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Mittwoch, 13 Januar 2021 13:04

Schurke gaukelt vor vom Amtsgericht zu sein

VOLKMARSEN. Ein 66-jähriger Mann aus Volkmarsen erhielt gestern mehrere Anrufe eines angeblichen Mitarbeiters eines Amtsgerichtes. Der Anrufer erklärte, dass der Volkmarser noch länger zurückliegende Spielschulden habe. Diese würden inzwischen mehrere tausend Euro betragen. Der Betrüger am Telefon schlug dem Volkmarser vor, das Geld auf ein Konto in der Türkei, Litauen oder auch in Deutschland zu überweisen. Da der Angerufene darauf nicht einging, drohte der Anrufer mit einer Kontopfändung. Auch dies brachte den aufmerksamen Volkmarser nicht dazu, das Geld zu überweisen. Er bot dem Anrufer lediglich an, sich am nächsten Morgen nochmal zu melden. Dazu kam es aber nicht. Da dem 66-Jährigen die Sache komisch vorkam, informierte er die Polizei Bad Arolsen.

Tipps der Polizei:

Generell sollten man vorsichtig sein, wenn jemand anruft und behauptet, dass Sie irgendwo Schulden haben. Sind Ihnen keine Rechnungen oder Mahnungen bekannt, ist der Anruf höchstwahrscheinlich ein Betrugsversuch.

Geben Sie niemals Ihre persönlichen Daten am Telefon heraus und bestätigen Sie diese auf Frage auch nicht.

Lassen Sie sich auf keinen Fall unter Druck setzen.

Weisen Sie unberechtigte Geldforderungen zurück.

Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen und woher die angeblichen Schulden konkret resultieren, notieren Sie sich die Antworten.

Kommt Ihnen der Anruf komisch vor, legen Sie vorsichtshalber auf und verständigen Sie die Polizei.

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Publiziert in Polizei

BAD BERLEBURG. Eine aufmerksame Sparkassenangestellte verhinderte am Montag,den 1. Oktober in Bad Berleburg einen üblen Gewinnspielbetrug zum Nachteil einer 71-jährigen Seniorin.  

Die ältere Dame hatte am Montagmorgen unter einer (fingierten) Bad Berleburger Telefonnummer einen Anruf eines angeblichen "Herrn Schubert" erhalten. Dieser gab vor, Insolvenzverwalter zu sein und erklärte, dass die 71-Jährige ein Gewinnspiel nicht ordnungsgemäß gekündigt habe. Dadurch habe sich ein Schuldenberg von über 5.800 Euro angehäuft. Hinzu kämen allerdings noch weitere Forderungen, sodass sich die Gesamtkosten auf insgesamt 13.000 Euro belaufen würden.

Daraufhin forderte Herr Schubert die Bad Berleburgerin auf, direkt unter einer von ihm angegebenen Handynummer mit einer "Frau Kunze" vom Inkassounternehmen Kontakt aufzunehmen und fügte hinzu, dass "er es nicht vertreten könne, wenn ehrliche Leute von hier so über den Tisch gezogen würden."  Als die 71-Jährige in dem Gespräch mit "Frau Kunze" erklärte, dass sie die Sache erst mal mit ihrem Sohn besprechen möchte, reagierte Frau Kunze ungehalten und wollte dies auf jeden Fall verhindern. Sie sagte, dass die jungen Leute sowieso immer nur sagen würden, da bräuchte man nichts machen...

Anschließend bot "Frau Kunze" der Berleburgerin an, dass man nach "internationalem Recht 341" eine außergerichtliche Schlichtung anstrebe. Das ginge, indem die 71-Jährige direkt 2.250 Euro an einen Privatmann in der Türkei überweise. Dieser Mann könne dann alles so drehen, dass die Seniorin schuldenfrei sei. Die 71-Jährige ließ sich daraufhin direkt mit einem Taxi zur Sparkasse fahren, um dort die von den Betrügern geforderten über 2.200 Euro in die Türkei zu überweisen.

Da stoppte glücklicherweise die aufmerksame Sparkassenangestellte, bei der sofort alle Alarmglocken läuteten, das üble Treiben der Telefonbetrüger. Letztlich begab sich die 71-Jährige so anschließend von der Sparkasse auf direktem Weg zur Polizei nach Bad Berleburg und erstattete dort Strafanzeige.  

Um sich vor derartig hinterhältigen Telefonbetrügern zu schützen, gibt das Bad Berleburger Kriminalkommissariat folgende Tipps:  

  • Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!  
  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern. Zahlen Sie keine Gebühren! Wählen Sie keine gebührenpflichtigen Sondernummern!  
  • Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.  
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern, Adressen, Kontodaten, Kreditkartennummern oder Ähnliches.  
  • Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren Sie sich Alles.  
  • Weisen Sie unberechtigte Geldforderungen zurück.  
  • Sichern Sie sich ab, indem Sie einen angeblichen Vertragsabschluss widerrufen und wegen arglistiger Täuschung anfechten. Verbraucherzentralen bieten hierfür Musterschreiben in ihren Beratungsstellen sowie im Internet (www.verbraucherzentralen.de) an.  
  • Kontrollieren Sie mindestens einmal im Monat Ihre Kontoauszüge und Ihre Telefonrechnung.  
  • Lassen Sie unberechtigte Abbuchungen rückgängig machen. Abbuchungen können Sie innerhalb einer bestimmten Frist problemlos widersprechen. Wenden Sie sich dazu unverzüglich an Ihren Bankberater.  
  • Unberechtigte Lastschrifteinzüge können den Tatbestand des Betrugs gemäß § 263 Strafgesetzbuch erfüllen.  
  • Erstatten Sie im Zweifel Anzeige bei der Polizei.
(ots/r)

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Publiziert in SI Polizei

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