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Montag, 29 März 2021 09:54

Stetiges Training für Wanderer in Not

BAD WILDUNGEN. Es ist schon ein vertrautes Bild am Wildunger Himmel. Ein Bild, das vielen Touristen und Einheimischen in der Nationalparkregion Sicherheit vermitteln kann: Ein Hubschrauber der Bundespolizei kreist über den Altwildunger Bilsteinklippen und in der nächsten Minute steht die schwere Maschine vom Typ H155 (Früher EC 155) wie eine Eins in der Luft, einige Meter über den Bäumen am Felsen mit der Aussichtsplattform. Der Windenoperator lässt ein kaum sichtbares Stahlseil an den Felsen herunter.

Wenige Meter unter der Maschine befinden sich ehrenamtliche Helfer der Bergwacht Hessen. Luftretter. Speziell ausgebildete Bergwachtler, die im Einsatzfall von einem Hubschrauber aufgenommen werden, um zu verletzten Menschen in unwegsames Gelände abgewincht werden zu können und dann eine Erstversorgung vorzunehmen.

So war es am Freitag an den Bilsteinklippen: Eine Fußgängerin war dort verunglückt. „Irgendwo im Bereich der Aussichtsplattform muss der Unfall geschehen sein, dort befindet sich die Frau. Die Unfallstelle ist mit Rettungswagen aber nicht zu erreichen“, weist Gerd Windhausen seine Leute vor dem Rettungsflug ein. Heute ist der Einsatz des Hubschraubers und der Luftretter der Bergwachten aus Willingen und Bad Wildungen zum Glück nur eine Übung. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Corona-Auflagen endlich wieder praktisch üben können“, freut sich Gerd Windhausen. Ein so genanntes „Szenario-Training“ absolvierten die Einsatzkräfte im Wildunger Land. Dabei seien die Teams mit der Hubschrauberbesatzung an den jeweiligen Einsatzorten auf sich allein gestellt und bekommen zu Beginn des Fluges nur die Einsatzsituation mitgeteilt. Für die Luftretter gibt es dann verschiedene Möglichkeiten, die Patienten aus dem Gelände zu retten. Liegend, im Bergesack, oder auch in sitzender Position, durch Bergretter an der Winde gesichert.

Diese Szenarientrainings und den Einsatz mit der Winde eines Hubschraubers trainieren alle Luftretter der Bergwachten zusammen mit den Hubschrauberbesatzungen der Bundes- und Landespolizei mehrmals im Jahr. In diesem Zusammenhang galt der Dank der Bergwacht vor allem dem Landwirt, der immer wieder eine seiner Wiesen als Landestelle für die Hubschraubertrainings zur Verfügung stellt.

Somit wird das Bild von Polizeihubschraubern am Wildunger Himmel auch in der Zukunft ein vertrautes Bild bleiben. Ein Synonym für bestmöglich ausgebildete Bergretter und Hubschrauberbesatzungen für in Not geratene Wanderer, Waldarbeiter und Touristen.

Publiziert in Retter

WALDECK-SACHSENHAUSEN. Mit einem großen Aufgebot rückten am Freitagabend die Feuerwehr Sachsenhausen, Teile der Korbacher Wehr, die Bergwacht aus Bad Wildungen, Polizeikräfte aus Korbach, der Promedica Rettungsdienst, das THW und der Notarzt in die Feldgemarkung in Richtung Sachsenhausen und Nieder-Werbe aus.

Gegen 19.52 Uhr wurden Retter und Einsatzkräfte zu einem Feldweg nahe der Hollensteinquelle zwischen Sachsenhausen und Nieder-Werbe alarmiert. Grund für die Alarmierung, war ein junger Mann, der auf einen Hochspannungsmast geklettert war.

Die Leitstelle wurde über den Notruf von dessen Freunden über das waghalsige Manöver informiert. Daraufhin wurde eine Standortbestimmung eingeleitet und Feuerwehr (mit Absturzsicherungseinheit und Führungsteam der Stadt Waldeck), Polizei, Rettungsdienst, Höhenrettung des THW und die Bergwacht alarmiert. Noch während der Anfahrt konnten die Freunde den jungen Mann allerdings vom Gegenteil überzeugen und den Mann aus dem Frankenberger Raum zur Rückkehr auf den Boden bewegen. Die alarmierte Drehleiter aus Korbach sowie THW und Bergwacht konnten die Anfahrt abbrechen.

Vor Ort sicherten 22 Freiwillige der Feuerwehr Sachsenhausen die Einsatzstelle und den seelisch instabilen Mann ab. Die Polizei nahm den Mann vorerst in Gewahrsam, weil er gegenüber den Einsatzkräften versucht hatte handgreiflich zu werden. Nach medizinischer Begutachtung wurde er mit Polizeibegleitung im RTW in eine medizinische Betreuungseinrichtung eingewiesen.




Publiziert in Retter

„In einer Stunde fliegen wir los Richtung Grimma. Wir brauchen zwei Leute, die Hubschrauber sind startklar“. Wenn Gerd Windhausen einen Anruf bekommt, dann muss es schnell gehen. Der 52-jährige Bad Wildunger ist Luftretter bei der Bergwacht in Bad Wildungen und Technischer Leiter der Bergwacht Hessen.

Nur wenige Minuten nach dem Anruf saßen er und ein weiterer Kamerad in einem Polizeihubschrauber auf dem Weg ins Hochwassergebiet von Sachsen. In 2013 war das. Da hat Gerd gemeinsam mit einem weiteren Bergwachtkollegen, den Polizeibeamten der Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal und den Wasserrettern der DLRG Leben gerettet. Von Menschen und Tieren. „Die Bundespolizei wollte mit zwei Hubschraubern – einer EC 155 und einer Superpuma – von Fuldatal aus ins Einsatzgebiet fliegen und hatte dabei jeden Hubschrauber mit einem Bergretter und einem Wasserretter besetzt“, erinnert sich Gerd, als ich in an diesem Samstagmorgen im März für die Berichterstattung anlässlich unserer Serie in seinem Heimatort Odershausen bei Bad Wildungen besuche.

Wie wir ziemlich zu Anfang unseres Gespräches auf jenen Hubschraubereinsatz zu sprechen gekommen sind, weiß ich gar nicht mehr so genau. Gerds Erlebnisse sind aber so interessant, dass ich einfach nur zuhöre und immer mehr dazu frage. „Wir haben zunächst sämtliche Verfahren geprobt. Wir wussten ja gar nicht, was auf uns zukam“, erinnert sich Gerd noch. Nachdem das alles gewohnt professionell abgelaufen war, ging es für den Odershäuser direkt ins Schadensgebiet. „Wir mussten zu umspülten Dörfern, die völlig von der Außenwelt abgeschnitten waren, fliegen und dort Verbindungen zur Außenwelt herstellen. Die Telefone funktionierten lange nicht mehr“, erinnert sich Gerd. Mit dem Polizeihubschrauber ist er in die abgeschnittenen Dörfer geflogen worden. „Wir sind dann gelandet, oder wurden abgewincht und haben bei den Leuten gefragt, ob sie medizinische Hilfe benötigen, ob Lebensmittel knapp werden, oder sie Infrastruktur brauchen“, erklärt er. Deichexperten haben sie ins Schadensgebiet gebracht, damit sie die Lage beurteilen und Hilfe organisieren konnten. Und sie haben Menschen und Tiere vor dem Ertrinken gerettet.

"Mit dem Absaufen von unten hatte niemand gerechnet" (Gerd Windhausen, Bergretter)

„Das war eine Gehöftgruppe bei Gruna, diese Familien mussten wir evakuieren“, berichtet Gerd mir. „Eigentlich“, so fährt er fort, „wollten diese Leute in ihren Höfen bleiben. Sie hatten nicht gedacht, dass die Wassermassen bei dem enormen Druck auf die Deiche auch aus dem Erdreich kommen“, erinnert er sich. „Mit dem Absaufen von unten hatte keiner gerechnet“, bringt er es auf den Punkt. Heute noch schwärmt Gerd vom Können des damaligen Polizeipiloten: „Der hat den Hubschrauber in Millimeterarbeit auf dem Deich gelandet. Wenn zwei Meter Abstand vom Rotor zur Laterne bestanden haben, war es viel“, berichtet er. „Das war absolute Maßarbeit“. Gemeinsamt mit dem Wasserretter der DLRG war Gerd nach der Landung auf sich alleine gestellt. Es galt, eine schwerst Pflegebedürftige Frau vor den Wassermassen zu retten. Sie lag zu dieser Zeit noch in ihrem Pflegebett in einem Bauernhof, der regelrecht abzusaufen drohte. „Irgendwo haben wir ein Kanu gefunden. Das haben wir uns dann genommen und sind zu dem Haus gefahren. Die Frau war wirklich schwerstpflegebedürftig und an einen anderen Transport, als im Liegen war gar nicht zu denken“, erinnert er sich. Also sind die Männer los, haben irgendwo einen Krankenwagen gesucht und sich aus diesem Wagen eine Schaufeltrage, ein spezielles Rettungs- und Transportgerät, ausgeliehen. „Wir sind dann wieder zu der Frau gepaddelt und haben festgestellt, dass sie mit der Schaufeltrage nicht ins Kanu passt“, beschreibt Gerd die nächste Schwierigkeit. Die Retter haben dann auf einem Nachbargrundstück einen eingeklappten Tisch einer Gartenmöbelgarnitur gefunden. „Den haben wir umgedreht auf das Kanu gelegt und die Frau mit der Schaufeltrage darauf. Ich war dann bei der Patientin und der Wasserretter hat uns mit dem Kanu zum Hubschrauber gebracht“, beschreibt Gerd die Rettungsaktion der Dame. „Wir haben alles mitgenommen. Hunde und Katzen, viele Erwachsene. Die Kinder waren zum Glück schon weg“, erinnert er sich. „Die einzigen, die wir da gelassen haben, waren die Schafe. Die standen auf dem Deich und konnten da Gras fressen. Die waren nicht in Gefahr“, erklärt Gerd mir.

„Die Menschen waren so unheimlich dankbar“, weiß Gerd noch heute. „Wir konnten vor Ort zwar keine persönliche Bindung aufbauen, die Zeit drängte ja sehr und wir mussten von einem Einsatz zum nächsten“, erinnert er sich. Umso mehr hat der Bergwachtmann sich über die lieben Dankesschreiben gefreut, die nach der Hochwasserkatastrophe angekommen sind. Das kann er auch in unserem Gespräch nicht verbergen. Das geht ihm nahe. Auch noch sieben Jahre später.

Völlig beeindruckt von diesen Schilderungen vergesse ich beinahe, all meine Fragen zu stellen, die ich mir für Gerd überlegt hatte. Beim Thema „Hubschrauber“ geraten wir beide schnell ins Schwärmen und vergessen die Zeit. Wir kennen uns von dutzenden von Windentrainings und schweifen immer mal wieder vom eigentlichen Thema ab, haben gemeinsame Bekannte bei der Südtiroler Landesflugrettung, oder dem Südtiroler Bergrettungsdienst, waren beide in derselben polnischen Gegend unterwegs, ohne es zu wissen. „So klein ist die Welt“, stellen wir gemeinsam fest und kommen nach einer ganzen Weile nun doch wieder auf unser eigentliches Thema zurück.

Ich möchte von Gerd wissen, was eigentlich die alltäglichen Aufgaben der Wildunger Bergwacht hier sind. „Wozu brauchen die eine Bergwacht?“, hatte mich ein Kumpel kürzlich noch gefragt.

Weit verbreitetes unwegsames Gelände

Gerd erklärt es mir: „Zum Beispiel im gesamten Nationalpark Kellerwald-Edersee gibt es viele Wanderwege, die mit Autos schlichtweg nicht erreichbar sind. Wenn da ein Mensch Hilfe braucht, kann der Rettungsdienst alleine das einfach nicht leisten“, macht er deutlich. Gerd kann aus beiden Blickwinkeln berichten: In seinem Hauptberuf arbeitet der 52 Jährige als Notfallsanitäter im DRK Kreisverband Bad Wildungen als stellvertretender Rettungsdienstleiter und auch im Einsatzdienst und kommt so für beide Institutionen regelmäßig zum Einsatz. Erinnern kann er sich nach 35 Bergwachtjahren noch an eine ganze Reihe von Notfällen: „Wir mussten mal eine Patientin vom Wüstegartenturm abseilen. Die Frau musste in jedem Fall liegend transportiert werden und man hätte sie anders nicht vom Turm bekommen“. Gerd beschreibt mir die die Tücken der Erreichbarkeit: „Der Turm war für den Rettungsdienst mit dem Auto einfach nicht zu erreichen. Die Kollegen mussten etwa 500 Meter zu Fuß zurücklegen, bei gut einhundert Höhenmetern Anstieg. Und dann noch mal den Turm hoch bis zur Aussichtsplattform und dort die Patientin versorgen“. Eine Tatsache, die man sich kaum vorstellen kann. Und trotzdem: Immer wieder kommt es zu solchen Einsätzen. „Wir haben kürzlich einen schwerstverletzten Forstarbeiter aus dem Wald gerettet, oder eine Frau mit Knöchelfraktur vom Ettelsberg in Willingen geholt“, erzählt Gerd. Auch der Einsatz bei einer Reanimation in einer Windkraftanlage ist dem Familienvater noch in Erinnerung. „Unsere Einsätze erfolgen nicht nur in Waldeck-Frankenberg. Wir werden auch immer wieder aus den Nachbarkreisen angefordert, was uns sehr freut“, berichtet er mir. Besonders stolz ist Gerd auf das exzellente Notrufkonzept im Nationalpark vor seiner Haustür: „Wir haben zusammen mit dem Nationalpark den gesamten Park mit Rettungspunkten ausgestattet. Wenn der Anrufer, der oftmals nicht von hier stammt, einen Notfall meldet, sieht er auf den Wanderwegen alle paar Meter einen Rettungspunkt und kann den angeben. Das funktioniert richtig super“, ist Gerd begeistert und kann berichten, dass die letzten Notrufe allesamt nur über diese Punkte erfolgt sind. „In der Bergrettungswache haben wir Detailkarten und wir können jedem Rettungspunkt nicht nur die zugehörige Route, sondern auch den genauen Standort zuordnen. Das spart sehr viel wertvolle Zeit“, macht er deutlich.

Viele Jahre bis zum Luftretter

Nicht nur im „normalen“ Bergwachtdienst ist Gerd Windhausen engagiert. Der Odershäuser ist auch Technischer Leiter der gesamten Bergwacht Hessen und damit für die medizinische und einsatztaktische Ausbildung der Bergwachtler verantwortlich. Und die dauert ganz schön lange: „Wenn wir jemanden haben, der wirklich Gas gibt und motiviert und voller Elan dahinter steht, ist der frühestens in drei Jahren eine fertige Einsatzkraft“, rechnet Gerd vor. Winterrettung, Sommerrettung, Sanitätsdienstausbildung, Notfallmedizinausbildung – alles das muss ein Bergwachtler lernen und beherrschen. Hinzu kommen auch Naturschutzaufgaben, die von einem eigenen Referenten vermittelt werden. „Aber das ist nicht alles“, gibt Gerd Windhausen zu bedenken. „Der Bergwachtler muss klettern können, er muss Skilaufen können und vor allem körperlich sehr fit sein“, nennt er mir die Voraussetzungen, überhaupt bei der Bergwacht mitmachen zu können. Wer das noch nicht kann, der kriegt es bei der Bergwacht beigebracht. Nach der anfänglichen Ausbildung können die Bergwachtler sich noch weiter qualifizieren und zum Beispiel Einsatzführungsaufgaben übernehmen, oder Luftretter werden.

„Das ist mit Absicht so gemacht, um viel Erfahrung und Wissen zu vermitteln, bevor man solche Aufgaben übernimmt“, erklärt mir Gerd und macht deutlich: „Wenn ein Bergretterteam in den Einsatz geht, ist es oft auf sich allein gestellt. Dann kann man zwar einen Notarzt nachbestellen, aber der kommt nicht, weil er dort nicht hinkommt“. Das führt mir vor Augen, was es eigentlich heißt, bei der Bergwacht zu sein. Das idyllische, heldenhafte, was man im Fernsehen sieht, wird man hier nicht finden. „Das ist die Königsdisziplin“, macht Gerd deutlich.

Auch, wenn er in der Funktion als Technischer Leiter einen sehr verantwortungsvollen Posten ausübt, und die Bergwacht Hessen auch im Bundesausschuss der Technischen Leiter vertritt, oder die Bergwacht Deutschland in der Luftrettungskommission der IKAR (Internationale Kommission für alpines Rettungswesen) repräsentiert und weltweit Fortbildungen besucht, ist der sympathische Mann nicht abgehoben oder hochnäsig. Ganz im Gegenteil.

Ich frage ihn, was ihm an der Bergwacht am meisten gefällt: „Die unheimlich entspannten Patienten“, sagt er mir und lacht. „Da ist ein Biker mit `ner Pedale in der Wade der sagt „macht ein Pflaster drauf und es ist wieder gut“, lacht Gerd. „Das ist einfach schön, wenn man mit den Patienten gut, liebevoll und pfleglich umgehen kann. Das ist viel mehr Wert, als eine Medikamentengabe. Da erreichst Du mehr, als mit Chemie“, erklärt er mir. Gerd lächelt. Das macht ihm Spaß. Gar keine Frage, das merkt man sofort. „Wenn wir die Patienten dann mit einem Lächeln übergeben können und die dann auch noch Danke sagen, ist das einfach das Größte“, erklärt er mir die Vorzüge seines Ehrenamtes.

Seit 35 Jahren bereits kennt Gerd diese Vorzüge, angefangen hat er in der Bergwachtjugend und ist der Bergwacht bis heute treu geblieben. Eine Altersgrenze gibt es für die Arbeit bei der Bergwacht übrigens nicht. „Jeder kann das so lange, wie er sich fit fühlt, machen“, erklärt Gerd. Dreimal die Woche geht er Laufen, zehn, zwölf Kilometer. „Ich habe da einen sehr hohen Anspruch an mich, weil ich das noch lange machen möchte, denn das macht mir einfach Spaß“.

Gibt es auch etwas, was ihm an der Bergwacht nicht so gut gefällt? „Nein. Das gibt es nicht“. Kurz und bündig.

Und so werde ich Gerd schon bald wieder treffen. Beim Windenrettungstraining mit dem Hubschrauber. Mit jenen Polizeipiloten, mit denen er seinerzeit in Sachsen Menschen und Tieren das Leben gerettet hat.

Publiziert in Retter

BAD WILDUNGEN. Am Donnerstag gegen 14 Uhr erreichte die Polizei ein Notruf mit ungewöhnlichem Inhalt: Ein 14-jähriges Mädchen war am Dr. Marc-Turm, oberhalb des Helenentals, den steilen Abhang hinuntergestürzt - schwerverletzt wie es in der Meldung hieß.

Über die Funkmelder wurden die Kameraden der Freiwillige Feuerwehr und die DRK-Bergwacht aus Bad Wildungen, sowie eine Notärztin alarmiert, die zügig am Unglücksort eintrafen. Neben dem stellvertretenden Wildunger Stadtbrandinspektor Frank Volke, der mit vier Einsatzfahrzeugen und 16 Freiwilligen eintraf, stieß Gerd Windhausen mit vier Einsatzkräften der Bergwacht hinzu.

Leider trafen die Befürchtungen der ersten Meldung zu. Das Mädchen lag schwerverletzt in dem steilen Abhang und musste nach der medizinischen Erstversorgung durch die Notärztin, gesichert und mit einer Schleifkorbtrage 30 Meter nach oben transportiert werden. Dazu kamen neben Seilabsicherungen auch Steckleitern zum Einsatz. Parallel dazu forderte die Polizei den Rettungshubschrauber Christoph 44 der Deutschen Luftrettung an, der die 14-Jährige nach Kassel in eine Klinik transportierte.

Nach bestätigten Informationen befindet sich die in Bad Wildungen beheimatete Schülerin auf dem Weg der Besserung.  (112-magazin)

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Donnerstag, 04. April, 14.22 Uhr, Bad Wildungen, H ABST Y.

Eine Person wurde unter zu Hilfenahme der Schleifkorbtrage und mit Unterstützung der Bergwacht und des Rettungsdienstes aus einem Steilhang gerettet. Die Person wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Im Einsatz: LF 16/12, RW 1, GW-L 2, ELW 1 und Einheiten des Rettungsdienstes, der Bergwacht und der Polizei.

Der Grund: eine Jugendliche war am Dr. Marc-Turm oberhalb des Helenentals den steilen Abhang hinunter gestürzt. Die Wildunger Feuerwehr rückte vom Stützpunkt mit 16 Einsatzkräften und vier Fahrzeugen unter Leitung des stellvertretenden Wildunger Stadtbrandinspektors Frank Volke aus. Mit den Brandschützern trafen der Rettungsdienst und Spezialisten der Wildunger DRK-Bergwacht ein.

Die Notärztin versorgte das schwer verletzte Mädchen. Anschließend wurde es, gut gesichert in einer so genannten Schleifkorbtrage, über etwa 30 Meter nach oben gebracht.

Mehrere Steckleitern kamen dabei zum Einsatz. Der Rettungshubschrauber flog die Schülerin im Anschluss in eine Klinik.

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BRINGHAUSEN/EDERSEE. Erneut wurde die Bergwacht aus Bad Wildungen am Dienstag alarmiert um einen Hund vor dem sicheren Absturz aus einer Felswand zu bewahren.

Die alpinen Spezialisten der Bergwacht Bad Wildungen waren mal wieder gefragt, weil Angler gegen 15.45 Uhr in ihren Booten, vom Wasser aus einen Hund im Steilhang beobachtet hatten, der weder vor noch zurückkonnte. Nachdem sich Ralf Krause von der Wasserschutzpolizei Edersee vor Ort ein Lagebild erarbeiten konnte, entschied er, die Bergwacht Bad Wildungen anzufordern. Einsatzleiter Gerd Windhausen und drei weitere Kräfte rückten zeitnah aus und erreichten den Einsatzort am Loreleyfelsen zwischen Bringhausen und Rehbach.

Weil die Stelle zum Hund fußläufig von den Rettern nicht erreicht werden konnte, wurde ein Mann etwa acht Meter abgeseilt. Durch mitgebrachte Salamistückchen konnte der Hund zutraulich gemacht werden, sodass der Vierbeiner in Bandschlingen fixiert nach oben gezogen wurde. Hilfe bei der Ortung des Hundes in der Felswand erhielten die Retter von der Seeseite aus. Ein Abseilen zum Wasser schlossen die Retter aus, weil der Weg nach unten etwa 35 Meter betrug.

Nachdem der Hund gerettet werden konnte, wurde das Tier an die Wasserschutzpolizei übergeben. Eine Hundemarke hatte der Mischling nicht an, ob er gechippt ist, konnte vor Ort nicht ermittelt werden. Das gerettete Tier wurde anschließend  an ein Tierheim übergeben. (112-magazin)

Link: Einsatzstandort Bergwacht Bad Wildungen am Loreleyfelsen (21.08.2018)

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BAD WILDUNGEN/KÖRLE. Vermutlich ist der Tod eines 50-Jährigen in einem Windrad bei Körle (Schwalm-Eder-Kreis) auf einen medizinischen Notfall zurückzuführen. Bei Wartungsarbeiten verstarb der Mann am Donnerstag um 15.50 Uhr. 

Nach Angaben der Polizei war der 50-Jährige aus Sachsen-Anhalt zusammengebrochen, während er in einer Windkraftanlage Arbeiten ausführte. Zusammen mit seinem Kollegen befand sich der Techniker in dem Windrad auf einer Plattform mit unterschiedlichen Höhen.

Als der 50-Jährige während eines Gesprächs mit seinem Kollegen, welcher einige Meter über ihm arbeitete, nicht mehr antwortete, schaute dieser nach und stellte fest, dass der Kollege regungslos am Boden auf seiner Plattform lag. Der Arbeitskollege verständige umgehend den Rettungsdienst und begann mit Reanimationsmaßnahmen, welche keinen Erfolg brachten.

Der Verstorbene musste später durch Freiwillige der Bergwacht Bad Wildungen geborgen werden, welche mit einem Polizeihubschrauber von Bad Wildungen zum Unglücksort an der Kreisstraße 152 geflogen wurden. Die Todesursache bei dem 50-Jährigen steht zurzeit nicht genau fest, die Kriminalpolizei hat bereits gestern die Ermittlungen vor Ort aufgenommen. (ots/r)

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KORBACH. Vor 45 Gästen und einem großen Aufgebot aus Vertretern der Politik, Wirtschaft und jeder Menge Bergwachtler aus Bad Wildungen und Willigen wurde am Freitag, den 15.09.2017 das neue Höhenrettungsfahrzeug, ein VW T6 beim THW Korbach in Dienst genommen.

Der Ortsbeauftragte des THW Korbach Hans Joachim Kegel, begrüßte in seiner Ansprache zunächst einmal die anwesenden Gäste. Unter ihnen der Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon (CDU),  der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz (CDU),  Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick, Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt, Dezernatsleiter Katastrophenschutz und in Vertretung des Landrates Karl-Friedrich Frese, von der Polizei war Kriminalrat Herr Golomb mit von der Partie. Korbachs Bürgermeister Friedrich durfte zur Indienstnahme des "Neuen" selbstverständlich nicht fehlen und schloss den Kreis der Gratulanten ab.

Der "Neue" ist ein VW T6 mit 204 PS Allrad betrieben und allein aus Spenden finanziert. Sein Funkname lautet Heros Korbach 72/56. Die Hauptsponsoren bekamen als Dankeschön ein Geschenk von Hans Joachim Kegel überreicht. Herr D. Kegel, Sohn von Hans Joachim Kegel, führte zunächst mit seinem Rückblick durch die 20-jährige Geschichte der Höhenretter Korbach. Die Höhenretter gründeten sich 1998 auf dem Hessentag in Korbach mit den Korbacher Klettertürmen und entwickelten sich innerhalb des THW Korbach zu einer Truppe von Spezialisten. Kegel zeigte dabei eindrucksvoll die Entwicklung der Höhenretter Korbach in den letzten 20 Jahren.

Hervorragend konnten die Gäste sich ein Bild über die Ausrüstung, die Fahrzeuge und auch die Ausbildung im Wandel der Zeit machen. Die Ausbildung eines Höhenretters dauert zwischen eineinhalb und zwei Jahren. Gerne üben Höhenretter an Windkraftanlagen, hohen Baukränen, Silos und auch mal unter Tage ihre vielfältigen Einsatzszenarien. D. Kegel plauderte dabei auch ein wenig aus dem Nähkästchen. Die meisten Einsätze über das Jahr hinweg seien Einsätze mit Gleitschirmfliegern, die in Bäumen aufgrund einer Notlage im stark bewaldeten Waldecker Land notlanden mussten. Dann kommen die Höhenretter gemeinsam mit der Bergwacht zum Einsatz. Besonders betont er die gute Zusammenarbeit, zwischen den Höhenretter des THW mit den Bergwachten in Bad Wildungen und Willingen.

Im Anschluss an diesen Vortrag würdigte der Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon die Arbeit des THW und sprach Ihnen seine Dankbarkeit aus. Er wünschte ihnen ein glückliches Händchen, und dass sie immer wieder heil nach Hause kommen. Armin Schwarz dankte auch allen Mitgliedern für Ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft, die sie schon so oft unter Beweis stellen mussten.

Dann ergriff Karl-Friedrich Frese als Dezernatsleiter Katastrophenschutz und in Vertretung des Landrates Reinhard Kubat das Wort. Auch er dankte den Mitgliedern des THW für Ihren Einsatz, gratulierte zum 20. Geburtstag und richtete einen Appell an alle Mitglieder. "Bleiben Sie dem THW treu" - mit diesen Worten beendete er seine kurze Ansprache, nicht aber ohne ein Geschenk zu überreichen. Er schenkte den THW Höhenrettern die Zulassung ihres ATV (All Terrain Vehikel) mit Korbacher Kennzeichen. Im Anschluss machen sich die Gäste mit dem neuen Fahrzeug vertraut und ließen sich die Ausstattung und Technik erklären. Bei einem kühlen Getränk und leckerem Essen ließ man den gelungenen Abend ausklingen. Zur Zeit sind für das THW Korbach 8 ausgebildete Höhenretter im Einsatz. Das THW Korbach wurde zwischen 2003 und 2004 gegründet, verfügt über 35 aktive Mitglieder davon acht Höhenretter, allesamt unter der Leitung von Hans Joachim Kegel. Die Einsatzfahrzeuge der Höhenrettung sind der neue T6 und ein ATV. (Amt/112-magazin)

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