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Donnerstag, 29 September 2016 12:44

In vier Wochen über 100 Wildunfälle im Kreis Höxter

KREIS HÖXTER. Zu mehr als 100 Wildunfällen ist es allein im September im Landkreis Höxter gekommen - Anlass genug für die Polizei, nochmals auf die Gefahren aufmerksam zu machen und wichtige Hinweise zu geben.

Besonders in den anstehenden Herbsttagen können schlechte Sichtverhältnisse und Nässe ohnehin schon zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Gerade in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung besteht zusätzlich die erhöhte Gefahr eines Wildunfalls. Seit Anfang September ist die Polizei Höxter bereits zu 110 Wildunfällen im Kreis Höxter gerufen worden. Allein in den vergangenen 14 Tagen ereigneten sich bislang 68 Unfälle mit Wildbeteiligung im gesamten Kreis Höxter.

Die Polizei gibt daher die nachfolgenden Verhaltenstipps

  • Bei eingeschränkter Sicht und in bewaldeten Gebieten sollten Verkehrsteilnehmer den Fuß vom Gas nehmen und den Sicherheitsabstand vergrößern
  • Beachten Sie unbedingt Wildwechsel-Schilder und reduzieren Sie das Tempo. Häufig ist vor besonderen Gefahrenstellen oder Gegenden mit hoher Wilddichte das Gefahrzeichen "Wildwechsel" angebracht. Das Tempo sollten Sie in diesem Fall deutlich herabsetzen. Bei plötzlich auftauchendem Wild auf der Fahrbahn können 80 km/h schon zu hoch sein
  • Behalten Sie die Fahrbahnränder im Auge und halten Sie einen Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand ein
  • Ein Stück Wild kommt selten allein - deshalb rechnen Sie stets mit mehreren Tieren
  • Wild verhält sich auf der Straße unberechenbar. Tiere verlassen die Fahrbahn nicht immer auf dem kürzesten Weg, sondern laufen häufig auch vor einem Fahrzeug her
  • Wenn Wild auf der Straße steht, gefährden Sie nicht den nachfolgenden Verkehr. Bremsen Sie nur, wenn kein Auffahrunfall droht. Ist die Fahrbahn sonst frei, sollten Sie konsequent bremsen, hupen und abblenden, damit das Wild einen Fluchtweg finden kann
  • Nicht unkontrolliert ausweichen! Auf keinen Fall sollten Sie das Risiko eines unkontrollierten und plötzlichen Ausweichmanövers eingehen. Sie könnten gegen einen Baum prallen oder in den Gegenverkehr geraten. Dann sollten Sie lieber das "kleinere Übel" wählen und eine Kollision mit dem Tier in Kauf nehmen

Selbst bei größter Vorsicht kann es zum Unfall kommen. Dann gelten die nachfolgenden Regeln

  • Unfallstelle absichern
  • Gegebenenfalls Verletzte versorgen
  • Das Tier von der Straße entfernen, um nachfolgende Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. Fassen Sie das Wild wegen der Tollwut-Gefahr möglichst nur mit Handschuhen, Lappen oder ähnlichem an
  • Tier auf keinen Fall mitnehmen - sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei
  • Unfall unverzüglich bei der nächsten Polizei- oder Forstdienststelle melden - auch zur Vermeidung von Schwierigkeiten bei der Regulierung durch die Versicherung
  • Außerdem: Verletztes Wild kann aufgespürt werden und im Notfall von seinen Leiden erlöst werden
  • Schäden bei einem Unfall mit Wild sind am eigenen Fahrzeug in der Regel durch die Kfz-Teilkaskoversicherung gedeckt - vorausgesetzt, es handelt sich um so genanntes Haarwild

Grundsätzlich gilt: Vorausschauendes Fahren und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein helfen, folgenschwere Wildunfälle zu vermeiden. Wer umsichtig handelt und die Ruhe bewahrt, kann am Unfallort die notwendigen Maßnahmen sicher und richtig koordinieren. (ots/pfa)  

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Publiziert in HX Polizei
Montag, 21 März 2016 14:50

Polizei rettet Dachswaisen

BERGHAUSEN „Das war kein schöner Einsatz. Das war richtig traurig, als der Kleine da lag“, schildert Polizeikommissar Marcus Goßler einen Verkehrsunfall, zu dem er und sein Kollege Till Neuhaus heute Morgen kurz nach Beginn ihres Dienstes gerufen wurden.

Zwischen Berghausen und Aue, auf der L553, kurz hinter der Firma Stahlschmidt, wollte eine Dachsmutter mit ihrem Jungen die Straße überqueren und wurde dabei vom Pkw eines 25-jährigen Mannes erfasst, der in Richtung Aue unterwegs war.

Die Dachsmutter überlebte den Zusammenstoß mit dem Pkw nicht, sie verendete an der Unfallstelle. Neben ihr, so die Schilderungen der beiden Polizeibeamten, kauerte das Jungtier. „So etwas möchte man als Polizeibeamter nicht haben“, erklärt Marcus Goßler.

Den beiden Beamten war sofort klar, dass sie dem Dachswaisen nun helfen müssen. Mit ihren Handschuhen, um sich vor den scharfen Krallen des Raubtieres zu schützen, hoben sie den kleinen Schützling vom Boden auf und untersuchten ihn nach Verletzungen, um ihn anschließend im gut gewärmten Streifenwagen direkt nach Arfeld zur Tierärztin Dr. Ulrike Jochims zu bringen.

Dort ist das kleine Dachsweibchen nun in guten Händen. „Erst mal versuchen wir, die Ernährung sicherzustellen“, erklärt die Tierärztin. Was dann mit dem Tier weiter geschieht, ist noch nicht ganz klar: „Grundsätzlich ist das eigentlich Sache des Jagdpächters. Der konnte aber hier wohl nicht erreicht werden und es war absolut richtig, das Tierbaby sofort her zu bringen“, erklärt sie. Jetzt werde man sehen, ob man das ca. 1 Kilogramm schwere Tier in eine Wildtierstation gibt. „Es gibt so was, aber da müssen wir erst mal genau recherchieren“, erklärt die Tierärztin. Wichtig sei, dass man Wildtiere so aufzieht, dass sie möglichst wenig Bindung zum Menschen bekommen, damit die Auswilderung leichter wird. „Sollte dies nicht klappen, wird dieser Kandidat hier ein anderes zu Hause bekommen“, erklärt Ulrike Jochims.

Die gute Nachricht zum Schluss: „Das Tierchen ist völlig vital, es ist munter und hat keine Verletzungen“, so hat es die Untersuchung ergeben. Nur ein paar Flöhe wurden gefunden, denen man sich jetzt annimmt. Etwa sechs Wochen alt sei der kleine Dachs, vermutet Ulrike Jochims. Eigentlich sei das recht früh, junge Dachse anzutreffen. Vielleicht, so die Tierärztin, sei dies der erste Ausflug aus dem Bau gewesen.

Eine Jägerin, die später die getötete Dachsfähe ansah, war sich sicher, dass das Tier aufgrund des Alters und der Ausbildung des Gesäuges nur ein Jungtier hat. Auch die Suche im Umfeld der Unfallstelle mit einem Hund ergab keine anderen Erkenntnisse.

Publiziert in SI Polizei
Samstag, 06 April 2013 08:23

Dachs angefahren und richtig verhalten

DIEMELSEE. Eine 42-jährige Autofahrerin aus einem Diemelseer Ortsteil ist in den frühen Morgenstunden auf der Gemeindestraße zwischen Stormbruch und Bontkirchen mit einem Dachs kollidiert. Dabei wurde die Stoßstange des silber-grauen Volkswagens eingebeult und der rechte Scheinwerfer beschädigt.

Die Autofahrerin, die auf dem Weg zur Arbeit war, rief den zuständigen Jagdpächter an und schilderte den Unfallhergang. Der angefahrene Dachs, der sich verletzt in den nahen Wald geschleppt hatte, wurde nach kurzer Nachsuche durch einen Jagdhund gefunden und mit einem gezielten Schuss durch den Jagdausübungsberechtigten von seinen Leiden erlöst.  Wie sich herausstellte, war der ca. 30 Kilo schwere Dachs an den Hinterläufen und im Bereich des Beckens so schwer verletzt, dass er die nächsten Tage nicht überlebt hätte. Die  Autofahrerin  hat sich im übrigen sehr vorbildhaft verhalten und dem Tier unnötige Leiden erspart.

Hintergrund: Durch den langen Winter haben die Dachse, die übrigens keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe halten, ihre Fettreserven verbraucht. Auf der Suche nach Nahrung müssen die recht scheuen Tiere oft weite Strecken zurück legen. Derzeit haben die Dachse keine Jagdzeit in Hessen und sind daher nur durch den Straßenverkehr gefährdet.

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Publiziert in Auf der Straße

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