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Dienstag, 18 September 2012 17:14

Jagd in Schweden - Teil 3

DIEMELSEE/KINNARED. Per-Anders besucht mich noch spät am Abend und bringt den erfahrenen Jagd- und Hundeführer Torbjörne mit. Einige Schnäpse machen die Runde und mir wird für den Morgenansitz auf starke Muffelwidder ein 80 % Jagderfolg zugesagt. Die Nacht verbringe ich mit Träumen von Bärenjagd, der Elchjagd und den Hunden und wache um 6 Uhr in der Früh auf, um mir einen starken Kaffee zu brühen. Das Frühstück wird mit Elchschinken bereichert und gegen halb sieben steht Torbjörne vor der Tür, um mich in seinem Geländewagen abzuholen. Wir erreichen nach 40 Minuten ein riesiges Wald- und Feuchtgebiet mit steilen Hängen, durchzogen von sehr vielen Basaltbrocken, manche so groß wie ein Haus. Nach ca. 30 Minuten Fußmarsch erreichen wir einen Hochsitz, hier werde ich von Torbjörne eingewiesen. Eine Nachfrage zur Begrenzung der Trophäe wird verneint, ich darf erlegen, was ich möchte. Nebel ziehen von dem feuchten Untergrund gen Himmel und die Morgensonne wärmt mich auf dem Sitz, als ich gegen 8.30 Uhr mehrere Muffel am gegenüberliegenden Hang ausmache. Das Zeiss zeigt mir 4 starke Widder, die abwärts ziehen. Die Entfernung schätze ich auf 180 Meter. Zu meiner Freude kommt die Korona direkt auf mich zu. Als sich die Widder auf ca. 90 Meter meinem Sitz nähern, backe ich die Mauser an, steche ein und schicke das 16 Gramm KS-Geschoss im Kaliber 9,3 x 62 auf den Weg. Das erreicht die Kammer des Widders und lässt ihn auf der Stelle verenden. Nun schüttelt mich das Jagdfieber und erst nach 30 Minuten bin ich in der Lage mit Torbjörne zu telefonieren. Waidmannsheil...

Teil 4 folgt morgen!

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Dienstag, 18 September 2012 16:33

Jagd in Schweden - Teil 2

DIEMELSEE/KINNARED. Die Fahrt über die Öresundbrücke war allein schon ein Erlebnis, die Maut war schnell in Euro bezahlt und so fahre ich gegen 9 Uhr in Schweden ein. Hier zeigte mein Navi noch 430 Kilometer bis Kinnared im Süden Schwedens. Nach vier Tankfüllungen erreichte ich total übermüdet das Haus von Per-Anders Bengtsson und erhalte sogleich eine kulinarische Stärkung in Form von Kaffee und belegten Brötchen. Mir werden die Schlüssel für das Jagdhaus überreicht und schon bin ich auf dem Weg ins 15 Kilometer entfernte Kinnared. Zu meiner Überraschung ist nicht nur das Bett bezogen, nein, auch der Kühlschrank ist mit allerlei Köstlichkeiten wie Elchschinken und Elchwurst gefüllt. Total übermüdet falle ich in einen Tiefschlaf, aus dem mich ein Telefonanruf gegen 17 Uhr holt. Die Frau von Hakan Gry (eine norwegische Schönheit) teilt mir kurzum mit, dass sie um 18 Uhr mit dem Essen auf mich warte. Pünktlich treffe ich bei Gry ein, werde von ihm und den Hunden begrüßt, Schuhe aus und ab in den Gästesalon. Es gibt Elchmedallions mit Kartoffeln, Dipps und Salat. Einfach köstlich das Ganze und dazu noch die sympathische Erscheinung der gebürtigen Norwegerin. Wie tauschen uns über die Jagd, die Familie und Hunde aus. Gry verabschiedet mich herzlich an der Tür und bin auf dem Weg zurück in das Jagdhaus nach Kinnared... 

Teil 3 erscheint in wenigen Stunden

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Dienstag, 18 September 2012 15:51

Jagd in Schweden - Teil 1

DIEMELSEE/KINNARED. Die Einladung zur Jagd in Schweden kam für mich überraschend. Hakan und Per-Anders Bengtsson besitzen einige Jagdreviere in Süd -und Nordschweden. Die drei Besten davon wurden mir samt Elchhund und Jagdführer zur Verfügung gestellt. Insgesamt standen rund 34.000 Ha zur Verfügung. Hier das Erlebte:  Am 30.08.2012 erhalte ich die Mail von Per-Anders Bengtsson aus der Kommune Hylte in Südschweden dass ich am Mittwoch, den 05.09.2012 in Kinnared im Jagdhaus erwartet werde. Nun hieß es sich sputen, ich wollte diesmal die M03 im Kaliber 9,3 x 62 führen und so fragte ich im Fachhandel in Bad Arolsen, ob die Munition vorrätig sei. Ist sie, sagte mir Marvin Lemke, und schon hatte ich 2 Packungen in der Tasche und schoss die Waffe im Revier an. Der Haltepunkt stimmte, die Treffpunktlage ebenfalls. Also, Jagdschein, Waffenbesitzkarte und EU-Waffenfeuerpass in den Jimny verstaut, dazu Jagdrucksack, Verpflegung, Mauser und Geld. In der Kürze der Zeit war ein Umtausch in schwedische Kronen nicht möglich als ich am Dienstag, 4.9.2012, gegen 22.00 Uhr die Fahrt vom Diemelsee nach Puttgarden zur Fähre antrat. Gegen 4.50 Uhr traf ich in Puttgarden ein und zu meiner Überraschung konnte ich gleich die Fähre nach Rödby in Dänemark befahren. Die 20-minütige Überfahrt (40 Minuten mit Ein- und Ausladen) ließ mich das Morgenrot Dänemarks erblicken...

Teil 2 folgt in wenigen Stunden

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DIEMELSTADT. Weil er drei Hochsitze in einem Jagdrevier in Diemelstadt verwüstet hat, wurde ein 49-jähriger gestern vom Korbacher Amtsgericht zu einer Geldstrafe von insgesamt 2700 Euro verurteilt. Laut Anklageschrift, die Staatsanwältin Andrea Manetz verlas, drang der Angeklagte zwischen Ende August und Ende Oktober vergangenen Jahres in drei Hochsitze ein und beschmierte den Innenraum mit Schlamm, Kot und Buchenteer. Darüber hinaus schlug er Scheiben ein, durchlöcherte mit einem Holzbohrer und verangelte dessen Tür, zerstach die Reifen eines mobilen Hochsitzes und entwendete eine Wildkamera. Dabei entstand ein Schaden von insgesamt rund 5000 Euro. Der Angeklagte wollte hierzu keine Aussage machen. Der Verdacht sei auf den Mann gefallen, weil er zuvor einen Begehungsschein für das Jagdrevier hatte, der jedoch nicht verlängert worden war. Nach Angaben des Jagdpächters hatte er sich mit einigen Angehörigen der Jagdgesellschaft überworfen. "Das konnte so einfach nicht weitergehen. Deshalb mussten wir uns leider von ihm trennen.", sagte er. Anschließend sei es dann zu den Sachbeschädigungen gekommen. "Die Schlösser der Hochsitze waren alle unversehrt. Es konnte nur jemand sein, der einen Schlüssel hatte". Es sei nicht unwahrscheinlich, dass der Angeklagte nicht alle Schlüssel zurückgegeben habe, sagte der Zeuge. Der Jagdpächter schaltete die Polizei ein und äußerte seinen Verdacht. Da dem Angeklagten zu diesem Zeitpunkt jedoch nichts nachzuweisen war, entschloss man sich, ihm eine Falle zu stellen. "Ich habe das Schloss mit einem Gemisch aus Vaselinen und Silbernitrat präpariert", sagte ein Polizeibeamter aus Bad Arolsen aus. "Das hinterlässt Spuren auf den Händen, die so schnell nicht wieder weggehen." Nachdem auch der präparierte Hochsitz demoliert worden war, wurde der Angeklagte auf die Wache in Warburg bestellt. "Er hatte schwarze Spuren an den Händen", berichtete ein Beamter aus Warburg. "Er hat behauptete, er habe sich die Hände mit Öl beschmiert, weil er eine verrostete Wühlmausfalle repariert habe" gab der Beamte an. "Ich habe in gebeten, es abzuwaschen. Das hat aber nicht geklappt. Für ihn seien es eindeutig die Spuren des Silbernitrats gewesen, sagte der Beamte. Auch Richter Kalr-Heinz Kalhöfer-Köchling entkräftete die Behauptung, es habe sich um Öl gehandelt. Ich habe dieses Öl auch zu Hause, sagte er und zog eine Flasche unter der Richterbank hervor um anschließend eine Probe auf ein Blatt Papier zu sprühen. "Wie sie sehen, ist das nicht schwarz, sondern farblos." Aber wenn es mit Rost in Verbindung kommt wird es Schwarz entgegnete der Verteidiger des Angeklagten. "Nein ich denke , dann würde es eher rostfarben", antwortete Kalhöfer-Köchling. Letztendlich stand für das Gericht fest: Der Angeklagte war wütend, weil er aus der Jagdgesellschaft ausgeschlossen worden war, und hat seinen Zorn an den Hochsitzen ausgelassen, die er selbst mit aufgebaut hatte.

Quelle: HNA 

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Sonntag, 02 September 2012 10:15

Nachsuche auf einen angeschweissten Rehbock

 

DIEMELSEE/BENKHAUSEN. Nachdem ich heute meinen 17. Hochzeitstag mit meiner Fau zusammen gefeiert und  köstlich bei Wiele´s Montecatini in Korbach gegessen habe, schiebe ich mich auf dem Sofa ein als das Telefon klingelt und der alte Weltkriegsveteran Karl Wilke aus Benkhausen anruft um mich am nächsten Tag mit meinen Hunden zur Nachsuche bittet. Ein Jagdgast hat einen  Bock angeschweisst, er ist in das Nachbarrevier gewechselt, Schweiss ( Blut ) wurde allerdings nicht gefunden. Nun, gesagt, getan, am nächsten Morgen um 08:00 Uhr stehe ich Gewehr bei Fuss und die Hunde am Riemen bei Karl in seiner Werkstatt.  Ich habe mich für die Mauser 66 s im Kaliber 8 x 68 entschieden, ich kenne das Revier genau, habe ich doch etliche Jahre das Revier gepachtet, geleitet und bejagd. Im übrigen ein sehr gutes Sauenrevier. Die revierübergreifende Nachsuche hat Karl Wilke bereits geklärt, als wir mit 4 Jägern aufbrechen um den Anschuss zu begutachten. Der Schütze erklärt mir vor Ort, wo der Anschuss ist, das Trefferbild und die Fluchtrichtung schildert er mir genau. Das ist gut, so weiss ich, wie schwer die Verletzung des Stückes ist. Ich nehme die Schweisshalsung samt Riemen, lege die Halsung der alten Hündin an und die junge Hündin, die noch viel lernen muss kommt an meine linke Seite . Schweiss ist nicht zu sehen also lasse ich die erfahren Hündin am Riemen die Arbeit allein machen. Wie gewohnt findet die Hündin auf Anhieb den ( für uns unsichtbaren ) Anschuss, überwindet einen Stacheldrahtzaun und legt sich in den Riemen, 50 Meter durch Buchenhochwald, weiter Bergauf über einen Weg und  weitere 70 Meter Bergauf in ein Fichtenstangengehölz. Überall findet man Stellen wo Sauen gebrochen oder sich Malbäume ausgesucht haben. Nach weiteren 30 Metern bleibt die Hündin abrupt stehen, ein Zeichen, dass vor uns Wild liegt. Ich schnalle die Hündin und zu meiner Überraschung bögelt sich die Hündin über den Kamm in eine weitere Fichtenschonung ein. Ich laufe hinterher und es geht nun bergab.  Nun ist die Hündin Standlaut, die junge Wachtelhündin  muss ich jetzt schnallen, diese ich nicht mehr zu halten, beide Hunde geben Standlaut als ich ausser Atem die Fichtenschonung an der Grenze zu Schweinsbühl erreiche. Die junge Hündin apportiert mir den Rehbock...oder, das was davon noch übrig ist. Die Sauen haben hier ganze Arbeit geleistet und ausser dem Hinterlauf und dem Rücken nichts mehr von dem Bock übrig gelassen. Der Schütze ist erleichtert, dass die Qualen des Rehbocks beendet wurden. Mit den Resten des Bocks mache ich die Hunde genossen, die sichtlich zufrieden sind. Das Haupt des Bocks hingegen bleibt verschollen.

Text und Fotos: Klaus Rohde

 

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Montag, 27 August 2012 11:56

Maisjagdseminar-Jagdunfälle vermeiden

 

DREISLAR/MÜNDEN. Bei einem Seminar zum Thema Maisdrückjagden hat der renommierte Berufsjäger Helmut Hilpisch einheimische und aus der Region angereiste Jäger informiert.

Eingeladen hatte Wild und Hund, die Interessengemeinschaft Schwarzwild übernahm die Organisation im Schwerspatmuseum in Dreislar und dem Jagdrevier in Münden. Hilpisch referiert vor 29 Teilnehmern mit einer Powerpoint-Präsentation. Wildmeister Hilpisch erklärt, wie ein Maistreiben vom Anfang bis zum Ende organisiert wird, wie die Schützen abgestellt werden, spricht die rechtlichen Grundlagen und Risiken an, bezieht die Unfall-Verhütungsvorschriften ein und schildert, wie sich Schwarzwild während der Jagd verhält. Im Besonderen wird in seinem Vortrag auf die Jagdleitung und die Jagdorganisation verwiesen. Das Seminar wird in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert.

Berufsgenossenschaften: Ginge es nur nach den Berufsgenossenschaften, wären Maisjagden bereits seit Jahren verboten. Allein in Deutschland, so Hilpich, kommt es jährlich zu 30 Jagdunfällen an Maisschlägen, davon drei bis sieben mit tödlichem Ausgang. Allein die Lobby der Landwirte, deren Wildschaden ohne Maisjagden in astronomische Höhen schnellen würde, verhindert das Verbot. Allerdings, so Hilpisch, werden die Maisschläge immer unübersichtlicher und größer. Der größte Maisschlag befindet sich derzeit in Brandenburg und hat einen Umfang von 500 Hektar. Da ist eine erfolgreiche Jagd nicht möglich. Zu den häufigsten Unfallursachen gehören:

Fehlende -und mangelhafte Planung und Organisation
Falsches Abstellen der Schützen
Schießen ohne Kugelfang
Schießen in den Maisschlag
Verlassen des Standes ohne Genehmigung des Jagdleiters
Durchgehschützen mit Langwaffen
Keine ausreichende Warnkleidung

Planung einer Maisjagd: Der Erfolg einer Maisjagd hängt, so Hilpich, von einer guten Planung ab. Dazu gehört, dass der Jagdleiter das Revier und die räumlichen Begebenheiten sehr gut kennt. Kopierte Revierkarten, in denen die Stände eingezeichnet und nummeriert sind und Drückjagdböcke, die ein erhöhtes Sicht -und Schussfeld bieten, sollten zum Standard gehören und schnell verfügbar sein. Der Rettungspunkt muss in der Revierkarte ebenso angegeben sein. Im Straßenbereich müssen sogenannte Warntafeln auf die Drückjagd hinweisen. Wichtig: Jeder Schütze und jeder Treiber muss ein Exemplar der Revierkarte besitzen.

Das Angehen an den Maisschlag: Zu den größten Fehlern gehört das laute Angehen der Schützen, Treiber und Hunde an den Maisschlag so der Wildmeister. Wenn man es ganz gründlich vermasseln will, fährt man mit den Autos direkt an den Rand des Maisschlages und geht dann auch noch mit dem Wind an, damit auch die letzte Sau sich auf die Situation einstellen kann. Richtig ist, die Einweisung mit Hilfe der Revierkarten aus großer Entfernung durchzuführen und gegen den Wind den Maisschlag angehen. Die Pkw Kolonne muss in ausreichendem Abstand unsichtbar abgestellt werde. Erst wenn die Anstellschützen stehen, begibt sich die Hunde und Treiberwehr auf den Weg - ebenfalls gegen den Wind.

Das Anstellen der Schützen: Immer wieder, so der Berufsjäger, sieht man Maisdrückjagden, in denen Schützen in kurzen Abständen direkt an den Mais platziert werden. Hier ist die Erfolgsaussicht eine Sau zu strecken gleich Null, dafür aber die Gefahr, einen Jagdunfall zu produzieren sehr hoch. Die Schützen sollten an Fernwechseln abgestellt werden, diese können ruhig bis zu 500 Meter vom Maisschlag entfernt stehen. Die Erfahrung so Hilpich zeigt, dass die Sauen, die aus den Maisschlägen auswechseln die ersten 50 Meter in hohem Tempo absolvieren. Da bedarf es schon eines Kunstschützen wie Buffallo Bill, einen sicheren Schuss anzutragen. Die Sau hat auf Grund ihrer physischen Voraussetzung keine Möglichkeit über eine längere Distanz ein hohes Tempo zu laufen und kommt dem Schützen an dem Fernwechsel oft sehr langsam auf sichere Schussdistanz. Zusätzlich kann das Stück Schwarzwild genau angesprochen werden. Also, hier ist mit weinigen Schützen an strategischen Punkten eine Maisjagd am erfolgreichsten.

Die Hunde: Weniger ist oft mehr, so Hilpich und bezieht sich auf seine Erfahrungen mit "schnellen Hunden" Deutsch - Drahthaar und Co haben bei Maisjagden nichts verloren. Diese sind zu unbeweglich und werden schnell von schweren Sauen geschlagen. Zu seinen Favoriten gehören kurzläufige Hunde, Terrier und auch der Deutsche Wachtelhund. Hier sind wenige einzeljagende Hunde, die den nötigen Respekt vor den Sauen mitbringen, trotzdem aber die erforderliche Schärfe besitzen und wendig sind das richtige Mittel um die Rotten zu sprengen. Darüber hinaus müssen die Hunde laut jagen, stumme Hunde gehören nicht in den Mais. Die eingearbeitete Meute, die mit bis zu 30 Hunden einen Maisschlag verstänkert und dazu noch viel Geld kostet ist eher kontraproduktiv. Grundsatz: Die erste halben Stunde entscheidet über den Erfolg bei der Maisjagd. Wurde in der Zeit keine Sau aus dem Schlag gedrückt wird es sehr schwierig, fast unmöglich die Rotten zu sprengen und Beute zu machen.

Die Schützen: Sinnvoll ist es, sich einen Pool von ausgesuchten Schützen aus der näheren Umgebung anzulegen. Die Telefonnummern oder E -Mail Adressen sollten vorher ausgetauscht und die Trefffpunkte bereits festgelegt sein. Immer wieder so Hilpisch kommt es vor, dass der " jagdliche Volkssturm " aufgeboten wird und Heerscharen von Jägern, die mit Drilling und Co. anreisen die komplette Jagd bereits im Ansatz zunichte machen. Grundsätzlich sollten die Jäger in Schießkinos ihre Fertigkeiten mit der Waffe festigen, dazu zählt nicht nur die Handhabung der Waffe sondern auch das Ansprechen von alten oder jungen Sauen. Denn eines ist klar, die Maisjagden werden ausschließlich auf Frischlinge durchgeführt. Die Gewichtsobergrenze sollte 40 Kilogramm betragen. Wir schießen grundsätzlich braun vor schwarz, so Hilpisch.

Die Treiber: Die Treiberwehr besteht aus volljährigen Männern und Frauen. Kinder oder Jugendliche haben hier nichts verloren so Hilpisch. Geführt wird die Treiberwehr von dem Treiberführer, dieser untersteht grundsätzlich dem Jagdleiter. Die strategische Umsetzung im Maisfeld bespricht der Treiberführer im Vorfeld mir dem Jagdleiter. Als Waffe werden die Saufeder oder das Waidblatt und eventuell die Kurzwaffe empfohlen. Ein ausgewachsener Mann muss in der Lage sein so Hilpisch, eine 40 Kg Sau mit der kalten Waffe abzufangen. Langwaffen wie Repetierer oder Pump Guns dürfen bei Maisjagden nicht geführt werden. Abgesehen davon, dass diese Waffen zu unhandlich sind, besteht ein hohes Risiko damit einen Jagdunfall zu provozieren.

Die Sauen: Immer wieder, so Wildmeister Hilpisch, hört man von den schlechten Augen der Sauen. Das ist absolut falsch, die Sauen, die am äußeren Rand des Maisschlages die Schützen sehen, werden das Maisfeld auf keinen Fall verlassen. Die kleinste Bewegung wird von Sauen wahr genommen. Und, die Sauen kommunizieren miteinander. Informationen werden schnell weitergegeben und die Leitbache, die das Spiel bereits kennt fordert die Rotte auf die Nerven zu behalten. Je länger die Maisjagd dauert umso besser stellt sich die Rotte auf die Situation ein.

Der Jagdleiter: Der Jagdleiter ist in der Regel der Beständer (Jagdpächter) selbst. Er ist rechtlich gesehen der Ansprechpartner bei Jagdunfällen, da er die Verantwortung für die Jagdgesellschaft hat. Er kann aber auch eine andere versierte Person mit der Jagdleitung beauftragen, dies muss allerdings öffentlich bei der Begrüßung angesprochen werden. Der Jagdleiter hat ohne Ausnahme das Sagen während der Jagd. Seinen Anweisungen ist uneingeschränkt Folge zu leisten. Selbst der Jagdpächter untersteht dem Jagdleiter während dieser Zeit. Sollten sich Wild oder Jagdunfälle ereignen, hält sich die Polizei und die Staatsanwaltschaft an den Jagdleiter.

Bei Jagdunfällen: In Deutschland sind die sogenannten Rettungspunkte (Grünes Schild mit weißem Kreuz) zum Beispiel KB - 208 seit einiger Zeit an markanten gut zugänglichen Straßen positioniert. Der Rettungshubschrauber oder der Notarzt fährt nicht wie so oft vermutet in die Wälder und Felder und sucht den Unfallort, sondern fährt oder fliegt grundsätzlich die Rettungspunkte an. Jeder Schütze sollte also die Rettungspunkte kennen um bei Jagdunfällen schnell die Notrufnummer 112 zu wählen und den RP angeben. Nur so ist eine koordinierte Rettungsaktion erfolgreich durchzuführen. Mit der Antwort "Wir sind hier bei Münden am Maisfeld und ein Schütze hat einen Schuss abbekommen" kann der Rettungsdienst nichts anfangen, da es allein in Münden und Umgebung 20 bis 30 Maisschläge gibt. Hier sollten die 5 W eingesetzt werden:

Wann: Um 12:50 Uhr
Wer: Junger Mann
Wie: Angeschossen
Wo: Rettungspunkt KB - 208
Was: Oberschenkeldurchschuss / Starke Blutung

Nach Abgabe dieser Meldung wird der Verletzte sofort nach der Erstversorgung zum Rettungspunkt transportiert. Wichtig: Eine Verbandstasche sollte bei Gesellschaftsjagden immer zur schnellen Verfügung stehen. Hat z. B. eine Sau einen Treiber geschlagen muss dieser sofort "erstversorgt" werden.

Fazit: Am Ende des Seminars waren sämtliche Teilnehmer um einige Erfahrungen reicher. Es wurde bereits bei Helmut Hilpisch nachgefragt, ob denn weitere Seminare wie zum Beispiel die Wildbretversorgung oder ein Anschussseminar möglich seien. Mit großer Erwartung sehen wir der hoffentlich positiven Antwort von Wildmeister Hilpich entgegen. Hilpich bedankte sich bei Alfons Brocke für die organisatorische Meisterleistung und bei den Mündener Pächtern für das zur Verfügung gestellte Revier.

Publiziert in Retter

FRANKENBERG. Vertagt hat das Frankenberger Amtsgericht ein Strafverfahren gegen einen 61-jährigen Mann, der sich wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten muss.

Verhandelt wird gegen den früheren jagdlichen Fachberater des Dodenauer Wildgeheges. Die Stadt Battenberg hatte das Beschäftigungsverhältnis wegen eines gestörten Vertrauensverhältnisses beendet.

Am 21. Oktober 2011 war der Angeklagte vom Forstamt Frankenberg zu einer Gesellschaftsjagd eingeladen. Dort bestätigte sich, was Fachleute aus der Forst- und Jagdszene zuvor schon tuschelten: Der heute 61-jährige besitzt keine gültige Jagdausübungsberechtigung und keine Schießerlaubnis mehr.

Vor Gericht stand der frühere Berufsjäger, weil er bei dieser Jagd ohne Schießerlaubnis ein Gewehr mitgeführt haben soll - was der Angeklagte energisch bestritt: „Ich habe keine Schusswaffe dabei gehabt."

Es gibt jedoch einige Merkwürdigkeiten. „Bei einer solchen Jagd kontrollieren wir morgens die Jagdscheine", sagte der Frankenberger Forstamtsleiter als Zeuge aus. Der Angeklagte habe keinen gültigen Schein vorweisen können. Als Begründung habe der 61-Jährige angegeben, er habe am Morgen seinen Rucksack mit dem seines Sohnes verwechselt, der ebenfalls Jäger ist und an einer anderen Jagd teilnahm.

Nach der Mittagspause, bei der neuen Gruppeneinteilung, habe er noch einmal nachgefragt, ob sich „das mit dem Jagdschein geklärt" habe, sagte der Forstamtsleiter. Nachdem ein damit beauftragter Revierförster dies verneinte, durfte der Angeklagte weiterhin nicht als Schütze, sondern nur als „Beobachter" an der Jagd teilnehmen.

Damit waren die Voraussetzungen klar. Nun gibt es aber zwei Zeugen, die den Angeklagten während der Jagd mit einem Gewehr gesehen haben wollen: Ein 45-jähriger Treiber sagte vor Gericht: „Er hat da gestanden in einer sehr auffälligen, roten Jacke. Das Gewehr hatte er geschultert."

Ein weiterer Treiber, ein 25-jähriger Student, will aus etwa 20 Metern Entfernung gesehen haben, dass der Angeklagte – den er offenbar wegen seiner Bekleidung als Berufsjäger bewunderte – ein Gewehr in der Armbeuge trug.

Auf mehrfache Nachfrage der Verteidigung schwächten die Zeugen später ihre Aussagen ab; auch mit dem Verweis darauf, dass der Vorfall schon fast acht Monate zurück liege.

Widersprochen haben beide Zeugen einer Version der Verteidigung, bei dem mutmaßlichen Gewehr könnte es sich auch um einen großen Stock gehandelt haben. Einen solchen Stock führte der Angeklagte im Gerichtssaal vor und gab an, dass er diesen benutze, um sein Fernglas aufzulegen.

Richterin Andrea Hülshorst will nun weitere Zeugen laden. Ein Termin für die Fortsetzung steht noch nicht fest.

Quelle: HNA

Publiziert in Archiv - Sammlung
Samstag, 19 Mai 2012 14:24

DIEMELSEE

STORMBRUCH. Karl Brocke hatte gestern Waidmansheil. von  der neu gebauten Kanzel hat er einen schwachen Bock gestreckt.

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Mittwoch, 02 Mai 2012 13:06

Jäger verurteilt...

Jäger wegen Habichtfang verurteilt

Habicht

Vor dem Amtsgericht Duisburg (NRW) mussten sich am  08.02.2012 vier Jäger wegen des Betriebes einer illegalen Greifvogelfalle und dem Fang mindestens eines Habichts verantworten. Der Hauptbeschuldigte wurde zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen á 25 € (Gesamtgeldstrafe 1.500 €) verurteilt. Der Mann, der wegen verschiedener Jagdvergehen aktuell über keinen Jagdschein verfügt, wird seine Erlaubnis wohl nie mehr zurück erhaklten. Die Verfahren gegen seine drei Kollegen wurden gegen Zahlung von Geldbußen (jeweils zwei Mal 1.500 € und ein Mal 1.000 €) eingestellt.

Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord hatten die geräumige Falle unweit des Lohheidesees mit einem darin befindlichen Habicht am 31.01.2010 gefunden und die Polizei gerufen. Das Gerät wurde im Beisein des jetzt Verurteilten deaktiviert. Einen Monat später kontrollierten Vogelschützer die Fangstelle erneut und staunten nicht schlecht, als sie die Falle wieder aktiv vorfanden. Die Polizei wurde wieder gerufen, dieses Mal versuchte der Täter sogar, die Beamten daran zu hindern, die Falle stillzulegen.

Der Hauptbeschuldigte gab heute zu, die Falle gebaut und betrieben zu haben. Im Rahmen der Verhandlung wurde festgestellt, dass der Mann gewohnheitsmäßig Greifvögel fing - die Mindeststrafe dafür liegt eigentlich bei 3 Monaten Haft oder ersatzweise 90 Tagessätzen Geldstrafe. Warum das Gericht unter diesem Strafmaß blieb, ist nicht bekannt.

Quelle: komitee.de

Lesen Sie dazu auch unsere Pressemeldungen vom Frühjahr 2010:

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Mittwoch, 14 März 2012 07:33

Jagd- und Schießkino in Leitmar

MARSBERG / LEITMAR* Nun ist es soweit, die lange Fahrt zum Schießkino in Buke scheint der Vergangenheit zu gehören. In Leitmar wurde das Schießkino mit modernster Technik durch den SSC Marsberg installiert und erneuert. Die Simulationen unterschiedlicher Art befähigen den Jäger, im "Ernstfall" auf Drückjagden einen sicheren Schuss anzubringen. So wird das Leid der Tiere auf ein Minimum reduziert. Die jagdlichen Echtfilmszenen werden auf der Leinwand in Bild und Ton projeziert. Die maximale Geschossenergie von 7000 Jule, dürfte bei den herkömmlichen Jagdpatronen nicht überschritten werden, daher sind alle gängigen Kaliber z. B.  9,3 x 62,   8 x 57,       7 x 57,  8 x 68 S,  308 oder 30/06  usw... erlaubt. Die Vorgabe von Hessen Forst, einen Befähigungsnachweis auf Drückjagden durch ein Zertifikat eines Schießkinos vorzulegen, kann nun auch leichter und kostengünstiger für die Jäger aus Waldeck-Frankenberg erbracht werden.

Öffnungszeiten:

Freitag:    16:00 - 22:00 Uhr

Samstag:  10:00 - 22:00 Uhr

Sonntag:   10:00 - 20:00 Uhr

 

Stände Schießkino:

4 Schützen

 

Preise:

Standmiete pro Stunde:   110,-€

              zwei Stunden:     95,-€

ab drei Stunden u. länger: 90,-€

Kontakt:

Josef  Jäger, Tel. 02993/1061 oder 0170/5356314

 

Anfahrt:

Zum Trompeter 20   in Marsberg - Leitmar

             

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