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WALDECK-FRANKENBERG. Was sich Ende Januar als Schockmoment für zwei Lokführer darstellte, endete inzwischen in einem Ermittlungserfolg für die Bundespolizei in Kassel. Durch umfangreiche Ermittlungsarbeit überführten Bundespolizisten am 16. Februar einen 20-Jährigen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und einen 22-Jährigen aus dem Hochsauerlandkreis (NRW). Maßgeblich an dem Erfolg beteiligt waren auch Zeugenaufrufe in der Presse.

Nach Angaben der Polizei sind die beiden Täter dringend verdächtig, in zwei Fällen, menschenähnliche Puppen auf den Gleisen deponiert zu haben. Die Lokführer auf den betroffenen Bahnstrecken glaubten jeweils, einen echten Menschen zu überfahren und leiteten daher eine Schnellbremsung ein. Die Bahnbediensteten erlitten beide einen Schock und mussten arbeitsunfähig abgelöst werden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Bundespolizeiinspektion Kassel führte daher Ermittlungen wegen des Verdachts eines gemeinschaftlich begangenen "Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr" durch.

Die erste Tat ereignete sich am 20. Januar im Bereich Marsberg und nur einen Tag später im Bereich Volkmarsen. "Solche Taten, bei denen die Gesundheit anderer Menschen gefährdet werden, sind keine Dummejungenstreiche, sondern gravierende Straftaten", sagte die Polizeidirektorin Sonja Koch-Schulte, Leiterin der Bundespolizeiinspektion Kassel

Wohnungsdurchsuchung bei Verdächtigen

Mehrere Bundespolizisten durchsuchten am 16. Februar im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kassel, u. a. die Wohnungen der beiden Männer. Dabei stellten die Beamten zahlreiches Beweismaterial sicher, unter anderem auch Gegenstände, die bei der Tatausführung verwendet wurden. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen beide Männer jeweils ein Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dauern noch an. (ots/r)

Link: Unbekannte setzen lebensgroße Puppe ins Gleis (21.01.2021)

Link: Erneut lebensgroße Puppe auf Bahngleis gesetzt (22.01.2021)

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Publiziert in Polizei

KORBACH. Als logistische Meisterleistung bezeichnet THW-Zugführer Dirk Gernand das Verbringen eines Zuges vom Güterbahnhof Korbach zum THW-Standort in der Briloner Landstraße. Von Freitag 17 Uhr bis Samstagmorgen 5 Uhr dauerte der Transport, der mit Absicherung der Polizei, Mitarbeitern der Bahn, einem Spezialtrasportunternehmen und 22 Einsatzkräften vom THW Ortsverband Korbach realisiert werden konnte.

Bis es soweit war, mussten die Einsatzkräfte allerdings hart schuften. Bereits vor fast zwei Jahren hatte Zugführer Dirk Gernand vom THW die Idee, einen ausrangierten, aber voll funktionsfähigen Triebwagen "umzubetten" und auf das Gelände des THW zu transportieren. Intensive Gespräche mit der Deutschen Bahn schlossen sich diesen Vorstellungen an. Zu beachten war auch der Transportweg mit dem "Sonderzug" auf einem Spezialtransporter vom Güterbahnhof über die Flechtdorfer Straße, weiter über die Straße Am Mühlwege und weiter über die Straße Im Alten Felde und schließlich über die Briloner Landstraße zum Bestimmungsort auf das THW-Gelände. Insbesondere der Conti-Kreisel stellte für den Transportführer eine Herausforderung dar.

Intensive Vorarbeiten

Zunächst wurde der Triebwagen am Freitag gegen 17 Uhr am Güterbahnhof getrennt und in zwei Abschnitten spiegelverkehrt verladen. Die Firma Brass stellte dafür den Verladeplatz zur Verfügung. Die Firma Universaltransport übernahm mit dem speziell für solche Vorhaben gebauten Tieflader den Transport. Zur Absicherung hatte sich der Leiter Verkehrsdienste Waldeck-Frankenberg Volker König, mit mehreren Streifenwagen positioniert und die Straßen abschnittsweise sperren lassen. Begleitet wurde der Zug von einem Notfallmanager der Deutschen Bahn. Bereits zwei Wochen vorher mussten im Standort des THW das Gleisbett, Schwellen und die Schienen verlegt werden. Dazu wurde der Untergrund ausgekoffert, etwa 300 Tonnen Gleisschotter aufgetragen, 83 Schwellen und 51 Meter Gleis verlegt.

Erst Rückwärts, dann vorwärts zum Ziel

Mit Fingerspitzengefühl und fahrerischem Können setzte der Fahrer den Auflieger vom Güterbahnhof durch den Kreisverkehr in die Flechtdorfer Straße zurück, um anschließend vorwärts seinen Weg über die vorgegebene Streckenführung zu manövrieren.

VT 628 (Serie 2) voll funktionsfähig

Der komplette Zug ist nach Angaben von Dirk Gernand voll funktionsfähig. Mittlerweile haben sich zum Üben am Objekt Bereitschaftspolizei, die Bundespolizei, Feuerwehren, andere Ortsvereine des THW und Notärzte zu Weiterbildungen angemeldet. Geübt werden können unter anderem Einsätze mit Spezialkräften bei Geiselnahmen, Weiterbildungen bei Aufgleisarbeiten  durch das THW oder Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen durch Feuerwehrkräfte. Der im Jahr 1986 gebaute Triebwagen hat nun einen neuen, sinnvollen Platz gefunden. Insgesamt 45,4 Meter lang ist der Zug, der 84 Sitzplätze anbietet und ein Gewicht von 63 Tonnen auf die Schiene bringt. Den Transport bezahlt haben die Mitglieder des Helfervereins des THW Korbach. Die Firma Fisseler unterstützte die Arbeiten, indem sie technisches Gerät zur Verfügung stellte. Ebenso setze sich der Chef der Kurhessenbahn für die Abgabe des Zuges an das THW ein. (112-magazin)

Publiziert in THW

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