildienst zu leisten. Der Gedanke, Menschen zu helfen und Ihnen das Leben retten zu können, hat mir die Entscheidung sehr leicht gemacht. Bis heute habe ich keinen Tag meines Zivildienstes bereut. Ich habe sehr viel im medizinischen Bereich und für mein Leben gelernt“, sagt Jannik Nöh.

Überwiegend hat er auf der DRK-Rettungswache in Freudenberg seinen Dienst versehen. Er war in der Notfallrettung, genauso eingesetzt wie im Krankentransport. „ Auch wenn es den Zivildienst in dieser Form nicht mehr gibt, kann ich jedem jungen Menschen ans Herz legen, ggf. seinen Bundesfreiwilligendienst im Rettungsdienst zu machen. Von diesen Erfahrungen kann man sein ganzes Leben profitieren“, ergänzt Jannik Nöh. Er bleibt auch nach dem Zivildienst der Medizin treu. Im nächsten Jahr wird er in einem Siegener Krankenhaus eine Ausbildung zum Krankenpfleger beginnen.

Vor knapp 40 Jahren wurden im DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein die ersten Zivildienstleistenden eingestellt. Udo Krieger begann 1972 seinen Zivildienst auf der DRK-Rettungswache Kredenbach. „Damals mussten wir noch 18 Monate Zividienst leisten. Mir hat die Arbeit im Rettungsdienst so viel Spaß gemacht, dass ich bis heute dabei geblieben bin. Ich habe mich über die Jahre fortgebildet und bin heute Rettungsassistent auf der Rettungswache Kredenbach“, berichtet Udo Krieger.

Seit diesem Jahr arbeiten beim DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein 8 Bundesfreiwilligendienstler. Für den Rettungsdienst/Krankentransport haben sich 6 junge Menschen entschieden und für den DRK-Fahrdienst/Essen auf Rädern haben sich 2 „Bufdis“ verpflichtet, davon erstmals eine junge Frau.

„Wir hatten einmal um die 80 Zivildienststellen im Rettungsdienst/Krankentransport. Diese können wir seit dem Wegfall des Zivildienstes nicht mehr besetzen, da uns die Freiwilligen hierzu fehlen. Aber auch im Bereich Essen auf Rädern/Fahrdienst, in den Sozialstationen und im Bereich Hausmeisterdienst fehlen uns viele „Bufdis“, sagt Ralf Henze, DRK-Kreisgeschäftsführer. Mehr Infos hierzu bekommt man unter: www.drk-siegen-wittgenstein.de.

Zuletzt bearbeitet am Donnerstag, 15. Dezember 2011 17:47

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