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WILLINGEN/BONTKIRCHEN. Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am heutigen Sonntagmorgen auf der Landesstraße zwischen Willingen und Bontkirchen - der Rettungshubschrauber "Christoph Gießen" wurde angefordert.

Für einen 61-jährigen Mann aus Bontkirchen endete die Fahrt auf seinem Roller abrupt um 5.50 Uhr, auf der Landesstraße  3393 am Abzweig nach Schwalefeld. Der Rollerfahrer war mit seiner Honda aus Richtung Bontkirchen in Fahrtrichtung Willingen unterwegs. Ein aus Richtung Willigen herannahendes Taxi bog in dem Moment nach links in die Straße "Am Schwalefelder Treis" ein und übersah den vorfahrtsberechtigten Rollerfahrer. Dabei kam es zum Zusammenstoß - der Bontkirchner krachte mit seiner Maschine gegen den rechten Kotflügel, wurde aus der Sitzbank gehoben, knallte mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe des Opels und kam auf dem Asphalt zum Liegen. Über die Notrufnummer 110 wurde die Polizei alarmiert, die noch während der Anfahrt in weiser Voraussicht einen Notarzt und eine RTW-Besatzung vom DRK zur Unfallstelle schickte. 

Schnell stellte sich heraus, dass die Verletzungen des 61-Jährigen schwer waren, obwohl er einen Helm getragen hatte. Noch während der notärztlichen Versorgung wurde der Intensivtransporthubschrauber "Christoph Gießen" angefordert, der gegen 6.30 Uhr auf einer Wiese direkt neben der L 3393 landen konnte. Um Punkt 7 Uhr stieg der Rettungshubschrauber in Richtung Süden wieder auf und brachte den Schwerverletzten in eine Klinik. Während dieser Zeit musste die Straße für den Verkehr gesperrt werden. Eine inzwischen eingetroffene zweite Funkstreife unterstützte die Maßnahmen.

Für den Taxifahrer, der in einem Diemelseer Ortsteil wohnt, ging der Unfall glimpflicher aus. Gegenüber 112-magazin.de betonte der 31-Jährige, dass er den Rollerfahrer nicht gesehen habe. "Ich wollte mit meinem Taxi auf den Parkplatz abbiegen, da hat es gescheppert", so der Flechtdorfer, der sichtlich unter Schock stand. 

An der Honda  vom Typ "sh-mode" entstand Totalschaden. Auch das Taxi war nicht mehr fahrbereit und wird wahrscheinlich mit wirtschaftlichem Totalschaden aus der Flotte genommen werden müssen.  (112-magazin)

Link: Unfallstandort Landesstraße 3393 bei Schwalefeld

Publiziert in Retter
Samstag, 12 Mai 2018 19:47

Feuerwehr und Retter im Einsatz

WINTERBERG. Bereits am gestrigen Abend gegen 22 Uhr landete der Intensivtransporthubschrauber Christoph 90 (Christoph Gießen) auf dem Winterberger Kirmesplatz.

Wie zu jeder RTH- oder ITH Landung bei Dunkelheit in Winterberg rückt der Winterberger Löschzug vorher aus um den Kirmesplatz als Landeplatz auszuleuchten, ohne die Unterstützung der Feuerwehr wäre eine Landung dort Nachts nicht möglich.

Als die Maschine gelandet war, nahm ein RTW des Hochsauerlandkreises die medizinische Besatzung des Hubschraubers auf, um den Patienten während des Transportes vom Krankenhaus zum Hubschrauber auf den Flug vorzubereiten.

Nachdem der RTW mit Patient und Crew wieder zum Hubschrauber zurückgekehrt war, wurde der Patient in den ITH umgeladen. Wenig später hob die Maschine wieder ab. (U.Wahle/112-magazin)

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Publiziert in Retter
Freitag, 06 April 2018 10:20

Christoph 91 im Einsatz

KLOSTER-GRAFSCHAFT. Aufgrund eines Intensivtransportes in eine weiter entfernte Klinik landete Donnerstagmittag, gegen 12.40 Uhr, der Intensivtransporthubschrauber Christoph 91 ,,Mittelhessen" aus Reichelsheim am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft in Schmallenberg. Wie bei jeder Verlegung die zum Kloster geflogen wird, kommt ein RTW des Hochsauerlandkreises hinzu, um den Patienten adäquat von der Liegendanfahrt bis zum Hubschrauberlandeplatz zu transportieren. Etwa gegen 13.15 Uhr, nachdem sich der Patient in dem ITH befand, hob die Maschine wieder ab. (112-magazin/Uli Wahle)

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Publiziert in Retter

HOCHSAUERLANDKREIS. Der Dortmunder Intensivtransporthubschrauber "Christoph Dortmund" war heute Mittag am Fachkrankenhaus "Kloster Grafschaft" im Einsatz. Es handelte sich aber lediglich um eine Verlegung eines Patienten. Mit im Einsatz waren Rettungswagen und Notarzt des Hochsauerlandkreises.

Unser Dank für das zugesandte Foto gilt Matthias Böhl.

Foto: Matthias Böhl

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Publiziert in HSK Retter
Samstag, 22 August 2015 22:17

Mit dem Hubschrauber Leben retten

Unser Mitarbeiter Patrick Krause aus Bad Berleburg, selbst engagierter Feuerwehrmann und Sanitäter, hat in seinem Sommerurlaub in München die Station der DRF Luftrettung besucht. Er hat für uns einen Blick über den regionalen Tellerrand hinaus gewagt und zusammen mit der Hubschrauberbesatzung diese beeindruckende Reportage erarbeitet. (Matthias Böhl)

Überall wo Rettungshubschrauber auftauchen, sorgen sie für Aufsehen und scheinen etwas Außergewöhnliches zu sein. Ihr Einsatz ist spektakulär, wird von vielen Menschen mit etwas besonders Schlimmem verbunden. Wir waren bei der DRF Luftrettung in München zu Gast und haben uns zeigen lassen, warum es die Luftrettung gibt und wie ein Einsatzalltag in der Luftrettung abläuft.

Der Alam ertönt: „ Achtung, Achtung! Einsatz für den Christoph München!“, Die wichtigsten Informationen für Pilot, Co-Pilot, Rettungsassistent und Notarzt kommen ebenfalls von der Leistelle München und werden direkt auf das Handy des Piloten gesendet. Der Hintergrund ist bei planbaren Patiententransporten zwischen Kliniken mit genügend zeitlichem Vorlauf kommen die Infos per Fax. Bei Notfalleinsätzen bleibt für ein Fax keine Zeit. München ist eine 24h-Station. Während tagsüber für gewöhnlich ein Pilot, ein Rettungsassistent und ein Notarzt an Bord sind, ist bei nächtlichen Einsätzen ein zusätzlicher Pilot mit an Bord.“ Jeder weiß, was jetzt zu tun ist. Trotz des Alarms läuft alles ganz ruhig ab. Der Co. Pilot programmiert per Computer, welcher in der kleinen Arbeitszentrale steht, über ein Satellitensystem ein internetgestütztes Programm im Hubschrauber. Der Rettungsassistent oder der Co. – Pilot gibt auf der Internetseite den genauen Einsatzort ein, per Satellit bekommt der Pilot, die eingegebenen Informationen in den Hubschrauber. Die Rettungsassistenten der DRF Luftrettung besitzen eine Zusatzqualifikation, die es ihnen erlaubt, neben den Notarzt auch den Piloten bei der Navigation – u.a. bei der Landung - und der Luftraumbeobachtung zu unterstützen.“ Wenige Klicks später und der Weg ist im „Navi“ des Hubschraubers angekommen. Parallel zur Eingabe des Einsatzortes startet der Pilot schon die Turbinen. Nun liegt ein Geruch von Kerosin in der Luft, die Rotorblätter drehen sich mit fast voller Geschwindigkeit – für den Betrachter oftmals ein Moment der Gänsehaut. Der Notarzt zieht kurz vor dem Take off, dem Start des Hubschraubers, schnell noch die externe Batterie von der Maschine ab. Co. Pilot oder Rettungsassistent machen mit dem Pilot den letzten Check und weniger als 120 Sekunden nach der Alarmierung ist „Christoph München“ von seiner Heimatstation am Klinikum Großhadern abgehoben. Der Rettungsassistent informiert seine Kollegen über die Art des Einsatzes und teilt die genaue Einsatzadresse mit. Dieses Mal geht es an den Münchener Flughafen. Das Einsatzstichwort klingt für alle Beteiligten dramatisch. – Säuglingsreanimation -, nun zählt jede Sekunde. Es ist still in der Maschine. Alles hart gesottene an den Männern ist plötzlich weg. Sie dürfen sich nun nicht zu viele Gedanken machen, - einhundertprozentige Leistung ist von allen Beteiligten gefragt.

„Kindernotfälle belastet uns alle sehr, erst selbst wenn wir auch kleine Kinder haben, die zu Hause auf uns warten“, schildert Dietmar Gehr, Stationsleiter und Pilot von Christoph München. Pilot Gehr steuert den Hubschrauber, den sie liebevoll ihren „Vogel“ nennen, mit voller Geschwindigkeit in Richtung Theresienwiese. In München kommt die neue H 145 zum Einsatz. Die DRF Luftrettung war die erste Luftrettungsorganisation weltweit, die diesen Hubschrauber-Typ der neuesten Generation eingesetzt hat Knapp über den Häusern der Bayernmetropole sind sie unterwegs, um Leben zu retten. Unterdessen haben Feuerwehr und Polizei bereits die Straße gesperrt. Auf der „Wiesn“ steigt der Kindernotarzt, welcher von der Berufsfeuerwehr München kommt zu. Der Kindernotarzt fährt immer mit raus, wenn Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren einen Notarzt brauchen. Der Hubschrauber ist grade erst gelandet, schon hebt er auch wieder ab. Nun geht es wieder mit rund 230 km/h Richtung Münchener Flughafen. Auch dort haben Polizei und Flughafenfeuerwehr bereits eine Straßenkreuzung zwischen den beiden Terminals 1 und 2 gesperrt, wo Dietmar Gehr seinen        „H 145“ und seine Crew nun sanft absetzt. Der Tower des Flughafens war den Rettern aus der Luft während des Einfluges behilflich. Direkt nach dem Touch Down, der Landung, eilte die medizinische Besatzung zum Einsatzort, wo ihre Hilfe so dringend benötigt und sie so sehnsüchtig erwartet wurden. Eine Besatzung eines Rettungswagen und eines Notarztwagen kämpften bereits um das Leben des kleinen Erdenbürgers. Nach einiger Zeit konnten die Männer und Frauen ein erstes Mal aufatmen: Das Team hatte es geschafft. Das Baby hatte wieder einen stabilen Kreislauf, dass es mit dem Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden konnten.

Pilot Dietmar Gehr und sein Co - Pilot Marco Ruschel blieben währenddessen am Hubschrauber. Notarzt Dr. Roland Tomasi, Rettungsassistentin Marian Mangelsdorf, der Kindernotarzt, die RTW und NAW-Besatzungen – sie alle hatten geholfen, das noch so junge Kind zurück ins Leben zu holen. Nun bringen sie ihren kleinen Schützling zum Hubschrauber, der mitten auf der Kreuzung wartet. Der Flug in die Klinik verlief sicher, schnell, schonend und ohne Zwischenfälle. Während des Hubschraubereinsatzes kam es zu erheblichen Behinderungen des Straßenverkehrs am Flughafen. Der Flugverkehr wurde nicht beeinträchtigt. Das Notarzt – Team entschied, das Kind in die Kinderklinik am Goetheplatz zu fliegen. Wiederum musste eine Hauptverkehrskreuzung unter starkem Verkehrseinfluss gesperrt werden. Dann stand die Verkehrsader still – Jetzt hatte Christoph München mit seinem Team absoluten Vorrang. Der erfahrende Pilot Gehr landete den Intensivtransporthubschrauber mitten auf der Fahrbahn. Straßenlaternen, Hausdächer, Autofahrer und Passanten – all das macht dem Profi im Cockpit nichts aus, er hält zu allen sicheren Abstand. Volle Konzentration auf den Einsatz. Souverän, routiniert, ruhig und sicher – schon seit vielen Jahrzehnten. Die Übergabe des kleinen Patienten an das Ärzte – Team im Kinderklinikum geschieht bei laufenden Turbinen. Nur wenige Minuten dauert das. Professionell und genau wie immer – trotz Innenstadtverkehr. Nach der Übergabe ging es noch mal kurz zur Theresienwiese, wo der Kindernotarzt abgesetzt wurde. Die Crew von Christoph München flog wieder zurück an die Station. Maschine einsatzklar machen, warten auf den nächsten Einsatz.

Die gute Nachricht erreichte Dietmar Gehr später: Das Kind hat den Einsatz überlebt!

Gehr bezeichnetet den Einsatz als etwas „außergewöhnliches“. Die Crew hat bei diesem Einsatz einmal mehr hohe Konzentration bei hohem Zeitdruck bewiesen und das bei einem Maximum an Sicherheit. Und wenn man dies alles unter einem hohen Druck komprimiert, dann hat man eine sehr gute Basis und Chance Leben sicher und optimal zu retten. „Dies ist unter anderem den vielen Trainingseinheiten zu verdanken“, macht Gehr deutlich. Dieses Mal war es ein „Notfalleinsatz“, bei dem der Pilot und das Rettungsteam direkt zur Notfallstelle fliegen. Die Hauptaufgabe von Christoph München sind allerdings so genannte „Intensivtransporte“, bei denen schwer kranke oder verletzte Menschen schonend in Spezialzentren transportiert werden. Auch über weitere Distanzen innerhalb kürzester Zeit. Pilot Dietmar Gehr macht deutlich, dass Intensivtransporthubschrauber aber auch genauso gut Notfalleinsätze übernehmen und auch Rettungshubschrauber immer wieder dringende Intensivtransporte durchführen .Die strikte Trennung gebe es nicht, so Gehr. „Unsere Statistik zeigt an das wir fast genauso viele Notfalleinsätze als auch Patiententransporte fliegen“, erklärt er.

Man kann die Hubschrauber der DRF Luftrettung mit einer fliegenden Intensivstation vergleichen. Im Hubschrauber kann man alle lebensrettenden Maßnahmen beginnen und die bereits begonnene Therapie weiter fortführen. Man kann dem Patienten im Hubschrauber ein Maximum der Versorgung bieten – genau so, wie auf einer Intensivstation. Um diese hohe Qualität bei Intensivtransporten aber auch bei der Notfallrettung aufrecht zu erhalten, ist die DRF Luftrettung als gemeinnützig tätige Organisation auf die Unterstützung von Spenden und Förderern angewiesen. Denn die Kosten der Luftrettung werden nicht vollständig von den Krankenkassen übernommen.“

Publiziert in SI Retter

GREVEN.  Feierabend gibt es für den Intensivtransporthubschrauber „Christoph Westfalen“ der ADAC Luftrettung GmbH in Greven nicht. Hier werden nur die Besatzungen getauscht, die Maschine ist rund um die Uhr einsatzbereit, um schwer kranke Patienten zu verlegen, oder den Notarzt schnell zur Einsatzstelle zu bringen. An diesem Abend haben die Piloten Sven Tiedemann und Ralf Lehmann um 19.00 Uhr den Nachtdienst übernommen, zusammen mit einer neuen medizinischen Besatzung, bestehend aus Rettungsassistent und Notarzt. Aus flugsicherungstechnischen Gründen ist es erforderlich, nachts mit zwei Piloten zu fliegen. Zu riskant wäre ein Alleinflug. Strommasten, Schornsteine, Baukräne, oder Bäume: All das muss auch nachts gesehen werden. Außerdem ist vor einem Nachteinsatz ein Wettercheck vor dem Abflug nötig: Während einer der Piloten die notwendigen Daten bei der zuständigen Wetterzentrale einholt, kann der zweite die Maschine vorbereiten und aus dem Hangar fahren, gegebenenfalls noch mal Treibstoff nachtanken. „Wir fliegen nachts sowohl primär als auch sekundär“, erklärt einer der Piloten und meint damit, dass neben Patientenverlegungen auch direkte Notfalleinsätze geflogen werden, bei denen der Notarzt zur Einsatzstelle gebracht wird. Häufiger Einsatzgrund seien dabei Verkehrsunfälle, erklärt er weiter.

An diesem Abend müssen Sven Tiedemann und Ralf Lehmann nicht lange warten, bis der Nachtflug losgeht. Über Telefon meldet sich die Leitstelle Steinfurt, die den Hubschrauber vom Typ BK 117 alarmiert und fragt für einen Intensivtransport von Lippstadt nach Münster an. Ein kurzer Wettercheck, der Notarzt telefoniert derweil mit dem Klinikum Lippstadt und Ralf Lehmann bereitet die Maschine vor. Der Rettungsassistent erledigt schnell die erforderlichen Formalitäten. Das Wetter ist ideal, wolkenlos und Sichten von über 30 Kilometern. Wenige Minuten nach dem Anruf der Leitstelle gehen die Männer zu ihrer Maschine. Mit einem Summen starten die Turbinen und die komplexen Systeme werden hochgefahren. Dann hebt Sven Tiedemann die Maschine sanft von der Plattform zieht sich zunächst nach hinten und dann über den Landeplatz, von wo aus er Höhe aufnimmt. „Das machen wir so, damit wir im Falle eines Triebwerkausfalls sicher auf der angrenzenden Wiese landen könnten“, erklärt er später. Die Piloten der ADAC Luftrettung GmbH sind bestens ausgebildet. Sie schaffen es den Hubschrauber auch beim Ausfall beider Triebwerke sicher zur Landung zu bringen. Dabei machen sie sich den Aufschwung der Rotorblätter zu Nutze. „Autorotation“ nennt der Fachmann das. Dafür werden alle Piloten und Bordtechniker zwei Mal im Jahr in so genannten „Checkflügen“ im echten Hubschrauber, oder im Simulator geschult.

Elegant fliegt die gelbe BK 117 der untergehenden Abendsonne entgegen, um einen kranken Menschen schnell und sicher nach Münster zu bringen. Aus Platzgründen ist ein Mitflug in der Nacht nicht möglich.
Nach drei Stunden, gegen 22.00 Uhr, kündigt sich die Rückkehr des gelben Engels durch das Aufleuchten der Landebefeuerung an der Hubschrauberstation an. Wenige Minuten später setzt die Maschine auf der Plattform auf. Ihren Einsatz haben die Männer erfolgreich erledigt, müssen verbrauchtes Material wieder nachfüllen, die Maschine betanken und in den Hangar fahren. Mittlerweile ist es stockfinster geworden. Nun hofft die Besatzung auf ein wenig Schlaf. Bis zum nächsten Morgen um sieben Uhr geht der Dienst noch, da kann noch viel passieren. Doch in dieser Nacht bleibt es ruhig.
Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr kommt die Tagbesatzung zum Dienst. Jetzt übernehmen Pilot Markus Greve, Rettungsassistent Michael Goldberg „Goldi“ und Notarzt Dr. Michael Kros den Dienst auf „Christoph Westfalen“. Es folgt eine Übergabe durch die Nachtbesatzung und anschließend ein gemeinsames Frühstück. Sorgen bereitet den Männern der Blick aufs Wetter: Es regnet und es ist böig, am Nachmittag soll der Wind zunehmen und Gewitter sollen dazu kommen. „Aber noch hindert uns das nicht am Fliegen, die Sichten sind in Ordnung“, ist Pilot Markus Greve zuversichtlich. Dennoch checkt der erfahrene Flieger über spezielle Radarbilder und den Wetterdienst immer wieder kritisch die Flugbedingungen.

Kurz nach dem Frühstück, es dauert nicht lange, ruft die Leitstelle Steinfurt an: „Ewald, mein Lieber. Wie geht es Euch? Alles klar bei Euch?“, das Gespräch scheint locker und doch gibt es einen ernsten Hintergrund: Im Lippstädter Krankenhaus, in der Kinderklinik, liegt ein krankes Baby, das in eine Kölner Spezialklinik geflogen werden muss. Einsatz für „Christoph Westfalen“! Pilot Markus checkt das Wetter, Rettungsassistent Goldi telefoniert mit der Kölner Leitstelle wegen eines Landeplatzes und eines Rettungswagens, der die Besatzung und das Baby abholt und zur Klinik fährt und Notarzt Michael telefoniert mit dem Soester Krankenhaus, um die genauen Hintergründe der Erkrankung zu erfragen.

Bei dem kleinen, wenige Tage alten Baby liegt eine Missbildung der Speiseröhre vor. „Die Speiseröhre endet blind, sie hat keine Verbindung zum Magen“, erklärt der Notarzt. Da das Kind noch sehr klein ist, muss es in einem Inkubator geflogen werden. Um den Inkubator mitnehmen zu können, muss die Maschine umgerüstet werden, einige Gerätschaften fliegen nicht mit, sonst würde der Platz nicht reichen und die Maschine zu schwer. „Wir fliegen jetzt zunächst die Feuerwache Lippstadt an und laden dort einige Sachen aus“, erklärt Pilot Markus, nachdem er das Wetter gecheckt hat. Die Flugbedingungen für den Einsatz sind in Ordnung und mittlerweile hat auch der Regen in Greven wieder aufgehört. Routiniert geht die Crew zur Maschine, der Vorflugcheck während dem Anlassen der BK 117 wird von Pilot und Rettungsassistent im Cockpit durchgeführt. „Kabine klar?“, fragen die beiden nach hinten und dann nimmt der gelbe Hubschrauber Kurs in Richtung Lippstadt – mit mehr als 220 km/h. Unterwegs meldet „Christoph Westfalen“ sich bei den zuständigen Leitstellen an und nach kurzem Flug setzt die Maschine im Hof der Feuerwache auf, ein Rettungswagen wartet dort bereits, um die Crew bis zum Krankenhaus zu fahren. Notarzt Michael Kros begleitet den Transport nicht. Die Kinderklinik schickt eigenes Personal mit, das auf die Versorgung dieses Krankheitsbildes beim Baby spezialisiert ist. Auf der Station im Krankenhaus informiert sich Rettungsassistent Michael Goldberg genau über den Zustand des kleinen Patienten. Dann geht es auch schon los. Mit dem Rettungswagen geht es zum Hubschrauber, der Inkubator wird eingebaut und die Intensivschwester der Kinderklinik wird in die Maschine eingewiesen und bekommt erklärt, wie sie sich beim Flug verhalten muss. „Wir fliegen etwa 25 Minuten“, kündigt Markus Greve an. Dann geht es auch schon los, etwas aufgeregt scheint das Baby zu sein, aber die Parameter sind alle in Ordnung.

Bereits nach wenigen Minuten Flug schläft das Kind tief und fest. „Das erleben wir sehr oft. Das leichte schaukeln des Hubschraubers scheint den Kindern zu gefallen“, freut sich die Besatzung. In der Klinik, so die Schwester, habe das Kind bislang einen sehr unruhigen Schlaf gehabt. Jetzt schläft es bis zur Landung in Köln. Von den Regengebieten und den Böen, die der Hubschrauber auf dem Weg dorthin überwunden hat, hat es nichts mitbekommen. Sehr sicher und routiniert hat Markus Greve den gelben Engel über das Sauerland und das Bergische Land bis nach Köln gesteuert, dabei Regengebiete und Gewitter umflogen und im starken Wind millimetergenau gegengesteuert. „Wahnsinn. Absolut faszinierend...“, ist die Krankenschwester nach der Landung auf dem Dach des Kölner St. Vinzentkrankenhauses beeindruckt. Da der Landeplatz an der eigentlichen Zielklinik gesperrt ist, muss jetzt ein Rettungswagen der Kölner Berufsfeuerwehr die letzten Meter durch die Stadt bewältigen.

In der Kinderklinik wird das Baby schon erwartet, ein Zimmer ist schon hergerichtet und nach kurzer Übergabe kann die Besatzung zurück zum Hubschrauber fahren. Die Krankenschwester aus Lippstadt muss aber vorher noch eine ganz wichtige Aufgabe erfüllen: Sie schreibt den Eltern des kleinen Patienten eine SMS, dass sie gut angekommen sind. „Die Mutter war sehr besorgt, hatte große Angst um ihr Baby während dem Flug“, erklärt die Schwester. Doch bei der erfahrenen Besatzung und dem professionellen Piloten der ADAC Luftrettung war der kleine Erdenbürger stets in besten Händen und konnte schön ruhig schlafen. Mit einem guten Gefühl geht’s zurück zum Hubschrauber, wo Markus Greve schon einen neuen Auftrag erhalten hat: Eine Patientin mit schwer krankem Herzen muss zu einer dringenden Operation in Herzzentrum nach Bad Oeynhausen geflogen werden. Der Notarzt ist darüber auch schon informiert worden, er führt von der Feuerwache Lippstadt aus schon das Arzt-Arzt-Gespräch durch.

Um den Flug durchführen zu können, müssen zunächst noch 300 Liter Jet A 1 getankt werden. Dafür landen die Luftretter an ihrer Nachbarstation bei „Christoph 8“ in Lünen im Kreis Unna. Dort können sie den Hubschrauber tanken. „Christoph 8“ ist im Gegensatz zu „Christoph Westfalen“ ein Primär-Rettungshubschrauber, das heißt, er fliegt den Notarzt direkt zur Unglückstelle. „Christoph Westfalen“ hat sich auf die Verlegungen von Intensivpatienten spezialisiert, fliegt aber auch immer wieder Notfalleinsätze, wenn andere Hubschrauber bereits unterwegs sind. Nach dem Tankstop geht es in einer steilen Linkskurve noch einmal an „Christoph 8“ vorbei, sehr zur Freude der Kindergartenkinder, die gerade die Station besichtigen. Das Wetter wird schlechter, es regnet und ist windig. Markus Greve muss die Schauer umfliegen, die Sichten werden teilweise sehr schlecht. „Mann muss dann immer sehen, wo eine Lücke ist und das Wetter besser ist. Dann muss man halt einen kleinen Umweg fliegen. Oftmals sind nur kleine Gebiete von so einem Schauer betroffen“, erklärt der Pilot während dem Flug und dreht seine BK 117 ein wenig nach rechts ein. „Da ist es hell, da können wir durch“, zeigt er an den Horizont. Nun ist es nicht mehr weit bis Lippstadt, wo der Inkubator wieder ausgeladen wird und der Flug zum Soester Krankenhaus beginnt. Das Wetter hat sich wieder gebessert und in Soest wird die Besatzung von der Sonne und milden 20 Grad begrüßt. „Aber im Bereich Osnabrück soll es schwer schauern“, ist Markus Greve besorgt.

Die Besatzung wird zur Intensivstation abgeholt, um dort die Patientin zu übernehmen. Der älteren Dame geht es sehr schlecht. Am Morgen war sie noch wach. „Die Atmung hat nicht mehr ausgereicht, der Kreislauf versagt. Wir mussten der Patientin starke Medikamente geben, sie in Narkose legen und ihr mit einem Schlauch in der Luftröhre beim Atmen helfen“, erklärt der Arzt im Krankenhaus. Jetzt ist die Besatzung des Hubschraubers gefordert. Nach und nach werden die Geräte des Hubschraubers angeschlossen. Geredet wird nicht viel, jeder weis, was er jetzt zu tun hat. Alle sind hochkonzentriert. Notarzt Michael Kros informiert sich dabei noch ausführlicher über die Krankengeschichte seiner Patientin. Nach etwa einer halben Stunde ist alles für den rettenden Flug vorbereitet. „Die Herzklappe der Patientin arbeitet nicht mehr. Das Blut kann nicht mehr richtig fließen und dadurch hat der Kreislauf versagt. Die Herzklappe muss jetzt gesprengt und durch eine künstliche Klappe ersetzt werden“, erklärt der Notarzt auf dem Weg zum Hubschrauber.

Markus Greve hat die Maschine schon vorbereitet. Einladen, anschnallen, Vorflugcheck und Abflug nach Bad Oeynhausen. Der Patientin geht es nicht gut. Durch verschiedene Wetterextreme steuert der erfahrene Pilot seine Maschine zielstrebig in Richtung Herzzentrum. Rettungsassistent Michael Goldberg unterstützt ihn bei der Navigation, während der Notarzt die Patientin überwacht. Nach einigen Minuten Flug und kurz nach einem starken Hagelschauer landet „Christoph Westfalen“ auf dem Dach in Bad Oeynhausen. Jetzt kann die Patientin direkt an die Spezialisten übergeben werden. Die Besatzung von „Christoph Westfalen“ hat ihr durch den schnellen Flug eine Chance auf ein neues Leben gegeben. Rückflug nach Greven. Während dem Rückflug ist die Besatzung entspannt. Zwei Menschen haben sie heute effektiv geholfen. Das macht sie zufrieden. Auf dem Rückflug können sie die landschaftlichen Reize der Gegend genießen. Das Wetter ist gut.

Nach der Landung an der Station – sieben Stunden nach dem Start am Morgen – wird die BK 117 wieder voll getankt. Nach kurzer Zeit meldet sich die Leitstelle erneut: Ein Mann mit einer zusammengefallenen Lungenhälfte soll in die Uniklinik Göttingen geflogen werden. Notarzt Michael ruft im verlegenden Krankenhaus an, um den genauen Zustand des Patienten zu erfragen. Diesen Einsatz wird die inzwischen eingetroffene Nachtbesatzung übernehmen, da die Sonne bereits langsam untergeht. Nach wenigen Minuten nehmen Sven Tiedemann und Ralf Lehmann Kurs mit dem gelben Engel in Richtung des Patienten. Wieder wird die Besatzung alles geben, um das ihr anvertraute Leben zu retten. Wie schon so oft in den letzten Jahren.

Publiziert in KS Retter

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