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WILLINGEN. Auf mittlerweile rund 28 durch Rauchgase Verletzte oder an Atemwegsreizungen leidende Personen hat sich die Zahl der Betroffenen nach dem Brand im Sauerlandstern in Willingen erhöht. Einen Tag nach dem Feuer in einer Innensauna zog Gemeindebrandinspektor Jürgen Querl eine positive Bilanz zu dem Einsatz, der die fast 100 Einsatzkräfte zeitweise auf eine harte Probe gestellt hatte. Die Polizei korrigierte inzwischen die Schadenshöhe auf mehr als 300.000 Euro.

Querl machte keinen Hehl daraus, dass der vermutlich durch einen technischen Defekt an der Saunaanlage ausgelöste Brand unter anderen Umständen durchaus hätte dramatische Folgen haben können. Dass es tagsüber und nicht nachts zu dem Feuer gekommen sei, habe zum Beispiel die Evakuierung sehr erleichtert. "Die Zusammenarbeite zwischen Feuerwehrleuten, Polizei und Hotelpersonal hat beim Evakuieren des Hotels hervorragend geklappt", lobte der Einsatzleiter. Auch die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst - neben Helfern aus Waldeck-Frankenberg waren auch Kräfte aus dem Hochsauerlandkreis vor Ort - sei einwandfrei gewesen.

Elf Personen in Krankenhäuser eingeliefert
Bis zum Abend haben sich laut Polizei insgesamt 28 Personen teils mit Atemwegsreizungen, teils mit Verdacht auf Rauchgasintoxikationen bei den Einsatzkräften gemeldet. 22 Personen mussten behandelt werden. Vorsorglich wurden elf Verletzte in Krankenhäuser in Brilon oder Korbach eingeliefert. Niemand schwebe in Lebensgefahr, hieß es.

Hotel komplett evakuiert
Unterschiedlich waren noch am Mittwoch die Angaben darüber, wie viele Menschen von den Einsatzkräften evakuiert wurden. Die Polizei hatte am späten Nachmittag abgegeben, "mehrere hundert" Gäste hätten ins Freie gebracht werden müssen. "Wir haben uns dann kurzfristig dazu entschlossen, das mit rund 1400 Gästen belegte Hotel komplett zu evakuieren", erklärte Querl am Donnerstag rückblickend. Dies sei die richtige Entscheidung gewesen. Die Gäste - etwa die Hälfte davon Kinder - kamen im gegenüberliegenden Convention Center unter. Dort seien sie vom Hotel auch versorgt worden, sagte Querl.

Extreme Bedingungen im Herzen der Brandstelle
Während über ihnen die Evakuierung lief, hätten seine Einsatzkräfte in der vom Brand betroffenen Wellnessabteilung des Hotels mit Bedingungen zu kämpfen, die kein Außenstehender habe ermessen können. So waren Teile des Saunabereiches mit tiefschwarzem Rauch durchsetzt, "der so dicht und tiefschwarz war, dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte", sagte Querl. Dreimal sei es zu sogenannten Durchzündungen gekommen, bei denen sich Rauchgase schlagartig entzündeten und eine große Gefahr für die Einsatzkräfte darstellten. Glücklicherweise sei keinem seiner Kameraden etwas passiert bei diesem nicht ungefährlichen Einsatz. Die Hitze an der eigentlichen Brandstelle sei so stark gewesen, dass die Kunststoffvisiere einiger Schutzhelme geschmolzen seien.

"Katastrophe verhindert"
Trotz der Gefahren und Risiken hätten die Willinger Feuerwehrleute den Einsatz gemeistert und somit eine Brandkatastrophe ungeahnten Ausmaßes verhindert. "Ich bin sehr stolz auf meine Leute", sagte Querl gegenüber 112-magazin.de, "sie haben ihr Können und ihr Wissen unter Beweis gestellt". Unter den eingesetzten Brandschützern seien auch junge und noch relativ unerfahrene Feuerwehrleute gewesen, die "mal so richtig Feuer gespürt und sehr wichtige Erfahrungen gesammelt haben", beschrieb es der Gemeindebrandinspektor. Er verglich die Bedingungen am Brandherd mit denen im "Fire Dragon" - dieser Übungscontainer steht heimischen Feuerwehrleute regelmäßig zum Trainieren bereit und simuliert extreme Brandszenarien.

Mindestens 300.000 Euro Schaden
Nach Angaben von Polizeisprecher Dirk Virnich verdichten sich die Hinweise auf einen technischen Defekt als Brandursache. "Die Ermittlungen dazu werden am Freitag gemeinsam mit einem technischen Sachverständigen weitergeführt", sagte Virnich am Donnerstagnachmittag. Der durch den Brand entstandene Sachschaden beträgt nach derzeitigem Stand schätzungsweise mehr als 300.000 Euro. Sobald weitere nähere Erkenntnisse zur Brandursache vorliegen, wird nachberichtet.


112-magazin.de berichtete am Mittwoch über den Großeinsatz:
Feuer im Sauerlandstern: Hunderte Gäste evakuiert (14.08.2013, mit Video und Fotos)

Die Willinger Feuerwehr war erst im Juni am "Stern" im Einsatz:
Kurzurlauber-Kleinbus unter Hotel-Vordach eingeklemmt (15.6.13, mit Video u. Fotos)

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Publiziert in Feuerwehr

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