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BAD AROLSEN/KORBACH. Das Unglück, bei dem vor einem Jahr ein 14-jähriges Mädchen nach einer Kollision mit einem Linienbus am Bahnhof in Bad Arolsen gestorben ist, war ein "tragischer Unfall". Das stellte Richterin Kanold in ihrem Urteil am Dienstag in der Verhandlung vor dem Korbacher Amtsgericht fest. Sie sprach damit den 50-jährigen Busfahrer vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten zuvor ebenfalls auf Freispruch plädiert. Hierbei hatten sie vor allem eines hervorgehoben: Es könne nicht mit Sicherheit festgestellt werden, ob der Unfall hätte vermieden werden können. Im Zentrum des Prozesses standen vor allem zwei entscheidende Fragen: Haben die drei Jugendlichen, die im Eingangsbereich des Busses standen, dem Fahrer möglicherweise die Sicht auf der Schülerin versperrt? Und: War der Busfahrer nicht aufmerksam genug? Die Fragen konnten – auch aufgrund der Aussagen aller anwesenden Zeugen und des Gutachters – insoweit beantwortet werden, das der Angeklagte vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen wurde. Der Unfall passierte am Arolser Bahnhof „Wenn ich an diesem Tag Busfahrer gewesen wäre, wäre mir das auch passiert", hatte unter anderem einer der beiden Polizeibeamten, die damals zu dem Unfallort gerufen worden waren, in der Verhandlung gesagt. Der Unfall hatte sich am 17.01.2019 gegen 7.40 Uhr am Arolser Bahnhof ereignet. Die Schülerin wurde beim Überqueren der Straße "Am Bahnhof" von der rechten Vorderseite des Linienbusses erfasst, umgerissen und von den hinteren Reifen des Busses überrollt. Hierbei zog sie sich tödliche Verletzungen zu.

Einig waren sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung darüber, dass die Licht- und Sichtverhältnisse am Ort des Unfallgeschehens schlecht gewesen seien. Dies bestätigten auch die Zeugen – unter anderem eine Lehrerin, die in ihrem Auto direkt hinter dem Bus fuhr, sowie ein am Bahnhof wartender Taxifahrer und die Polizeibeamten.

Außerdem wurde im Verfahren mehrfach darauf hingewiesen, dass die 14-jährige Schülerin dunkel gekleidet gewesen sei. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen habe sie beim Betreten der Straße zudem nicht nach links und rechts geschaut. Gericht, Gutachter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung machten auch deutlich, dass der Busfahrer während des Abbiegevorgangs auf viele Dinge zu achten gehabt habe. Dem zufolge hätte er das Mädchen zwar sehen können, aber nicht zwangsläufig auch müssen. Quelle: Philipp Daum/WLZ

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Publiziert in Polizei
Montag, 13 Februar 2012 13:35

Körperverletzung: Polizist freigesprochen

FRANKENBERG. Freigesprochen hat das Frankenberger Amtsgericht am Montag einen 40 Jahre alten Polizeibeamten vom Vorwurf der Körperverletzung im Amt.

Der Polizist hatte am 8. Oktober 2010 einem angetrunkenen und aggressiven Mann einen Handballenstoß gegen das Gesicht versetzt und ihn zu Boden gebracht. Der Vorwurf eines nicht verhältnismäßigen Einschreitens der Polizei nach einer Familienstreitigkeit war nach der Vernehmung von vier Zeugen in keiner Weise zu halten. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme war es vielmehr so, dass das mutmaßliche Opfer, ein 24-jähriger Mann, Streit mit seiner Lebensgefährtin hatte.

Er soll seine Freundin ins Gesicht geschlagen und ihr einen Ohrring aus dem Ohr gerissen haben. Eine Wohnzimmer-Schrankwand soll der 24-jährige demoliert und ein Sofa mit dem Messer aufgeschlitzt haben. Daraufhin rief die Mutter seiner Lebensgefährtin die Polizei.

"Patzige Antworten", aggressives Verhalten gegenüber Polizei
Als die Beamten kurze Zeit später eintrafen, soll der 24-jährige "patzige Antworten" auf die Frage nach seinen Personalien und seinem Wohnort gegeben haben. Nachdem der 40-jährige Polizeibeamte mehrfach gefragt und auch angedroht hatte, den aggressiv auftretenden 24-jährigen gewaltsam mit zur Wache zu nehmen, kam es zur handgreiflichen Auseinandersetzung.

Nach Überzeugung des Gerichts unter dem Vorsitz von Direktorin Andrea Hülshorst handelte der Polizeibeamte angemessen, als er dem 24-jährigen schließlich einen Handballenstoß auf Mund und Nase versetzte. Auf den Versuch, ihn am Oberarm zu fassen, um ihn in einen Streifenwagen zu schieben, soll der 24-jährige mit einer aggressiven Körperdrehung und einer geballten Faust reagiert haben. Durch den Handballenstoß erlitt der 24-Jährige eine aufgeplatzte Lippe. Auch Staatsanwalt Sebastian Prien hatte nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme plädiert, den angeklagten Polizisten frei zu sprechen.

"Ich bin froh, dass das hier aufgearbeitet wurde", sagte der angeklagte Polizist im "letzten Wort" vor der Urteilsverkündung und fügte hinzu: "Ich bin kein Schläger. Etwa 25 Beamte der Polizeistation Frankenberg, unter ihnen Stationsleiter Ottmar Vöpel und sein Stellvertreter Jörg Petter, verfolgten die Hauptverhandlung als Zuhörer.


Quelle: HNA

Publiziert in Polizei

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