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Samstag, 16 Februar 2013 15:43

Wer pachtet unsere Gemeindejagd ?

WALDECK-FRANKENBERG. Als mein Opa noch lebte und nach dem Krieg 1945 als Flüchtling aus Ostpreußen in das Waldecker Land kam säumten an den Bachrändern Erlen und Weiden die Wasserläufe. Die Wiesen wurden durch Hecken in einzelne Parzellen geteilt, Wassertümpel inmitten von Feldern und Wiesen prägten das Landschaftsbild. Den Duft von Klatschmohn, Kornblumen und blühende Wiesen konnte man regelrecht einatmen.  Von Mais und Raps war damals kaum die Rede. Kartoffeln, Rüben, Hafer, Gerste und Weizen gaben das vorherrschende Bild ab. Kibitz, Feldlerche und Sperling sangen ihre Strophen zur Freude der Jäger. Im Juni wurden die Wiesen gemäht und so gut wie kein Kitz viel dem Balkenmähwerk bei einer Geschwindigkeit des 36 PS Treckers der um die 15 km/ h fuhr, zum Opfer.

DA WAR DIE WELT NOCH IN ORDNUNG

Nach dem Krieg löste der Geldadel den Landadel ab und Großindustrielle aus dem Ruhrgebiet pachteten  die Gemeindejagden um sich vom stressigen Alltag zu erholen und der Jagd zu frönen. In den Monaten Mai, Juni und Juli wurden die Böcke gestreckt, die von den Jagdaufsehern bestätigt wurden. Im Herbst dann wurden die Bauern zur Treibjagd geladen um die Feldgehölze, Wälder und Hecken nach Nierderwild zu durchstöbern. Unterstützt wurden die Treiber von gut ausgebildeten Vorstehhunden wie Deutsch Drahthaar oder Deutsch Kurzhaar. Am Ende des Tages wurde Strecke gelegt und man sah nicht selten 100 Hasen, 50 Rebhühner, Füchse, Schnepfen, Enten und einige Stücke Rehwild auf dem extra ausgelegten Tannenzweigen liegen. Sollte wirklich mal ein Wildschwein auf der Strecke gelegen haben, war das schon eine Sensation. Am Abend des Jagdtages wurde in einer Lokalität das sogenannte Schüsseltreiben durchgeführt. Hier durfte  man auf Kosten des Jagdpächters Essen und Trinken, so viel man wollte oder konnte. Es entstand zwischen den Pächtern, den Landwirten und den Bewohnern der Dörfer ein inniges Verhältnis und respektvoller Umgang untereinander.  Warum auch nicht, Wildschaden gab es so gut wie keinen, die Patriarchen aus dem Ruhrgebiet fühlten sich in ihren 1000 Hektar Revieren wohl. 

DIE SITUATION HEUTE

Heute, einige Jahre später sieht die Sache schon anders aus. Die alten Reviere wurden halbiert oder gedrittelt um höhere Pachtpreise für die Jagdreviere durchzusetzen. Die Hecken, Knicks  und Raine sind der Baumfräse zum Opfer gefallen, die Feuchtwiesen wurden drainiert, Wassertümpel zugeschüttet, Weiden und Erlen sucht man an den Bachläufen vergebens. Die Stimmen der Feldlerche und Co. sind verstummt. Die kleinen Landwirtschaftlichen Betriebe haben aufgehört zu existieren und einige wenige Agrarbetriebe haben Flächen dazugepachtet und ihre Landwirtschaft vergrößert. Das Ergebnis aus diesem Flächenwahn ohne Hecken und Tümpel, dafür aber mit Monokulturen aus Mais und Raps sind die riesigen Sauenbestände. Das beinhaltet natürlich auch enorme Wildschäden und exorbitante Kosten und Stress für den Jagdpächter. Das Anpirschen in den heckenlosen Revieren um auf Schussdistanz an die Sauen gelangen zu können, ist schier unmöglich, allein vom Hochsitz ist den schlauen Wildschweinen  nicht beizukommen. Die wenigen Hasen, die noch leben, lässt man in Ruhe, Feldhüner und Schnepfen sind längst verschwunden und die Stockenten haben sich auf die Seeen zurück gezogen. Stattdessen wurden die Jagdsteuern erhöht und die Pachtpreise angezogen, Jagd und Jäger negativ durch die Presseabteilungen weitergereicht und die Pächter mit horrenden Wildschadensforderungen konfrontiert. Nicht selten trafen sich die Landwirte und Pächter vor Gericht. Die Kitze wurden  dutzendfach von den schnellen Schleppern mit ihren Kreiselmähwerken bereits im Mai ausgemäht.  Die Landwirte informieren oft auch nicht mehr die Pächter oder Jagdaufseher über den Zeitpunkt der Mäharbeiten. Nicht etwa, weil sie das nicht wollen, vielmehr, weil sie selbst nicht genau wissen, wann der Lohnunternehmer mit seinem schnellen Gerät kommt um die Wiesen zu mähen. Dem Wild, dem Pächter und dem Landwirt bleibt nur das Nachsehen und jede Menge Wut. Dem Pächter, weil er Wild verliert, dem Landwirt, weil Leichengifte, die in das Silo gelangen die Kühe krank macht. Das Einzäunen der Maisäcker ist eine weitere Tortour für die Jäger, sie kaufen kilometerlange Zaunanlagen und die dazugehörigen Stromagregate. Diese müssen nicht nur installiert und kontrolliert werden, die Pflege der Zaunanlagen nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Wildschaden steht. Und wenn man Pech hat, wurde von einem Spaziergänger der Strom ausgeschaltet und die Sauen haben in einer Nacht -und Nebelaktion die Mühen der letzten Monate zunichte gemacht und dem Maisfeld einen Besuch abgestattet. 

DIE JAGD HEUTE

Aus den gemütlichen Gesellschaftsjagden die mit jagdlichem Brauchtum garniert waren, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Stress ist angesagt. Täglich schrillt das Telefon eines Landwirts: " Die Sauen waren wieder da und haben die Wiese umgedreht " oder " Am hellen Tag laufen die Sauen über meine Felder, ihr müsst auch mal welche Schiessen "  oder "Jetzt waren die Sauen auch in meinem Maisschlag, das wird teuer". Gleich nach dem ersten Grünlandschnitt wird die übelriechende Gülle auf das Land verbracht. In diesen Bereichen ist an Jagd gar nicht zu denken. Bei Vollmond sitzen Jagdgäste, Aufseher und Pächter die ganze Nacht in den Kanzeln um der Plage Herr zu werden - vergeblich -  die Sauenbestände steigen weiter an. Allein in Waldeck-Frankenberg wurden im letzten Jagdjahr fast 7000 Sauen erlegt - Tendenz steigend. Bei den revierübergreifenden Saudrückjagden und Maisjagden  werden immer mehr Jagd -und Wildunfälle gemeldet. Reihenweise müssen verletze Hunde dem Tierarzt übergeben werden, der versucht die armen Geschöpfe wieder zusammen zu flicken. Die Kosten trägt in der Regel der Pächter.

WOHIN MIT DEM WILDBRET

Die enormen Fleischberge aus der Bejagung von Reh -und Schwarzwild  finden nur sehr schwer Abnehmer. In der Regel sind das Privatleute, die zwar  regelmäßig aber nicht übermäßig Wild abkaufen. Die Wildhändler nutzen natürlich die Situation von Angebot und Nachfrage aus und bieten zwischen 50 Cent  und 1,-€  für das Kilo. Die Kosten für die Trichinenbeschau trägt der Jagdpächter ebenfalls. Auch muss er den neuen Hygieneverordnungen Rechnung tragen.

 

 WINDPARKS

Neuerdings haben sich riesige - fast 200 Meter hohe -  Windräder in den Jagdrevieren  zur Naturstromerzeugung etabliert. Zu Recht fragt sich da der Jäger was das noch mit Natur und Ruhe zu tun haben soll, wenn das monotone Rauschen der Windflügel einen unangenehmen Druck auf die Ohrmuscheln erzeugt ? Ansitzeinrichtungen in unmittelbarer Nähe können nicht aufgestellt werden, da im Herbst und Winter gefährliche Eisgeschosse, die von den Rotorblättern abfallen durch die Luft fliegen und der Jäger nun selbst mit gefährlichen Eiszapfen beschossen wird. Das Fallwild vom Rotmilan bis zum Kranich und Uhu muss der Jäger auch entsorgen. 

 

DAS RESULTAT

Das Resultat ist nüchtern betrachtet sowohl für die Jagdpächter ein Desaster als auch für die Landwirte und Jagdgenossen. Die Reviere werden nur noch sehr schlecht verpachtet. Und wenn doch, sichert sich der Pächter durch sogenannte Wildschadenauschalen ab. Darüber hinaus werden derzeit die Reviere für  schmales Geld verpachtet. Auch an der Jagdsteuer beteiligen die Pächter die Jagdgenossenschaften. Frei nach dem Motto: "Geteiltes Leid ist halbes Leid " gehen die Jagdreviere zum halben Preis über den Ladentisch. Manche Reviere wurden erst nach zwei oder drei Jahren verpachtet. Pachtpreise von 6-10 Euro/Ha  sind in aller Munde. Mittlerweile stehen die Landwirte und Jagdgenossen mit dem Rücken zur Wand. Sie müssen nämlich dafür sorgen, dass der Abschussplan, der von der Behörde vorgegeben wird auch umgesetzt wird. Kommen die Jagdgenossen dem nicht nach, ist die zuständige Behörde befugt, Berufsjäger oder das Forstamt mit der Umsetzung zu beauftragen. Ein Spass der sehr teuer werden kann. Die Wildschadensituation bleibt davon jedoch unberührt, die Jagdgenossenschaften müssen den Landwirten den Wildschaden bezahlen.

 

WO SIND DIE PÄCHTER GEBLIEBEN ?

Der Geldadel hat sich längst umorientiert, die Pächter von Gestern haben sich in den ehemaligen Reichsgebieten im Osten nach dem Mauerfall eingekauft. Auch Ungarn, Slowenien, Rumänien und Litauen stehen ganz hoch im Kurs der ehemaligen Pächter. Auch das internationale Jagdreisegeschäft läuft auf Hochtouren. Mal eben nach Russland zur Auerhahn -und Birkhahnjagd fliegen für 1500€ oder auf Elch nach Schweden oder Finnland  für schmales Geld reisen. Ohne Stress dem Alltag entfliehen. Wer unbedingt schiessen möchte hat heute in den sogenannten Jagdkinos die möglichkeit in 3 D Simulationen  einen Hirsch zu strecken, den er in Natur 10 Jahre lang hegen, füttern und Pflegen musste um ihn an die Wand zu hängen. Wenn er 24-Ender nicht vorher von einem Auto überfahren wurde und im Straßengraben verludert ist.

 

WIE SIEHT DIE ZUKUNFT AUS ?

Man könnte es mit einem Wort beschreiben: Düster. Das wäre aber zu einfach und deshalb gibt es bereits jetzt schon Ansätze von Fachleuten, die sich auf die Sauenbejagung spezialisiert haben. Die alten Methoden der Sauenbejagung vom Hochsitz an den Kirrungen und in den Feldern gehören  der Vergangenheit an.  Der Sauenspezialist  und Jäger der neuen Genaration wartet nicht stupide in den Kanzeln ab sondern holt sich die die Schweine in den Feldern und Maisschlägen. Diesen Spezialisten entgeht kein Stück Schwarzwild. Die adulten Stücke werden geschont und die nicht führenden Bachen, Überläufer und Frischlinge werden erlegt. Für die Wildbretabnahme ist auch gesorgt, diese speziellen Sauenjäger haben Kontrakte mit der Tierfutterindustrie geschlossen und führen die geschossenen Stücke diesen Unternehmen zu. Ganz hygienisch essen die lieben Vierbeiner in Zukunft das, was die Menschen verschmähen. Bezahlt werden diese Jagdspezialisten von der Jagdgenossenschaft und/oder dem Pächter. Frei nach dem Motto: " Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch " wird der Saujäger nach Stückzahlen vergütet. Diese Geisterjäger haben eine 99% Trefferquote und verschwinden ganau so schnell, wie sie gekommen sind. Das Problem dabei: Es gibt zuwenig davon. In Waldeck-Frankenberg sind lediglich 2 Personen bekannt, die diese Jagdart nachweislich beherrschen.

Es bleibt also spannend...

 

 

 

 

 

 

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Mittwoch, 26 Dezember 2012 12:35

Wildschaden über Weihnachten

DIEMELSEE. Die Weihnachstfeiertage am Diemelsee werden in diesem Jahr durch Schneeschmelze und Dauerregen begleitet. Ein Grund mehr mir Sorgen über die nun auftretenden Wildschäden zu machen. Durch die aufgeweichten Wiesen werden die Sauen magisch angezogen um nach Würmern, Käfern und Mäusen zu suchen. Das sie dabei hektarweise Grünland verwüsten und den Jagdpächtern und Landwirten enorme Schäden zufügen, wissen diese borstigen Gesellen natürlich nicht.  

Ich entschließe mich daher in den frühen Morgenstunden an einen Wiesenkopf bei Bauer Pohlmann zu pirschen und auf den Rückwechsel auf Sauen zu passen. Schön ist, dass der Schadhügel nicht zu unserem Revier gehört, vielmehr hat der Jagdnachbar den Arger und die Kosten zu tragen. Die Wiese ist nämlich komplett in den vorangegangenen Nächten umgebrochen worden.

Gesagt,getan, die beiden Wachtelhunde EMMA und KIRA werden gegen 6:00 Uhr in den Jimny gehoben, die Waffe ( Mauser M03 ) im Kaliber 9,3 x 62 auf dem Vordersitz verstaut, das Zeiss Glas umgehängt und schon sind wir auf dem Weg über die Diemelbrücke Richtung Stormbruch unterwegs. Leiser Nieselregen begleitet mein Anpirschen, die Sicht ist verhältnismäßig gut und als ich um Bauer Zechers Fichten herum pirsche erkenne ich schemenhaft eine Sau im  8 x 68.

Nun heisst es  keine Zeit verlieren, ich umschlage den Fichtenbestand und schiebe mich an die in der Wiese befindliche Rindertränke heran. Die Entfernung zur Sau beträgt etwas mehr als 70 Meter, allein die Sau steht im Revier des Nachbarn. Meine kleine Wachtelhündin EMMA  habe ich an der Leine, ich möchte kein Risiko eingehen, durch die letzten Drückjagden ist sie voller Adrenalin und eine Hatz möchte ich nicht riskieren. Ich gehe davon aus, dass die Sau den kürzesten Weg  zur nächsten Dickung nimmt und das bedeutet, dass die Sau an mir vorbei ziehen muss um ihren Einstand zu erreichen.

Banges warten von ca. 15 Minuten, in der die Sau auch den letzten grünen Streifen der Wiese umbricht, lässt mein Jagdfieber steigen. Wie wird sich der Schwarzkittel entscheiden? Wechselt er in die Eschenseite oder in den Hagen? Nun, Diana ist mir und meiner Hündin am frühen Morgen des 26. Dezember hold. Der Frischling, der seltsamerweise allein unterwegs ist, zieht etwa 50 Meter an uns vorbei, die junge Wachtelhündin gibt keinen Laut von sich, der Körper vibriert unter dem Beutetrieb, gespannt verfolgt sie das Geschehen als ich die Waffe anbacke und der Rotpunkt auf dem Teller der Sau mitzieht...Einstechen und Schuss, das 18 Gramm  Geschoss durchschlägt das Genick des Frischlings und die Sau bricht im Knall des Schusses zusammen.

Nun schnalle ich die Hündin und schicke sie voran. Vorsichtig nähert sie sich der Sau, hat sie doch bei den letzten Jagden schmerzhaft  erleben müssen, dass Sauen sich auch wehren können. Nachdem sie festgestellt hat, dass kein Leben mehr  in dem Schwarzkittel ist, wird die Sau gebeutelt. Ich lasse sie gewähren und entlade meine Waffe, nehme mein Jagdmesser und breche die Sau auf. Das Herz und die Leber wird zwischen den beiden Hündinnen aufgeteilt. Das hat den Vorteil, dass ich heute das Hundefutter gespart habe, wichtiger aber ist, dass die Hunde nach erfolgreicher Jagd " Ihren Anteil " an der Beute erhalten.

 

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Sonntag, 18 November 2012 17:47

Jagd in Hemmighausen - Eine Erfolgsgeschichte

HEMMIGHAUSEN. Zur revierübergreifenden Ansitzdrückjagd am Samstag, den 17.11.2012 hatten die Beständer Dieter Reckmann und Dietmar Fitzner geladen. Der Jagdvorstand hatte für die Treiberwehr gesorgt, dazu kam ein Hundeführer mit eibem Deutsch Drahthaar und 2 Hundeführer mit 3 Deutschen Wachtel. Insgesamt waren an der Jagd in Hemmighausen 21 Personen beteiligt.

Um 09:15 Uhr wurde die Jagdkorona nebst Treibern und Hundeführern begrüsst, die Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit der Waffe wurden ausführlich beschrieben und im Anschluss die Stände besetzt.

Die Treiber und Hundeführer wurde  bereits einige Tage zuvor in den Verlauf der Jagd eingewiesen. Führer der Treiberwehr war der Jagdvotsteher persoenlich. Angefangen wurde an der Grenze zu Usseln und in grob östliche Richtung getrieben. Um 14:00 war " Hahn in Ruh " , die Strecke konnte sich sehen lassen. 5 Sauen, 3 Stück Rehwild und 1 Fuchs hingen am Haken. Schussdisziplin und genaues Ansprechen sorgten für ein passables Ergebnis.

Eine Nachsuche auf einen Frischling im Anschluss an die Jagd ergab, das der Frischling im Revier Ottlar zur Strecke gebracht wurde.

Das Schüsseltreiben fand wie immer im DGH statt, hier wurde Braten gereicht und so manches Bier und Schnäpsken getrunken. Der Jagdvorstand wurde auch hier voll integriert, ein positives Signal mit Vorbildfunktion für andere Reviere unter dem Motto: Gemeinsam sind wir erfolgreich !

Persönliche Größe haben die Beständer gezeigt: Eine beschossene Sau aus dem Revier Deisfeld kam in Hemmighausen zur Strecke. Dieter Reckmann übergab das Wildschwein an den Schützen aus dem Nachbarrevier.

Fazit: Eine gut organisierte Jagd ohne Neid mit wenigen aber guten Hunden und sehr gutem Schussergebnis. Es wurden ausschliesslich Frischlinge bis 40 Kg beschossen und erlegt. Das lässt  für die Zukunft hoffen.

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Donnerstag, 04 Oktober 2012 14:58

Die Maiskolbendiebe vom Sauerland

DIEMELSEE. Der Hilferuf meines Freundes aus dem Sauerland erreicht mich in den Morgenstunden des 30. September. Angeblich klauen Diebe die Maiskolben eines Landwirtes aus seinem Jagdrevier. Ich mache mich auf den Weg und treffe mich mit dem Beständer an besagtem Maisfeld. Auf einer Länge von 200 Metern zum Wald liegen abgerissne Maiskolben und Maisstängel, einige schon etwas älter, andere ganz frisch von der letzten Nacht. Für mich ist der Fall klar, Sauen haben sich ihren "Proviant" auf dem Weg vom Maisfeld in den Kessel mitgenommen und das seit einigen Tagen. Es hat sich eine regelrechte Maiskolbenbahn entwickelt.

Der Pächter ist skeptisch und meint, dass Sauen so etwas nicht machen, ich bin aber anderer Meinung, und so verabreden wir uns für den frühen Morgen am Waldrand, um die Sauen auf ihrem Weg in den Einstand abzupassen. Um 5 Uhr treffen wir uns und positionieren uns an den beiden Hauptwechseln. Um 6.30 Uhr zieht eine Bache mit 13 Frischlingen aus dem Maisfeld - mit Maiskolben im Gebräch - auf meinen Stand zu. Ich lasse die schwere Bache die ersten Fichten passieren und strecke zwei Frischlinge von 25 Kilo mit der 8 x 86 S. Der letzte Frischling der Rotte bleibt verdutzt stehen und der Pächter schickt ihm die 8 x 57 IS aus seinem Drilling entgegen. An diesem Morgen haben wir drei Frischlinge zu versorgen, danach geht's zur Brotzeit und einem starken Kaffee zur Gattin des Jagdfreundes.

Die Jagd lehrt uns: Nichts ist unmöglich

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Montag, 01 Oktober 2012 07:23

Mondansitz - Vier auf einen Streich

 

DIEMELSEE/ESCHENSEITE. Es ist immer wieder ein ergreifender Augenblick im Leben eines Jägers, insbesondere des passionierten Schwarzwildjägers wenn er - einmal im Monat - die Büchse schultert und im Mondlicht den Sauen nachstellen kann.

Am 30. September bespreche ich mich mit Karl Brocke, welche Ansitzeinrichtungen  für die Sauenjagd bei Vollmond besonders interessant sind. Karl entscheidet sich für den neuen Drückjagdbock in den Buchenrauschen, ich werde am Holzplatz die neue Leiter besetzen. Wärend Karl bereits um 18:00 Uhr sitzt, besteige ich meine Leiter um 19:15 Uhr. Um 19.30 erblicke ich bereits einen starken Waschbären, den ich mit der M03 auf 40 Meter strecke. Das fängt gut an denke ich mir und erlege 2 weitere Bären bei gutem Mondlicht. Meine Wachtelhündin Emma apportiert die drei Bären und mir ist klar, das ich auf Sauen nicht mehr passen muss. Ich will gerade meine letzte Patrone aus der Waffe nehmen, da höre ich, dass aus Richtung Bontkirchen Sauen anwechseln. 2 Bachen mit 15 Frischlingen suchen in den Mastbäumen nach runtergefallenen Eicheln. Ich nehme den schwächsten in´s Visier und strecke den 25 Kilo Frischling mit der 9,3 x 62. Das Keilerchen wird an Ort und Stelle aufgebrochen, die Hunde erhalten das ( zerschossene ) Herz und die Leber. Karl Brocke hilft mir den Frischling an seinem Hause aufzuhängen und schon bin ich auf dem Weg nach Heringhausen um am  lodernden Kamin die Geschichte mit meiner Frau zu besprechen.

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Dienstag, 18 September 2012 17:14

Jagd in Schweden - Teil 3

DIEMELSEE/KINNARED. Per-Anders besucht mich noch spät am Abend und bringt den erfahrenen Jagd- und Hundeführer Torbjörne mit. Einige Schnäpse machen die Runde und mir wird für den Morgenansitz auf starke Muffelwidder ein 80 % Jagderfolg zugesagt. Die Nacht verbringe ich mit Träumen von Bärenjagd, der Elchjagd und den Hunden und wache um 6 Uhr in der Früh auf, um mir einen starken Kaffee zu brühen. Das Frühstück wird mit Elchschinken bereichert und gegen halb sieben steht Torbjörne vor der Tür, um mich in seinem Geländewagen abzuholen. Wir erreichen nach 40 Minuten ein riesiges Wald- und Feuchtgebiet mit steilen Hängen, durchzogen von sehr vielen Basaltbrocken, manche so groß wie ein Haus. Nach ca. 30 Minuten Fußmarsch erreichen wir einen Hochsitz, hier werde ich von Torbjörne eingewiesen. Eine Nachfrage zur Begrenzung der Trophäe wird verneint, ich darf erlegen, was ich möchte. Nebel ziehen von dem feuchten Untergrund gen Himmel und die Morgensonne wärmt mich auf dem Sitz, als ich gegen 8.30 Uhr mehrere Muffel am gegenüberliegenden Hang ausmache. Das Zeiss zeigt mir 4 starke Widder, die abwärts ziehen. Die Entfernung schätze ich auf 180 Meter. Zu meiner Freude kommt die Korona direkt auf mich zu. Als sich die Widder auf ca. 90 Meter meinem Sitz nähern, backe ich die Mauser an, steche ein und schicke das 16 Gramm KS-Geschoss im Kaliber 9,3 x 62 auf den Weg. Das erreicht die Kammer des Widders und lässt ihn auf der Stelle verenden. Nun schüttelt mich das Jagdfieber und erst nach 30 Minuten bin ich in der Lage mit Torbjörne zu telefonieren. Waidmannsheil...

Teil 4 folgt morgen!

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Freitag, 29 Juni 2012 17:36

Nachsuche auf kleinen " Überläufer "

DIEMELSEE / SAUERLAND. Am 28. Juni erreicht mich die Nachricht von einem befreundeten Jäger, der ein Revier im Sauerland bejagd mit der Bitte, eine Nachsuche auf ein beschossenes Wildschwein zu machen.  Ein Jagdgast hat auf ca. 50 Meter einen kleinen Überläufer beschossen, ausser ein paar Wildbretfasern sei nichts am Anschuss zu sehen. Nun gut, ich nehme meine beiden Deutsch-Wachtelhunde in´s Auto, entscheide mich für den K 98 aus dem Jahre 1941 ohne ZF und fahre die 40 Kilometer zum Revier. Es ist drückend heiß und schwül als ich gegen 11:00 Uhr an der Strassenkreuzung, die in´s Revier führt  abgeholt werde. Nach weiteren 10 Minuten haben wir die Kanzel, von der aus das Stück beschossen wurde erreicht, der Beständer weist mich in die Lage  ein und ich suche auf dem mittlerweile plattgetretenen Waldboden nach Schweiss oder Schnitthaar. Nichts zu finden ausser einem kleinen Stück Wildbret. Das kann ja heiter werden denke ich mir und baume auf zur Kanzel. Der Schütze zeigt mir die Stelle, von oben auf den Anschuss und in mir kommt der Verdacht auf, dass das Stück durch die Äste, halb verdeckt beschossen wurde. Mit Sicherheit hat sich das Geschoss vor dem Wildkörper zerlegt und Reste sind in die Sau eingedrungen. Nun gut, ich sage dem Jagdherrn und Freund, dass das für meine Hunde eine Nummer zu groß sei und das ein Spezialist ran muss. Also ein gut ausgebildeter Schweißhund . Auf mehrmaliges Bitten sage ich doch zu die Nachsuche zu beginnen und lege meiner alten Hündin die Schweisshalsung an. Die Junge Hündin halte ich an der Leine, den K 98 schulter ich, das Waidblatt habe ich an der rechten Hüfte. Ich mahne noch einmal, das ausschließlich ich die Sau beschießen werde und das die beiden Schützen, die mich begleiten in ausreichendem  Abstand zu mir und den Hunden bleiben. Gesagt, getan, die Waffe im Kaliber 8 x 57 wird unterladen, die alte Hündin am Anschuss angesetzt. Sie bewindet intensiv und nimmt die Fährte der kranken Sau auf. Ich kann zwar nichts erkennen, folge aber meiner treuen Jagdgefährtin die schon manche imaginäre Fährte verfolgt hat. 8 Stunden ist es nun her, als die Sau beschossen wurde, hoffentlich hat sie sich irgendwo eingeschoben und leckt ihre Wunden. Nach ca. 30 Minuten weiss ich, dass das nicht der Fall ist, mittlerweile haben wir ca. 750 Meter hinter uns gebracht als die Hündin einen rechten Winkel einschlägt und eine  Fichtendickung annimmt. Die Fichtendickung hat einen Durchmesser von 2 Hektar, Maggigeruch schlägt mir entgegen. Nun, ich denke mir, dass die Sau sich dort eingeschoben hat. Jetzt  ist guter Rat teuer. Was machen ?  Die Dickung umstellen und die Hunde schnallen ? Mit drei Jägern und 2 Hunden ein sinnloses unterfangen. Also, rein und durch, irgendwo muss sie stecken. Die Leine der Hündin lasse ich nun los, langsam und bedächtig folge ich teilweise kriechend oder gebückt der alten Hündin, die Junge bleibt bei mir. Immer wieder schlägt mir der K 98 ins Genick und ich bin mittlerweile durchgeschwitzt bis aufs Hemd. Immer weiter und weiter durch die Dickung und hier  finde ich das erste Wundbett, hier hat die Sau gelegen, von Schweiss allerdings keine Spur. Es geht nun weiter, die Hündin wird schneller und als wir aus der Dickung kommen, sehe ich die Sau gerade noch in die angrenzenden Buchnrauschen eindringen, den rechten Hinterlauf schont sie stark . Das ist jetzt die Gelegenheit. Die kleine Hündin und auch die Alte werden geschnallt, gemeinsam geht die Jagd auf der Fährte der Sau in die Buchenrauschen hinein. Hetzlaut löst den Spurlat ab. Die Sau scheint müde zu sein, allerdings entfernt sich das Hundegeläut um dann in Standlaut überzugehen. Die Hunde sind an der Sau. Ich lasse Halsungen und Hut liegen und renne im Dauerlauf und Waffe im Vorhalt Richtung Hundegeläut. Meine Lungen pfeifen als ich aus den Buchenrauschen in einen alten Fichtenbestand eindringe. In ca. 80 Meter Entfernung sitzt ein mächtiger Basse auf den Keulen und klappert mit seinen Waffen. Ich komme bis auf 50 Meter heran und sehe, wie die junge Hündin sich an dem Teller des Bassen festbeisst, sofort aber von dem mächtigen Haupt der Sau  im hohen Bogen gegen einen Baum geschleudert wird. Die alte und erfahrene Hündin stellt hingegn nur und mein Schuss aus dem K. 98 verfehlt die Brust des Bassen, ich repetiere neu und versuche einen weiteren Schuss, der ebenfalls vorbei geht. Der erfahrene Basse wendet sich zur Flucht und das ganze Schauspel wiederholt sich 150 Meter weiter, diesmal laufe ich allerdings nicht direkt auf den Bassen zu, sondern umgehe diesen seitlich. Die Hunde sind abermals am  Stück, ich komme auf 20 Meter heran und erlege den Keiler mit einem Schuss durch das Haupt. Die Hunde springen sofort hinzu und beuteln die Sau. Um es kurz zu machen, der Keiler war kein kleiner Überläufer sondern ein Hauptschwein von aufgebrochen 115 Kilo. Das Geschoss hatte sich wie vermutet an einem Ast zerlegt und Teile davon sind in Keule und großes Gescheide eingedrungen. Hätte ich die Nachsuche nicht gemacht, die Sau hätte einen tagelangen Todeskampf durchleiden müssen. Meine kleine Hündin hat eine Schmiss an der Rippe abbekommen, allerdings nichts lebensgefährliches. Abends haben wir drei die Leber und das Herz gemeinsam verspeist.

 

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Samstag, 02 Juni 2012 13:26

DIEMELSEE - SAU TOT

DIEMELSEE. Der Anruf von Karl Brocke aus Stormbruch erreicht mich um 07:15 Uhr . Gestern Abend habe ich im " Finger " einen etwa 2 -jährigen Bock gestreckt und ich kam lange Zeit nicht zur Ruhe, da das Adrenalin noch Stunden nachher in mir wirkte. Erst gegen 04:00 Uhr am Morgen schlief ich ein...

Wie gesagt, der Anruf von Karl kam mir ungelegen, Karl hatte eine Sau in der Eschenseite  beschossen und benötigte meine Hilfe. Gesagt, getan, übermüdet gerade mal über die Zähne geputz nehme ich meine  Büchse ( Mauser 66 ) aus dem Waffenschrank, das Waidblatt, Schweißhalsung und Riemen  und meine beiden Hunde um zur Eschenseite zu fahren. Erst müssen die Hunde sich lösen, Hektik ist jetzt nicht angesagt, das überträgt sich sofort auf die Hunde. Am Anschuss angekommen zeigt mir Karl den Ort, wo er die Sau ( eine von dreien ) beschossen hat. Ich suche angestrengt nach Schweiss, Schnitthaar und Kugelriss, kann aber nichts finden. Damit dürfte feststehen, dass die Nachsuche nicht leicht wird. Also, die erfahrene Hündin KIRA muss ran.  Die kleine Hündin EMMA lasse ich besser im Auto, bei Schwarzwild weiss man nie, was so passieren kann. Schwarzwild ist angeschossen sehr agressiv.

Die erfahren Hündin bewindet den ( nicht vorhandenen ) Anschuss, bögelt sich aber gleich ein und verfolgt eine imaginäre Fährte ca. 50 Meter in einen Fichtenaltholz- Bestand. Ruhig und Zielstrebig geht es weiter durch Farne und Buchenaltholzreste ehemals  gefällter Baumriesen. Nach ca. 100 Meter- bis jetzt habe ich weder ein Wundbett noch Schweiss gesehen- kommen wir an eine alte Suhle, hier sind deutlich die Fährten der drei Sauen zu erkennen, 2 Sauen sind nach rechts , 1 Sau nach Links in die Buchenrauschen abgebogen. Welches ist die Kranke ? Nach rechts oder nach links....Die Hündin entscheidet sich für die einzelne nach Links verlaufende Fährte . Ich sehe immer noch keinen Schweiss, das dichte Laubwerk macht mir mit der Waffe so meine Schwierigkeiten . Die Hündin wartet aber immer wieder auf mich. Einer ehemalige Rückeschneise folgen wir ca. 20 Meter als die Hündin wieder in die Buchenrauchen eindringt. Nach weiteren 30 Metern bleibt die Hündin stochsteif stehen. Das ist für mich das Signal " Alter, da ist sie drin " Nun löse ich die Schweisshalsung, lade die Waffe durch und mit dem Kommando " voran " rauscht die Hündin in den urwaldähnlichen Baumbestand. Das Totverbellen meiner treuen Jagdgefährtin zeigt mir an: Sau Tot, wir sind am Ziel. Mein Schuss aus der 8x68 S lässt meinen Jagdfreund heraneilen. Ich überreiche ihm seinen Bruch, und gemeinsam brechen wir die Sau auf. Die Hündin erhält natürlich ihren Anteil an der Beute. Das Herz  gehört ihr...

Lieber Karl, Waidmannsheil zu deinem Schwein, du hast es dir verdient.

Text und Bild©: Klaus Rohde www.112-magazin.de

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Sonntag, 20 Mai 2012 08:57

JAGDTAG...

DIEMELSEE. Der 20 . Mai  lässt mich  um 03:45 h aus meinen Träumen erwachen. Gestern habe ich ausser einem Stück Rehwild samt Kitz keinen Anblick in der Eschenseite gehabt. Ich entschließe mich daher, in den frühen Morgenstunden auf den Schwarzwildwechsel zum Reviernachbarn auf Sauen zu passen. Es hat in der Nacht stark geregnet, die Tropfen von den Bäumen und Blättern lassen mich unerkannt an einen alten Hochsitz herankommen. Ich baume auf und warte in aller Ruhe auf die mit Sicherheit anwechselnden Sauen. Zu meinem Leidwesen muss ich mit zunehmender Helligkeit erkennen, das der Wechsel bereits von Sauen genutzt wurde. Ich baume also wieder ab und sehe die frischen Saufährten,  - ca. 8 - 9 Sück Schwarzwild - auf dem Wechsel. Die Sauen waren schon vor mir hierdurch gezogen. Nun haben sie sich bereits eingeschoben und warten den Tag in den Fichtendickungen des Nachbarn ab.

Text und Bild©: www.112-magazin.de

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Mittwoch, 02 Mai 2012 13:16

Jagdtagebuch 1. Mai

DIEMELSEE / STORMBRUCH * Am Abend des 30. April fahre ich mit meinen beiden Hunden Emma und Kira in mein Jagdrevier Eschenseite direkt am Diemelsee. Ausgesucht habe ich mir die 8 Meter hohe Schlafkanzel um die Nacht dort zu verbringen und am 1. Mai der Bockjagd zu fröhnen. 

Meine Mauser, den Rucksack und Feldstecher geschultert, erreichen wir Drei die Schlafkanzel. Hunde ablegen lassen, die Leiter empor geklettert, Rucksack und Waffe verstaut. Nun werden einzeln die beiden DW Hündinnen nach oben getragen, die Luken geöffnet und die M 03 im Kaliber 300 WSM geladen.

Im letzten Jahr hatten wir am 1. Mai kein Glück, nicht mal einen Hasen hatte ich gesehen. Wird es diesmal anders sein ?

Die Hunde haben es sich links und rechts auf dem Sitzbrett gemütlich gemacht und Winden und Äugen aus den Fenstern um ja nicht`s zu verpassen.

Gegen 19:50 Uhr wird meine alte Hündin lebendig und signalisiert mir, dass sich an der alten Suhle interessantes abspielt. Tatsächlich steht dort  ein Keiler von 45 - 50 Kilo Gewicht. Ich nehme meine Mauser an die Wange und suche den Keiler, der Leuchtpunkt steht auf dem Kujel, allein die tiefhängenden Buchenzweige  lassen mich nicht schiessen. Immer wieder das gleiche Spektakel, hat man schon mal Anblick und kommt einem eine passende Sau, kommt man nicht zum Schuss. Ich muss mir aber eingestehen, das ich schon seit 2 Jahren die Äste absägen wollte. Nach 5 Minuten des Treibens verzieht sich der Keiler in die weiten der Buchenrauschen. Ob ich den jemals wiedersehen werde°°° ?

Um 20:30 kommt aus dem Steilhang ein Bock mit Schmalreh, ich schätze den Recken auf 2 - 3 Jahre, sein sechser Gehörn weist dunkle dünne Stangen auf. Nun, heute ist nicht der 1. Mai und so zieht er seines Weges auf das 500 Meter entfernte Weideland um zu äsen.

Die Nacht zum 01. Mai  ist klar, ich habe bereits meine Brotzeit ( mit Unterstützung der Hunde )  vertilgt, als 3 Waschbären aus dem Steilhang zur Kirrung kommen um den Mais aufzunehmen. Sie streiten sich lauthals mehrere Stunden und hinterlassen einen leeren Trog. Meine Gedanken schweben   dem 1. Mai zu und ich erwache um 04:30 Uhr, als meine Hunde mich wecken. Unter mir stehen 3 Stück Rehwild, ich kann in der Dunkelheit allerdings nicht erkennen was es ist. Die Lösung erfahre ich um 04:50, das Büchsenlicht lässt mich eine Ricke mit 2 Kitzen erkennen, 50 Meter dahinter steht der alte Bock mit prächtiger Trophäe. Den werde ich strecken, die Waffe raus, Leuchtpunkt an und auf´s Blatt gesetzt. Der Bock wirft auf und ich schaue entsetzt, als er sein Heil in der Flucht sucht. Die Lösung folgt auf dem Fusse...2 Sauen nähern sich im schnellen Trab über den Steilhang  der Suhle , die Ricke mit den Kitzen ist nun auch verschwunden. Verdammt, warum habe ich die Sauen nicht gehört ? Resigniert stelle ich die Waffe in die Ecke, das war`s dann wohl mal wieder mit dem ersten 1 Mai und der Böckjagd. Erfolglos wie immer.... Ich sende unserem Jagdgast Marco Bücker noch eine sms dass die Sauen in seine Richtung wechseln und erkenne wieder mal, dass ich zu nachlässig bei der Jagd bin, es wechseln noch einmal 2 Sauen an meiner Kanzel vorbei. Bis ich die Waffe zur Hand habe und aus der Luke ziele, sind auch diese beiden längst an mir vorbei.

Wir treffen uns bei Karl Brocke in Stormbruch zum Maibockfrühstück mit selbstgemachter Wurst  und frischen Brötchen  ...Aufgeregt erzählt Karl von den beiden Sauen, auch er kam nicht zum Schuss, sie waren zu schnell unterwegs.

Das Ergebnis kann sich wie jedes Jahr sehen lassen: Kein Schuss gefallen, und nichts am Haken. Das Frühstück von Ulla Brocke war allerdings erste Klasse !!!

Bild© und Text : Klaus Rohde

 

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