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Dienstag, 05 August 2014 16:18

Bundesflutorden an Korbacher THW-Helfer verliehen

KORBACH. Für ihren fast vierwöchigen Einsatz im vergangenen Jahr beim sogenannten Jahrhundert-Hochwasser in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die Mitglieder der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen im Korbacher THW den Bundesflutorden erhalten. 13 der Aktiven bekamen zusätzlich den Sächsischen Fluthelferorden.

Überall dort, wo große Mengen Wasser bewegt werden müssen, ist das Korbacher THW mit seiner Hochleistungspumpe Hannibal gefragt. 5000 Liter Wasser fördert diese Pumpe pro Minute, zur Not rund um die Uhr und über mehrere Tage am Stück. Und auch größere Schmutzpartikel bringen die Hannibal nicht aus der Fassung. Mit weiteren Pumpen kommt die im Jahr 2000 beim Technischen Hilfswerk in Korbach gegründete Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen auf eine Gesamtfördermenge von 25.000 Litern pro Minute.

Quasi nebenbei 60-jähriges Bestehen gefeiert
Gleich an sechs Einsatzstellen waren die Helfer um ihren Ortsbeauftragten Hans-Joachim Kegel im Juni 2013 gefragt: Unermüdlich halfen die Korbacher in Sachsen und Sachsen-Anhalt an Mulde, Elbe und Saale, befreiten im sächsischen Leisnig einen auf einer Fläche von fünf Hektar überfluteten Tiefbrunnen vom Hochwasser, verstärkten einen 600 Meter langen Elb-Deich bei Schönebeck in Sachsen-Anhalt oder halfen nach dem Deichbruch bei Barby (Elbe) dabei, ein überschwemmtes Gebiet zu sichern und von Wasser zu befreien. Mitten im Fluteinsatz feierte das Korbacher THW quasi nebenbei am 16. Juni das 60-jährige Bestehen der Korbacher Ortsgruppe.

Während der Feierstunde zur Überreichung der Fluthelfermedaillen blickte Ortsbeauftragter Kegel ausführlich und mit vielen Bildern auf den 26-tägigen Einsatz im vergangenen Jahr zurück. Das Leid und Elend der vom Hochwasser betroffenen Menschen, von denen einige alles verloren hätten, sei ihm und seinen Kameraden noch ebenso in Erinnerung wie die große Dankbarkeit für den Einsatz der vielen Freiwilligen. So hätten Bewohner der betroffenen Orte den Helfern Essen und Getränke gebracht, ihnen im Einsatz zerrissene Kleidung genäht oder selbst mit angepackt - in Schönebeck beispielsweise, wo das Korbacher THW in mehreren Tagen einige hunderttausend Sandsäcke befüllte und verbaute, waren zeitweise bis zu 400 junge Menschen mit von der Partie. "Der Strom der Helfer riss nie ab", sagte Kegel und blickte auf die über Facebook gesteuerten Aufrufe zurück. Übernachtungsmöglichkeiten fanden die Helfer in Blau unter anderem in einem Kindergarten oder in Barby auch in einer Scheune des örtlichen Rockerclubs.

Landkreis würdig vertreten - Dank an Betriebe und Familien
Für ihre freiwillige und ehrenamtliche Teilnahme an dem Fluteinsatz wurde allen 18 THW-Einsatzkräften der Bundesflutorden verliehen. Die 13 Helfer, die gleich zu Beginn des Einsatzes in Sachsen tätig waren, erhielten zusätzlich den Sächsischen Fluthelferorden. Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick überreichte die Auszeichnungen in der THW-Unterkunft an der Briloner Landstraße und sprach den Aktiven seinen Dank aus. Helfer von THW und Feuerwehren seien der Bevölkerung gleichermaßen in guter Erinnerung. Den Korbacher THW-Angehörigen bescheinigte der Fachdienstleiter Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, sie hätten den Landkreis würdig und gut vertreten. Biederbick dankte am Samstag aber nicht nur den Helfern, sondern auch deren Arbeitsgebern und Familien für Verständnis und Unterstützung.

Zweitgrößter Einsatz in der THW-Geschichte
Für die regionale THW-Geschäftsstelle dankte und gratulierte Stefan Thies, der als Sachbearbeiter für Einsatzlagen verantwortlich ist. Der Einsatz im vergangenen Jahr sei für das Technische Hilfswerk der zweitgrößte seit der Gründung im Jahr 1950 gewesen. Zeitweise waren rund 16.000 THW-Kräfte während der Flut in Süd- und Ostdeutschland ehrenamtlich im Einsatz. Es seien Schäden von insgesamt acht Milliarden Euro entstanden, 80.000 Menschen hätten evakuiert werden müssen. Allein die Korbacher Helfer, die laut Thies bemerkenswert schnell einsatzbereit gewesen waren, hätten bei der Flut insgesamt 3500 Stunden geleistet. "Hochgerechnet ist das etwa die Arbeitszeit eines Beschäftigen in knapp zwei Jahren", sagte Thies.

Folgende Helfer wurden geehrt:
Jens Bangert, Christian Eikmeier, Stefan Faißt, Holger Fees, Stefan Fister, Dirk Gernand (Zugführer), Jannik Göbel, Michael Göbel, Hans-Joachim Kegel, Laura Kegel, Peer Krohm, Matthias Kuhnhenne, Nico Markiewicz, Manuel Mauer, André Pfeiffenberger, Björn-Oliver Rettig, Frank Schubert und Ailina Sude. Eine zusätzliche Ehrung erhielten Holger Fees für 20-jährige aktive Mitgliedschaft im THW und Ailina Sude für zehnjährige aktive Zugehörigkeit.

An Mitarbeit interessiert? Neue Mitglieder willkommen
Wer sich über die Arbeit des THW in Korbach informieren möchte oder aber selbst an einer abwechslungsreichen ehrenamtlichen Tätigkeit bei den Technischen Helfern interessiert ist, der gewinnt erste Eindrücke auf der unten verlinkten Homepage. Vorgestellt werden auf der Internetseite unter anderem die zurückliegenden Einsätze sowie die verschiedenen Fachgruppen und ihr Material. Neue Mitglieder sind beim THW in Korbach gern gesehen.


Link:
THW Ortsverband Korbach

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Publiziert in THW

WALDECK-FRANKENBERG/SACHSEN. Die rund 100 Einsatzkräfte aus dem Landkreis, die derzeit im Hochwassergebiet Sachsen tätig sind, vermelden erste Erfolge. So hatten die Feuerwehrleute, die seit Donnerstagnacht an einem Deich nahe Meißen im Einsatz waren, die Lage dort am Freitag unter Kontrolle. "Es ist uns gelungen, den Deich sicher zu machen", sagte Verbandschef Karl-Heinz Meyer der HNA am Telefon.

Allerdings gibt es für die Helfer aus Waldeck-Frankenberg schon einen neuen Einsatzort: Am Samstag übernehmen sie von einem Verband aus dem Kasseler Raum in Dresden die Absicherung eines Hotelkomplexes vor den Fluten. Dieser sei mit so genannten Spundwänden vor den Fluten geschützt, dennoch fließe immer noch Wasser durch, auch Grundwasser drücke nach oben, erklärte Meyer. Daher sind dort Pumpen im Einsatz, um das Wasser vom Hotel fernzuhalten. Und diese werden nun von den Helfern aus Waldeck-Frankenberg übernommen.

"Maximale Leistung gebracht"
Generell sei die Erschöpfung bei Gruppe jetzt spürbar, erklärte Meyer. "Jeder wollte hier maximale Leistung bringen - und die haben hier alle gebracht." Aber die Ablöse kommt: Am Samstag um 5.30 Uhr machen sich zwei Busse, je einer aus dem Süd- und Nordkreis, und ein Manschaftstransportwagen aus Waldeck-Frankenberg auf den Weg nach Sachsen. An Bord sind laut Planung 81 Feuerwehrleute aus den Kommunen Bad Wildungen (5), Frankenberg (14), Battenberg (8), Vöhl (10), Waldeck (7), Willingen (6), Diemelsee (8), Volkmarsen (8) und Bad Arolsen (15). Hinzu kommen 21 Mitglieder von Betreuungszügen von den DRK-Kreisverbänden Korbach/Bad Arolsen und Frankenberg, wie Hans Hiemer, Sachbearbeiter Katastrophenschutz beim Landkreis, erklärte. Er hatte mit Kreisbrandinspektor Gehard Biederbick den Nachschub an Personal organisiert. Nach jüngstem Stand bleiben sieben Helfer, darunter auch Karl-Heinz Meyer noch einige Tage im Einsatzgebiet, um die neuen Helfer zu empfangen und einzuweisen.

Auch das THW Korbach meldet im Kampf gegen das Hochwasser der Mulde in Sachsen einen Erfolg: Die Helfer haben einen meterhoch überfluteten Tiefbrunnenschacht in tage- und nächtelanger Arbeit so weit freigelegt, dass das Pumpenhaus wieder zugänglich ist. Ortsverbandleiter Hans-Joachim Kegel berichtete am Freitagmittag gegenüber 112-magazin.de von den Dimensionen der Einsatzstelle: Das Wasser in dem Gebiet um den Tiefbrunnenschacht habe auf einer Fläche von rund fünf Hektar etwa 1,30 Meter hoch gestanden. Seit Mittwoch hatten die Korbacher THW-Kräfte mit einer Pumpleistung von 18 Kubikmetern pro Minute aus dem überfluteten Gebiet zurück in den Fluss Mulde gefördert (wir berichteten).

Korbacher THW verlegt nach Sachsen-Anhalt
Nachdem der Einsatzauftrag am späten Nachmittag weitgehend abgearbeitet war und die Pumpentechnik des Tiefbrunnens vom örtlichen Versorger repariert wurde, zog die Einsatzleitung die Korbacher THW-Helfer am frühen Abend ab. Kegel: "Wir können hier beruhigt abbrechen, wir alles erdenklich Mögliche getan, um den Menschen in dieser Situation zu helfen." Am Abend sollten die Korbacher in Schönebeck südöstlich von Magdeburg an der Elbe in Sachsen-Anhalt eintreffen. Dort werde man mit anderen THW-Einheiten gemeinsam eine Pumpleistung von rund 100 Kubikmetern Wasser pro Stunde erreichen.

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Publiziert in Feuerwehr

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