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Freitag, 22 Oktober 2021 10:22

Bundespolizei nimmt Mann aus Korbach fest

KASSEL/KORBACH. Gleich drei Haftbefehle konnte die Bundespolizeiinspektion Kassel am 20. Oktober in den Bahnhöfen Kassel, Fulda und Gießen vollstrecken.

Den Gang in die Justizvollzugsanstalt Butzbach musste ein 42-jähriger Wohnsitzloser antreten, da er die festgelegte Geldstrafe im Haftbefehl zur Abwendung der Freiheitsstrafe nicht aufbringen konnte. Wegen "Erschleichen von Leistungen" (vgl. §265a StGB) in mehreren Fällen wurde der Mann vom Amtsgericht Hannover in diesem Jahr zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 20,- Euro verurteilt. Da er diese nicht bezahlt hat, wurde gegen den Mann ein Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft Hannover erlassen.

Etwas glimpflicher kamen eine 38-jährige Frau aus Gersfeld (Kreis Fulda) und ein 24-jähriger Mann aus Korbach davon. Beide konnten ihre Freiheitsstrafe durch Zahlung der festgelegten Geldstrafe von jeweils 800 Euro und 300 Euro in letzter Sekunde abwenden. Der 24-Jährige war vom Amtsgericht Kassel im Jahr 2019 wegen "Gemeinschaftlicher Urkundenunterdrückung" (vgl. § 274 StGB) zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt worden.

Das Amtsgericht Fulda verurteilte die 38-jährige Frau wegen "Diebstahls" (vgl. § 242 StGB) im Jahr 2020 zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 20 Euro. (ots/r)

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Donnerstag, 14 Oktober 2021 15:49

Elfjährige Schülerin in Bahn belästigt

FULDA. Weil ein zunächst Unbekannter Mitte September eine elfjährige Schülerin aus Steinau an der Straße belästigt hatte, nahmen Beamte vom Bundespolizeirevier Fulda die Ermittlungen auf. Der Vorfall ereignete sich seinerzeit während der Zugfahrt von Fulda in Richtung Süden.

Mittels Videoaufzeichnungen, Hinweisen von Kollegen der Polizeistationen Fulda und Hanau, sowie der guten Personenbeschreibung, konnte ein 22-Jähriger aus dem Main-Kinzig-Kreis als Tatverdächtiger ermittelt werden. Der Mann war bereits öfter wegen derartiger Verhaltensweisen aufgefallen und gilt daher als polizeibekannt.

Was war passiert?

Der Mann bedrängte das Mädchen während der Zugfahrt und verlangte im Gespräch die Telefonnummer und deren Wohnort. Als die Schülerin Angst bekam und den Zug vorzeitig verlassen wollte, hielt sie der 22-Jährige am Rucksack fest. Das Mädchen konnte sich jedoch losreißen und rannte zu einer Zugbegleiterin. Später kümmerten sich zwei Mitreisende um das Kind. Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat gegen den 22-Jährigen, einen afghanischen Asylbewerber aus dem Main-Kinzig-Kreis, u. a. ein Strafverfahren wegen Verdachts der Nötigung eingeleitet. (ots/r)

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Montag, 11 Oktober 2021 14:31

Zug erfasst Pkw in Münchhausen

WETTER. Hoher Sachschaden und eine leichtverletzte Person sind die Bilanz eines Unfalls an einem unbeschrankten Bahnübergang in der Marburger Straße in Münchhausen.

Die Regionalbahn aus Richtung Marburg erfasste am vergangenen Samstagabend (9.10.) das Fahrzeug eines 18-Jährigen aus Wetter. Der junge Fahrer befuhr gegen 21 Uhr offensichtlich den unbeschrankten Bahnübergang, trotz eingeschaltetem roten Blinklichtes. Der Lokführer der Bahn leitete sofort eine Schnellbremsung ein, konnte den Unfall aber nicht mehr verhindern.

Beifahrerin mit RTW ins Krankenhaus

Der 18-jährige Fahranfänger blieb unverletzt. Seine ein Jahr jüngere Beifahrerin kam leicht verletzt in die Universitätsklinik Marburg. Die rund 30 Reisenden im Zug kamen durch die Schnellbremsung mit einem Schrecken davon.

Hoher Sachschaden

Das Fahrzeug wurde durch den Zug zur Seite geschleudert. An dem Pkw entstand Totalschaden. Die Schadenshöhe an der Bahn beläuft sich nach bisherigen Ermittlungen auf rund 150.000 Euro. Die Bahnstrecke war für die Dauer der Unfallaufnahme für rund zwei Stunden gesperrt. Drei nachfolgende Züge verspäteten sich jeweils um etwa 30 Minuten.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen und ein Strafverfahren wegen des Verdachts des "Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr" eingeleitet. Wer Angaben zum Unfallhergang machen kann, wird gebeten, sich bei der Bundespolizeiinspektion Kassel unter der Telefonnummer 0561/816160 oder über www.bundespolizei.de zu melden.

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MARBURG. Eine 19-jährige Frau sorgte am 21. August an der Bahnstrecke bei Niederasphe-Münchhausen für einen Polizeieinsatz mit einem Hubschrauber der Bundespolizei. "Person im Gleis - zwischen Wetter und Münchhausen!", so lautete die Meldung am vergangenen Freitag.MARBURG.

Beamte des Bundespolizeireviers Gießen und eine Hubschrauberbesatzung der Bundespolizeifliegerstaffel Fuldatal waren an der Suche beteiligt. Ein Zeuge hatte zunächst die Polizei in Marburg verständigt. An einem Rastplatz zwischen Todenhausen und Wetter trafen die Beamten die wohnsitzlose Frau tatsächlich an. Sie stellten ihre Identität fest und belehrten sie über die Gefahren an Bahnanlagen.

Verspätungen für den Bahnverkehr

Aus Sicherheitsgründen musste die Bahnstrecke in diesem Bereich zwischen 16.15 und 17 Uhr gesperrt werden. Dadurch verspäteten sich zwei Züge durchschnittlich um jeweils 15 Minuten.

Hinweis der Bundespolizei

Der Aufenthalt im Gleisbereich ist für Unbefugte nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich. Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat gegen die Frau ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Neben der Ahndung mit Buß- und Verwarnungsgeldern, können auch zivilrechtliche Schadenersatzansprüche auf die Verursacher zu kommen. Diese Ansprüche können bis zu 30 Jahren nach der Handlung geltend gemacht werden. Sollte es im Zusammenhang mit solchen Handlungen zu Unfällen oder Gefährdungen des Bahnverkehrs kommen, kann dies auch strafrechtliche Konsequenzen zur Folge haben.

Wer Personen an Bahnstrecken beobachtet, wird gebeten, sich unter der Tel. 0561/81616-0 bei der Bundespolizei zu melden. (ots/r)

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BERGHAUSEN. Das Wichtigste zuerst: Es wurde niemand verletzt. Am Montagmorgen kam es um kurz vor halb neun zum Zusammenstoß eines Pkw mit der Hessischen Landesbahn. Am Bahnübergang „Unter der Hohen Fuhr“ in Berghausen wollte am Morgen ein junger Pkw Fahrer zum Sportplatz fahren, um dort seinen Pkw zu parken und zur Arbeit zu laufen. Dabei hat der Mann nach Angaben der Polizei den Zug übersehen, der von der Berghäuser Haltestelle in Richtung Raumland Markhausen fuhr. Am unbeschrankten Bahnübergang kam es dann zur Kollision zwischen Pkw und Zug. Wie durch ein Wunder konnte der Mann seinen VW trotz des heftigen Aufpralls unverletzt verlassen. Auch die zehn Zuginsassen und der Fahrer des Zuges blieben unverletzt. Die Erleichterung darüber war den gesamten Einsatzkräften deutlich anzumerken.

Der Wagen des jungen Mannes hatte sich beim Aufprall gedreht, war noch einmal in die linke Seite des Triebwagens eingeschlagen und dann in einer Böschung hängen geblieben. Der Zug kam nach einer Notbremsung einige Meter weiter zum Stehen. Die alarmierte Feuerwehr sorgte mit Leitern dafür, dass die Fahrgäste den Zug verlassen konnten. Außerdem wurde die Batterie am Unfallfahrzeug abgeklemmt und ein Löschangriff mit Schaummittel aufgebaut. Die beiden Rüstsätze, die zur Befreiung von eingeklemmten Personen verwendet werden und aus Bad Berleburg und Weidenhausen zum Einsatzort kamen, mussten zum Glück nicht eingesetzt werden. Die Kameraden aus Berghausen kamen mit den Aufgaben alleine zurecht.

Die Besatzungen der beiden DRK Rettungswagen aus Bad Berleburg und Womelsdorf, sowie der Notarzt aus Bad Berleburg mussten nicht mehr tätig werden – sie nahmen aber dennoch die Fahrgäste und die beiden Fahrer in Augenschein um sicher zu sein, dass sie wirklich unverletzt geblieben sind. Wie hoch der Schaden an Zug und Pkw sind, war noch nicht bekannt.

Zum Einsatz kamen neben der Bad Berleburger Polizei auch Beamten der für Gleisunfälle zuständigen Bundespolizei aus Siegen, als auch Notfallmanager der Hessischen Landesbahn und der Deutschen Bahn AG.       

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Mittwoch, 18 August 2021 18:23

Während Zugfahrt: Syrer bedroht und geschlagen

WALDECK-FRANKENBERG. Wegen Bedrohung und Körperverletzung ermittelt seit Dienstagabend die Bundespolizeiinspektion Kassel.

Das Opfer, ein 26-jähriger, syrischer Asylbewerber, wurde durch zwei bislang unbekannte Männer, während der Zugfahrt zwischen Korbach und Mengeringhausen, bedroht und geschlagen.

Nach Zeugenaussagen sei ein Streit zwischen den Männern vorausgegangen. Die Unbekannten hätten zuvor eine Frau im Zug belästigt. Nachdem sich der 26-Jährige eingemischt hatte, gingen die Männer auf den Syrer los. Sie verpassten ihm einen Faustschlag ins Gesicht und würgten den Syrer am Hals. Zudem sollen die Täter den 26-Jährigen mit einem Messer und einer Rasierklinge bedroht haben.

Eine Zugbegleiterin, die den Streit der Männer mitbekam, schloss die Kontrahenten im Bahnhof Mengeringhausen von der Weiterfahrt aus. Der 26-Jährige erstattete anschließend Strafanzeige bei der Polizei in Bad Arolsen.

Personenbeschreibung:

Bei den beiden Tatverdächtigen handelte es sich um zwei schätzungsweise 20 bis 25 Jahre alte Männer, etwa 170-185 cm. Beide waren dunkelhäutig. Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen und ein Strafverfahren eingeleitet. Wer Angaben zu dem Fall machen kann, wird gebeten, sich bei der Bundespolizeiinspektion Kassel zu melden. Die Telefonnummer lautet 0561/816160. (ots/r)

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BAD WILDUNGEN/HEIMERZHEIM. Donnerstagmorgen, 08:30 Uhr. An seiner Arbeitsstelle bekommt Oliver Münch von der Bergwacht Bad Wildungen einen Anruf: Es werden Luftretter im Hochwasserkatastrophengebiet benötigt. Menschen sind in Lebensgefahr, müssen von umfluteten Hausdächern gerettet werden. Für den 33-jährigen Bad Wildunger und auch seinen Arbeitgeber, die Kommunalwald GmbH Waldeck-Frankenberg, gar keine Sekunde des Zögerns: Oliver Münch wird den Einsatz sofort wahrnehmen.

„Da hat mein Arbeitgeber sofort zugestimmt und war froh, dass es Menschen gibt, die in dieser Situation helfen können“, ist Oliver Münch begeistert von der unkomplizierten Einstellung seines Arbeitgebers.

Dann geht es ganz schnell: Oliver fährt zur Bergrettungswache in Bad Wildungen und rüstet sich für den Luftrettungseinsatz aus, während in Fuldatal bei Kassel zwei Hubschrauber der Bundespolizei starten. Jene Fliegerstaffel, die mit den Kameraden der Bergwacht Bad Wildungen vier Mal im Jahr in und um Bad Wildungen Luftrettungseinsätze trainiert – für den Ernstfall, der nun in einer ganz anderen Dimension eingetreten ist, als man es eigentlich erwartet. Regionale Einsätze, bei denen ein Wanderer in Not geraten ist und in unwegsamem Gelände nicht vom Rettungsdienst erreicht werden kann, hat Oliver Münch schon geflogen. Ein Hochwassereinsatz aber, bei dem Menschen ertrunken sind und einige sich in letzter Sekunde auf Hausdächer oder Bäume retten konnten, und nun auf seine Hilfe warten – das ist für den 33-Jährigen Neuland. „Da war schon eine Aufregung da“, gesteht er mir in unserem Gespräch. Aber nach dem ersten Einsatz, so erzählt er mir, habe sich das schnell gelegt.

Oliver Münch kam mit einem Hubschrauber vom Typ EC 155 in Heimerzheim, unweit der A61 zum Einsatz. Die Kollegen mit dem zweiten Hubschrauber, einer Super Puma, sind in den Landkreis Ahrweiler geflogen.

„Als wir ankamen, haben wir schon gesehen, was los ist“, berichtet Oliver mir. Der junge Mann sieht Menschen auf Hausdächern, eingeschlossen von braunem Wasser. „Einige haben uns aus der Luft zu verstehen gegeben, dass sie noch aushalten und haben uns vorbei gewunken“, erzählt er. Weiter zu den Menschen, die am Ende ihrer Kräfte waren, die sehnlichst auf die Rettung aus der Luft gewartet haben. „Die haben uns herbei gewunken“, beschreibt er seine Eindrücke. Wie dann das weitere Vorgehen war, möchte ich von ihm wissen. „Wir haben geschaut, ob nichts gefährliches in der Nähe war und dann sind wie sofort runter gegangen“, erklärt er mir. Der Fachmann der Bergrettung hing dabei am Stahlseil, das von einem Windenoperator der Bundespolizei abgelassen wurden – hunderte Male trainiert, zum Beispiel am Hahnberg bei Bad Wildungen, oder am Bilstein. Unten bei den Menschen angekommen erklärt der Bergretter ihnen kurz, was nun geschehen wird, und wie der Winch, also das Aufziehen mit der Winde, ablaufen wird. Die Piloten halten ihre Maschine währenddessen wie eine Eins in der Luft. Was unter ihnen passiert, sehen sie nur eingeschränkt. Sie müssen sich auf die Kommunikation mit Bergretter und Windenoperator verlassen. „Und das hat einfach wunderbar funktioniert mit der Bundespolizei“, freut sich Oliver Münch. Nach der kurzen Einweisung der zu Rettenden werden diese in ein so genanntes Rettungsdreieck gepackt und dann gemeinsam mit dem Bergretter an Bord der Maschine geholt. „Die waren ganz ruhig beim Winchvorgang“, erinnert sich Oliver. Wenn die Menschen an Bord des Hubschraubers waren, wurden sie zu einem nahe gelegenen Sportplatz geflogen und dort von Hilfsorganisationen untersucht und weiter versorgt oder betreut. Der Hubschrauber drehte dann direkt wieder ab, um die nächsten Menschen von den Hausdächern zu retten. „Die waren so dankbar beim Aussteigen...“, beschreibt der Bergretter seine Eindrücke von den Landungen am Sportplatz.

„Es ging wirklich Step by Step“, erinnert er sich an die Einsatzabläufe vor Ort. Als Pausen dienten nur die obligatorischen Landungen, um den Hubschrauber wieder betanken zu können. Mobile Tankwagen der Bundespolizei und der Bundeswehr sind dazu ins Schadensgebiet gefahren. In Heimerzheim waren die Retter insgesamt mit drei Hubschraubern im Einsatz: „Die Bundeswehr war noch dort, wir mit der Bundespolizei mit der EC 155 und ebenfalls die Bundespolizei noch mit einer EC 135“, berichtet Oliver. Letzterer Hubschrauber verfügt bei der Bundespolizei allerdings nicht über eine Winde. „Mit diesem Hubschrauber wurden Erkundungsflüge gemacht. Er hat nach Menschen in Not gesucht, und diese an die beiden Windenhubschrauber gemeldet“, berichtet er.

Ich frage ihn, ob es denn eine gefährliche oder haarige Situation im Einsatz gegeben hat. Gefährlich sei es nicht gewesen, aber einen sehr anspruchsvollen Winch habe es schon gegeben. „Da stand ein Mensch kniehoch im Wasser mitten in einem engen Innenhof und ich dann auch. Das war wirklich sehr eng dort und eine große Herausforderung für die Hubschrauberbesatzung“, macht Oliver deutlich. Aber alles hat super geklappt. „Da weiß man einfach, wofür man das lernt“, resümiert er den Einsatz, der noch bis 19:00 Uhr an diesem Donnerstag andauerte. „Dann sind wir zum Hauptsitz der Bundespolizeifliegerstaffel nach Sankt Augustin geflogen. Schichtwechsel für die Besatzungen. Wir haben dort übernachtet und am nächsten Tag hatten wir eine Bereitschaft aufrecht zu erhalten“, erklärt Oliver mir, der bereits seit 2010 ehrenamtlicher Luftretter bei der Bergwacht ist. Da kam es für den Bad Wildunger aber zu keinem Einsatz mehr. Gegen 21:00 Uhr war der dann am Freitag wieder zu Hause in Bad Wildungen. Mit dem tollen Gefühl, mit seinem Wissen und seinem ehrenamtlichen Engagement Menschen in höchster Not aus einer Extremsituation gerettet zu haben.

Mich interessiert abschließend, wie sein Umfeld seinen Einsatz nach der Rückkehr gesehen hat. Oliver muss nicht lange überlegen: „Die große Erleichterung war sofort als erstes zu spüren. Sie waren heilfroh, dass mir nichts passiert ist. Denn sie hatten ja auch in den Medien mitbekommen, dass dort bereits Einsatzkräfte verunglückt und auch leider ums Leben gekommen waren“, schildert er. „Und vor allem meine Frau und meine Eltern waren sehr stolz“. Wie wir finden auch mit Recht. Wir sagen „Danke für Deinen Einsatz, lieber Oliver und mach weiter so, denn das ist ganz großes Kino!“

Publiziert in Retter

BAD WILDUNGEN. Rund 40 Grad Celsius hat es im Cockpit der EC 155 der Bundespolizei Fliegerstaffel aus Fuldatal in einer Höhe von etwa 1500 Fuß. Der Hubschrauber ist mit rund 260 Stundenkilometern auf dem Weg nach Waldeck-Frankenberg. Die Bergwacht hat die Fliegerstaffel angefordert. In die Nähe von Bad Wildungen, zum Hahnberg bei Reinhardshausen. Dort ist Jan-Lucas Krause in Not geraten – er ist in unwegsamem Gelände verunglückt, hat sich am Bein verletzt. Laufen oder auftreten kann der junge Mann nicht mehr. Für einen Rettungswagen ist die abgelegene Stelle in einem Kahlschlag-Hang, bewachsen mit Dornensträuchern und übersät mit Baumstümpfen, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind, unerreichbar.

Eine Rettung mit Bergwacht und Feuerwehr ohne Unterstützung des Hubschraubers würde mehrere Stunden in Anspruch nehmen und Helfer wie Patient bei den derzeit heißen Temperaturen der Sahara Luft von Hoch Yona schnell an ihre Leistungsgrenzen bringen. Für beide Seiten wäre dies ein mehr als gefährliches Unterfangen.

An der Jägersburg bei Bad Wildungen landet der Pilot seine Maschine zunächst, um von Gerd Windhausen, dem Technischen Leiter der Bergwacht Hessen, die wichtigsten Informationen für sich und sein Team zu erhalten, und um Luftretter der Bergwacht an Bord zu nehmen.

Gleich zu Beginn macht der erfahrene Pilot klar: „Wir sind mit der Maschine an der Leistungsgrenze bei diesen extrem heißen Temperaturen. Wir können das Rettungsteam nur in zwei Flügen raus bringen. Alle zusammen schaffen wir heute nicht“. Die Bergretter stehen im Feld neben der Bundesstraße 253 und erhalten von Gerd Windhausen zusammen mit der Besatzung des Hubschraubers bei sengender Hitze die genauen Koordinaten der Einsatzstelle und eine Beschreibung, wo der Hahnberg sich genau befindet. Auf einer Karte können sich die Helfer die Lokalität kurz genau anschauen. „Über das Verletzungsmuster ist nichts Genaues bekannt. Ihr müsst so raus gehen, dass Ihr alle Situationen abarbeiten könnt“, gibt Gerd Windhausen seinen Kameraden mit auf den Weg. Nach der kurzen Einweisung startet der Pilot die Turbinen der Maschine und nimmt den Einsatzleiter der Bergwacht mit Rettungsrucksack an Bord.

Im Wald in Not

Derweil einige Kilometer weiter in unwegsamem Waldgelände: Jan-Lucas Krause hat es bei Temperaturen weit über 30 Grad noch geschafft, sich aus großen Pflanzenteilen einen Schattenspender über seinen Kopf zu bauen. Die mitgenommenen Wasserflaschen sind längst aufgebraucht. Da erscheint der knatternde und schnell näher kommenden Sound der EC 155 wie eine Erlösung: Als der junge Mann die Maschine kommen hört, macht er durch Winken auf sich aufmerksam. Pilot Jochen dreht den Hubschrauber ein: Sie haben Jan-Lucas erkannt. Eine steile Kurve, die Winde fährt runter und lässt den ersten Bergretter ab. Bei fast unerträglicher Hitze, in voller Montur, mit Helm und Handschuhen. Der Bergretter wird von Windenoperator Helmut präzise genau in den Hang abgelassen. So, als hätten sie alle nie etwas anderes getan. Per Sprechfunk und Handzeichen gibt der Bergretter der Hubschrauberbesatzung an, dass er sicher bei Jan-Lucas gelandet ist. Die Winde wird eingefahren und er Hubschrauber nimmt erneut Kurs zur Jägersburg: Dort werden weitere Bergretter mit dem Bergesack an Bord genommen.

Unterdessen erfährt Jan-Lucas die erste Versorgung durch den Bergretter. Er erklärt ihm auch, wie das weitere Vorgehen aussieht: „Du wirst gleich in einen Bergesack eingepackt und liegst ganz flach. Du bekommst einen Helm und eine Schutzbrille auf und Du wirst von einem der Bergretter an der Winde begleitet. Wenn Du am Hubschrauber angekommen bist, werden der Bergretter und die Bordtechniker Dich in die Maschine ziehen und wir fliegen Dich zum Landeplatz“. Wenige Augenblicke später kreist der Hubschrauber bereits am Hahnberg und lässt die Retter mit dem Bergesack ab, in den sie Jan-Lucas nach kurzer Versorgung legen. Wie angekündigt wird er mit Helm und Schutzbrille versorgt. Der Hubschrauber ist noch mal weg geflogen, um eine Verständigung bei der Versorgung zu ermöglichen und wird über Funk wieder angefordert, um Jan-Lucas und den Bergretter auszufliegen.

Tief über den Gipfeln der noch verbliebenen Fichten steuert der Pilot die Notfallstelle nun ein drittes Mal an. Zentimetergenau und präzise wird der Windenhaken abgelassen und am Bergesack befestigt. Auf das Kommando des Bergretters beginnt nun der Winchvorgang. Trotz der heißen Temperaturen hält der Pilot währenddessen seine Maschine in der Luft, wie eine Eins. Nach wenigen Augenblicken haben Bergretter und Patient den Hubschrauber erreicht und gemeinsam mit den Bordtechnikern wird Jan-Lucas in die Maschine gezogen und zum Landeplatz geflogen. Es ist unglaublich heiß im Hubschrauber. Klimaanlage ist an diesem heißen Sommertag heute Fehlanzeige: „Die schluckt unglaublich Leistung und bringt auch bei geöffneter Schiebetüre nichts“, erklärt der Pilot. Er fliegt übrigens heute mit Handtuch: „Es gibt nichts Schlimmeres als wenn Dir während des Fluges Schweiß in die Augen läuft und Du versuchst, irgendetwas zu sehen“.

An der Jägersburg angekommen wird Jan-Lucas aus der Maschine gebracht und aus dem Bergesack befreit – die Rettungsübung der Luftretter der Bergwacht Hessen und der Bundespolizei Fliegerstaffel endet hier. Alle Luftretter der Bergwacht haben ihre notwendigen Trainings absolviert und sind gemeinsam mit der Hubschrauberbesatzung und der Maschine an ihre Leistungsgrenzen gegangen.

Besondere Umstände durch extreme Hitze

Gerd Windhausen von der Bergwacht und der Pilot der Bundespolizei erklären die Besonderheiten der extrem heißen Wetterlage: „Man muss bei solchen Wetterlagen jedes Gramm Gewicht in der Maschine sparen, um noch genügend Leistung bei der praktisch nicht mehr vorhandenen Luftdichte zu haben. Heute müssen viel mehr Tankstopps als sonst eingelegt werden, weil nicht so viel Treibstoff mitgenommen werden kann. Die Teams müssen heute in zwei Flügen und nicht wie sonst in einem Flug rausgebracht werden“. Auch für die Helfer an sich ist es eine wirkliche Probe: „Die Konzentration bei solchen Temperaturen lässt nachweislich sehr schnell nach. Gebt deshalb heute besonders Acht“, mahnt der Pilot alle Teilnehmer am Morgen beim Briefing. Mit viel Wasser und einer Ruhe und Gelassenheit, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt haben die Männer und Frauen ihren Auftrag auch heute gemeistert und einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie auch in extremen Situationen sofort und kompetent da sind, um Menschen in Not zu helfen. Und was sagt Unfallopfer Jan-Lucas dazu: „Absolut geil. Vielen, vielen Dank!“

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Montag, 19 April 2021 19:40

Triebwagen rammt Bagger bei Willingen

WILLINGEN. Unglücklich verlaufen ist am Montagabend eine Lkw-Fahrt am Bahnübergang bei Willingen - Am Bahnhof Stryck kollidierte ein Zug der Kurhessenbahn mit einem aufgeladenen Bagger.

Ereignet hatte sich der Unfall am 19. April um 17.50 Uhr, als ein 53-jähriger Mann mit einem Firmenwagen von der Bundesstraße 251 kommend in Richtung Bauhof unterwegs war. Beim Heranfahren an den beschrankten Bahnübergang versicherte sich der Willinger, dass die Bahnstrecke frei war. Er setzte mit seiner Zugmaschine samt Anhänger über die Schienen hinweg, bemerkte dann aber, dass ein entgegenkommender BMW den Winkel so stark begrenzte, dass eine Weiterfahrt nicht möglich war.

Umgehend setzte der Fahrer des in der Slowakei zugelassenen BMWs seinen Pkw zurück. Obwohl dieses Manöver nur wenige Minuten gedauert hat, senkte sich die Schranke in Richtung Kubota-Bagger, dessen Greifarm etwas nach hinten hinausragte. Im Anschluss näherte sich ein Zug der Kurhessenbahn, der von Korbach in Richtung Willingen unterwegs war. Ausgangs einer Kurve sah der Zugführer zwar den ins Gleisbett ragenden Anhänger und legte eine Notbremsung hin, eine Kollision des Triebwagens mit dem Baggerarm konnte aber nicht verhindert werden.

Über die Leitstelle Waldeck-Frankenberg wurde eine RTW-Besatzung des DRK zum Bahnhof geschickt - die Retter mussten aber nicht tätig werden, weil keine Personen verletzt wurden. Zur Verkehrsabsicherung rückte von Korbach aus eine Streife an und nahm vorsorglich die Personalien der Verkehrsteilnehmer auf. Anschließend übergab der Beamte die Unfallstelle an die Bundespolizei, die den Schaden am Triebwagen auf 25.000 Euro schätzt. Etwas weniger wird die Reparatur am Bagger und am Anhänger eines in Willingen ansässigen Garten- und Landschaftsbaubetriebes kosten. Rund 15.000 Euro wurden hier veranschlagt. Das Notfallmanagement der Bahn und der Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens zur Schadensaufnahme waren ebenfalls vor Ort.

Wie die Polizei weiter berichtete, wurden die unverletzten Zuggäste mittels Schienenersatzverkehr weiterbefördert. Nach Aufnahme des Unfalls durch die Bundespolizei musste der beschädigte, aber fahrbereite Zug zurück nach Korbach in die Werkstatt gebracht werden.


Immer wieder kommt es zu Unfällen beim Überqueren der Bahnlinie am Stryckbahnhof bei Willingen, weil das Industriegebiet derzeit nur über den Bahnübergang auf dem Wakenfeld zu erreichen ist.

Link: Schwerer Verkehrsunfall am Bahnübergang - Mann außer Lebensgefahr (23.11.2018)

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Mittwoch, 31 März 2021 07:32

Diensthund stoppt flüchtenden Schwarzfahrer

GIEßEN. Mit Beißkorb auf der Nase stoppte am 30. März gegen Mitternacht, ein Diensthund vom Bundespolizeirevier Gießen einen flüchtenden Schwarzfahrer. Ein 33-Jähriger aus Wetzlar sollte zwecks Personalienfeststellung die Bundespolizisten zur Wache begleiten, da er zuvor wegen Schwarzfahrens in einem Regionalexpress aufgefallen war.

Auf dem Weg zum Bundespolizeirevier flüchtete der somalische Asylbewerber plötzlich über die Gleise 11 und 12. Der Aufforderung der Polizisten stehenzubleiben, kam der Mann nicht nach. Somit kam der vierbeinige Kollege zum Einsatz und stoppte den Flüchtenden mit einem Sprung. Der Mann, der unter Alkoholeinfluss stand, blieb unverletzt. Ein Test ergab einen Wert von rund zwei Promille. Anschließend fesselnden die Beamten den Schwarzfahrer und brachten ihn zum Bundespolizeirevier. Nach den polizeilichen Maßnahmen kam der 33-Jährige wieder frei. Gegen den Schwarzfahrer hat die Bundespolizeiinspektion Kassel ein Strafverfahren wegen Erschleichens von Leistungen eingeleitet. (ots/r)

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