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Dienstag, 03 November 2015 08:35

Wildunfälle im Kreisgebiet steigen weiter an

WALDECK-FRANKENBERG. Die Tage im November werden kürzer und die Gefahr einer Kollision zwischen einem Fahrzeug und Wild steigt im Landkreis erheblich an. Wie die Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg gegenüber der Redaktion von 112-magazin.de mitteilte, haben sich die Wildunfälle im Jahr 2015 drastisch erhöht. Wurden im Gesamtjahr 2014 exakt 828 Wildunfälle von der Polizei im Kreisgebiet aufgenommen, waren es im Zeitraum vom 1.1.2015 bis 31.08.2015 schon 878 registrierte Wildunfälle.

Die Versicherungsagentur Iske in Usseln nennt weitere Zahlen: Die LVM-Versicherung hat im letzten Jahr (2014) 11.176 Wildunfälle in Deutschland bearbeitet und die Rekordsumme von 28 Millionen Euro an die Geschädigten ausgezahlt. Michael Iske: "Wir rechnen im Kreisgebiet Waldeck-Frankenberg infolge besser ausgebauter Straßen und einem steigenden Schwarzwildbestand, in Zukunft mit deutlich höheren Unfallzahlen". Iske weist in diesem Zusammenhang auf einen ausreichenden Versicherungsschutz hin. 

 

Hier einige Tipps zum richtigen Verhalten mit Wild vor,- und nach einer Kollision:


Gerade in Wald- und Wiesengebieten und in Bereichen, die mit den entsprechenden Verkehrszeichen gekennzeichnet sind, muss mit Wildwechsel gerechnet werden.

Daher dort besonders aufmerksam fahren. Sollte es dennoch zu einer Kollision mit einem Tier kommen, ist es wichtig in der eigenen Fahrspur zu bleiben. Halten sie das Lenkrad fest und bremsen sie kontrolliert ab!

Nach einem Unfall sofort die Unfallstelle sichern und den Jagdausübungsberechtigten oder die Polizei anrufen

Angefahrene Tiere dürfen nicht mitgenommen werden.
Wird dies nicht beachtet, kann man sich wegen des Verdachts der Wilderei strafbar machen.

  • Wenn Wild gesichtet wird, an oder auf der Straße steht, Abblenden, kontrolliert bremsen und hupen. Die Geschwindigkeit von Fahrzeugen kann durch das Wild nicht eingeschätzt werden und grelles Scheinwerferlicht blendet die Tiere und macht sie orientierungslos.
  • Das Wild lebt oft gesellig, also immer mit Nachzüglern rechnen.
  • In Panik versetzte Tiere queren oft unvermittelt die Straße. Auch wenn kein Wild mehr zu sehen ist, langsam weiterfahren.
  • Sollte eine Kollision unvermeidbar sein, ist ein kontrollierter Aufprall besser als das unkontrollierte Ausweichen.
  • Vor einer Kollision Lenker festhalten, Notbremsung einleiten und ohne Ausweichlenkung geradeaus fahren.
  • Unfälle mit Personenschäden entstehen sehr oft durch riskante Ausweichmanöver mit einer Gefährdung des Gegenverkehrs und enden nicht selten am Baum.
  • Bei Wildunfällen kontrolliert anhalten, Unfallstelle sichern und bei Personenschaden Hilfsmaßnahmen einleiten.
  • Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, auf Nachfolgeverkehr achten, Warndreieck aufstellen.
  • Verunfalltes Wild möglichst nicht berühren, denn nicht alle angefahrenen Tiere sind sofort tot, auch wenn es manchmal so scheint.
  • Polizei oder Jäger verständigen.
  • Auch wenn nach einer Kollision mit Wild kein sichtbarer Schaden entstanden ist, sollte die Polizei trotzdem verständigt werden. Diese wird in der Regel den Jagdausübungsberechtigten benachrichtigen um das angefahrene Wild aufzuspüren und von eventuellen Qualen zu befreien.

Quelle: Polizei Paderborn, Polizei Sachsen, LVM-Versicherung, Polizei Korbach

 

 

Publiziert in Polizei
Mittwoch, 29 Februar 2012 10:10

"Man muss immer mit Wildwechsel rechnen"

WALDECK-FRANKENBERG. Im Rahmen der "Aktion Sichere Landstraße 2012" konzentriert sich die Polizei in dieser Woche auf Informationen zum Thema Wildunfälle. Vor allem die Beamten des Regionalen Verkehrsdienstes, aber auch die Polizisten der vier Stationen in Bad Arolsen, Korbach, Bad Wildungen und Frankenberg wollen mit Autofahrern ins Gespräch kommen.

"Uns sind dabei Sensibilisierung und Prävention wichtig", erklärt Sandra Theiß vom Regionalen Verkehrsdienst. Mit ihren Kollegen bezog sie beispielsweise am Dienstagnachmittag Posten in Netze - von dort aus führen mehrere Strecken durch Waldgebiete, unter anderem in Richtung Naumburg. Nach dem Zufallsprinzip hielten die Beamten zahlreiche Autofahrer an, sprachen mit ihnen über die Gefahren von Wildunfällen, schilderten drastisch die Folgen von Zusammenstößen mit schweren Tieren bei hohen Geschwindigkeiten und beeindruckten nicht wenige Verkehrsteilnehmer mit einer Zahl: 1137. So viele Kollisionen mit Wild gab es nämlich allein im Jahr 2011 in Waldeck-Frankenberg. In den meisten Fällen blieb es bei teils hohen Sachschäden, es gab aber auch Verletzte.

Bundesweit sind nach Angaben der Beamten pro Jahr Dutzende Tote und mehr als 3000 Verletzte zu beklagen, die Sachschäden summierten sich auf jährlich eine halbe Milliarde Euro. Seit 1975 habe sich die Zahl der Wildunfälle etwa verfünffacht, berichtete die Verkehrsdienstlerin gegenüber 112-magazin.de. Diese Entwicklung bezeichnete sie als besorgniserregend. "Man muss in Waldgebieten immer mit Wildwechsel rechnen", sagt Sandra Theiß. Viele Verkehrsteilnehmer seien aber trotz der Warnschilder zu sorglos und mit zu großer Geschwindigkeit unterwegs. Dabei hätten Wildunfälle mittlerweile in der Statistik neben den klassischen Ursachen wie nicht angepasstes Tempo oder Alkohol am Steuer eine feste Größe eingenommen. Apropos feste Größe: Beim Zusammenstoß mit einem Rothirsch bei Tempo 60 hat das Tier laut Theiß ein Aufprallgewicht von fünf Tonnen - so viel wiegt beispielsweise ein Elefant. Dennoch solle man keinem Tier ausweichen, wenn man dadurch sich selbst oder andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringt.

"Wir wollen weg von dieser Sorglosigkeit", machte die Beamtin klar. Nach den Gesprächen mit Autofahrern bekamen diese verschiedene Flugblätter zum Thema. Darin waren auch Tipps zu finden, wie man sich nach einem Wildunfall zu verhalten hat. So müsse man die Unfallstelle absichern und die Polizei verständigen. Außerdem solle man verletzte Tiere wegen unberechenbarer Reaktionen oder möglicher Tollwutinfektion nicht berühren.


Weitere Hinweise gibt es auf der Seite der hessischen Polizei:
Informationen zum Thema "Besser langsam als Wild"

Publiziert in Polizei
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