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WALDECK-FRANKENBERG. Medizinischer Notfall, Feuer, Unfall oder Katastrophe - wenn Menschenleben in Gefahr sind, zählt jede Sekunde. Hilfe bekommen die Bürger in beinahe jeder Notsituation über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112. Am 11.2. ist der europäische Tag des Notrufes 112, der unter anderem das Ziel hat, die in allen EU-Ländern geltende Nummer bekannter zu machen.

Umfragen zufolge wissen zum Beispiel nur 20 Prozent der Deutschen, dass die Notrufnummer 112 in der gesamten Europäischen Union gilt. Gerade in Bezug auf Urlaub oder berufliche Auslandsaufenthalte kann dieses Wissen Menschenleben retten. Weiterhin ist die Notrufnummer unabhängig vom jeweiligen Netzanbieter rund um die Uhr erreichbar.

Egal ob Festnetz oder Mobiltelefon, wer in Waldeck-Frankenberg die 112 wählt, landet in der Regel in der zentralen Leitstelle im Korbacher Kreishaus. Wählt man den Notruf über das Mobiltelefon, kann der Anruf - abhängig vom Standort - auch schon einmal bei einer benachbarten Leitstelle ankommen, "die Kollegen leiten ihn in diesem Fall jedoch schnellstmöglich an uns weiter", erklärt Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick. Er ist Leiter des Fachdienstes Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Waldeck-Frankenberg - und damit unter anderem auch für die Rettungsleitstelle verantwortlich.


23.215 Notrufe über die Nummer 112 im Jahr 2016
Die Disponenten der Leitstelle Waldeck-Frankenberg haben im vergangenen Jahr genau 23.215 Notrufe entgegengenommen, aus denen 15.237 Einsätze entstanden sind. In den übrigen Fällen haben Personen die Notrufnummer entweder missbräuchlich oder versehentlich gewählt, außerdem gehen laut Biederbick in einigen Fällen auch mehrere Notrufe zu ein und demselben Unfall oder Brand ein. Nicht zuletzt wählen Anrufer aus Unwissenheit die Notrufnummer, obwohl sie beispielsweise lediglich einen Krankentransport bestellen oder Fragen zu Apothekennotdiensten beantwortet haben möchten. Notrufe per Fax als Möglichkeit für Gehörlose gingen im vergangenen Jahr laut Biederbick nicht ein. Auch Notrufe, wie sie spezielle Smartphone-Apps ermöglichten, spielten im vergangenen Jahr keine Rolle.


Die Telefonnummer des Hilfesuchenden wird der Leitstelle auch bei unterdrückter Rufnummer angezeigt, sodass die Disponenten schon während des Telefonats wichtige Informationen zu Namen und Adresse des Anrufers abgleichen können - digitale Technik macht's möglich. Inzwischen digital - früher auf Tonband - werden alle Notrufe aufgezeichnet und gespeichert. Hierdurch können sich die Disponenten das Gespräch bei Bedarf mehrfach anhören und auch unter schwierigen Bedingungen den Inhalt bestmöglich auswerten.

"Ganz wichtig beim Absetzen eines Notrufes ist es, eine gewisse Ruhe zu bewahren", erklärt Gerhard Biederbick. "Zuerst müssen wir wissen, wer den Notruf meldet, und was genau passiert ist. Dann sollte man mitteilen, wie viele Personen betroffen sind und wo man sich befindet. Bei dieser Frage ist es besonders wichtig, die Angaben so genau wie möglich zu machen, um den Einsatzkräften eine zeitaufwändige Suche zu ersparen", verdeutlicht der Fachdienstleiter. Beenden sollte der Hilfesuchende das Gespräch in keinem Fall selbst, da hierbei wichtige Informationen verloren gehen könnten. Man solle stets auf mögliche Rückfragen des Disponenten warten - der das Gespräch beendet, wenn er über alle nötigen Informationen verfügt.


Biederbick empfiehlt, sich an die sogenannten fünf "W"s zu halten:
"Wer ruft an? Was ist passiert? Wo ist die Einsatzstelle? Wie viele Betroffene? Warten auf Rückfragen.

Biederbick rät außerdem, den Notruf so früh wie möglich zu wählen, um ein rasches Entsenden der Einsatzkräfte zu ermöglichen. Neben Feuerwehr, Rettungswagen und Notarzt kann die Leitstelle auch DLRG, THW, Bergwacht und weitere Organisationen zur Einsatzstelle entsenden. Bei sehr schweren Notfällen fordern die Disponenten in Absprache mit umliegenden Leitstellen zum Beispiel auch Rettungshubschrauber an.

Erfolgreiche Telefonreanimation
Dass man bei einem Notfall durchaus mehr machen kann als nur den Notruf abzusetzen, zeigt ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr, bei dem ein zweijähriger Junge in Korbach nach einem Sturz in den Swimmingpool von seinem Bruder reanimiert wurde. Der damals Neunjährige wählte den Notruf und schilderte dem Disponenten Michael Seebold die Situation. Noch während Seebold (r.) an seinem Rechner den Rettungswagen samt Notarzt alarmierte, erklärte er dem jungen Anrufer das weitere Vorgehen. Durch Instruktionen am Telefon angeleitet, zog der Junge seinen Bruder aus dem Wasser, leitete entsprechende Maßnahmen ein und rettete ihm somit das Leben.


Wichtige Hinweise:

  • Rufen Sie die 112 nicht für Verkehrsmeldungen, Wetterberichte oder allgemeine Informationen an
  • Unnötige Anrufe können das System überlasten und so das Leben derer gefährden, die wirklich dringend Hilfe benötigen
  • Scherzanrufe können ebenfalls die Reaktion auf echte Notfälle verzögern. Wegen der hohen Zahl von falschen Notrufen haben zahlreiche Länder beschlossen, die 112 für Anrufe von Mobiltelefonen ohne SIM-Karte zu sperren

Weitere Informationen und Links zum Thema:
Einheitliche Telefonnummer 112 für den Notfall europaweit

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Publiziert in Retter

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