PADERBORN. Mehrere Einsätze haben die Feuerwehr Paderborn von Freitagabend bis in die frühen Morgenstunden beschäftigt. Ausgangspunkt war ein schwerer Hausbrand in der Henricusstraße in Schloß Neuhaus, bei dem ein 28 Jahre alter Bewohner schwere Verletzungen erlitt. Im weiteren Verlauf folgten unter anderem ein Verkehrsunfall mit Fahrzeugbrand, eine ausgelöste Brandmeldeanlage, eine Türöffnung und eine tätliche Auseinandersetzung.
Schwerer Hausbrand in Schloß Neuhaus
Auf dem Balkon des Reihenmittelhauses an der Henricusstraße bemerkte der 28 Jahre alte Bewohner am Freitag, 18. September 2026, gegen 22.45 Uhr das Feuer. Mit einem Feuerlöscher versuchte er zunächst selbst, die Flammen zu bekämpfen und alarmierte anschließend die Feuerwehr.
Die Leitstelle für Brandschutz und Rettungsdienst alarmierte die Feuerwehr Paderborn um 22.48 Uhr unter dem Stichwort „Feuer 4 – Wohnungsbrand“.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen die Flammen bereits aus dem Fenster eines Zimmers im ersten Obergeschoss. Das Feuer hatte sich zu diesem Zeitpunkt auf den Balkon und den Dachstuhl ausgebreitet. Nach Angaben der Polizei griffen die Flammen zudem auf die Dachgeschosswohnung über, die vollständig in Brand geriet.
Bei seinen Löschversuchen zog sich der Bewohner eine Rauchgasvergiftung sowie Brandverletzungen zu. Rettungskräfte versorgten den 28-Jährigen und brachten ihn mit einem Rettungswagen in ein Paderborner Krankenhaus.
Unmittelbar nach dem Eintreffen begann die Feuerwehr auf der Rückseite des Gebäudes mit einem Löschangriff über ein Strahlrohr. Gleichzeitig wurde eine Drehleiter in Stellung gebracht. Parallel dazu gingen Einsatzkräfte über die Haustür zum Innenangriff vor.
Parallel stand eine zweite Drehleiter in Anleiterbereitschaft. Zusätzlich ging ein Trupp unter Atemschutz in das benachbarte Gebäude und richtete dort eine Riegelstellung ein, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Gemeinsam gelang es den hauptamtlichen Kräften der Feuer- und Rettungswachen Nord und Süd sowie den vier ehrenamtlichen Löschzügen Schloß Neuhaus, Elsen, Stadtheide und Stadtmitte, den Brand zu bekämpfen und ein Übergreifen auf benachbarte Häuser zu verhindern.
Nach gut eineinhalb Stunden konnte „Feuer aus“ gemeldet werden.
Unterstützung erhielt die Feuerwehr Paderborn durch die Erkundungsdrohne der Feuerwehr Hövelhof. Mithilfe der Wärmebildfunktion konnten gezielt Glutnester aufgespürt und anschließend abgelöscht werden.
Der Energieversorger stellte in der Brandwohnung die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom ab.
Durch die starke Rauchgasentwicklung und die Löscharbeiten ist das gesamte Reihenmittelhaus nicht mehr bewohnbar. Nach Angaben der Polizei entstand ein Gebäudeschaden im sechsstelligen Bereich.
Die Polizei beschlagnahmte die Einsatzstelle und nahm die weiteren Ermittlungen zur Brandursache auf. Nach ersten Erkenntnissen besteht der Verdacht einer fahrlässigen Brandstiftung. Als mögliche Ursache steht nach Angaben der Polizei eine Zigarette im Raum.
Auto prallt gegen Baum und gerät in Brand
Während sich die Einsatzkräfte nach dem Brandeinsatz auf den Wachen wieder einsatzbereit machten, folgte am Samstag, 19. September 2026, gegen 1.44 Uhr bereits die nächste Alarmierung. Unter dem Stichwort „Verkehrsunfall – eine eingeklemmte Person“ rückte die Feuerwehr in den Kreuzungsbereich Karl-Schurz-Straße und Benhauser Straße aus.
Dort war ein Opel Astra aus bislang ungeklärter Ursache gegen einen Straßenbaum geprallt. Der Wagen wurde im Frontbereich erheblich beschädigt.
Auslaufende Betriebsstoffe entzündeten sich am heißen Motor. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Frontbereich des Autos bereits in Vollbrand.
Geistesgegenwärtig befreite ein Augenzeuge den verletzten Fahrer aus dem Fahrzeug und betreute ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
Der Fahrer wurde durch den Rettungsdienst versorgt und anschließend in Begleitung eines Notarztes mit leichten Verletzungen in ein Paderborner Krankenhaus gebracht.
Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich zum Unfallzeitpunkt weitere Personen in dem Fahrzeug befunden hatten, suchten die Einsatzkräfte den Nahbereich mit Wärmebildkameras ab.
Zusätzlich wurde die Drohne der Feuerwehr Hövelhof erneut nach Paderborn alarmiert. Parallel dazu bekämpften Einsatzkräfte unter Atemschutz den Fahrzeugbrand.
Die Erkundung mit der Drohne brachte keine weiteren Erkenntnisse, sodass der Einsatz gegen 3.30 Uhr beendet werden konnte.
Brandmeldeanlage löst während des Einsatzes aus
Noch während die Maßnahmen an der Karl-Schurz-Straße liefen, wurde die Feuerwehr gegen 2.05 Uhr zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in die Navarrastraße gerufen.
Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Süd sowie des Löschzuges Wewer rückten zu der gemeldeten Einsatzstelle aus. Dort stellte sich die Alarmierung als Fehlalarm heraus.
Weitere technische Hilfeleistung
Zu einer Türöffnung wurde das Hilfeleistungslöschfahrzeug der Feuer- und Rettungswache Süd gegen 3.26 Uhr gemeinsam mit dem Rettungsdienst alarmiert.
Zwei Verletzte nach Auseinandersetzung am Marienplatz
In den frühen Morgenstunden kam es im Bereich des Marienplatzes zu einer tätlichen Auseinandersetzung, bei der zwei Menschen verletzt wurden.
Die Leitstelle alarmierte gegen 4.04 Uhr zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug sowie den Führungsdienst.
Beide Verletzten wurden durch den Rettungsdienst versorgt und anschließend in Paderborner Krankenhäuser gebracht. (ots/r)






