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KORBACH. In den letzten Tagen kam es in der Korbacher Altstadt wiederholt zu Sachbeschädigungen durch Graffiti. Die Polizeistation Korbach hat mehrere Anzeigen aufgenommen und bittet um Hinweise.

Nachdem es bereits in den Monaten Januar und Februar zu mehreren Farbschmierereien in der Korbacher Altstadt gekommen war, sind unbekannte Täter in den Nachtstunden von Donnerstag (11. März) auf Freitag (12. März) sowie von Samstag (13. März) auf Sonntag (14. März) erneut aktiv. Nach Polizeiangaben besprühten die Täter in der Nacht zum Freitag das Gebäude der Schule am Enser Tor sowie einen Torpfeiler des Torbogens "Enser Tor". Dabei wurden unter anderem die Buchstaben "ACAB" aufgebracht.

In der Nacht zu Sonntag waren Häuser und andere Gebäude in der Wildunger Landstraße, Friedrich-Eigenbrod-Straße, Stechbahn und am Westwall sowie ein Auto in der Schulstraße betroffen. Der Täter sprühte mit schwarzer Farbe unter anderem die Buchstaben bzw. Zeichen "Fwi$", teilweise mit Pfeilen oder Doppelstrichen seitlich der Buchstabenfolge auf.

Die Polizei bittet um Hinweise zu den unbekannten Tätern und weist nochmal ausdrücklich darauf hin, dass das Sprühen von illegalen Graffiti an Gebäuden oder Autos eine Straftat ist. Es handelt sich um eine Sachbeschädigung, die nach dem Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe mit bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe geahndet werden kann. Auf die Sprayer können auch erhebliche zivilrechtliche Folgen zukommen. Die Regressforderungen, für die ein Sprayer jahrelang nach der Tat zur Kasse gebeten werden kann, können unter Umständen mehrere tausend Euro betragen.

Hinweise nimmt die Polizeistation Korbach unter der Telefonnummer 05631/9710 entgegen. (ots/r)

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Freitag, 05 März 2021 09:56

Taxi rammt Skoda im Kreuzungsbereich

BAD AROLSEN. Eine verletzte Person (23) und ein Gesamtsachschaden von 5000 Euro resultieren aus einem Verkehrsunfall am 4. März in Bad Arolsen. Die Polizei war vor Ort und nahm den Unfall auf.

Auf Nachfrage bestätigte die Polizei den Unfall, der sich am Donnerstag um 9 Uhr im Bereich Belgischer Platz ereignet hat. Aus Richtung Hasenzaun befuhr eine Taxifahrerin (59) mit einem VW-Caddy den Belgischen Platz Zeitgleich steuerte der 27-jährige Fahrer eines Skoda vom Getränkemarkt kommend seinen Pkw auf der Georg-Viktor-Straße in Richtung Große Allee. Im Kreuzungsbereich erkannte die Taxifahrerin den vorfahrtsberechtigten, von rechts kommenden Skoda zu spät - es kam zum Zusammenstoß, wobei die Beifahrerin im Skoda (23) verletzt wurde und ins Krankenhaus Bad Arolsen transportiert werden musste. Der Fahrer aus Bad Arolsen blieb unverletzt, ebenso die Taxifahrerin aus Diemelstadt.

An dem Skoda entstand Sachschaden von 3000 Euro. Der Caddy trug einen Schaden von 2000 Euro davon.

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BATTENBERG. Hinweise zu einem Verkehrsunfall in Battenberg nimmt die Polizeistation Frankenberg entgegen. Der Fall ist in Bearbeitung, wichtige Fragen könnte der Fahrer eines nicht zugelassenen Pkws beantworten - der ist allerdings auf der Flucht.

Nach ersten Informationen an der Unfallstelle hatte die Fahrerin eines Ford Fiesta ihren Pkw am Mittwoch in Battenberg in der Battenfelder Straße an der Esso-Tankstelle geparkt. Gegen 20.45 Uhr wurde der Polizei ein Verkehrsunfall gemeldet. Im Bereich der Tankstelle war der Fahrer eines VW-Polos ins Schleudern gekommen, als er mit nicht angepasster Geschwindigkeit von Battenberg in Richtung Battenfeld unterwegs war. Mit an Bord des nicht zugelassenen Polos waren zwei weitere männliche Insassen. Der Polo kam von der Fahrbahn ab, plättete ein Hinweisschild und war rückwärts in den geparkten Fiesta gekracht.

Zeugen hatten beobachtet, dass die drei Männer nach dem Unfall die Kennzeichen vom Polo abmontiert und sich fußläufig vom Unfallort entfernt hatten. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnte einer der Mitfahrer festgenommen und befragt werden. Außerdem wurden die zuvor abmontierten Kennzeichen gefunden, die jedoch nicht zum Fahrzeug passten. Die Nummernschilder mit FKB-Kennung konnten einem Fahrzeug zugeordnet werden, das bereits im Juli 2017 abgemeldet worden war.

Über die Fahrgestellnummer ermittelten die Ordnungshüter zudem den letzten Halter des Fahrzeugs und mussten feststellen, dass der Polo nicht zugelassen ist. Für die Geschädigte bleibt nun die Frage der Schadensregulierung unbeantwortet im Raum stehen. Nach einer Begutachtung könnte der Fiesta einen Totalschaden davongetragen haben.

Hinweise zum Fahrer nimmt die Polizeibehörde in Frankenberg unter der Rufnummer 06451/72030 entgegen. Auch dem geflüchteten Fahrer wird geraten sich umgehend mit der Polizei in Verbindung zu setzen, um Weiterungen zu vermeiden. (112-magazin.de)

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Dienstag, 02 März 2021 09:15

A7: Trucker stirbt bei Auffahrunfall

KASSEL. Auf der A 7 ereignete sich am heutigen Dienstagmorgen zwischen dem Kreuz Kassel-Mitte und dem Dreieck Kassel-Süd gegen 6.15 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall.

Nach bisherigen Erkenntnissen der an der Unfallstelle eingesetzten Streifen der Polizeiautobahnstation Baunatal war es dort infolge stockenden Verkehrs zu einem Auffahrunfall zwischen zwei Sattelzügen gekommen.  Ein mit Schottersteinen beladener Sattelzug ist auf einen am Stauende haltenden Sattelzug aufgefahren. Der Fahrer des auffahrenden Sattelzugs erlitt hierbei so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Seine Identität ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Für die weiteren Ermittlungen und Rekonstruktion des Unfallhergangs wird ein Gutachter hinzugezogen.

Feuerwehr im Einsatz

Auch die Feuerwehr Kassel wurde alarmiert. Bei dem Unfall wurde das Fahrerhaus des auffahrenden LKW so weit deformiert, dass der Fahrer schwer eingeklemmt wurde. Die Feuerwehr setzte technisches Gerät ein, um den Fahrer aus der Kabine zu befreien. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen verstarb der Patient an der Einsatzstelle. 26 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und des Rettungsdienstes waren über 90 Minuten im Einsatz.

Aktuell ist die A 7 in Richtung Süden voll gesperrt. Eine Dauer der Sperrung kann derzeit nicht abgesehen werden.  (ots/r)

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Publiziert in KS Polizei
Montag, 08 Februar 2021 10:37

Korbacher ist Bezirksdienstbeamter in Hallenberg

HALLENBERG. Seit Anfang Februar ist Polizeihauptkommissar Winfried Gehb als Bezirksdienstbeamter auf den Straßen in und um Hallenberg, sowie Teilen von Winterberg unterwegs. Er löste seinen Vorgänger Hans Rübsam ab, der in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist.

Im Jahr1985 trat Winfried Gehb zunächst in den Bundesgrenzschutz ein und wechselte 1993 zur Polizei NRW. Nach einigen Jahren Streifendienst in Bonn, Köln und Siegburg wurde er 2006 in den Hochsauerlandkreis versetzt. Weitere Verwendungen waren in Sundern, Arnsberg, Meschede, Marsberg und Brilon, danach kam er 2018 zur Polizeiwache Winterberg. Jetzt übernimmt der 53-jährige Korbacher den Posten in Hallenberg. Der Bezirksdienst umfasst den Bereich Hallenberg, Braunshausen, Liesen, Hesborn, Altastenberg, Hoheleye, Langewiese, Molseifen, Neuastenberg, Siedlinghausen, Silbach und Züschen.

Als neuer Bezirksdienstbeamter ist Winfried Gehb der Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger seines Bezirkes. Er wird den Bürgern bei polizeilichen Fragen und Problemen helfend zur Seite stehen, sowie gemeinsame Lösungen finden. Ein großes Anliegen ist dem Bezirksdienst auch die Verkehrssicherheit, insbesondere die frühkindliche Verkehrserziehung in den Kindergärten und Grundschulen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die konsequente Umsetzung von Justizersuchen, wie zum Beispiel die Vollstreckung von Haftbefehlen und Aufenthaltsermittlungen.

Die Bezirksdienstwache in Hallenberg ist unter folgender Telefonnummer erreichbar: 02984/31000.

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Publiziert in HSK Polizei
Mittwoch, 03 Februar 2021 12:00

Blitzer in Sachsenhausen

SACHSENHAUSEN. Derzeit wird im Waldecker Ortsteil Sachsenhausen eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt. Gemessen wird am Ortsausgang in Richtung Bundesstraße 251 - etwa in Höhe der Aral-Tankstelle und in beide Richtungen. Dort gilt Tempo 50.

Das Team von 112-magazin.de appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, grundsätzlich die jeweils gültigen Tempolimits einzuhalten.

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Publiziert in Polizei
Dienstag, 02 Februar 2021 12:42

Feuerwehrgerätehaus in Lelbach beschädigt

KORBACH. In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es zu Sachbeschädigungen am Sportlerheim und am Feuerwehrgerätehaus in Lelbach.

Die unbekannten Randalierer rissen oder traten die Bretter eines etwa zwei mal zwei großen Zaunelementes heraus. Außerdem beschädigten sie auch das nahegelegene Feuerwehrgerätehaus. Hier rissen sie ein Fallrohr ab, welches anschließend noch verbogen wurde. Umgehend hat der Sportverein TV 1920 Lelbach e.V. Anzeige erstattet, weil ein Sachschaden in Höhe von etwa 500 Euro entstanden ist.

Die Polizei ist auf der Suche nach Zeugen. Wer in der Nacht von Freitag auf Samstag in Lelbach verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen hat oder sonstige Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizeistation Korbach unter der Telefonnummer 05631/9710 zu melden. (ots/r)

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Publiziert in Polizei
Montag, 01 Februar 2021 13:22

Benz in Goethestraße aufgebrochen

KORBACH. Am Samstagmorgen brachen zwei unbekannte Täter ein Auto in Korbach auf. Eine Zeugin wurde wach und konnte die Unbekannten noch flüchten sehen.

Zwischen 06.30 und 7 Uhr hatten die Täter eine Scheibe eines Mercedes-Benz in der Goethestraße in Korbach eingeschlagen. Durch den angerichteten Lärm wurde eine Zeugin wach. Beim Blick aus einem Fenster sah sie zwei dunkel gekleidet Männer, die vom Tatort flüchteten. Sie trugen Kapuzen auf dem Kopf und leuchteten mit Taschenlampen.

Bei der Tatortaufnahme stellte sich heraus, dass die Täter nach dem Einschlagen der Scheibe persönliche Papiere und eine geringe Menge Bargeld aus dem Auto gestohlen haben. Es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 300 Euro.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 05631/9710 entgegen.

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BAD AROLSEN.„Du hast kein Gesicht dazu. Das liegt aber grundsätzlich an der Einstellung eines jeden Einzelnen“, Michael Seebold erklärt mir und meinem Begleiter Jan-Lucas, wie er in seinem Beruf mit belastenden Momenten umgeht. Nahezu an jedem Tag hat er mit Menschen zu tun, die bei ihm und seinen Kollegen/innen um Hilfe bitten, wenn Freunde, Familienmitglieder oder Passanten in lebensbedrohliche Situationen geraten sind. Michael Seebold ist einer von 13 Einsatzsachbearbeitern der Zentralen Leitstelle beim Landkreis Waldeck-Frankenberg. Er ist eine der Stimmen hinter der 112, die Hilfesuchende in absoluten Ausnahmesituationen hören.

Ruhig bleiben in absoluten Ausnahmesituationen

„Wie reagiert man da, wenn Menschen in einer solchen Situation anrufen und in Panik sind? Wie schafft man es, selbst ruhig zu bleiben und Ruhe zu vermitteln und im Idealfall auch noch zu lebensrettenden Maßnahmen anzuleiten?“ Das interessiert uns. „Hast Du einen Führerschein?“, wendet sich Michael mit einem Lächeln an meinen Begleiter und erklärt: „Überleg mal, wie Deine Fahrstunden angefangen haben. Du warst ganz aufgeregt und wärst am liebsten sofort losgefahren, musstest aber über alles Nachdenken, Kuppeln, Schalten, Blinker, Handbremse usw. Und heute? Heute steigst Du ins Auto, denkst nicht mehr weiter drüber nach und fährst einfach los. Weil Du genau weißt, in welcher Reihenfolge alles passieren muss, und wie es geht, oder?“ Jan-Lucas nickt zustimmend und hört gespannt zu, was Michael weiter berichten wird. Er erklärt uns, dass die Zentrale Leitstelle Waldeck Frankenberg im Korbacher Kreishaus, in der er arbeitet, Computer unterstützt ist und ihm und seinen Kollegen dieses System bei der Arbeit hilft. Hierdurch wird es den Einsatzsachbearbeitern ermöglicht, sehr gezielte Fragen zu stellen und den Anrufern am anderen Ende ganz genaue Anweisungen zur Hilfe zu geben. „Das können wir nutzen, müssen wir aber nicht. Vieles geht auch einfach von ganz alleine“, berichtet uns Michael. „Das müsst ihr euch vorstellen, wie eine Schublade, die man aufzieht und man weiß genau, was man rausnehmen muss“, schafft er einen bildlichen Vergleich. Dieser bildliche Vergleich, so erklärt er uns, sei auch etwas, was ihm bei jedem Einsatz sehr viel helfe: „Ich versuche, mir die Situation an der Notfallstelle immer bildlich vorzustellen. Dann weiß man auch genau, was da jetzt geschehen muss“, macht der Vater zweier Kinder deutlich. Dabei, so erklärt er weiter, helfen ihm aber auch das medizinische Hintergrundwissen und auch das Wissen aus der Feuerwehr.

Beide Bestandteile braucht man, um als Einsatzsachbearbeiter Dienst tun zu können. Michael fährt dazu regelmäßig im Jahr auch Einsätze im Rettungsdienst mit. Dort ist der gebürtige Fürstenberger aber ohnehin ein „alter Hase“: Denn bevor er in 2011 zur Leitstelle Waldeck-Frankenberg kam, hat er in seiner heutigen Heimatstadt Bad Arolsen 12 Jahre lang hauptamtlich beim Rettungsdienst gearbeitet. Und auch in der Feuerwehr kann der Rettungsassistent auf lange Erfahrung zurückblicken: „Ich bin seit meinem 10. Lebensjahr in der Feuerwehr, habe klassisch in der Jugendfeuerwehr angefangen. Das ist jetzt bald 35 Jahre her“, erklärt uns der gelernte Forstwirt. Über den Wehrersatzdienst für die Bundeswehr und die Winterzeit, in der er im Wald keine Arbeit hatte, hat Michael seinen Weg in den Rettungsdienst und schließlich die Zentrale Leitstelle im Korbacher Kreishaus gefunden. Bereut habe er diesen Schritt niemals, versichert uns der sympathische Einsatzsachbearbeiter mit seiner ruhigen Art.

Am Telefon ein Leben gerettet

Ich spreche ihn auf einen Einsatz an, der ihn vor einigen Jahren ein wenig „berühmt machte“, und möchte von ihm wissen, ob er sich daran noch gut erinnern kann. Michael lacht. „Das fällt mir nicht schwer“, freut er sich. Ich bitte ihn, uns von diesen Eindrücken zu erzählen. „Du sitzt da kurz vor Feierabend und dann klingelt das Telefon“, beginnt er seine Geschichte. Am Telefon, da war Markus. Ein Junge von damals neun Jahren, der dem Familienvater schilderte, dass sein kleiner Bruder Rudi, zwei Jahre alt, in den Pool gefallen war und keine Regung mehr von sich gab. „Der Junge war sehr aufgeregt, hatte große Angst um seinen kleinen Bruder“, weiß Michael noch. Sofort gab er seinem Kollegen per Handzeichen zu verstehen: „Hier müssen wir sofort umdisponieren und Einsatzkräfte hinschicken“. Eigentlich, so erzählt uns Michael, war der Notarztwagen bereits zu einem anderen Einsatz unterwegs und ein anderer Notarzt hätte von weiter weg kommen müssen. „Wir haben dann diese Einheit RTW und NEF getrennt und haben den Rettungswagen ohne Arzt zum laufenden Einsatz weiterfahren lassen und den Notarzt sofort zu Markus und Rudi geschickt“, erklärt er. Michael blieb aber nicht untätig: Er hat Markus und seine Oma angeleitet, dass sie den kleinen Rudi aus dem Pool ziehen und ihn auf die Seite drehen müssen. Zusammen mit seiner Oma, die kein Deutsch sprach, hat Markus diese Anweisungen alle befolgt und seiner Oma immer übersetzt, was Michael ihm gesagt hat. „Dreh ihn auf die Seite. Kommt Wasser aus seinem Mund? Ist Rudi blau, atmet er noch?“, die Beantwortung dieser Fragen machen dem Einsatzsachbearbeiter sofort klar: Rudi muss dringend beatmet werden. Über Telefon erklärt er dem Jungen in einer Seelenruhe, wie er das jetzt machen muss. Notarzt, Rettungswagen von außerhalb, Polizei, Rettungshubschrauber – sie alle sind zu dieser Zeit bereits unterwegs, um Markus und seine Oma zu unterstützen, das Leben von Rudi zu retten. Keine vier Minuten nach dem Notrufeingang trifft bereits der sehnsüchtig erwartete Notarzt an der Einsatzstelle ein. „Und da hat Rudi wieder geschrieen. Das konnte ich durchs Telefon hören. Da fallen einem aber gleich mehrere Steine vom Herzen. Vor allem, wenn man selbst Papa ist“, gesteht Michael uns mit strahlenden Augen. Der Einsatz war damit für den Familienvater aber keineswegs beendet: „Als ich die Leitstelle zum Feierabend verlassen habe, wusste ich ja, wo die Einsatzstelle ist. Ich wusste auch, dass die Kollegen noch da waren. Ich wollte Markus unbedingt sagen, wie toll er das gemacht hatte und was er da geleistet hat“, erinnert sich Michael und erzählt weiter: „Ob ich nun rechts rum, oder links rum fahre, das war doch egal“. Kurze Zeit später kam Michael an der Einsatzstelle an. „Der kleine Rudi hat den ganzen RTW zusammen gebrüllt. Der wollte ja da gar nicht rein“, freut er sich. Vor Ort hat er seinen „Partner“ Markus getroffen, mit dem er zusammen das Leben des kleinen Rudi gerettet hatte. „Ich bin der, mit dem Du gerade telefoniert hast“, stellt er sich dem jungen Helden vor. Auch die Mutter der beiden Jungs ist inzwischen wieder zu Hause und Michael tröstet und beruhigt sie vor Ort. Rudi wird ins Krankenhaus gebracht und überlebt den Unfall ohne Folgen. „Wir haben heute immer noch Kontakt. Wir telefonieren und schreiben uns öfter“, freut Michael sich, als er seine Geschichte erzählt.

Nach diesem beispiellosen Einsatz hatte es auch eine sehr ausführliche Berichterstattung gegeben. Michael und sein Partner Markus wurden mit zwei Preisen ausgezeichnet und waren oft in der Öffentlichkeit präsent. Doch nicht nur das: Dieser Einsatz sei auch Anlass gewesen, die Schulung des Leitstellenpersonals und die Überarbeitung der Computersysteme in vielen Leitstellen voran zu treiben, erklärt Michael. Auf die Anleitung am Telefon sollte ein noch größerer Maßstab gelegt werden.

Rückblickend und bescheiden sagt Michael uns: „Man weiß, dass man alles richtig gemacht hat – und wenn es nur telefonieren war“. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass das Glücksgefühl von jenem Sommerabend auch heute noch mal auf alle überschlägt, die am Gespräch beteiligt sind. Es freut uns sehr, dass wir so einen Helden persönlich treffen und befragen durften. Auch, wenn er das sicher nicht so gerne hört. „Das war der Job. Keine Frage“, sagt Michael. Aber er resümiert auch: „Man sieht aber auch, was man erreichen kann, wenn man ein wenig über den Tellerrand hinaus schaut“, verrät er auch mit ein wenig Stolz. Denn die Anleitung von Maßnahmen war damals keineswegs verpflichtend. „Nur“ Hilfe zu schicken, wäre damals auch ok gewesen. 

„Ich bereue nichts“, freut sich Michael, als ich ihn frage, ob er sich diesen Beruf erneut aussuchen würde. „Du kannst sehr früh eingreifen“, macht er noch einmal deutlich. Zudem könne er weiterhin immer weiter Erfahrungen im Rettungsdienst und der Feuerwehr sammeln. „Es greift alles wie ein Zahnrad ineinander“, erklärt er. Alle Einsatzsachbearbeiter der Zentralen Leitstelle im Kreishaus Korbach sind eine Führungsunterstützung für alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr draußen vor Ort: „Wir organisieren, was an der Einsatzstelle gebraucht wird. Wir sind weisungsbefugt, bis die Kräfte eintreffen. Danach wendet sich das Fähnchen. Was die Kollegen an der Einsatzstelle benötigen, müssen wir organisieren! Und wenn es noch so etwas Unmögliches ist, dann müssen wir sehen, wie es dahin kommt“, lacht er. 

Wir möchten noch wissen, ob es neben dem tollen Erlebnis mit Markus und Rudi noch weitere Einsätze gibt, an die er sich noch gut erinnern kann. Michael nennt uns den Karnevalsunfall in Volkmarsen, der Anfang des Jahres geschah: „Da war ich gerade beim Renovieren und alle Einsatzsachbearbeiter, die im Frei waren, wurden in die Leitstelle alarmiert. Da bin ich mit Farbe an mir und in Baustellenkluft los, um in der Leitstelle zu unterstützen“, erinnert er sich. „Das war aber nichts, was mich aus der Fassung gebracht hat“. Nur betroffen und fassungslos, hat es den Familienvater gemacht, genau wie viele seiner Kollegen. „Alle haben diesen Einsatz aber trotzdem professionell abgearbeitet - ob an der Einsatzstelle oder im Hintergrund - die Zusammenarbeit aller beteiligten Hilfsorganisationen hat reibungslos funktioniert“, schildert er.

Belastende Einsätze im Feuerwehrdienst

Dann wird es kurz ruhig und Michael erzählt uns, dass es auch Feuerwehreinsätze gibt, die ihm in Erinnerung geblieben sind: „Das waren ein Unfall mit getöteten Feuerwehrkameraden,oder Einsätze bei denen man die Menschen kennt“. Auch die Einsatzleitung beim Großbrand des Baumarktes im Mengeringhausen sei ihm bis heute in Erinnerung. Zum Schluss fragen wir Michael, wie eigentlich alle Akteure unserer Serie, was er in „seinem“ Artikel unbedingt lesen möchte. Michael hat eine Bitte an alle Menschen, die seine Geschichte hier lesen und die in einer lebensbedrohlichen Situation bei ihm anrufen:„Leisten SIE Erste Hilfe“ Lassen Sie sich auf die Fragen ein. Warten Sie auf die Fragen der Kollegen und machen Sie möglichst genaue Ortsangaben.Achten Sie nicht nur auf das Navi, sondern auch auf die Ortsschilder und wissen Sie immer, wo Sie sich gerade befinden. Die genaue Ortsangabe ist das Wichtigste, was wir benötigen“.  Welche Hobbies hat der Bad Arolser eigentlich noch neben dem Feuerwehrdienst und dem Beruf: „Ich grille sehr gerne mit Freunden“, freut er sich. Und weiter erzählt er uns, dass es sonst außer der Feuerwehr eigentlich nichts gebe. 

Nach einem rund zweistündigen Gespräch gehen wir noch gemeinsam vor die Fahrzeughalle der Feuerwehr, um ein Foto zu machen. Die Drehleiter soll es sein. „Die fahre ich meistens“, strahlt Michael, als er sich für uns in Position stellt. Dann endet unser Termin und mit einem freundlichen Winken verabschieden wir uns von einem tollen Menschen und gönnen ihm ein wenig Ruhe, bis es für ihn wieder heißt: „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst, Wo ist der Notfallort?“

Publiziert in Feuerwehr
Mittwoch, 29 April 2020 08:58

Polizei kündigt Kontrollen am 1. Mai an

WALDECK-FRANKENBERG. Auch in diesem Jahr wird die Polizei im Landkreis Waldeck-Frankenberg an zentralen Veranstaltungsorten von Maifeiern und weiteren Feiertagen die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen kontrollieren. Die Polizei wird auch wegen der Beschränkungen der Kontakte zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus eine wahrnehmbare Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen und darauf achten, dass die Regeln auch eingehalten werden. 

Ein besonderes Augenmerk wird die Polizei Bad Arolsen auf die "Chaotenwiese" am Twistesee mit gezielten Kontrollen bereits auf dem Weg zum See legen. Die Polizeistation Frankenberg legt ihren Schwerpunkt auf den Bereich der Ederwiesen zwischen Battenberg und Dodenau. Auch die Ordnungshüter der Polizeistationen Korbach und Bad Wildungen führen Kontrollen in ihrem Zuständigkeitsbereich durch.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich traditionelle Wandertage, insbesondere bei jungen Menschen, zu teilweise sehr bedenklichen Trinkgelagen entwickelt haben, in deren Umfeld es immer wieder zu alkoholbedingten körperlichen Auseinandersetzungen kommt. In diesem Jahr kommt dazu, dass aufgrund des bestehenden Kontaktverbotes Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, außer wenn die Personen zu einem gemeinsamen Hausstand gehören, nicht erlaubt sind. Bei der Begegnung mit anderen Personen in der Öffentlichkeit ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Verhaltensweisen, die geeignet sind das Abstandsgebot zu gefährden, sind unabhängig von der Personenzahl untersagt. 

Darunter fallen beispielsweise gemeinsame Wanderungen, Feiern oder Zusammenkünfte in öffentlichen Anlagen. Die Polizei wird an bekannten Plätzen kontrollieren und solche Veranstaltungen auch konsequent auflösen und Bußgelder verhängen. Außerdem weist die Polizei noch einmal ausdrücklich auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hin. Für Kinder und Jugendlich unter 16 Jahren gilt in der Öffentlichkeit ein absolutes Alkoholverbot. Ab 16 Jahren ist zwar der Genuss "leichter" Alkoholika wie Sekt, Wein und Bier, erlaubt, nicht aber der Konsum von hochprozentigen Getränken. 

Ein eindringlicher Hinweis gilt zudem im Hinblick auf die bereits jetzt schon bestehende hohe Waldbrandgefahr - offene Feuer sind daher zu unterlassen. Die Polizei geht davon aus, dass sich die weit überwiegende Mehrheit der Menschen im Landkreis Waldeck-Frankenberg ihrer Verantwortung in der momentanen Situation bewusst ist. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass nur wenige Menschen unbelehrbar waren und daher Polizei oder Ordnungsämter lediglich in vereinzelten Fällen gegen rücksichtslose Personen Ordnungswidrigkeiten- und Strafverfahren einleiten mussten. (ots/r)

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