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ADORF/WIRMIGHAUSEN. Der 1. März 2014 veränderte das Leben von Henrik Schwarz quasi schlagartig: Bei einem schweren Verkehrsunfall erlitt der heute 26-Jährige lebensgefährliche Verletzungen, Familie und Freunde bangten wochenlang um ihn. Doch dem Schornsteinfeger war das Glück treu, er überlebte. Ein Jahr später und noch immer nicht vollständig genesen, dankte der junge Mann seinen Rettern von der Feuerwehr.

"Weil ihr so schnell da wart, bin ich heute noch da", sagte Henrik Schwarz nach dem Übungsabend der Adorfer Feuerwehr, "dafür möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken". Bei kalten Getränken und Brötchen mit "Feuerwehrmarmelade" - den meisten besser bekannt als Mett - kamen Retter und der Gerettete im Adorfer Feuerwehrhaus ins Gespräch.

"Dass sich jemand bei uns für unseren Einsatz und die Hilfe bedankt, haben wir wirklich so gut wie nie", sagte Wehrführer Michael Steinhardt, und auch der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Torsten Behle war beeindruck: Er könne sich "nicht daran erinnern, dass sich mal jemand bei uns in dieser Form erkenntlich zeigte für unseren Einsatz". In seinem Dank schloss Henrik Schwarz auch den Autofahrer ein, der den Unfall entdeckte und die Retter verständigte, sowie die Mitarbeiter des Rettungsdienstes und den Notarzt. Alle hätten zu seinem Überleben beigetragen.

Erinnerung setzt zwei Tage vor dem Unfall aus
Was vor einem Jahr genau passierte, das weiß der damals 25-Jährige noch immer nicht. "Meiner Erinnerung setzt zwei Tage vor dem Unfall aus", beschreibt der junge Mann aus der Großgemeinde Diemelsee. Fest steht: Irgendwann in der Nacht zu Samstag, 1. März 2014, fährt Schwarz mit seinem Audi A3 von Adorf nach Wirmighausen. Unterwegs verliert er die Kontrolle über den Wagen, der gegen einen Baum kracht. Der Fahrer, der allein im Wagen sitzt, wird mit lebensgefährlichen Verletzungen hinter dem Steuer eingeklemmt (wir berichteten, zum Artikel mit Video und Fotos hier klicken). Ein Autofahrer, der gegen 4.30 Uhr auf der nachts nur wenig befahrenen Strecke unterwegs ist, entdeckt den Unfall und schlägt Alarm.

Beruf als Schornsteinfeger muss Schwarz aufgeben
Der weitere Ablauf ist häufig berichtete Routine für die ehrenamtlichen Helfer der Feuerwehr und die hauptamtlichen Kräfte des Rettungsdienstes: Der Verletzte wird befreit, erstversorgt, ins Krankenhaus eingeliefert, in eine Spezialklinik verlegt... Wo der Leidensweg für den Verletzten in der Berichterstattung und somit auch für den Leser endet, fängt er für den Betroffenen erst richtig an: in mehreren Operationen ringen Ärzte zunächst um das reine Überleben von Henrik Schwarz, später geht es darum, die Folgeschäden zu begrenzen - doch davon hat der 26-Jährige trotz allen ärztlichen Bemühens einige: So sind sein Geruchs- und Geschmackssinn nicht mehr vorhanden, er muss ein Hörgerät tragen und auch eine Schulter wird wohl nie wieder voll funktionsfähig sein. Seinen Beruf als Schornsteinfeger musste Schwarz aufgeben. "Aufs Dach kann ich nie mehr steigen, das ist klar", sagt der Kaminkehrer, der eine Umschulung anstrebt.

Trotz aller Einschränkungen hat Henrik Schwarz seinen Lebensmut behalten und nicht vergessen, wem er sein junges Leben zu verdanken hat: "Es ist schön, mit euch nochmal Geburtstag zu feiern", sagte er den sichtlich bewegten Adorfer Feuerwehrleuten.


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Publiziert in Feuerwehr

LELBACH. "Es ist schon ein komisches Gefühl, wieder über den Zebrastreifen zu gehen", sagt Sven Kiepe aus Lelbach. Auf dem Heimweg von der Schule war der Junge im September von einem Auto erfasst und verletzt worden. Im Rahmen unserer "Danke"-Serie im Advent spricht der Zehnjährige den Ersthelfern, Rettungskräften, Hubschrauberbesatzung und seinen Eltern, vor allem aber seinen Freunden einen großen Dank aus. "Sie waren immer für mich da".

Es ist Donnerstagmittag, der 19. September, als Sven Kiepe wie immer mit dem Bus von der Alten Landesschule in Korbach nach Hause in den Stadtteil Lelbach fährt. Nach dem Aussteigen muss er den Zebrastreifen auf der Bundesstraße 251 überqueren, um von der Haltestelle aus noch ein paar Schritte bis zu seinem Elternhaus im alten Lelbacher Ortskern zu gehen. Und da passiert es: Als Sven schon fast auf der anderen Straßenseite angekommen ist, erfasst eine Rentnerin den Zehnjährigen mit ihrem Wagen. Die Frau, die in Richtung Willingen unterwegs ist, gibt später der Polizei gegenüber an, auf den noch stehenden Bus - und eventuell hinauskommende Kinder - geachtet zu haben. Dabei habe sie den Jungen auf der Straße übersehen.

Der Junge wird schwer am Bein verletzt, sofort eilt ihm die Busfahrerin zu Hilfe. Noch vor dem alarmierten Rettungsdienst und Notarzt kommt auch ein Rettungsassistent, der in Lelbach wohnt, zur Unfallstelle. Eine Bekannte der Familie informiert Svens Mutter Jutta Kiepe. "Als ich die Nachricht von Svens Unfall bekam, war ich komischerweilse relativ gefasst", sagt die Lelbacherin, die wenig später am Fußgängerüberweg eintrifft und ihren "zum Glück" ansprechbaren Sohn sieht. Zu diesem Zeitpunkt hält die Busfahrerin dem Kind das verletzte Bein. "Durch den Unfall wurde Svens Patellarsehne abgerissen", erklärt seine Mutter die gravierendste Folge der unliebsamen Begegnung auf dem Überweg. Hinzu kommen schmerzhafte Prellungen und Schürfwunden.

Die Rettungskräfte entschließen sich dazu, für einen schonenden Transport des Jungen in eine Kasseler Klinik einen Rettungshubschrauber anzufordern. Den Einsatz übernimmt die Besatzung der Maschine Christoph 28 aus Fulda, dessen Pilot am Sportplatz landet. Wenig später hebt der Heli wieder ab und trifft nach neunminütiger Flugzeit am Klinikum in Kassel ein. "Wir sind auf einer Wiese davor gelandet, da stand auch noch ein anderer Rettungshubschrauber", erinnert sich der Zehnjährige. "Danach haben sie mich im Schockraum untersucht und mir Spritzen gegeben".

Freunde sind jeden Tag bei Sven zu Besuch
Nach der Operation liegt der junge Patient noch einige Tage im Klinikum, wird am 28. September entlassen. Sein verletztes und operiertes Bein wird durch eine Schiene gestreckt gehalten, erst nach für nach darf Sven das Knie wieder beugen. Bis zu den Herbstferien kann der Gymnasiast nicht zur Schule gehen. "Meine Freunde haben mir die Hausaufgaben gebracht und mich jeden Tag besucht", sagt Sven voller Dank. Und seine Mutter ergänzt: "Sogar bei Sonnenschein haben die Freunde hier gesessen und mit ihm gespielt". Dies sei ein schöner Freundschaftsbeweis gewesen.

Wie Sven selbst sind auch seine Eltern Jutta und Wilhelm Kiepe nicht nur dankbar für die Zuwendung seiner Kameraden, sondern auch für die nach dem Unfall geleistete Hilfe: "Die Rettungskräfte haben sehr gut gearbeitet und waren ganz ruhig bei der Sache", schildert Svens Mutter ihre positiven Eindrücke. Das habe sich auch auf sie selbst und letztlich auch auf ihren Sohn übertragen. Nicht zuletzt habe die Busfahrerin ihrem verletzten Fahrgast zur Seite gestanden, bis RTW und Notarzt eintrafen. Dank gelte auch dem Hubschrauber- und Klinikpersonal.

Mittlerweile klappt das Laufen schon wieder ganz gut. Mit großen Schritten - im übertragenen Sinne - geht Sven nun dem Weihnachtsfest, dem Jahreswechsel und seinem elften Geburtstag am 1. Januar entgegen. Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis der Lelbacher wieder am Schulsport teilnehmen und zum Tischtennis in der Mehrzweckhalle gehen darf. Und dann beschleicht ihn hoffentlich auch nicht mehr das flaue Gefühl beim Betreten des Zebrastreifens.


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Publiziert in Retter
Donnerstag, 12 Dezember 2013 10:03

"Danke"-Serie: Kollegen und Wehrmann retten Armin Kunze

SCHMILLINGHAUSEN/KORBACH. Er hätte tot sein können, wären da nicht seine Arbeitskollegen und Angehörige der Conti-Werkfeuerwehr gewesen, die Armin Kunze retteten. Heute wendet sich der 50 Jahre alte Schmillinghäuser an seine Lebensretter im Rahmen unserer "Danke"-Serie im Advent.

Es ist die Geschichte eines Mannes, um dessen Leben Angehörige und Ärzte, Kollegen und Rettungskräfte sowie das Personal der Intensivstation des Korbacher Stadtkrankenhauses zwei Tage bangen mussten. Es ist die Geschichte eines Mannes, der einen Herzinfarkt, Organversagen und einen Schlaganfall erlitt. Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich zeitweise nicht mehr bewegen oder artikulieren konnte. Hier ist die Geschichte von Armin Kunze - er erzählt sie selbst:

"Zunächst muss ich sagen, dass ich weiß alles nur vom Erzählen weiß. Meine Erinnerung wurde durch den Vorfall weitestgehend gelöscht. Am Samstag, 9. Juni 2012, hatte ich Spätschicht auf der Conti in der Endinspektion. Am Tag vorher hatte ich, so erzählte mir meine Frau später, Schmerzen in der linken Schulter. Dies kam durch die schweren Reifen schon mal vor. Mein Sohn wollte mich ins Arolser Krankenhaus bringen, was ich aber ablehnte - ich wollte nicht schon wieder krankgeschrieben werden. Im Nachhinein war das ein schwerer Fehler.

Ich habe an dem Samstag ganz normal angefangen zu arbeiten. Mein Schichtführer war bei mir und sagte mir, ich könne wegen dem Fußballspiel früher nach Hause fahren. Er klopfte mir dabei auf die linke Schulter und ich habe dabei vor Schmerzen aufgeschrien. Alle dachten, ich mache nur einen Scherz.

Gegen 17.30 Uhr ist es dann wohl passiert. Meine Kollegen sagten, ich sei einfach nach hinten umgefallen und mein Kopf wäre hart auf den Betonboden aufgeschlagen. Mein Kollege Andreas Rupprath hat dann sofort Erste Hilfe geleistet und der andere Kollege Tobias Haufe hat die Werksfeuerwehr angerufen.

Der Feuerwehrmann Jörn Kasparek hat dann die nötigen Schritte zur Lebensrettung bei mir eingeleitet, bis Krankenwagen und Notarzt vor Ort waren. Meine Frau und meine Tochter haben etwa eine Stunde an Tor 1 gestanden und man hat sie zum Schutze meiner Frau nicht hinein gelassen. Die finde ich sehr gut, denn sie hätten meiner Frau keinen Gefallen damit getan, sie zu mir zu lassen.

Laut Notarzt haben die drei Helfer mir durch die schnelle Erstversorgung das Leben gerettet. Ich wurde eine Stunde reanimiert und wegen Kammerflimmern 16-mal defibrilliert. Es stellte sich heraus, dass ich einen Hinterwandinfarkt mit zwei Verschlüssen hatte. Als ich dann versorgt war und in den Krankenwagen zum Abtransport gebracht wurde, hatte ich einen kardiologischen Schock und Organversagen. Bedingt durch die große Menge Blutverdünner habe ich auch noch einen Schlaganfall bekommen.

Auf der Intensivstation im Korbacher Krankenhaus hab ich wohl auch noch eine Lungenentzündung bekommen. Insgesamt hat man wohl zwei Tage um mein Leben gebangt. Ich habe insgesamt vier Wochen im Koma gelegen. Danach kam ich nach Bad Wildungen in die Westendklinik. Ich konnte weder laufen noch irgendwelche anderen Körperteile bewegen. Auch Sprechen und Schreiben ging die ersten Tage so gut wie nicht. Nach weiteren vier Wochen konnte ich nach Hause. Man hatte mir dort schnell und gut geholfen wieder laufen und sprechen zu können.

Mein besonderer Dank gilt meinen beiden Kollegen, dem Feuerwehrmann und den Pflegerinnen und Pflegern der Korbacher Intensivstation, die einiges von mir ertragen mussten".

Anmerkung der Redaktion: Armin Kunze ist derzeit noch immer krankgeschrieben. Vermulich im kommenden Frühjahr soll der 50-Jährige wieder anfangen zu arbeiten.


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Publiziert in Retter

LENGEFELD. Nach einem Fahrradsturz, bei dem sie sich im Frühjahr unter anderem schwere Kopfverletzungen und einen Bruch des Schlüsselbeins zuzog, ist Andrea Kreuser von Rettungskräften versorgt und direkt vom Fahrradweg aus in eine Kasseler Klinik geflogen worden. Im Rahmen unserer Adventsserie dankt die Lengefelderin heute den Rettungskräften - und ihrem Lebensgefährten.

Ihr Freund Holger Huhn ist es nämlich, der in den ersten Minuten nach dem schweren Sturz seiner Partnerin auf dem Bahnradweg mit der Verletzten allein ist. "Zuerst dachte ich, Andrea macht sich nach dem Sturz einen Spaß, bleibt einfach liegen und fängt gleich an zu lachen", sagt der begeisterte Mountainbiker. Doch auf ein Lachen oder darauf, dass sich die damals 39-Jährige wieder aufrichtet, wartet der Automechaniker vergeblich. "Sie hat nicht mehr reagiert und war nicht wirklich bei Bewusstsein", schildert Huhn, der den Kopf seiner Freundin hält - "da lief mir schon das Blut über die Finger". Das jähe Ende einer abendlichen Fahrradausfahrt Ende Mai.

Rasch tastet er mit einer freien Hand nach seinem Mobiltelefon, holt das Handy aus der Tasche, wählt den Notruf und beschreibt die ungefähre Position auf dem Bahnradweg zwischen Wildunger Landstraße und Brühnen Wiese. Aufgenblicke später ist in der Entfernung Martinshorn zu hören. Das für ihn zunächst leise Zeichen für die herannahende Hilfe wird rasch lauter. Endlich, nach bangen Minuten um seine Freundin, treffen die Helfer ein. "Ich selbst habe von alledem nichts mitbekommen", sagt Andrea Kreuser, die wie ihr Freund während der Radtour keinen Helm trug. "Im Nachhinein bemerkenswert ist, dass wir kurz vorher noch davon gesprochen haben, uns Helme anzuschaffen", erzählt Holger Huhn. Dass Augenblicke später bei Tempo 25 der Ernstfall eintrifft, ahnen die beiden Lengefelder natürlich nicht.

Als die Rettungskräfte die Schwerverletzte in den Rettungswagen tragen, um sie dort zu versorgen, packt Huhn selbstverständlich mit an. Im RTW hört er vom Notarzt, dass der Rettungshubschrauber unterwegs ist. Pilot Oliver Kaminski von der Bundespolizei landet die Kasseler Maschine Christoph 7 mit großer Präzision direkt auf dem schmalen Bahnradweg unweit der Unfallstelle. "Überhaupt haben alle so unglaublich routiniert und ruhig ihren Job gemacht, das war wirklich beeindruckend", sagt der Lebensgefährte der Verletzten. Retter vom Boden und aus der Luft versorgen die heute 40-Jährige gemeinsam, bevor der orangefarbene Helikopter in Richtung Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhaus abhebt. Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma, Gesichtsverletzung und Fraktur eines Schlüsselbeins - das ist die erste Diagnose.

"Helm vergessen wir nicht mehr"
Eine Woche bleibt die Lengefelderin in der Klinik in Kassel, muss später in Korbach noch am Schlüsselbein operiert werden. Die Prellungen am ganzen Körper und ein dick angeschwollenes Auge sind nach einer Weile wieder abgeklungen. Mehrere Schrauben und eine Platte, die die Klavikula-Fraktur fixieren, wird die Schreinerin noch gut ein Jahr in sich tragen - als "Erinnerungsstücke" an den Unfall. Inzwischen ist Andrea Kreuser schon mehrfach wieder aufs Fahrrad gestiegen - mit Helm, versteht sich: "Den vergessen wir beide nicht mehr", unterstreicht die Mountainbikerin. Ihr Radhändler Wilfried Gerbracht schenkte ihr den Sturzhelm. "Wenn ich heute jemanden ohne Helm radfahren sehe, ist das ein richtig komisches Gefühl", sagt die Lengelderin.

Ihr Dank richtet sich an die Rettungskräfte, die Notärzte, die Hubschrauberbesatzung, die Polizei, "die meinetwegen für die Landung des Rettungshubschraubers sogar die Straße sperren wollte", das Personal in den Kliniken in Kassel und Korbach - und "natürlich an Holger, der hat das alles super gemacht".


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Publiziert in Retter

BAD AROLSEN. Die Jugend ist doch besser als ihr Ruf: Als der 13-jährige Erik Bartosch aus Bad Arolsen beim Mountainbikefahren ein Rennrad im Wald findet, gibt es der Schüler bei der Polizeistation ab. Im Rahmen unserer "Danke"-Serie im Advent loben Stationsleiter Richard Bracht und sein Stellvertreter Manfred Lang das Verhalten des Teenagers.

Es ist Anfang August, als der Junge in der Nähe seines Elternhauses am Arolser Stadtrand mit seinem MTB im Wald ein paar Runden dreht. An einer Art Sumpf entdeckt der Schüler ein blau-weißes Rennrad mit Klickpedalen und Triathlonlenker. Das offenbar hochwertige Rad bringt Erik nach Hause, und von dort aus geht es weiter zur Polizei.

Auch auf eine Presseveröffentlichung der Polizei hin hat sich bis heute der Besitzer nicht gemeldet. Unklar ist nach Angaben von Ermittlungsgruppenleiter Manfred Lang noch immer, ob das Fahrrad gestohlen oder nur missbräuchlich genutzt wurde - dieser Begriff aus dem Polizeijargon bedeutet, dass jemand das Fahrrad "ausgeliehen" und dort im Wald wieder abgestellt hat. Eine Rahmennummer trägt die "Rennmaschine" nicht.

Die Polizei freut sich über ehrliche Finder wie Erik Bartosch, wie Dienststellenleiter Richard Bracht dem Schüler bescheinigt: "Das war spitze! Du hast nicht nur etwas gesehen, sondern uns Deine Beobachtung auch gemeldet", sagt der Arolser Polizeichef. Der Schüler schildert den Beamten seine Motivation: Er selbst habe schon mehrere Dinge verloren und leider nicht zurückbekommen. Im Fall des "Drahtesels" hat der 13-Jährige jedoch eine andere Vermutung als dass es verloren gegangen ist: "Ich habe gedacht, das Rad ist eventuell geklaut". Dies sei bei einer Geldkassette der Fall gewesen, die Erik in der Vergangenheit in dem Waldstück gefunden - und selbstverständlich ebenfalls abgegeben hatte.

Auch Brachts Stellvertreter Manfred Lang lobt den Schüler und ist froh über so viel Ehrlichkeit - und macht zugleich deutlich, dass das Gesetz es einfordert, gefundene Dinge bei der Polizei oder dem Fundbüro abzuliefern: "Sonst macht man sich strafbar wegen Fundunterschlagung". Das Gesetz sehe aber ebenso vor, dass Findern ein Finderlohn zusteht oder - wenn sich der Besitzer nicht ausfindig machen lässt - die Fundsache nach einem halben Jahr behalten darf. "Wenn sich bis Februar niemand gefunden hat, darfst Du das Rennrad abholen und selbst benutzen oder es verkaufen und damit Dein Taschengeld aufbessern", rät Lang.

Wie auch immer die Sache ausgeht, bei der Polizei in der Residenzstadt hat Erik Bartosch einen Stein im Brett. "Das war wirklich vorbildlich", unterstreicht der Stationsleiter.


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Publiziert in Polizei

SCHMILLINGHAUSEN. Vier Knöpfe auf der Briefkastenablage im Haus von Familie Ochse sind das einzig noch sichtbare Relikt dramatischer Momente, die sich vor vier Monaten dort im Flur abgespielt haben: Karin Ochse hatte einen Herzinfarkt erlitten, war schon so gut wie tot. Ihr Mann Karl-Heinz, Nachbar Dirk Sippl, die hinzu gerufenen Rettungskräfte und das Klinikpersonal holten sie zurück. Ihnen allen dankt die Altenpflegerin in der heutigen Folge unserer Adventsserie.

Mit seinem Zeigefinger schiebt Karl-Heinz Ochse die vier Knöpfe hin und her. "Die liegen heute noch hier", sagt der 55-Jährige, "sie sind damals abgeflogen, als wir die Bluse meiner Frau aufreißen mussten". Während der Nebenerwerbslandwirt und Lkw-Fahrer die Details dieses heißen Sommertages, an dem er beinahe seine Ehefrau verloren hätte, genau erinnert, hat Karin Ochse einen Filmriss. "Ich weiß nur noch, dass ich vom Friseur nach Hause gekommen bin und mich im Eingang auf die Bank gesetzt habe, das war's". Am Nachmittag dieses Augusttages setzt ihre Erinnerung aus. Und der Herzschlag.

Der heißeste Tag des Jahres
"Es war der 2. August, der heißeste Tag des Jahres", erzählt ihr Mann. Er ist an diesem Nachmittag eher zufällig schon von der Arbeit zu Hause, sucht im Eingang seines Hauses in der Rhoder Straße Schutz vor der Hitze. Wenig später kommt seine Frau nach Hause, steigt die Treppenstufen zum Eingang hinauf und setzt sich - "im selben Moment kippt ihr der Kopf nach hinten über, sie schnauft und reagiert nicht mehr". Der besorgte Ehemann holt nasse Handtücher, um seiner Frau das Gesicht zu kühlen. Doch schon bald erkennt der 55-Jährige, dass es nicht die Hitze ist, die zum Kreislaufversagen seiner durch eine Krebserkrankung geschwächten Frau geführt hat.

Notruf gewählt, Nachbar eilt zur Hilfe
Sofort wählt Karl-Heinz Ochse den Notruf, holt anschließend rasch seinen Nachbarn Dirk Sippl zur Hilfe, der in seinem Landgasthof Teuteberg alles stehen und liegen lässt. "Wir mussten jetzt gleich was tun, sonst wäre sie vor der Ankunft des Rettungswagens gestorben", ist Ochse sicher. Die beiden Männer, deren Erste-Hilfe-Lehrgänge schon Jahre zurückliegen, machen in dieser Notsituation alles richtig, wie auch der Notarzt den Lebensrettern später bestätigt.

Während der 44 Jahre alte Nachbar die Herzdruckmassage übernimmt, beatmet der Gatte seine Frau. Schließlich übernehmen die Rettungskräfte die Reanimation, sind aber auch nach längerer Zeit noch in akuter Sorge um das Leben der Patientin. Unter Reanimationsbedingungen liefert man Karin Ochse auf die Intensivstation des Korbacher Stadtkrankenhauses ein. "Wir wussten nicht, ob sie die Nacht überlebt", schildert der Ehemann mit gefasster Stimme.

Während die meisten Menschen im Kreis die Freuden des Sommers in vollen Zügen genießen, bangt der Kreis der Familie weiter um das Leben der Ehefrau, Mutter von zwei Söhnen und Oma von vier Enkelkindern. Knapp drei Wochen liegt die Schmillinghäuserin im Koma. "In dieser Zeit hat mir das Personal der Intensivstation sehr viele Dinge erklärt und mich immer eingebunden", sagt Karl-Heinz Ochse heute, "ich bin dort sehr gut empfangen worden", lobt er die Mitarbeiter der Hessenklinik. "Und man hat uns gesagt, dass das Gehirn meiner Frau zu keiner Zeit ohne Sauerstoff war" - ein weiterer Beleg dafür, dass der 55-Jährige und sein Nachbar genau das Richtige getan haben. Beide Männer wollen schon bald einen neuen Ersthelferkurs besuchen.

Nach dreiwöchiger Reha wieder zu Hause
Wieder bei Bewusstsein, tritt Karin Ochse eine dreiwöchige Reha-Behandlung in Bad Wildungen an. Die Lebensgeister kehren zurück, Mitte September ist die 62-Jährige wieder zu Hause. Leichte Schmerzen im Bein und das Summen des eingesetzten Herzschrittmachers verspürt die Altenpflegerin noch dann und wann, ansonsten scheint der Herzstillstand nahezu spurlos an ihr vorbeigegangen zu sein. "Wenn mein Mann nicht da gewesen wäre, dann hätte es ganz anders kommen können", ist der Schmillinghäuserin bewusst. Ihrem Mann und dem Nachbarn Dirk Sippl ist die Gerettete - passenderweise von Herzen - dankbar. Der Dank des Ehepaares richtet sich aber auch an die damals eingesetzten Rettungskräfte, den Notarzt und das Klinikpersonal. "Es ist gut zu wissen, dass jemand da ist, wenn man Hilfe braucht".

Karin Ochse ist froh, dass "der liebe Gott mich noch nicht haben wollte" und sie weitere Zeit auf Erden mit ihrem Mann, den Kindern und Enkeln geschenkt bekommen hat. Schon in ein paar Wochen will die 62-Jährige wieder etwas für ihre körperliche Fitness tun - mit strammen Spaziergängen. Jedesmal, wenn sie dazu das Haus verlässt, wird sie an den vier Knöpfen auf der Briefkastenablage vorbeigehen. Die sollen dort liegen bleiben - als Erinnerung und Glücksbringer.


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Publiziert in Retter

FRANKENBERG. Zwei 19 und 29 Jahre alte Männer haben im November einem 85-Jährigen das Leben gerettet, als sie ihn aus dem eiskalten Ederwasser gezogen haben. Im Rahmen unserer Adventsserie dankt heute Polizeichef Hubertus Hannappel den beiden couragierten Lebensrettern.

Der Rentner, der erst tags zuvor seinen 85. Geburtstag gefeiert hat, stürzt Mitte November in den eiskalten Walkegraben, einen Nebenarm der Eder. Etwa 20 Minuten, so erinnert es der alte Herr später, liegt er nach einem fünf-Meter-Sturz an der steilen Uferböschung im Wasser, bevor jemand seine Hilferufe hört. Es ist der 19-jährige Dennis Klingelhöfer aus Frankenberg, der an diesem Dienstagnachmittag im November auf dem Weg zur Arbeit ist und gegen 16.30 Uhr am Fußweg zwischen Walkegraben und Uferstraße auf die Notlage aufmerksam wird. Sofort geht er den Rufen nach, entdeckt den Senior im Wasser. "Er lag bis zur Brust im kalten Wasser", erzählt der 19-Jährige später der HNA.

Dennis Klingelhöfer reagiert sofort. Er ruft Björn Stanzel zur Hilfe, einen ganz in der Nähe tätigen Kanalarbeiter, wählt mit seinem Mobiltelefon außerdem sofort den Notruf. Während Klingelhöfer per Handy noch mit der Rettungsleitstelle telefoniert, holt Stanzel den Senior bereits aus dem Wasser. Mit seiner ganzen Kraft stemmt er den Mann in der Dämmerung die feuchte Böschung hoch: "Er musste sofort aus dem kalten Wasser rausgeholt werden, das war sehr anstrengend", erzählt der 29-jährige Lebensretter aus Florstadt später, "sonst wäre er vielleicht in der Dunkelheit verschwunden und ertrunken." Der Senior sei vollkommen entkräftet gewesen: "Zur Rettung konnte er selbst nichts mehr beitragen." Wenig später trifft der Rettungswagen ein, bringt den 85-Jährigen in die Klinik.

Dank des Polizeichefs
Auf den Fall angesprochen, lobt Polizeichef Hubertus Hannappel die beiden Lebensretter ausdrücklich und dankt den jungen Männern für ihr Handeln. "Das ist etwas, was wir uns unter sozialem Engagement vorstellen und gern häufiger sehen würden - auch in Zusammenhang mit der Verhinderung von Straftaten", unterstreicht der Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. Dennis Klingelhöfer und Björn Stanzel hätten dort sofort gehandelt, wo im wahrsten und ganz direkten Sinne Not am Mann war. Beide Retter hätten Courage bewiesen und Anteil am Schicksal des Rentnern genommen. "Dafür kann man gar nicht genug danken."


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Publiziert in Retter

TWISTE. Die kalte Januarnacht hätte ein 22-Jähriger mit geistigen Behinderungen nach einem Sturz mit seinem Fahrrad wohl nicht überlebt - wäre da nicht ein aufmerksamer Twistetaler gewesen, der auf der Autofahrt zum Handballtraining eine kleine, aber wohl entscheidende Beobachtung gemacht hätte. Im Rahmen der "Danke"-Serie im Advent greift 112-magazin.de den Fall nochmals auf und dankt dem Lebensretter.

Rückblick: Mit seinem Fahrrad machte sich Jens Elsner, Mitarbeiter des Lebenshilfe-Hofgutes Rocklinghausen bei Twiste, am Nachmittag des 9. Januar auf den Weg nach Korbach. Doch weit kommt der 22-Jährige nicht: Mitten im Feld zwischen Twiste und dem Mühlhäuser Hammer stürzt der junge Mann mit geistigen Behinderungen, zieht sich eine schwere Knieverletzung zu und bleibt schließlich auf dem kalten Boden liegen. Nach Einbruch der Dunkelheit versucht der Verletzte, mit der Steckleuchte seines Fahrrads auf sich aufmerksam zu machen - er hält die Lampe hoch und leuchtet in Richtung Bundesstraße.

Hätte kalte Nacht nicht überlebt
Das sieht - mehr oder weniger aus dem Augenwinkel - der damals 25-jährige Twister Florian Sander, der an diesem Abend auf dem Weg zum Handballtraining in Berndorf ist. "Ich dachte, da wäre ein Spaziergänger mit seinem Hund und einer Taschenlampe unterwegs", sagte Sander später über seine Beobachtung, der er zunächst keine größere Bedeutung beimisst. Was der 25-jährige Feuerwehrmann nicht weiß: Als er nach Mitternacht vom Training zurück nach Twiste fährt, ist das Licht längst erloschen, weil die Batterie der Klemmleuchte leer ist. Doch der Verletzte liegt noch immer dort, inzwischen lebensgefährlich unterkühlt. Eine Suche der Lebenshilfe, die noch am Abend die Polizei hinzugezogen hatte, war bis zu diesem Zeitpunkt nicht von Erfolg gekrönt. Gegen 0.45 Uhr fordert die Polizei schließlich über die Leitstelle mehrere Feuerwehren zur großflächigen Suche nach dem Vermissten an.

Nachts "fiel bei mir der Groschen"
Als Florian Sander und die etwa 50 anderen Feuerwehrleute kurz nach der Alarmierung am Hofgut eintreffen und von der Polizei die Situation erklärt bekommen, "fiel bei mir der Groschen". Sofort seien er und seine Kameraden Felix Köppelmann und Pascal Meus mit einem Einsatzfahrzeug zu dem Gebiet gefahren, in dem am Abend das Licht zu sehen war. Nach kurzer Suche mit einem starken Strahler fanden die drei Brandschützer den Verletzten am Boden liegend vor. "Ich habe noch nie jemanden so stark zittern sehen", erinnert sich Sander an den Moment. Sofort forderten die Feuerwehrleute einen Rettungswagen und den Notarzt an. Dieser attestiert später: "Er hätte die Nacht nicht überlebt".

"Ein Beispiel nehmen"
Die Lebenshilfe und auch Polizeichef Hubertus Hannappel danken später dem Lebensretter für sein Handeln. Während es von der Polizei ein Dankesschreiben mit Worten der Anerkennung für das vorbildliche Verhalten gibt, ernennt die Lebenshilfe den Feuerwehrmann Florian Sander zum Ehrenmitglied. Für die Redaktion von 112-magazin.de, die über den Einsatz selbst und die Ehrung berichtete, "ist dieser Fall ein Musterbeispiel dafür, wie eine kleine Beobachtung Großes bewirken kann", sagt Redakteur Sascha Pfannstiel - und schlussfolgert: "Wer aufmerksam durchs Leben geht, kann Leben retten". Florian Sander habe dies sehr eindrucksvoll bewiesen. "Das veranlasst uns als Magazin, im Rahmen unserer Adventsserie nicht nur Dank an den Feuerwehrmann und seine Kameraden auszusprechen, sondern an alle Mitmenschen zu appellieren, sich ein Beispiel daran zu nehmen".


112-magazin.de berichtete über den nächtlichen Einsatz:
Verletzter Behinderter nach Stunden gefunden (10.01.2013)

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Publiziert in Retter

ADORF. "Das war ein Einsatz, den man so schnell nicht vergisst - im positiven Sinne", sagt der stellvertretende Gemeindebrandinspektor von Diemelsee, Torsten Behle, über einen Verkehrsunfall im Sommer bei Adorf. Unvergessen bleiben Behle und den anderen Brandschützern nämlich die Ersthelfer, die Außergewöhnliches leisteten, um einem verunglückten Motorradfahrer beizustehen. In der heutigen Folge unserer Adventsserie sagt die Feuerwehr diesen Helfern "danke".

Nach einer Ausfahrt an den Diemelsee Anfang Juli will ein 19 Jahre alter Motorradfahrer aus Bad Lippspringe auf der Strecke zwischen Rhenegge und Adorf ein Auto überholen, doch es kommt zum seitlichen Zusammenstoß zwischen der Maschine und dem Mazda. Der 19-Jährige kommt zu Fall und stürzt dabei so unglücklich, dass er mit einem Bein in den hinteren linken Radkasten des Autos gerät und dort eingeklemmt wird. Neben dem Notarzt und einem Rettungswagen wird daher auch die Feuerwehr alarmiert.

Feuerwehr rechnet mit dem Schlimmsten
"Als die Alarmierung kam, war die Anspannung bei allen schon ernorm", berichtet Torsten Behle, der als Vizechef der Diemelsee Wehren an diesem Sommerabend den Einsatz leitet. "Mit dem Stichwort 'eingeklemmter Motorradfahrer in Pkw' fährt man nicht oft in den Einsatz". Dementsprechend habe er wie auch seine Kameraden mit dem Schlimmsten gerechnet.

Ersthelfer befreien Schwerverletzten
Was Behle und die übrigen Einsatzkräfte dann erleben, überrascht alle: Mehrere Ersthelfer haben sich bereits hervorragend um den Verunglückten gekümmert und ihn sogar aus seiner ungewöhnlich-misslichen Lage befreit - kurzerhand hatten die Ersthelfer das Auto aufgebockt und das Rad abmontiert. "Mit einem solch professionellen Engagement hatte wirklich keiner gerechnet", sagt Behle im Rückblick, "so eine tolle Hilfe kann sich wirklich jeder Verunfallte nur wünschen".

Ersthelfer, Feuerwehrleute, Rettungsdienst, Notarzt, Polizei und die später hinzu kommende Besatzung des Bielefelder Rettungshubschraubers Christoph 13 hätten "wirklich Hand in Hand gearbeitet", lobt der Einsatzleiter: "Das war mehr als Erste Hilfe leisten, das war eine vorbildliche Menschenrettung". Dies sei keineswegs selbstverständlich. "Daher möchten wir als Feuerwehr den Ersthelfern nochmals herzlich danken".

"Kein Grund, nicht zu helfen"
Die Ersthelfer Robin Schulte, Juliane Klimpel und Katharina Seewald kommen am Tag nach dem schweren Unfall in einem TV-Beitrag des Hessischen Rundfunks zu Wort und beschreiben ihr Handeln und ihre Motivation: "Es gibt keinen Grund, nicht zu helfen", unterstreicht Katharina Seewald.


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Publiziert in Retter
Sonntag, 01 Dezember 2013 06:00

"Danke"-Serie im Advent: Absturz mit Auto überlebt

HELSEN/KORBACH. Auch wenn am Ende außer Prellungen und einem zerstörten Autos nichts wirklich Schlimmes passiert ist, so war es doch einer der spektakulärsten Unfälle in Waldeck-Frankenberg in diesem Jahr: Ende Oktober stürzte eine damals 69-Jährige mit ihrem Wagen einen Abhang neben der B 252 hinunter. Heute, zum Auftakt unserer Adventsserie, sagt Ute Runge aus Korbach "danke" - an Ersthelfer, Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Notarzt, Polizisten und ihren Partner.

Es ist ein schöner, sonniger Tag im Spätherbst: Mit ihrem Renault Clio ist Ute Runge am Sonntagnachmittag, 27. Oktober, auf dem Rückweg vom Besuch ihres Partners Arthur Nürnberger in Bochum, befährt die Bundesstraße von Diemelstadt kommend in Richtung Korbach. Bei Helsen wird ihr der Sonnenschein beinahe zum Verhängnis: Die Cliofahrerin wird geblendet, verliert für einen Moment die Sicht, kommt nach rechts von der B 252 ab, fährt einige Meter durch den Graben und stürzt schließlich einen etwa sieben Meter tiefen Abhang neben einer Brücke hinunter, überschlägt sich und kommt auf der Fahrerseite liegend auf einem Wirtschaftsweg unter der Bundesstraße zum Stillstand.

Ersthelfer sind rasch zur Stelle
Wie durch ein Wunder zieht sich die heute 70-Jährige lediglich einige Prellungen zu, ist die ganze Zeit bei Bewusstsein. Schon wenige Augenblicke nach dem Unfall sind Ersthelfer zur Stelle, befreien die Fahrerin durch die Heckklappe aus ihrem völlig zerstörten Wagen und kümmern sich um sie. Andere Helfer wählen den Notruf, weisen den anrückenden Kräften den Weg zur Unfallstelle - die von der Bundesstraße aus nicht zu sehen ist. Nach einigen Minuten sind Feuerwehr, Rettungsdienst, Notarzt und Polizei mit einem Großaufgebot zur Stelle. Ute Runge kommt zur weiteren Untersuchung ins Korbacher Krankenhaus, darf die Klinik aber schon bald wieder verlassen.

"Wahnsinn, Wahnsinn", sagt die sympathische Frau, als sie nach gut vier Wochen gegenüber 112-magazin.de über den Unfall spricht. Noch immer ist sie beeindruckt davon, wie schnell und gut die Ersthelfer handelten, wie viele freiwillige Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Stelle waren, wie gut Rettungsdienst und Polizei ihre Aufgaben erfüllten. Auch ihr Partner, den die Polizei in Bochum über den Unfall informierte, setzte sich sofort ins Auto, um seiner Liebsten beizustehen. "Ich bin so dankbar für alles", sagt Ute Runge rückblickend. Notarzt Shahin Cyrus bescheinigt der Unfallfahrerin ein enormes Glück: "Die Frau kann ein zweites Mal Geburtstag feiern".

Wieder am Steuer, aber "doppelt vorsichtig"
Inzwischen hat die Korbacherin ein neues Auto, sitzt ohne mulmiges Gefühl am Steuer, ist trotz der immer noch schmerzenden Prellungen an den Schultern wie immer angeschnallt. "Beim Fahren passe ich nun aber doppelt auf", unterstreicht Ute Runge.


Sind auch Sie nach einem Unfall oder Notfall dankbar für Hilfe jedweder Art, die Ihnen zuteil wurde, und wollen diesen Dank loswerden? Dann ist unsere Adventsserie zum Thema "Dank" ein gutes Forum. Nehmen Sie Kontakt zur Redaktion auf per Mail an info(at)112-magazin.de


Publiziert in Retter

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