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BAD LAASPHE. Um Kurz nach 13 Uhr wurde der Löschzug 1 am Samstag mit dem Stichwort "Abgestürzter Paraglider" alarmiert. Aufgrund eines Flugfehlers war ein Paragliderpilot in die Bäume im oberen Teil des Entenbergs in Bad Laasphe geraten - da er sich selbst nicht aus seiner Notlage in etwa 4 Metern Höhe befreien konnte, rief der unverletzte Pilot den Notruf.

Die Einsatzstelle befand sich in schlecht zugänglichem Gelände und so mussten die Einsatzkräfte einen Teil des Weges mit Leitern und weiterer Ausrüstung zu Fuß zurücklegen. Letztlich konnte der Verunfallte sicher zurück auf den Boden gebracht werden.

Im Einsatz befanden sich neben der Feuerwehr Bad Laasphe auch ein Rettungswagen, ein Rettungshubschrauber und die Polizei.

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Publiziert in SI Feuerwehr

ALLENDORF (EDER). Der Flugzeugabsturz bei Allendorf Ende September 2016 ist offenbar auf einen Fehler des allein in der Maschine sitzenden Piloten zurückzuführen: Nach Untersuchungen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) war der Motor der Piper ausgefallen, weil der Treibstoff im gewählten Tragflächentank ausgegangen war. Der 29-jährige Flugschüler war bei dem Unglück schwer verletzt worden.

Nach dem am Donnerstag vorgelegten BFU-Untersuchungsbericht waren der junge Mann und sein Fluglehrer am Tag des Unglücks zunächst gemeinsam mit der Maschine des Typs Piper PA 28-180 in der Luft. Nach verschiedenen Manövern landete der Flugschüler nach einer halben Stunde wieder auf dem Flugplatz in Allendorf, wo der 77-jährige erfahrene Fluglehrer die Maschine verließ. Der Schüler startete anschließend gegen 17 Uhr allein zu sogenannten Platzrunden. Dabei fiel um 17.50 Uhr der Motor der Piper aus - wegen Kraftstoffmangels, wie sich später bei den Untersuchungen herausstellte. Die Maschine stürzte in ein Waldstück nördlich von Allendorf, der junge Mann aus Thüringen erlitt dabei schwere Verletzungen, das Flugzeug wurde völlig zerstört.

Wahl des Tanks erfolgt manuell
Die beiden Tragflächentanks waren dem Untersuchungsbericht der BFU zufolge beim ersten Abflug jeweils noch etwa zur Hälfte gefüllt. Aus welchem Tank der Motor den Treibstoff bezieht, muss bei diesem Flugzeugmuster manuell über den sogenannten Tankwahlschalter eingestellt werden, ein automatischer Wechsel - zum Beispiel bei Treibstoffmangel - erfolgt bauartbedingt nicht. Nach Herstellervorgaben muss beispielsweise bei Starts und Landungen der rechte Tragflächentank aktiviert sein. Im Rahmen der Vorflugkontrolle habe der Fluglehrer den Schüler darauf hingewiesen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Ausgewählter Tragflächentank leer
Untersuchungen des Wracks ergaben dem Bericht zufolge, dass der Tankwahlschalter der Unglücksmaschine auf dem rechten Tragflächentank stand, dieser jedoch keinen Treibstoff enthielt. Das bedeutet, dass der Pilot versäumt hatte, den Wahlschalter rechtzeitig auf den noch gefüllten linken Tragflächentank umzustellen. Aus diesem lief an der Unglücksstelle laut Untersuchungsergebnis noch Sprit aus.

Der Flugschüler, der sich vor dem Unglück bereits seit etwa einem halben Jahr in der Ausbildung zum Privatpiloten befunden hatte, war bereits zur Prüfung angemeldet. Nach dem Unglück war er mit schweren Verletzungen per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden. Wenig später teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Marburg mit, der Zustand des Verletzten habe sich stabilisiert. Ob der Mann aus Thüringen nach Unglück und Genesung wieder fliegt oder das Fliegen aufgegeben hat, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Die Unglücksstelle war damals abgesperrt und das Wrack sichergestellt worden. Am Tag nach dem Absturz nahmen Korbacher Kripo, Staatsanwaltschaft Marburg und ein beauftragter Sachverständiger der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung erste Untersuchungen an der zerstörten Piper auf. Die BFU hat nach eigenen Angaben die Aufgabe, "Unfälle und schwere Störungen beim Betrieb von Luftfahrzeugen in Deutschland zu untersuchen und deren Ursachen zu ermitteln." Untersuchungsergebnisse werden in monatlichen sogenannten Bulletins auf der Homepage der Bundesstelle veröffentlicht. (pfa)  

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Publiziert in Polizei
Donnerstag, 31 März 2016 07:00

"Da geht ein Stück Luftrettungsgeschichte"

SIEGEN-WITTGENSTEIN. "Da saßen wir im Unterrichtsraum und haben uns an den Zähnen rumgefummelt. Da habe ich gedacht: Mensch, Du könntest jetzt Hubschrauber fliegen! Das war nichts für mich". Nur vier Monate hatte Gerald König es ohne "seinen" Hubschrauber ausgehalten, da kam er zurück zur Fliegerei. Und das war in jungen Jahren. Angefangen hatte er damals als Zivildienstleistender beim Bundesgrenzschutz, der heutigen Bundespolizei. "Da stand einen Tag Hubschrauberfliegen auf dem Plan. Das hat mich so sehr fasziniert, dass ich mich beim Bundesgrenzschutz verpflichtet habe und meine Pilotenausbildung gemacht habe", erinnert sich Gerald König. Danach hat er aber dann eine Lehre als Zahntechniker begonnen. Ein Fehler, wie er schnell merkte. Dann kam er zurück, wo er bis heute hingehört: In das Cockpit eines Hubschraubers. Vorne rechts. Mit Pitch, Stick und Pedalen.

Nach seinem kurzen Ausflug in die Zahntechnik hat er mit dem Hubschrauber Grenzstreifen an der See abgeflogen. Acht Jahre hat er das gemacht, dann ging er fliegerisch neue Wege: Rettungspilot. Zunächst bei der SOS Flugrettung in Sanderbusch in Friesland. Für den gebürtigen Lübecker nicht ganz soweit weg von der Heimat. Mit der Bewerbung bei der ADAC Luftrettung und der Zusage dort sollte sich das aber schnell ändern. "Der ADAC suchte damals und hat mich genommen", erzählt der humorvolle Mann mit den grau melierten Haaren, während er sein Schokomüsli löffelt. Fünf Einsätze hat er an diesem Tag schon geflogen. Ist gerade erst wieder gekommen. Mit Christoph 25, dem Rettungshubschrauber für Siegen-Wittgenstein und die nähere Umgebung.

Seit nunmehr 32 Jahren fliegt der Familienvater im Kreis Siegen-Wittgenstein den Notarzt an die Einsatzstelle. Ist damit nicht nur der Dienstälteste an der Station, sondern auch der Pilot, der die längste Zeit beim ADAC fliegt. "Da stand nur einer mit 33 Dienstjahren im Intranet. Ich habe mich erst gar nicht getraut, darauf zu klicken. Dann habe ich es doch gemacht, und dann stand da König", erzählt er.

Vollblutflieger geht in Rente
Nach 41 Jahren als Pilot und 32 Jahren in Siegen ist aber nun Schluss für den Vollblutflieger, der heute in Neunkirchen lebt. Heute, am 31. März, wird er zum letzten Mal ins Cockpit von Christoph 25 steigen, um den Menschen in Siegen-Wittgenstein und Umgebung schnelle Hilfe zu bringen. Danach wird etwas fehlen - gar keine Frage. Überall im Rettungsdienst, wo man von Christoph 25 redet, ist der Name Gerald König untrennbar damit verbunden. Jeder kennt ihn. Ihn und seinen Humor, seine herzliche Art und wenn man ihn nicht kennt, mag man auch meinen, seine brummelige Art. Den Menschen, der sich auch bei schlimmen Einsätzen dezent zurück hält, auf der Waldbank sitzt, oder sich mit Passanten unterhält. Der auch schon mal zum Kaffeetisch gebeten wird, während er mit dem Hubschrauber auf den Patienten warten muss. "Jeder muss das tun, wofür er zuständig ist. Das ist wichtig so, damit sich jeder auf seine Aufgabe konzentrieren kann", erzählt er. Ich solle ihn jetzt bloß nicht fragen, was sein schlimmster Einsatz gewesen sei, mahnt er mich. Das frage ich ihn auch nicht. "Aber natürlich gibt es immer wieder Situationen, in denen man mitgefühlt hat. Und das sind nicht nur kleine Kinder oder alte Menschen, sondern das Alltägliche", erzählt er.

Wie vielen Menschen er schon Hilfe gebracht hat, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. "Etwa 400 Mal pro Jahr, wobei die letzten Jahre die Einsätze stetig zugenommen haben", rechnet er vor. "Zum Anfang waren es fast nur schwere Unfälle im Straßenverkehr und in Betrieben, zu denen wir geflogen sind. Heute machen wir auch oft Hausbesuche", berichtet er über die Veränderungen der Jahre. Und auch, dass der Arzt früher nur mit Sauerstoff und Koffer los gerannt sei und heute die Maschinen immer schwerer seien, weil es viel mehr Geräte an Bord gebe, die für die in Not geratenen Menschen so wichtig seien. "Wir haben am Anfang hier auch einmotorig geflogen, mit Chartermaschinen. Dann kam die BO 105 und heute ein hochmoderner Eurocopter", erinnert er sich zurück.

Stets sicher nach Hause kommen
Ob es ein Erlebnis aus den Jahren gibt, in dem er Angst hatte, weil das Wetter kritisch war, möchte ich wissen. Er ist bescheiden und antwortet, dass ihm nichts Besonderes einfällt. Sein Rettungsassistent, Dirk Werthenbach, der erzählt dann von einem Flug, der nach Freudenberg gehen sollte. "Wir sind hier hinterm Hangar raus gegangen und bis Ikea gekommen. Da war unglaublicher Wind. Was hat der Gerald da gerudert, um uns wieder sicher Heim zu bringen. Da mussten wir den Einsatz abbrechen", erinnert sich der Rettungsassistent. "Man fliegt oft mal am Limit mit dem Wetter. Man muss nur früh genug entscheiden, umzudrehen", erklärt der Pilot. Dass das spektakulär sein könnte, hört man nicht raus. Selbstverständlich eben für ihn. Auch, wenn der Einsatzabbruch aus Wettergründen keineswegs immer von allen draußen verstanden wird, muss man wissen, dass viele Meter weiter oben oft ganz andere Bedingungen herrschen, als vom Boden einschätzbar. Und wenn die Besatzung - vorrangig der Pilot - diese Entscheidung getroffen hat, dann nur mit einem Ziel: Sicher wieder nach Hause zu kommen. Seiner großen Kompetenz ist es auch zu verdanken, dass er in den über 40 Jahren seiner Tätigkeit im Cockpit nie einen Unfall hatte.

Halbes Leben auf dem Rettungshubschrauber
Wie alt er denn sei, frage ich ihn. "Meine Frau Antje hat mein biologisches Alter auf 75 Jahre ausgewertet, meine Lebenserwartung liegt aber nur bei 60 Jahren. Und wenn man 41 Jahre fliegt, kann man nicht mehr 20 sein. Ich bin 61 Jahre alt", lacht er. "Frag weiter. Was möchtest Du noch wissen?", weist er mich an. Wie er seinen letzten Dienst antreten wird, und ob es ihm Leid tut, hier zu gehen, möchte ich wissen. Da wird er still. Der Rettungsassistent hinter ihm nickt mir zu. Gibt mir zu verstehen, dass es Gerald nicht leicht fällt, hier zu gehen. "Ich habe mein halbes Leben hier verbracht", antwortet der dann. Mehr Antwort braucht es nicht. Da wird klar, dass es ihm Leid tut und ihm der Beruf schmerzlich fehlen wird. "Auch wenn es komisch sein wird, muss ich auch meinen letzten Dienst wie jeden anderen antreten", fügt er hinzu. Und was hat ihm in den ganzen Jahren nicht so gefallen? "Die ganzen Reporter". Herzliches Lachen. So kannten ihn die Leute, das war es, was ihn ausmachte. Um keinen Scherz verlegen. Das wird in Zukunft fehlen an den Einsatzstellen. Keine flotten Sprüche, keine Frotzeleien mehr. Aber auch keine aufbauenden Worte mehr, wenn es mal nötig war.

Einmal hatte er einem jungen Mann, der an einer Einsatzstelle den Hubschrauber anschaute, Hundekuchen angeboten. Hundekuchen hatte Gerald jeden Tag dabei im Dienst. "Ich liebe Hunde, und wenn welche an der Einsatzstelle waren, haben die auch immer Futter von mir bekommen", erzählt er. Der junge Mann lehnte allerdings verwirrt und dankend ab, woraufhin König ihm dann ganz trocken sagte: "Du bist ganz schön verwöhnt, Junge".

Aber zurück zum Thema: "Natürlich ärgert man sich mal, aber dass mir etwas gar nicht gefallen hat, kann ich nicht sagen", resümiert er seine langen Jahre in der Rettungsfliegerei.

Und am Besten? "Die Fliegerei". Da muss er nicht lange überlegen, das kommt von Herzen. Und was geschieht nach dem letzten Dienst? "Ich werde Ballon fahren, Gleitschirm fliegen und sehen, dass ich noch weitere Bienen bekomme. Meine Kollegen haben mir zum Geburtstag eine Honigschleuder geschenkt", freut er sich. "Und dann mal schauen, wie es weitergeht". Stationsleiter Markus Scheld spricht im Namen aller Kollegen: "Wir sind uns ausnahmslos alle einig, dass es für Gerald nie und nimmer Ersatz geben wird. Da geht ein echtes Stück Luftrettungsgeschichte..."

Möglichkeiten, als zweiter Pilot zu fliegen, hätte Gerald König noch. "Aber ich möchte nicht als zweiter Mann im BK Cockpit sitzen. Wann ist Schluss mit mir und der Fliegerei? Bis der Fliegerarzt uns beide trennt?", fragt er in die Runde, der sich mittlerweile auch ein alter Freund von Gerald zugesellt hat. "Das mache ich lieber selbst", macht er deutlich.

Jan Weber als Nachfolger
Und wer wird sein Nachfolger? "Das ist Jan Weber. Dem habe ich damals, vor rund 20 Jahren, als er als kleiner Junge hier war, den Hubschrauber gezeigt und erklärt", erzählt Gerald mit Stolz. Dann geht das Telefon. "Leitstelle!" rufen die Kollegen aus dem Wachbüro. Das heißt, dass es einen Einsatz gibt. Ein Patient soll vom Altenkirchener Krankenhaus nach Bonn verlegt werden. Der Arzt muss noch letzte Details klären, bevor es losgeht. Gerald geht schon zur Maschine. Er strahlt. "Das ist schon ein schöner Vogel", sagt er. Dann setzt er sich rein. Vorne rechts. Mit Stick, Pitch und Pedalen. Ein Lächeln, ein "Tschüss" und dann lässt er die Turbinen an. Der Arzt kommt hinzu und dann geht’s los. Mit 280 km/h zum Einsatzort. Wie so oft in den letzten 32 Jahren.

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Publiziert in SI Retter

KASSEL/NIESTE. Ein 67 Jahre alter Privatpilot aus Thüringen ist am Karfreitag beim Absturz seines Kleinflugzeugs im Waldgebiet zwischen Nieste und Kleinalmerode ums Leben gekommen. Zahlreiche Einsatzkräfte hatten nach einem Zeugenhinweis stundenlang nach der Absturzstelle gesucht. Die Ursache für das Unglück bleibt weiter unklar.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen der Polizei ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Am Freitagmorgen gegen 9 Uhr startete der 67-jährige Privatpilot aus Thüringen mit seiner Piper 28 RT vom Flughafen Kassel-Airport in Richtung Sömmerda in Thüringen. Nach etwa 15 Minuten Flugzeit stürzte die Maschine zwischen Nieste und Kleinalmerode südlich der Landesstraße 563 in dicht bewaldetem Gebiet ab. Nach Zeugenangaben kam dort zu diesem Zeitpunkt dichter Schneefall auf. Inwieweit dies ursächlich für das Unglück war, ist noch völlig ungeklärt.

Die Zeugen nahmen jedoch Aufprallgeräusche wahr und teilten dies der Polizeileitstelle Nordhessen mit. Von dort wurde eine umfangreiche Suche eingeleitet. Aufgrund des unwegsamen, dicht bewaldeten Geländes gestaltete sich die Suche aber sehr schwierig.

Erste Ermittlungen der Polizei beim Flughafen Calden ergaben den Hinweis auf den 67-Jährigen und seine Maschine, die am Ankunftsflughafen in Sömmerda ab 10 Uhr überfällig war. In Kooperation mit dem SAR-Suchdienst in Münster, der Leitstelle der Polizei Göttingen, der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Fuldatal und der Fliegerstaffel der Hessischen Polizei in Egelsbach wurden die Suchmaßnahmen nun erheblich ausgeweitet. Hierbei kamen außer den Maschinen der Bundes- und Landespolizei auch zwei Suchmaschinen der Bundeswehr zum Einsatz.

Polizeihubschrauber findet Absturzstelle
Zeitgleich erfolgte die Suche am Boden mit zahlreichen Einsatzkräften der Polizei Göttingen und der Polizei Nordhessen unter Einbeziehung von etwa 100 Einsatzkräften der Feuerwehren aus den Landkreisen Göttingen, Werra-Meißner und Kassel. Gegen 15.15 Uhr lokalisierte ein Hubschrauber der Fliegerstaffel aus Egelsbach die die Absturzstelle.

Nachdem die Einsatzkräfte am Boden sich durch unwegsames Gelände an die Unglücksstelle vorgearbeitet hatten, fanden sie den Piloten nur noch tot auf. Die Identität ist noch nicht abschließend zweifelsfrei geklärt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich jedoch um den 67-jährigen Flugzeugbesitzer aus der Nähe von Sömmerda/Thüringen.

Die Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung wurde in die Ermittlungen eingeschaltet und entsandte einen Mitarbeiter zur Ursachenermittlung an die Absturzstelle. Zur Unfallursache gibt es derzeit noch keine Erklärungen. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, befindet sich die Absturzstelle auf niedersächsischem Gebiet.

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Publiziert in KS Polizei

Das Wetter ist zuerst nicht so gut an diesem Tag. Es ist windig draußen, regnerisch, teilweise sind die Sichten nicht optimal. Im Hangar steht ein zwei Turbinenhubschrauber vom Typ „EC 135“. Er hört auf den Namen „Christoph“, den der ADAC vor über 40 Jahren als Namen für die Rettungshubschrauber einführte, war doch der heilige Sankt Christophorus der Schutzpatron der Reisenden. Dies war nämlich der Grund, warum der ADAC in den späten 60er Jahren mit der Rettung aus der Luft begann: Die steigende Zahl der Verkehrstoten.

Tragischer noch war die Entstehung der heutigen DRF Luftrettung: Am 3. Mai 1969 wurde der neunjährige Björn, als er auf dem Weg vom Schwimmbad nach Hause war, wenige Meter vor seinem Haus von einem Auto überrollt. Über eine Stunde wartete er auf Hilfe. Zu spät – er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. „Der ausgeprägteste Charakterzug unseres Sohnes war seine Hilfsbereitschaft“, sagt Vater Siegfried Steiger später. Deshalb war für ihn und seine Frau klar, dass sie gegen das schlechte Rettungssystem etwas tun müssen. Mit vielen Spenden wurden Notrufsäulen und Rettungswagen angeschafft. Schließlich verpfändete das Architektenehepaar sein Haus für den Kauf eines Rettungshubschraubers. Von diesem Geld wurde eine BO 105 gekauft und dem damaligen Innenminister Hans Dietrich Genscher zur Verfügung gestellt. Maßgabe der Steigers: Einzusetzen ausschließlich für den Rettungsdienst. Der Hubschrauber wurde dann an der BGU-Klinik Frankfurt/Main stationiert. Wenige Jahre später erklärte der Bund den Ausbau der Luftrettung für beendet, auch der ADAC wollte nach der Anfrage Steigers „nicht in sinkende Boote steigen“. Siegfried Steiger wagte einen neuen Versuch: Luftrettung auf privater Basis. Schließlich gründete er die Deutsche Rettungsflugwacht.

Auf dem Vorfeld des Stuttgarter Flughafens wollte Steiger vielen Medienvertretern die Maschine der Deutschen Rettungsflugwacht vorstellen. Der Hubschrauber, der eigentlich ein Transparent in den Himmel fliegen sollte, war aber plötzlich nicht mehr da. „Darauf hin titelte die Presse 'Hat Steiger übersteigert?', erinnert sich Siegfried Steiger. Anstatt das Transparent zu fliegen, war der DRF-Pilot der ersten Stunde, Günter Sasse, einem Funkspruch gefolgt: Es hatte einen schweren Verkehrsunfall bei Böblingen gegeben, bei dem mehrere Kinder beteiligt waren. Diese Kinder flog Günter Sasse in eine Klinik. Alle Beteiligten konnten gerettet werden. Das war die Geburtsstunde der Deutschen Rettungsflugwacht, der heutigen DRF Luftrettung.

„Christoph“ steht noch immer Hangar am Krankenhaus. Die Monteure der Firma Airbus Helicopter, früher Eurocopter und davor Messerschmidt Bölkow Blohm, haben sich sehr viel Mühe mit ihm gegeben. Viele Stunden haben sie an ihm gearbeitet, bis er so wurde, wie er jetzt ist und seinen Job ausüben kann: Leben retten. Trotzdem bekommt man so einen Hubschrauber gegen Starkregen nie ganz dicht. Weil man nicht weiß, wie sich das Wetter entwickeln wird, bleibt „Christoph“ bis zum Einsatz in seinem Hangar, wo es schön trocken ist.

Mit ihm warten ein Pilot, ein Rettungsassistent und ein Notarzt auf den Einsatz. An Stationen, an denen „Christoph“ mit einer Winde für die Berg- oder Seerettung ausgerüstet ist, wartet zusätzlich ein Bordtechniker auf den Einsatz. Manche „Christophs“ dürfen auch bei Dunkelheit fliegen. An diesen Stationen sind dann ab der Dunkelheit zusätzliche Piloten im Dienst. Dann sitzen vorne immer zwei Piloten und der Rettungsassistent steigt mit hinten ein.

Jetzt werden „Christoph“ und seine Besatzung plötzlich gebraucht: Ein Kind ist mit dem Fahrrad schwer gestürzt, hat Kopfverletzungen. Es hat keinen Helm getragen. Der Disponent hat den Hilferuf des Notarztwagens draußen auf dem Land entgegen genommen. Sie brauchen dringend einen Hubschrauber, der das schwer verletzte Kind in eine Spezialklinik fliegen kann, weil das örtliche Krankenhaus für derartige Verletzungen, und die Versorgung von Kindern nicht ausgelegt ist. Dann hat der Disponent der Leitstelle „Christoph“ alarmiert. Jetzt geht es ganz schnell, trotzdem nicht hektisch. Die Hangartore gehen auf, die Plattform, auf der „Christoph“ parkt, wird per Fernbedienung aus dem Hangar gefahren. Der Pilot sitzt schon auf seinem Sitz und gibt die Einsatzadresse ins Satteliten gestützte Navigationssystem ein, gleichzeitig sucht er den Einsatzort auf der Fliegerkarte. Sobald „Christoph“ vor der Tür steht, startet der Pilot die Turbinen. Er – der Pilot – ist schon lange dabei. Seine Heimat musste er verlassen, um den gelben „Christoph“ fliegen zu dürfen. Aber es ist ein Traumberuf gewesen und deshalb hat er es getan. Einer seiner Jungs wird heute übrigens auch Pilot. Manchmal ärgert sich der „Christoph“-Flieger. Darüber, dass unnötige Vorschriften und viel, viel Schreibkram und Formalitäten seinen eigentlichen Beruf immer schwieriger machen. Denn dafür ist er kein Pilot geworden. Sein Traum war es, Leben retten zu helfen und fliegen zu gehen. Früher war das oft schöner.

Während „Christoph“ sich ein wenig aufwärmt, um nachher gut fliegen zu können, und der Pilot dabei darauf achtet, dass alle erforderlichen Parameter im Normbereich bleiben, steigen der Notarzt und der Rettungsassistent zu. Der Rettungsassistent funkt jetzt mit dem Disponenten der Leitstelle, der „Christoph“ alarmiert hat. Die Einsatzdaten werden abgeglichen. Jetzt gibt der Disponent weitere Informationen bekannt: Das Kind ist mit dem Kopf auf einen Schotterweg geschlagen, nicht ansprechbar, und es wird nicht mehr richtig wach. Der Notarzt vor Ort ist bereits dabei, dem Jungen einen Plastikschlauch in die Luftröhre zu legen, um ihm damit beim Atmen zu helfen.

Kurze Zeit später, nur etwas mehr als eine Minute nach der Anforderung hebt „Christoph“ von seiner Plattform ab. Der Pilot ist jetzt dafür zuständig, dass sie alle sicher in das kleine Dorf kommen, um dem schwer verletzten Jungen zu helfen. Überall muss er seine Augen jetzt haben und „Christoph“ mit Händen und Füßen bedienen. Den Pitch, den Steuerknüppel und die Fußpedale muss er aufeinander abgestimmt bedienen. Dabei muss er außerdem auf die Sicht achten, auf Winde, auf Hindernisse und die Flugroute. Der Rettungsassistent hilft dem Piloten dabei. Er sitzt vorne links neben dem Piloten.

Trotz Regen, diesiger Sicht und Wind fliegen sie gemeinsam mit „Christoph“ in Richtung des kleinen Dorfes, östlich von „Christophs“ zu Hause. Wenn sie einen Flug wegen schlechtem Wetter mal nicht durchführen können, sind Ärzte oder Pflegepersonal in Krankenhäusern oft enttäuscht, weil sie einen schwer kranken Patienten dringend und schnell verlegen müssen. Doch die Leute, die mit „Christoph“ unterwegs sind, haben selbst Kinder, kommen an ihre Grenzen und müssen sich auch an Vorgaben halten. Es fällt ihnen nie leicht, einen Einsatz abzulehnen, aber manchmal geht es nicht, weil es für sie alle lebensgefährlich wäre. „Christoph“ könnte abstürzen und so könnte es zu einer Katastrophe kommen. Das möchten die Männer und Frauen von „Christoph“ nicht und deshalb sagen sie Einsätze ab, wenn es nicht geht. Sie sind deshalb keine Heulsusen oder haben keine Lust, sondern sie sind sehr besonnen und handeln zur Sicherheit aller Menschen. Dieses richtige Verhalten lernen sie regelmäßig in der Nähe von Bonn, wo viele „Christoph“ Besatzungen ausgebildet und trainiert werden.

„Christoph“ hat schon eine ganze Ecke seines Weges zurückgelegt. Er ist deutlich schneller als ein Auto. Es gibt auf dem Weg in das Dörfchen viele Kurven, Baustellen, Steigungen und Lkw, die man nicht überholen kann. Für „Christoph“ ist das kein Problem. Er kann einfach drüber fliegen und das alles hinter sich lassen. Jetzt geht es vorbei an so ein paar Wahrzeichen von „Christophs“ Heimat. Zuerst an einer Talsperre, die aber nur am Rande zu sehen ist, dann über eine gelbe, runde und historische Burg hinweg und schließlich über eine Anhöhe, die „Christoph“ gerade im Winterhalbjahr oft Probleme bereitet, weil es dort sehr oft nebelig ist. Heute geht es. Es ist eine Lücke in den Wolken und da passen sie durch. Der Pilot, er ist sehr erfahren und heute der Älteste im Team, manövriert „seinen“ Hubschrauber genau durch die Lücke – nur mit dem Ziel, dem schwer verletzten Jungen zu helfen. Ist das nicht toll?

Die Öffentlichkeit bekommt das zum größten Teil nicht mit. Stattdessen macht sie sich Gedanken über den Fluglärm, der eigentlich nur ein Vorwand ist, sie verurteilt die Betreiber von „Christoph“, weil die Presse einen angeblichen Skandal aufgedeckt hat, der keiner ist. Damit hat der „mündige Bürger“ nur wieder mal „eine Sau gefunden, die durchs Dorf getrieben werden kann“. Es ist aber sehr oft so, dass die Menschen, denen es gut geht und die bei einer Sache nicht dabei waren, die meisten Fehler finden und die meiste Ahnung haben.

Das macht die Frauen und Männer von „Christoph“ oft traurig oder auch mal böse. Denn am Ende sind sie es, die darunter leiden müssen. Ihre Arbeit wird genau beobachtet, scheinbar nach Fehlern gesucht. Das belastet sie, dabei ist ihr Job doch schon schwer genug.

Inzwischen meldet sich der Notarztwagen und möchte mit „Christoph“ sprechen. Wo er landen will, möchten die Kollegen am Boden wissen, um einen geeigneten Platz zu finden. Der Pilot ist in zwei Minuten da, möchte sich den Ort von oben anschauen und dann entscheiden, wo er landet. Vorbei an den letzten Firmen der ländlichen Umgebung, vorbei an einem schönen Schloss und einer der waldreichsten Gegenden von „Christophs“ Einsatzgebiet und schließlich kommt die Einsatzstelle in Sicht. Der Notarztwagen blinkt bereits mit seinen Blaulichtern, um „Christoph“ und seiner Besatzung den Weg zu weisen. Mit „Heizkisten“ oder „einsatzgeil“, wie es in der Öffentlichkeit oft formuliert wird, haben die eingeschalteten Blaulichter nichts zu tun.

Der Pilot legt „Christoph“ in einer leichten Kurve elegant auf die Seite, alle sehen sich jetzt die Einsatzstelle von oben an, während sie eine Runde drehen, um nichts zu übersehen. Nach Leitungen suchen sie da, nach Windrädern, Strommasten, losen Gegenständen, Kindern und Tieren für die „Christoph“ bei der Landung gefährlich werden könnte, oder umgekehrt. Von oben schauen die Besatzungen auf einen dunklen Untergrund und sehen Leitungen deshalb viel schwerer, als wenn man von unten an den Himmel schaut und nach einer Leitung sucht. Ein Streifenwagen sichert die Einsatzstelle zusätzlich ab und dann geht „Christoph“ schließlich direkt neben dem Notarztwagen zur Landung. Der Rettungsassistent und der Notarzt springen raus und laufen zu ihrem jungen Patienten. Der Pilot bleibt bei „Christoph“. Die Turbinen müssen vernünftig abgestellt werden, dann muss geschaut werden, ob beim Flug alles Heile geblieben ist und der Pilot muss auf „Christoph“ achten, dass ihm keiner zu nahe kommt. Er öffnet schon die Heckklappe, wo sie das Kind gleich einladen können. Dabei hört er eine Frau weinen. Er sieht sie mit einem Polizisten am Notarztwagen stehen. Das ist die Mutter des Jungen, die sich nun so große Vorwürfe macht, dass sie ihren einzigen Sohn ohne Helm hat fahren lassen. Das belastet den Piloten manchmal, obwohl er früher als Pilot der Bundespolizei sicher viele harte Dinge gesehen hat. Deshalb setzt er sich in seinen Hubschrauber, um den oftmals schlimmen Eindrücken und Bildern nicht so oft ausgeliefert zu sein.

Im Notarztwagen bekommt die Hubschrauberbesatzung eine Übergabe. Der Junge, 14 Jahre alt ist er, hat Medikamente bekommen, die ihn zum schlafen zwingen. Sonst würde er den Plastikschlauch in seiner Luftröhre nicht tolerieren. „Intubationsnarkose oder ITN“, nennen die Fachleute das. Am Anfang, so der Notarzt vom Rettungsdienst vor Ort, sei der Junge noch ein wenig wach gewesen, habe aber nur gewimmert und gestöhnt. Außerdem habe er sich wohl den Schädel gebrochen. Die Verformung des Kopfes kann man gut erkennen. Die Besatzung des Notarztwagens und die des Hubschraubers haben selbst Kinder. Das belastet sie sehr. Es kann sein, dass der Junge nie mehr so wird, wie er einmal vor dem Sturz war. Der Rettungsassistent von „Christoph“ schließt den Jungen an verschiedene Geräte an, mit denen er während des Fluges überwacht werden kann. Die Geräte des Notarztwagens werden entfernt. Sie bleiben beim Rettungsteam vor Ort. Der Notarzt telefoniert mit einem Krankenhaus, was den Jungen aufnehmen soll. Es ist das Krankenhaus, an dem „Christoph“ sein zu Hause hat und an dem es Ärzte gibt, die Patienten bei Bedarf an Kopf, Gehirn und Wirbelsäule operieren können. „Neurochirurgen“ heißen diese Ärzte. Der Arzt von „Christoph“ kennt sie, deshalb können die beiden das schnell am Telefon klären und schnell steht fest: Sie nehmen den Jungen.

Jetzt sind alle Vorbereitungen getroffen und der Junge kann auf die Trage von „Christoph“ umgelagert werden. Ganz behutsam heben ihn die Rettungsdienstler und das Team von „Christoph“ auf die Trage. Einer hält seinen verletzten Kopf fest. Es muss darauf geachtet werden, dass der Plastikschlauch nicht aus der Luftröhre gezogen wird. Ohne ihn atmet der Junge nicht. Die Medikamente die er bekommen hat, um zu schlafen, legen die Atmung lahm. Das macht in dem Moment eine Maschine, die zuvor vom Notarztwagen, später von „Christoph“ angeschlossen wurde. Der Junge schläft jetzt, und bekommt von all dem nichts mehr mit. Er hat jetzt keinen Stress und muss keine Schmerzen haben. Seine Mutter möchte sich von ihm verabschieden und gibt ihm einen Kuss ins Gesicht. Sie weint sehr und hat große Angst um ihr Kind. Die Rettungskräfte können diesen Moment fast nicht aushalten, so Leid tut ihnen das. Jeder ist mit Gedanken bei seinen Kindern und seiner Familie. Ein Polizist nimmt die weinende Mutter in den Arm. „Ihr Kind ist in den besten Händen“, verspricht er der Frau. Auch ihn belastet die Situation. „Christoph“ ist startklar, das Wetter mittlerweile viel besser geworden. Seine Lampen blinken schon, der Weg ist klar. Die Heckklappen werden geschlossen, der Landeplatz abgesichert. Jetzt startet der Pilot wieder die Turbinen. Hochkonzentriert sind sie jetzt. „Christoph“ hat wertvolle Fracht an Bord. Unter Überwachung geht es jetzt in die Spezialklinik. Über eine Stunde würde das auf dem Boden dauern, bei vielen Schlaglöchern, Kurven, Lkw und Steigungen. Der Pilot zeigt „Daumen hoch“. Das Zeichen, das er und „Christoph“ bereit sind, ihren so wichtigen zu Flug zu beginnen. „Christoph“ macht jetzt richtig Wind. Das kommt durch die vier Rotorblätter. Dann steigt der Rettungsassistent zu, der zuvor den Start von draußen überwachen musste. Er schnallt sich in Sekundenschnelle an und dann zieht der Pilot „Christophs“ Pitch nach oben. Die gelbe EC 135 hebt ab und fliegt mit dem Jungen in die Klinik. Wieder vorbei an dem schönen Schloss, einigen Firmen, dem Höhenkamm und kurze Zeit später an der gelben, historischen Burg und der Talsperre. Jetzt sehen sie bereits einen Fernsehturm in der Ferne. Das ist für „Christoph“ und seinen Piloten immer das Zeichen, dass sie gleich zu Hause sind. Auf dem Dach von „Christophs“ zu Hause warten bereits Ärzte und Pflegepersonal. Sie wissen schon, dass „Christoph“ ein schwer verletztes Kind an Bord hat. In der Klinik ist schon alles vorbereitet. Dann landet „Christoph“ auf dem Dach. Wie im Schlaf kennt der Pilot den Anflug. Aber trotzdem muss er immer aufs Neue auf Seitenwinde, Vögel, Hindernisse achten. Dann haben sie es geschafft: Nach elf Minuten Flug steht „Christoph“ auf dem Dach. Jetzt kümmern sich nach der Übergabe die Spezialisten im Krankenhaus um den Jungen. „Christoph“ wird wieder einsatzklar gemacht und dann nach unten geflogen auf die Holzplattform. Dort schreibt der Pilot das Bordbuch und tankt wieder auf. Die beiden Mediziner füllen verbrauchtes Material auf. Dann ist „Christoph“ wieder einsatzbereit.

Irgendwann später werden sie erfahren, dass der Junge es geschafft hat. Er wird wieder vollkommen gesund werden. Er hat riesiges Glück gehabt. Aus der Erfahrung wissen sie, dass Stürze ohne Helm in aller Regel nicht so enden. Sie sind erleichtert und noch einmal mehr motiviert, einmal mehr alles zu geben. Um ein Menschenleben zu retten – koste es, was es wolle.

Gestern war übrigens Tag der Luftrettung. Wusstet ihr das?

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Publiziert in Retter
Mittwoch, 09 Oktober 2013 23:08

Bergwacht und Polizei trainieren Helikopter-Rettung

BAD WILDUNGEN. Das punktgenaue Absetzen von Helfern aus einem Helikopter heraus an einer Einsatzstelle in unwegsamem Gebiet und das Hinaufwinden von Verletzten in den Hubschrauber üben noch bis einschließlich Samstag die Crewmitglieder der hessischen Polizeifliegerstaffel und die Aktiven der Bergwacht im Raum Bad Wildungen.

Nach einem Check lässt der Pilot die beiden je 720 PS starken Turbinentriebwerke der Maschine vom Typ Eurocopter EC 145 an, wenig später hebt der weiß-blaue Helikopter vor der Schlosskulisse Altwildungens ab. Mit an Bord sind neben Pilot und Co-Pilot ein sogenannten Winden-Operator sowie mehrere Mitglieder hessischen Bergwacht. Was im Ernstfall im Schnitt dreimal pro Jahr bis ins Details sitzen muss, üben die fliegenden Polizisten gemeinsam mit den ehrenamtlichen Bergwacht-Aktiven in dieser Woche unzählige Male.

Im Kern geht es darum, verletzte Personen aus Gebieten zu retten, die für Fahrzeuge nicht oder nur sehr schwer erreichbar sind: So fliegt der Helikopter am Dienstag zig mal den Bilstein bei Reitzenhagen an. Über dem Felsen bleibt die Maschine regelrecht in der Luft stehen, dann lässt der Winden-Operator das Drahtseil hinunter. Schon nach einigen Sekunden hat der Hubschrauber zwei Personen "am Haken": Ein Retter und ein "Opfer" werden hinaufgezogen. Die Maschine dreht eine Schleife, setzt die Personen am Ausgangspunkt an Busemanns Koppel ab und kehrt zurück zum "Unglücksort", wo die nächste Rettungsübung ansteht.

"Das ist eine wirklich schwierige Sache", erklärt Pilot und Fluglehrer Klaus Boida, der bei der in Egelsbach stationierten Polizeifliegerstaffel für die Aus- und Fortbildung verantwortlich ist. Der Pilot beispielsweise könne nicht sehen, was genau unter ihm vor sich geht. "Per Intercom und Handzeichen muss der Operator ihn einweisen", verdeutlicht Boida. Nur wenn der Helikopter exakt über der zu rettenden Person "steht", sei ein gefahrloses Hinaufwinden möglich. Für seine Piloten geht es im aktuellen Trainingszirkel auch darum, Notverfahren zu üben - beispielsweise beim Ausfall eines Triebwerks.

Um für den Ernstfall 100-prozentig vorbereitet zu sein, übt die Staffel einmal pro Jahr mit der Bergwacht. Übungsgebiete waren in der Vergangenheit der Edersee, die Rhön, der Feldberg oder Willingen mit Windentraining an der Ettelsberg-Seilbahn (112-magazin.de berichtete). Im Laufe dieser Woche sind von den 26 Piloten und acht Winden-Bedienern der Fliegerstaffel wechselweise 30 Kräfte mit von der Partie. Ebenfalls 30 Mitglieder verschiedener Bergwacht-Ortsverbände aus ganz Hessen trainieren in Wildungen. Der technische Leiter Gerd Windhausen (Bad Wildungen) ist stolz darauf, dass elf dieser Mitglieder in Willingen und Bad Wildungen ansässig sind. Außerdem ist Windhausen dankbar dafür, dass man auf insgesamt acht Trainingstage pro Jahr kommen. "Wir üben mit der Fliegerstaffel aus Egelsbach ebenso wie mit der Bundespolizei aus Fuldabrück", erklärt Windhausen. Mit beiden Abteilungen seien in der Vergangenheit bereits "scharfe" Einsätze erfolgreich absolviert worden.

Polizei und Bergwacht bitten die Bevölkerung von Bad Wildungen um Verständnis für die vorübergehende Lärmbelästigung durch die Helikopterflüge. "Nur wenn wir an realen Zielen trainieren, können wir im Ernstfall effektiv helfen", sagt Boida. Und nicht zuletzt profitiere die Bevölkerung davon: Wer in Wildungen lebt, der könne hier auch verunglücken und auf die schlagkräftige Hilfe aus der Luft angewiesen sein.

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Publiziert in Retter
Donnerstag, 13 Dezember 2012 19:10

Ambulanzflugzeug mit Laser geblendet

PADERBORN. Mit einem grünen Laserstrahl ist der Pilot eines Ambulanzflugzeugs mit einem Verletzen und vier weiteren Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Anflug zum Flughafen Paderborn/Lippstadt geblendet worden.

Der Learjet einer Luxemburgischen Flugambulanz war in Algerien gestartet. Gegen 22 Uhr befand sich das Flugzeug in einer Höhe von 500 Metern wenige Minuten vor der Landung. Mehrfach wurde ein grüner Laserstrahl auf das Cockpit gerichtet. Der Pilot konnte den Ambulanzjet jedoch nach Polizeiangaben sicher landen.

Bei den folgenden Ermittlungen wurde der Standort des unbekannten Täters auf ein Waldgebiet zwischen Salzkotten und Geseke nahe des Autohofs an der A 44 bei Steinhausen eingegrenzt. Ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Luftverkehrs wurde eingeleitet. Sachdienliche Hinweise auf Tatverdächtige nimmt die Polizei unter der Rufnummer 05251/3060 entgegen.


In Siegen war im vergangenen Jahr die Crew eines Rettungshubschraubers von einem Laserpointer geblendet worden:
Christoph 25 mit Laserpointer geblendet (01.09.2011)
Mit Laserpointer Rettungshubschrauber geblendet: Täter gefasst (05.09.2011)

Publiziert in PB Polizei

GREVEN.  Feierabend gibt es für den Intensivtransporthubschrauber „Christoph Westfalen“ der ADAC Luftrettung GmbH in Greven nicht. Hier werden nur die Besatzungen getauscht, die Maschine ist rund um die Uhr einsatzbereit, um schwer kranke Patienten zu verlegen, oder den Notarzt schnell zur Einsatzstelle zu bringen. An diesem Abend haben die Piloten Sven Tiedemann und Ralf Lehmann um 19.00 Uhr den Nachtdienst übernommen, zusammen mit einer neuen medizinischen Besatzung, bestehend aus Rettungsassistent und Notarzt. Aus flugsicherungstechnischen Gründen ist es erforderlich, nachts mit zwei Piloten zu fliegen. Zu riskant wäre ein Alleinflug. Strommasten, Schornsteine, Baukräne, oder Bäume: All das muss auch nachts gesehen werden. Außerdem ist vor einem Nachteinsatz ein Wettercheck vor dem Abflug nötig: Während einer der Piloten die notwendigen Daten bei der zuständigen Wetterzentrale einholt, kann der zweite die Maschine vorbereiten und aus dem Hangar fahren, gegebenenfalls noch mal Treibstoff nachtanken. „Wir fliegen nachts sowohl primär als auch sekundär“, erklärt einer der Piloten und meint damit, dass neben Patientenverlegungen auch direkte Notfalleinsätze geflogen werden, bei denen der Notarzt zur Einsatzstelle gebracht wird. Häufiger Einsatzgrund seien dabei Verkehrsunfälle, erklärt er weiter.

An diesem Abend müssen Sven Tiedemann und Ralf Lehmann nicht lange warten, bis der Nachtflug losgeht. Über Telefon meldet sich die Leitstelle Steinfurt, die den Hubschrauber vom Typ BK 117 alarmiert und fragt für einen Intensivtransport von Lippstadt nach Münster an. Ein kurzer Wettercheck, der Notarzt telefoniert derweil mit dem Klinikum Lippstadt und Ralf Lehmann bereitet die Maschine vor. Der Rettungsassistent erledigt schnell die erforderlichen Formalitäten. Das Wetter ist ideal, wolkenlos und Sichten von über 30 Kilometern. Wenige Minuten nach dem Anruf der Leitstelle gehen die Männer zu ihrer Maschine. Mit einem Summen starten die Turbinen und die komplexen Systeme werden hochgefahren. Dann hebt Sven Tiedemann die Maschine sanft von der Plattform zieht sich zunächst nach hinten und dann über den Landeplatz, von wo aus er Höhe aufnimmt. „Das machen wir so, damit wir im Falle eines Triebwerkausfalls sicher auf der angrenzenden Wiese landen könnten“, erklärt er später. Die Piloten der ADAC Luftrettung GmbH sind bestens ausgebildet. Sie schaffen es den Hubschrauber auch beim Ausfall beider Triebwerke sicher zur Landung zu bringen. Dabei machen sie sich den Aufschwung der Rotorblätter zu Nutze. „Autorotation“ nennt der Fachmann das. Dafür werden alle Piloten und Bordtechniker zwei Mal im Jahr in so genannten „Checkflügen“ im echten Hubschrauber, oder im Simulator geschult.

Elegant fliegt die gelbe BK 117 der untergehenden Abendsonne entgegen, um einen kranken Menschen schnell und sicher nach Münster zu bringen. Aus Platzgründen ist ein Mitflug in der Nacht nicht möglich.
Nach drei Stunden, gegen 22.00 Uhr, kündigt sich die Rückkehr des gelben Engels durch das Aufleuchten der Landebefeuerung an der Hubschrauberstation an. Wenige Minuten später setzt die Maschine auf der Plattform auf. Ihren Einsatz haben die Männer erfolgreich erledigt, müssen verbrauchtes Material wieder nachfüllen, die Maschine betanken und in den Hangar fahren. Mittlerweile ist es stockfinster geworden. Nun hofft die Besatzung auf ein wenig Schlaf. Bis zum nächsten Morgen um sieben Uhr geht der Dienst noch, da kann noch viel passieren. Doch in dieser Nacht bleibt es ruhig.
Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr kommt die Tagbesatzung zum Dienst. Jetzt übernehmen Pilot Markus Greve, Rettungsassistent Michael Goldberg „Goldi“ und Notarzt Dr. Michael Kros den Dienst auf „Christoph Westfalen“. Es folgt eine Übergabe durch die Nachtbesatzung und anschließend ein gemeinsames Frühstück. Sorgen bereitet den Männern der Blick aufs Wetter: Es regnet und es ist böig, am Nachmittag soll der Wind zunehmen und Gewitter sollen dazu kommen. „Aber noch hindert uns das nicht am Fliegen, die Sichten sind in Ordnung“, ist Pilot Markus Greve zuversichtlich. Dennoch checkt der erfahrene Flieger über spezielle Radarbilder und den Wetterdienst immer wieder kritisch die Flugbedingungen.

Kurz nach dem Frühstück, es dauert nicht lange, ruft die Leitstelle Steinfurt an: „Ewald, mein Lieber. Wie geht es Euch? Alles klar bei Euch?“, das Gespräch scheint locker und doch gibt es einen ernsten Hintergrund: Im Lippstädter Krankenhaus, in der Kinderklinik, liegt ein krankes Baby, das in eine Kölner Spezialklinik geflogen werden muss. Einsatz für „Christoph Westfalen“! Pilot Markus checkt das Wetter, Rettungsassistent Goldi telefoniert mit der Kölner Leitstelle wegen eines Landeplatzes und eines Rettungswagens, der die Besatzung und das Baby abholt und zur Klinik fährt und Notarzt Michael telefoniert mit dem Soester Krankenhaus, um die genauen Hintergründe der Erkrankung zu erfragen.

Bei dem kleinen, wenige Tage alten Baby liegt eine Missbildung der Speiseröhre vor. „Die Speiseröhre endet blind, sie hat keine Verbindung zum Magen“, erklärt der Notarzt. Da das Kind noch sehr klein ist, muss es in einem Inkubator geflogen werden. Um den Inkubator mitnehmen zu können, muss die Maschine umgerüstet werden, einige Gerätschaften fliegen nicht mit, sonst würde der Platz nicht reichen und die Maschine zu schwer. „Wir fliegen jetzt zunächst die Feuerwache Lippstadt an und laden dort einige Sachen aus“, erklärt Pilot Markus, nachdem er das Wetter gecheckt hat. Die Flugbedingungen für den Einsatz sind in Ordnung und mittlerweile hat auch der Regen in Greven wieder aufgehört. Routiniert geht die Crew zur Maschine, der Vorflugcheck während dem Anlassen der BK 117 wird von Pilot und Rettungsassistent im Cockpit durchgeführt. „Kabine klar?“, fragen die beiden nach hinten und dann nimmt der gelbe Hubschrauber Kurs in Richtung Lippstadt – mit mehr als 220 km/h. Unterwegs meldet „Christoph Westfalen“ sich bei den zuständigen Leitstellen an und nach kurzem Flug setzt die Maschine im Hof der Feuerwache auf, ein Rettungswagen wartet dort bereits, um die Crew bis zum Krankenhaus zu fahren. Notarzt Michael Kros begleitet den Transport nicht. Die Kinderklinik schickt eigenes Personal mit, das auf die Versorgung dieses Krankheitsbildes beim Baby spezialisiert ist. Auf der Station im Krankenhaus informiert sich Rettungsassistent Michael Goldberg genau über den Zustand des kleinen Patienten. Dann geht es auch schon los. Mit dem Rettungswagen geht es zum Hubschrauber, der Inkubator wird eingebaut und die Intensivschwester der Kinderklinik wird in die Maschine eingewiesen und bekommt erklärt, wie sie sich beim Flug verhalten muss. „Wir fliegen etwa 25 Minuten“, kündigt Markus Greve an. Dann geht es auch schon los, etwas aufgeregt scheint das Baby zu sein, aber die Parameter sind alle in Ordnung.

Bereits nach wenigen Minuten Flug schläft das Kind tief und fest. „Das erleben wir sehr oft. Das leichte schaukeln des Hubschraubers scheint den Kindern zu gefallen“, freut sich die Besatzung. In der Klinik, so die Schwester, habe das Kind bislang einen sehr unruhigen Schlaf gehabt. Jetzt schläft es bis zur Landung in Köln. Von den Regengebieten und den Böen, die der Hubschrauber auf dem Weg dorthin überwunden hat, hat es nichts mitbekommen. Sehr sicher und routiniert hat Markus Greve den gelben Engel über das Sauerland und das Bergische Land bis nach Köln gesteuert, dabei Regengebiete und Gewitter umflogen und im starken Wind millimetergenau gegengesteuert. „Wahnsinn. Absolut faszinierend...“, ist die Krankenschwester nach der Landung auf dem Dach des Kölner St. Vinzentkrankenhauses beeindruckt. Da der Landeplatz an der eigentlichen Zielklinik gesperrt ist, muss jetzt ein Rettungswagen der Kölner Berufsfeuerwehr die letzten Meter durch die Stadt bewältigen.

In der Kinderklinik wird das Baby schon erwartet, ein Zimmer ist schon hergerichtet und nach kurzer Übergabe kann die Besatzung zurück zum Hubschrauber fahren. Die Krankenschwester aus Lippstadt muss aber vorher noch eine ganz wichtige Aufgabe erfüllen: Sie schreibt den Eltern des kleinen Patienten eine SMS, dass sie gut angekommen sind. „Die Mutter war sehr besorgt, hatte große Angst um ihr Baby während dem Flug“, erklärt die Schwester. Doch bei der erfahrenen Besatzung und dem professionellen Piloten der ADAC Luftrettung war der kleine Erdenbürger stets in besten Händen und konnte schön ruhig schlafen. Mit einem guten Gefühl geht’s zurück zum Hubschrauber, wo Markus Greve schon einen neuen Auftrag erhalten hat: Eine Patientin mit schwer krankem Herzen muss zu einer dringenden Operation in Herzzentrum nach Bad Oeynhausen geflogen werden. Der Notarzt ist darüber auch schon informiert worden, er führt von der Feuerwache Lippstadt aus schon das Arzt-Arzt-Gespräch durch.

Um den Flug durchführen zu können, müssen zunächst noch 300 Liter Jet A 1 getankt werden. Dafür landen die Luftretter an ihrer Nachbarstation bei „Christoph 8“ in Lünen im Kreis Unna. Dort können sie den Hubschrauber tanken. „Christoph 8“ ist im Gegensatz zu „Christoph Westfalen“ ein Primär-Rettungshubschrauber, das heißt, er fliegt den Notarzt direkt zur Unglückstelle. „Christoph Westfalen“ hat sich auf die Verlegungen von Intensivpatienten spezialisiert, fliegt aber auch immer wieder Notfalleinsätze, wenn andere Hubschrauber bereits unterwegs sind. Nach dem Tankstop geht es in einer steilen Linkskurve noch einmal an „Christoph 8“ vorbei, sehr zur Freude der Kindergartenkinder, die gerade die Station besichtigen. Das Wetter wird schlechter, es regnet und ist windig. Markus Greve muss die Schauer umfliegen, die Sichten werden teilweise sehr schlecht. „Mann muss dann immer sehen, wo eine Lücke ist und das Wetter besser ist. Dann muss man halt einen kleinen Umweg fliegen. Oftmals sind nur kleine Gebiete von so einem Schauer betroffen“, erklärt der Pilot während dem Flug und dreht seine BK 117 ein wenig nach rechts ein. „Da ist es hell, da können wir durch“, zeigt er an den Horizont. Nun ist es nicht mehr weit bis Lippstadt, wo der Inkubator wieder ausgeladen wird und der Flug zum Soester Krankenhaus beginnt. Das Wetter hat sich wieder gebessert und in Soest wird die Besatzung von der Sonne und milden 20 Grad begrüßt. „Aber im Bereich Osnabrück soll es schwer schauern“, ist Markus Greve besorgt.

Die Besatzung wird zur Intensivstation abgeholt, um dort die Patientin zu übernehmen. Der älteren Dame geht es sehr schlecht. Am Morgen war sie noch wach. „Die Atmung hat nicht mehr ausgereicht, der Kreislauf versagt. Wir mussten der Patientin starke Medikamente geben, sie in Narkose legen und ihr mit einem Schlauch in der Luftröhre beim Atmen helfen“, erklärt der Arzt im Krankenhaus. Jetzt ist die Besatzung des Hubschraubers gefordert. Nach und nach werden die Geräte des Hubschraubers angeschlossen. Geredet wird nicht viel, jeder weis, was er jetzt zu tun hat. Alle sind hochkonzentriert. Notarzt Michael Kros informiert sich dabei noch ausführlicher über die Krankengeschichte seiner Patientin. Nach etwa einer halben Stunde ist alles für den rettenden Flug vorbereitet. „Die Herzklappe der Patientin arbeitet nicht mehr. Das Blut kann nicht mehr richtig fließen und dadurch hat der Kreislauf versagt. Die Herzklappe muss jetzt gesprengt und durch eine künstliche Klappe ersetzt werden“, erklärt der Notarzt auf dem Weg zum Hubschrauber.

Markus Greve hat die Maschine schon vorbereitet. Einladen, anschnallen, Vorflugcheck und Abflug nach Bad Oeynhausen. Der Patientin geht es nicht gut. Durch verschiedene Wetterextreme steuert der erfahrene Pilot seine Maschine zielstrebig in Richtung Herzzentrum. Rettungsassistent Michael Goldberg unterstützt ihn bei der Navigation, während der Notarzt die Patientin überwacht. Nach einigen Minuten Flug und kurz nach einem starken Hagelschauer landet „Christoph Westfalen“ auf dem Dach in Bad Oeynhausen. Jetzt kann die Patientin direkt an die Spezialisten übergeben werden. Die Besatzung von „Christoph Westfalen“ hat ihr durch den schnellen Flug eine Chance auf ein neues Leben gegeben. Rückflug nach Greven. Während dem Rückflug ist die Besatzung entspannt. Zwei Menschen haben sie heute effektiv geholfen. Das macht sie zufrieden. Auf dem Rückflug können sie die landschaftlichen Reize der Gegend genießen. Das Wetter ist gut.

Nach der Landung an der Station – sieben Stunden nach dem Start am Morgen – wird die BK 117 wieder voll getankt. Nach kurzer Zeit meldet sich die Leitstelle erneut: Ein Mann mit einer zusammengefallenen Lungenhälfte soll in die Uniklinik Göttingen geflogen werden. Notarzt Michael ruft im verlegenden Krankenhaus an, um den genauen Zustand des Patienten zu erfragen. Diesen Einsatz wird die inzwischen eingetroffene Nachtbesatzung übernehmen, da die Sonne bereits langsam untergeht. Nach wenigen Minuten nehmen Sven Tiedemann und Ralf Lehmann Kurs mit dem gelben Engel in Richtung des Patienten. Wieder wird die Besatzung alles geben, um das ihr anvertraute Leben zu retten. Wie schon so oft in den letzten Jahren.

Publiziert in KS Retter
Donnerstag, 22 März 2012 18:08

Cessna landet auf Feld - niemand verletzt

GREBENSTEIN. Eine Cessna ist am frühen Abend auf einem Feld bei Grebenstein im Kreis Kassel gelandet - Angaben über Gründe für die Außenlandung lagen der Polizei zunächst nicht vor.

Gegen 18.15 Uhr meldete die Leitstelle der Feuerwehr eine Außenlandung einer Cessna bei Grebenstein. Nach ersten Erkenntnissen blieb der Pilot unverletzt. "Warum das Kleinflugzeug auf einem Feld landen musste, steht noch nicht fest", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen am Abend.

Vor Ort befinden sich Einsatzkräfte der Feuerwehr und ein Streife der Polizeistation Hofgeismar. Ein Bediensteter des Regierungspräsidiums Kassel ist ebenfalls am Landplatz, um die Ermittlungen vor Ort zu übernehmen.

Sobald weitere Informationen vorliegen, berichten wir nach.

Publiziert in KS Polizei

SIEGEN-WITTGENSTEIN. Verkehrsunfall auf einer abgelegenen Straße Richtung Bad Laasphe. Ein Pkw ist schwer verunglückt, die Insassen sind schwer verletzt worden. Ein Passant hat einen Notruf abgesetzt und bei der Kreisleitstelle Hilfe angefordert. Der Disponent alarmiert den zuständigen Notarztwagen des Deutschen Roten Kreuzes, die Freiwillige Feuerwehr, die Polizei, sowie einen weiteren Rettungswagen. Auch ein zweiter Notarzt muss alarmiert werden. Über die Straße würde dies weit über 20 Minuten dauern, zu entlegen ist die Unfallstelle. Deshalb entscheidet sich der Disponent dazu, den zweiten Notarzt mit einem Hubschrauber einfliegen zu lassen und alarmiert den Siegen stationierten ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 25“.

Wenige Sekunden nach dem Alarm startet Pilot Markus Scheld die Turbinen des Eurocopter 135. Er hat sich die Einsatzadresse im modernen Cockpit des Hubschraubers bereits herausgesucht und die komplexen Systeme des Hubschraubers hochgefahren. Nun steigen Rettungsassistent und Notarzt zu. Eine kurze Sichtkontrolle, ob die Abflugwege frei sind und niemand im Gefahrenbereich steht und dann hebt der Hubschrauber weniger als zwei Minuten nach der Alarmierung von der Plattform ab. Der Rettungsassistent steht in Funkkontakt mit der Leitstelle, um weitere Einzelheiten zum Unfall zu erfragen. Außerdem unterstützt er den Piloten bei der Navigation und achtet in der Luft auf Hindernisse, wie Stromleitungen, Masten, Vögel oder Baumkronen. Nach wenigen Minuten Flugzeit hat die Besatzung die Unfallstelle erkannt. Markus Scheld überfliegt die Einsatzstelle, um einen genauen Überblick zu erhalten und hat sich einen Landeplatz ausgesucht. Er parkt den Rettungshubschrauber millimetergenau auf der Straße, zwischen bäumen und Leitplanken. Noch während die Turbinen laufen, springen die Mediziner mit ihrem Material raus, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen.

Seit 30 Jahren tun das die Frauen und Männer des Siegener Rettungshubschraubers nun. Am 1. Januar in 1982 wurde der ADAC Rettungshubschrauber am Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus stationiert. Wie vielen Menschen er und seine Besatzungen in dieser Zeit schon gerettet haben, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Allein in diesem Jahr wurde der Hubschrauber bereits weit über 1200-mal alarmiert. „Wir liegen derzeit bei rund 1260 Einsätzen. Das ist absoluter Rekord seit dem Bestehen der Station. Im Durchschnitt fliegen wir drei bis vier Mal täglich“, erklärt Pilot und Stationsleiter Markus Scheld. Dabei wird der Hubschrauber bis zu 50 Kilometer rund um seinen Standort eingesetzt, manchmal auch weiter. „Wir fliegen auch mal nach Korbach oder Meschede“, erklärt der Pilot mit Blick auf die Landkarte mit dem Einsatzradius. Der Hubschrauber wird dabei eingesetzt, wie ein Notarztwagen. Seine vorrangige Aufgabe ist es, den Notarzt schnellst möglich zum Patienten zu bringen. Der Anlass des Notfalles spielt dabei zunächst keine Rolle. Gerade auch in der sehr ländlichen Region Wittgensteins hat sich die Luftrettung dadurch einen sehr hohen Stellenwert erarbeitet.  

Aber nicht nur, um den Notarzt schnell zum Patienten zu bringen, wird der Hubschrauber eingesetzt: Durch den hohen Zeitgewinn beim Einsatz eines Hubschraubers und den schonenden Transport wird der Hubschrauber auch alarmiert, um Patienten schnell und sanft in geeignete Zielkliniken, auch wenn sie weiter entfernt sind, zu fliegen. Strecken, die mit dem Auto weit über eine Stunde dauern würden, legt der Hubschrauber in wenigen Minuten zurück. So verlegt „Christoph 25“ auch Patienten aus dem Krankenhaus in Bad Berleburg in oft hundert Kilometer entfernt liegende Spezialkliniken innerhalb kurzer Zeit.

In Siegen-Wittgenstein hat der gelbe Engel in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten am Boden schon vielen Menschen das Leben gerettet: Im Frühjahr 2008 hat er Fabienne Ullmann schonend und schnell in eine Spezialklinik geflogen. Bei einem Kindergeburtstag war sie von der Hüpfburg gefallen und hatte sich erheblich verletzt. „Sie war zuerst gar nicht mehr ansprechbar“, erinnert sich Mutter Bianca Limper-Ullmann an die Schilderungen der Nachbarn jenem Tag. Sie selbst war mit ihrem Mann zum Fußballspiel ihres Sohnes und ist dort erst informiert worden. „Als wir ankamen, war der Notarztwagen bereits vor Ort und man sagte uns, dass der Hubschrauber angefordert worden sei, um Fabienne schonend zu transportieren. Direkt neben dem Haus der Ullmanns ging der Hubschrauber in einer Wiese zur Landung und das Team übernahm die bereits versorgte kleine Patientin in den Rettungshubschrauber. Mit Kind und Mutter an Bord ging es in weniger als 10 Minuten ins Siegener Jung-Stilling Krankenhaus. Vom flug dorthin hat Fabienne nicht viel mitbekommen. „Ich konnte nicht raus sehen und war sehr schlapp“, erzählt sie. Im Krankenhaus wurde Fabienne ausgiebig untersucht und es wurde eine schwere Stauchung der Wirbelsäule festgestellt. „Fabienne hat alles sehr gut überstanden. Sie hatte nur einige Wochen noch starke Schmerzen“, erklärt Bianca Limper-Ullmann. Heute kann das aufgeweckte Mädchen wieder zur Leicht6atlethik gehen und ihrem Hobby, dem Jazz-Tanz nachgehen. Nicht zuletzt dank des schonenden Transports mit dem Rettungshubschrauber. In den 30 Jahren seines Tuns war Christoph 25 noch öfter in Wittgenstein eingesetzt, zuletzt am Dienstagmittag. Auch im neuen Jahr wird er unermüdlich Kurs nehmen, um Menschen zu helfen – wo immer sie ihn brauchen. Dazu wünscht 112-magazin.de allzeit guten Flug und viel Erfolg.

Publiziert in SI Retter
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