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KORBACH. In diesen Herbsttagen finden üblicherweise Alarmübungen der Freiwilligen Feuerwehren statt, um den Ausbildungsstand vor den Wintermonaten nochmals zu definieren. Wie macht man dies, wenn der Ausbildungsbetrieb mit Blick auf die Systemrelevanz noch immer coronabedingt eingeschränkt ist und eine einheitsübergreifende Ausbildung vermieden werden muss?

Die Verantwortlichen der Feuerwehren der Großgemeinde Korbach haben dazu eine Lösung erarbeitet und erfolgreich in die Tat umgesetzt. "Begreifen wir die Krise einfach als Chance und nutzen unsere Möglichkeiten", das war die Devise der Korbacher Stadtbrandinspektoren. Erst kürzlich wurde eine neue Führungskomponente, die sog. Örtliche Technische Einsatzleitung (ÖTEL), einsatzbereit gemeldet. Diese Einheit sollte in das Übungsgeschehen ebenfalls integriert werden.

Schnell war der Gedanke gefasst: die Simulation einer größeren Schadenslage, die zum einen von der ÖTEL zentral geführt werden kann, zum anderen aber auch zulässt, dass jede Wehr autark nur in ihrem Ortsteil arbeiten kann. Die Führungskräfte der Wehren wurden in die Planung mit einbezogen, sodass auch die örtlichen Voraussetzungen und Besonderheiten berücksichtigt werden konnten. Schlussendlich ergaben sich zwei Übungseinheiten mit jeweils sieben beteiligten Ortsteilswehren, die am Montag- und Dienstagabend in Form von Alarmübungen zur Durchführung gelangten. An beiden Abenden waren jeweils 14 verschiedene Einsatzszenarien abzuarbeiten. Den Auftakt machte jeweils die Alarmierung der ÖTEL, die in Korbach ebenfalls auf zwei Gruppen aufgeteilt ist. Das komplette digitale Lagezentrum im Stützpunkt konnte in weniger als 15 Minuten aufgebaut und einsatzbereit gemeldet werden.

Im zweiten Schritt wurden die jeweils beteiligten sieben Ortsteilswehren alarmiert und in Bereitschaft versetzt. Nach Eingang der simulierten Notrufe koordinierte die ÖTEL die Arbeit aller sieben Wehren zeitgleich. Dies war eine besondere Herausforderung und erforderte  bei der Kommunikation im Funkverkehr ein großes Maß an Disziplin und Können. Besonderes Fachwissen war auch bei den Wehren vor Ort gefragt. Die insgesamt 28 Einsatzszenarien waren sehr breit gestreut: umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und brennende Immobilien mit eingeschlossenen Personen waren ebenso dabei wie technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, bei Arbeitsunfällen oder auch die Vermisstensuche in Waldgebieten.

Insbesondere bei den Brandszenarien kamen auch zahlreiche Atemschutzgeräteträger zum Einsatz. Nach Abschluss der Übungen konnte ein überaus positives Fazit gezogen werden. Die Stadtbrandinspektoren Carsten Vahland, Sascha Franken und Arno Zenke lobten das Engagement der eingesetzten Kräfte. "Unter den besonderen Bedingungen der Pandemie haben wir gemeinsam einen Weg gefunden, die Ausbildung weiter voranzutreiben. Das neue Übungskonzept ist zwar aus der Krise geboren, wird aber unsere künftige Arbeit sicher weiter begleiten".

Neben den Ausbildungseinheiten für die 14 Ortsteilswehren arbeitet auch die Kernstadtwehr seit vielen Wochen auf der Grundlage eines speziell ausgearbeiteten Ausbildungskonzeptes. Die Größe der Wehr macht eine Ausbildung in Kleingruppen erforderlich, um die notwendigen Nahkontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren. "Wir zollen dem Führungs- und Ausbildungsteam der Kernstadtwehr ganz großen Respekt. Durch die Ausbildung in Kleingruppen hat sich der zeitliche Aufwand vervierfacht. Eine herausragende Leistung, die das besondere Engagement deutlich macht", loben die Stadtbrandinspektoren.

Besondere Alarmübungen sind aufgrund der höheren Einsatzzahlen in der Kernstadt nicht zwingend notwendig. Im laufenden Jahr stehen schon über 150 Einsätze in der Statistik der gesamten Großgemeinde. "In diesem besonderen Zeiten leisten die Feuerwehren tatsächlich etwas Besonderes" macht Stadtbrandinspektor Carsten Vahland deutlich. "Für mich ist immer ganz besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese Arbeit in unserer Region komplett ehrenamtlich abgeleistet wird". Am Feuerwehrdienst Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen. 

Link: Freiwillige Feuerwehr Korbach

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ESSENTHO. Zu einem Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen wurden Ende Oktober die vier Löschgruppen des Brandschutzbezirks Nord alarmiert. Nahe Essentho war es zu einem Verkehrsunfall gekommen, näheres noch unklar - über das automatische Notrufsystem eCall war die Unfallmeldung bei der Leitstelle eingegangen.

Aber schon auf der Anfahrt zeigte sich den Einsatzkräften der zuerst alarmierten Löschgruppe Essentho: Zwei Fahrzeuge waren beteiligt, mit mehreren Verletzten war zu rechnen – weitere Rettungskräfte wurden zügig nachgefordert. Mit diesem Szenario wurden die vier Löschgruppen aus Essentho, Meerhof, Oesdorf und Westheim auf ihrer diesjährigen gemeinsamen Zugübung konfrontiert.

Die Essenthoer Kameraden Tim Heiße und Philipp Gutzeit hatten gemeinsam mit dem stellvertretenden Wehrleiter Michael Hüwel eine herausfordernde Einsatzlage geplant: An einer Kreuzung waren zwei Pkw kollidiert, woraufhin einer in den Straßengraben geriet, das andere Fahrzeug lag in etwa zwanzig Meter Entfernung auf der Seite. Insgesamt vier Personen waren in den Fahrzeugen eingeschlossen oder eingeklemmt und zeigten unterschiedliche Verletzungsmuster.

Eine fünfte Person, ein Kind, wurde aus einem der Fahrzeuge heraus geschleudert und lag einige Meter von diesem entfernt auf der Straße. Diese Übungslage erwies sich für die Einsatzkräfte aus mehreren Gründen als sehr fordernd. So hatten sie zu Übungsbeginn keinerlei Kenntnis über die Anzahl der Verletzten und auf Grund der zwei beteiligten Fahrzeuge waren mehrere Einsatzschwerpunkte zu setzen, die parallel abzuarbeiten waren. Die besondere Lage der beiden beteiligten Pkw erschwerte die Vornahme hydraulischer Rettungsgeräte und das Retten der Insassen aus ihren Fahrzeugen.

Unter der Leitung von Essenthos Löschgruppenführer Cyrill Stute konnten die etwa 50 teilnehmenden Einsatzkräfte diese Übungslage zügig und erfolgreich abarbeiten. Die Übungslage sah mehrere verletzte Personen vor. Im auf der Seite liegenden Pkw befanden sich noch zwei Insassen, eine bewusstlose und eine ansprechbare eingeklemmte Person, die über Kopf-, Nacken-, Rücken- und Beckenschmerzen klagte. Ein aus dem Fahrzeug geschleudertes Kind lag einige Meter entfernt auf der Straße und musste reanimiert werden.

Im anderen Fahrzeug befanden sich ebenfalls zwei Personen mit ähnlichen Verletzungsmustern. Aus den Fahrzeugen musste jeweils eine Person sofort, die andere schnell gerettet werden. Dazu wurden jeweils innere Retter durch das Heck ins Fahrzeug geschickt. Diese erkundeten nicht nur das Innere des Fahrzeugs, sondern übernahmen auch die Betreuung der ansprechbaren Verletzten. Unter Vornahme hydraulischer Rettungsgeräte konnten die Einsatzkräfte die ihnen gestellten Aufgaben erfolgreich bewältigen.

Gerade junge Einsatzkräfte, die noch nicht oft die Gelegenheit hatten, mit Schere und Spreizer zu arbeiten, nutzten diese Gelegenheit und konnten ihr Können unter Beweis stellen. Nach knappen anderthalb Stunden konnte die Übungsleitung die Übung beenden und ein positives Fazit ziehen. In einer kurzen Nachbesprechung ließen alle Führungskräfte den Übungsablauf noch einmal Revue passieren und Anregungen für künftige Einsätze wurden ausgetauscht.

Der Löschzug Marsberg unterstützte die Übung mit der Besatzung des ELW und der Simulation der Leitstelle. Nicht nur die Einsatzmaßnahmen vor Ort mussten realitätsnah geübt werden, auch die im Einsatz notwendige Kommunikation mit ELW und Leitstelle wurde in den Übungsablauf eingebunden. Mit einem kleinen Imbiss am Gerätehaus in Essentho ließen die beteiligten Kameradinnen und Kameraden aus dem Brandschutzbezirk Nord diesen gemeinsamen Übungsabend dann ausklingen.

Besonderer Dank gilt den zwei Verletztendarstellern der Jugendfeuerwehrgruppe Essentho, die ihre Aufgabe sehr gut und der Lage entsprechend erfüllen konnten. (Feuerwehr Marsberg)

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Sonntag, 13 Oktober 2019 21:57

Großübung der Feuerwehr an Bottendorfer Schule

BOTTENDORF. Eine Großübung absolvierten die Wehren der Gemeinde Burgwald am Samstag in Bottendorf. Dort brannte angeblich eine Schule, elf Personen wurden vermisst.

Um 16.30 Uhr rückten alle Wehren der Gemeinde Burgwald aus. Schnell wurde eine Wasserversorgung aufgebaut, Entnahmestelle waren hierfür drei Hydranten. Insgesamt 13 C-Rohre wurden zur Brandbekämpfung vorgenommen.

Die vermissten Personen, Schüler und Lehrer, wurden alle unter Atemschutz gerettet. Geplant wurde die Übung von Wehrführer Tobias Schneider aus Bottendorf in Abstimmung mit den Gemeindebrandinspektoren. Ziel war es, die Wasserversorgung zu testen und die jährliche Einsatzübung für die Atemschutzgeräteträger absolvieren zu lassen.

An der Übung nahmen insgesamt 51 Einsatzkräfte teil. Im Großen und Ganzen war Gemeindebrandinspektor Francisco Ayora Escandell mit dem Ergebnis zufrieden. Eine Stunde später war die Übung auch schon vorbei, zur Nachbesprechung trafen sich die Freiwilligen bei einem kleinen Umtrunk am Gerätehaus der Feuerwehr Bottendorf.

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Dienstag, 11 Juni 2019 18:03

Pfingstübung in Girkhausen

GIRKHAUSEN. Pfingstmontag, morgens um acht Uhr - die Sirenen heulen im ganzen Ort. Zum Glück kein Ernstfall. Viele der Bewohner in Girkhausen wissen, dass die traditionelle Pfingstübung der Feuerwehr stattfindet. Feuerwehren aus dem Altkreis Wittgenstein und dem benachbarten Hochsauerlandkreis üben dort einmal jährlich für den Ernstfall.

Um acht Uhr begann die Übung. Die Feuerwehren, die teilgenommen haben, waren um kurz vor dem Beginn alle bereits rund um Girkhausen verteilt und rückten von ihren Bereitstellungsräumen zu den Einsatzszenarien aus. Bei der Übung beteiligt waren die Einheiten aus Girkhausen, Schüllar-Wemlighausen, Berghausen, Raumland, Dotzlar, Weidenhausen, Hemschlar, Aue-Wingeshausen, Bad Laasphe, Langewiese, sowie Züschen mit 105 Einsatzkräften. Mitglieder der Jugendfeuerwehr konnten sich als Verletztendarsteller in das Geschehen mit einbringen. Im ganzen Ort verteilt wurden verschiedene, individuelle Szenarien geprobt. Es kam zu einem Brand in einer Sägehalle mit Brandausbreitung in eine weitere Halle. Für die Brandbekämpfung wurden zwei Wasserentnahmepunkte in der Odeborn errichtet, sowie mehrere hundert Meter Schlauchleitung gelegt. Zu dem Gebäudebrand wurde in der näheren Umgebung noch das Löschen von Flächenbränden geübt. Zudem wurden zwei technische Hilfeleistungen mit Personenrettung abgearbeitet.

Nach rund einer Stunde konnten die Feuerwehren die Übung beenden. Gegen 10:30 Uhr fand der Feldgottesdienst an der Schützenhalle statt mit anschließendem Frühshoppenkonzert und Eintopfessen.

Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an die Firma Holz-Harth, die das Sägewerk, sowie eine Fahrzeughalle für die Übung bereitgestellt hat. (Quelle: U. Wahle/112-Magazin)

 

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Dienstag, 07 Mai 2019 10:02

Übung: Brand in Adorfer Kindertagesstätte

DIEMELSEE-ADORF. Der Feueralarm erklingt, alle Kinder verlassen mit ihren Erzieherinnen die Kindertagestätte im Tulpenweg in Adorf auf dem schnellsten Weg. Schon kurz danach ertönt das Martinshorn. Die Feuerwehr ist unterwegs und trifft nach kurzer Zeit am Einsatzort ein. Rauch dringt sichtbar aus dem Gebäude. Was nach einer gefährlichen Situation klingt, war zum Glück kein Ernstfall. Unter Vorbereitung der Kindergartenleitung und der Feuerwehr Adorf wurde eine Räumungsübung absolviert.

Ein Kamerad der Feuerwehr brachte während des laufenden Betriebs eine Nebelmaschine in einem Nebenraum im Obergeschoss in Stellung. Als die Nebelmaschine entsprechend Rauch produziert hatte, lösten planmäßig alle Rauchmelder im Gebäude aus und gaben Alarm.

Absolut vorbildlich und ruhig brachten die Erzieher, die von der Übung nichts wussten, alle Kinder an einen definierten Sammelplatz im Außenbereich. Bei der Erkundung einer Mitarbeiterin im Gebäude, stellte diese eine tatsächliche Rauchentwicklung fest und setzte über die Telefonnummer 112 den Notruf ab. Daraufhin alarmierte die Leitstelle umgehend die Feuerwehr.

Da die Kameradinnen und Kameraden im Vorfeld über die Übung informiert worden waren, rückten diese mit 17 Einsatzkräften und drei Fahrzeugen in den Tulpenweg aus. Unter genauer Beobachtung der Kinder wurde von der Feuerwehr umgehend ein Löschangriff im Inneren des Gebäudes und im Außenbereich vorbereitet. Des Weiteren wurden eine Steckleiter und ein Lüfter in Stellung gebracht.

Der Trupp im Innenangriff rettete zusätzlich eine Person, simuliert durch eine Puppe, aus dem Gebäude. Nach rund 30 Minuten wurde die Übung beendet und die Kinder hatten Gelegenheit die Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstung aus nächster Nähe zu betrachten. Zum Abschluss konnte von allen Beteiligten ein positives Fazit gezogen werden. Aus Sicht der Feuerwehr ist besonders die Räumung und der spätere Nachweis über die Anwesenheit aller Kinder als positiv zu bewerten.

Weitere Informationen zur Feuerwehr Diemelsee finden Sie hier!

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Mittwoch, 28 November 2018 08:50

Marsberger Löschgruppen üben in Einfamilienhaus

GIERSHAGEN. Einen besonderen Übungsnachmittag absolvierten insgesamt 16 Einsatzkräfte aus den Löschgruppen Giershagen, Borntosten und Leitmar am dritten November-Wochenende: Unter der Leitung von Ralph Pohle von der Löschgruppe Giershagen übten die Wehrleute mehrere Einsatzlagen in einem Einfamilienhaus.

Durch den Einsatz einer Nebelmaschine und der Hilfe zweier Darsteller aus den Reihen der Jugendfeuerwehr, konnten unterschiedliche Brandlagen in einem Einfamilienhaus realitätsnah geübt werden. Das Übungsobjekt wurde den Löschgruppen von seinem Eigentümer Sebastian Müller aus Giershagen dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

Die Übungen, die vom Giershagener Zugführer Ralph Pohle ausgearbeitet und vorbereitet wurden, richteten den Focus auf die Menschenrettung unter schwerem Atemschutz bei gleichzeitiger starker Verrauchung, mit der Feuerwehrleute bei Brandereignissen in Wohnhäusern oft konfrontiert sind. Die insgesamt vier Lagen sahen eine Menschenrettung unter Atemschutz aus dem Erd- und Obergeschoss vor.

Durch eine Nebelmaschine wurde das Innere der Etagen verraucht, so dass die Einsatzkräfte quasi ohne Sicht zu den vermissten Personen vorgehen mussten. Dazu wurde, wie im Einsatzfall üblich, schwerer Atemschutz angelegt und die erforderliche Ausrüstung inklusive Strahlrohr ins Gebäudeinnere mitgeführt. Dabei zeigten sich die Vorteile des Einsatzes einer Wärmebildkamera, die das Aufspüren von Personen und Wärmequellen wesentlich erleichterte.

Die Kamera bekam Gebhard Frese von der Löschgruppe Borntosten vom Marsberger Krankenhaus zur Verfügung gestellt. Die Einsatzübungen richteten sich aber nicht nur auf das Auffinden vermisster Personen, auch auf deren Rettung: Unter Atemschutz mussten diese aus dem Gefahrenbereich ins Freie gezogen werden, einmal war sogar die Rettung auf einer Trage aus dem Obergeschoss nötig. Die Person, dargestellt durch eine Puppe, wurde mittels Trage und Steckleiter aus einem Fenster abgeseilt.

Eine andere Übungslage machte sowohl das Vorgehen über eine Steckleiter ins Obergeschoss auf der Gebäuderückseite als auch von vorn durch Haustür ins Treppenhaus notwendig, um Menschenrettung und Brandbekämpfung erfolgreich durchführen zu können.

Etwa drei Stunden lang übten die Einsatzkräfte unter Führung von Ralph Pohle aus Giershagen die vorbereiteten Einsatzlagen ab. Dabei funktionierte die Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzkräfte aus den drei Löschgruppen reibungslos. Im Anschluss ließen alle Beteiligten den Tag mit einem kleinen Imbiss im Feuerwehrgerätehaus in Giershagen ausklingen.

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MARSBERG. Unter dem Motto "Mehr Sicherheit im Einsatz" stand die Fortbildung der Atemschutzgeräteträger beim Löschzug Marsberg. Am Samstag trafen sich hierzu einige Feuerwehrfrauen und -männer sowie die Ausbilder am Feuerwehrgerätehaus in Marsberg.

Auf dem Plan standen Themen wie eine theoretische Unterweisung zur Überwachung der eingesetzten Kräfte, Verhalten in Notlagen und Unfallverhütungsvorschriften. In den praktischen Teilen wurden unter anderem Hindernisse aufgebaut um ein Gebäude mit mehreren Räumen zu simulieren. Hier galt es unter voller Ausrüstung und ohne etwas zu sehen, die Räume abzusuchen und eine vermisste Person zu finden und aus dem Gebäude zu bringen.

Bei einer weiteren Station wurde die Situation eines in Not geratenen Atemschutztrupps nachgestellt. Hier mussten die Teilnehmer einen bewusstlos gewordenen Feuerwehrmann unter Atemschutz mit seiner kompletten Ausrüstung aus dem Gebäude zu holen. Das richtige öffnen von Zimmertüren war ein weiterer Bestandteil der Fortbildung.

Den Teilnehmern wurden Einsatztaktiken gezeigt, wie man Türen richtig öffnet, hinter denen es brennt. Als letztes mussten die Teilnehmerunter Atemschutz die Drehleiter hochsteigen. Im ersten Obergeschoss mussten sie von der Drehleiter in ein Fenster übersteigen, was mit 25 Kilogramm Ausrüstung, einer eingeschränkten Sicht und eingeschränkter Bewegungsfreiheit eine Herausforderung darstellte.

Am Ende des Tages waren sich Ausbilder und Teilnehmer einig, dass es ein gelungener Samstag war. Viele Dinge die oft in der Theorie besprochen werden, konnten so auch praktisch geübt werden. Der Löschzug wird eine Fortbildung dieser Art im Frühjahr wiederholen.

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Sonntag, 14 Oktober 2018 13:17

Alarmübung der Feuerwehren der Gemeinde Haina

LÖHLBACH. Am 8. Oktober führten die Feuerwehren der Gemeinde Haina (Kloster) eine gemeinsame Alarmübung im Alten- und Pflegeheim "Löhlbacher Hof" in Löhlbach durch. Es wurde angenommen, dass nach einem größeren technischen Defekt im Bereich in der Haustechnik eine komplette Station auf Grund dieser Störung geräumt werden musste um die Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

Die Alarmierung erfolgte um 18.07 Uhr, die 7 Feuerwehren der Gemeinde Haina (Kloster) rückten mit 53 Kräften zur Einsatzstelle aus. Unter der Leitung des stellvertretenden Wehrführer Sven Hergl wurde die Zusammenarbeit aller Ortsteile geprobt. Nach der Bildung von verschieden Einsatzabschnitten und einer technischen Einsatzleitung mussten etwa 16 Bewohner (hierbei dargestellt durch die Mitglieder der Jugendfeuerwehren Löhlbach und Haina, denen ein besonderer Dank gilt) der Station in einen anderen unkritischen Bereich des Hauses verbracht werden.

Die Übungspatienten waren mit Patientenkarten versehen und mussten anhand dieser Daten patientengerecht gerettet werden. Gerade bei solchen Schadensereignissen ist die Feuerwehr auch auf die Mithilfe und Unterstützung des Pflegepersonals angewiesen, mit deren Hintergrundwissen und fachlichen Informationen konnte so jeder Patient auf die ihm angepasste Weise transportiert und betreut werden.

Nach rund 90 Minuten waren dann alle 16 Patienten in einen unkritischen Bereich verbracht worden. Die Heimleitung und auch die Feuerwehr konnte aus den gewonnen Erkenntnissen ein positives Resümee ziehen. Gegen 20 Uhr trafen sich dann nochmal alle Beteiligten zu einer Nachbesprechung im Feuerwehrhaus in Löhlbach.

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WILLINGEN. Samstagmorgen, kurz nach acht. Im hessischen Egelsbach, unweit von Darmstadt geht ein Anruf ein: Auf dem Ettelsberg in Willingen im Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt eine verletzte Person. Ein Rettungswagen kann die entlegene Einsatzstelle nicht erreichen. Die ehrenamtlichen Helfer der hessischen Bergwacht vor Ort brauchen dringend Unterstützung.

Wenige Minuten später läuft eine Maschinerie an, von der sich Laien gar keine Vorstellung machen können – oftmals auch deshalb nicht, weil dieses System gar nicht bekannt ist.

Klaus Boida, Polizeibeamter bei der hessischen Polizei ist Hubschrauberpilot. Er fliegt zusammen mit seinen Kollegen einen von drei Polizeihubschraubern des Typs „EC 145“, die bei der hessischen Polizeifliegerstaffel auf dem Flugplatz in Egelsbach stationiert sind. Nach einem kurzen Check des Weges und des Wetters sitzen Boida und seine Kollegen im hochmodernen Eurocopter und starten die Turbinen des Hubschraubers. Sodann hebt die Maschine vom Landeplatz ab und nimmt Kurs in Richtung Willingen. Ein Mensch braucht dringend Hilfe. Das ist die wichtige Mission der Besatzung. Am Hubschrauber, der auf den Funkrufnamen „Ibis 1“ hört, ist eine Rettungswinde angebracht. Mit der können die Polizeibeamten nicht nur Bergwachtler zum Verletzten abseilen, sondern auch den Verletzten mit an Bord nehmen und an einen geeigneten Platz fliegen, nachdem er medizinisch versorgt wurde.

Vorbei geht es an der Mainmetropole Frankfurt, schon kurze Zeit später an den Universitätsstädten Gießen und Marburg und schließlich erfolgt nach kurzem Flug die Landung im Wintersportort Willingen. Im Ernstfall würde nach einer kurzen Lageeinweisung ein Luftretter der Bergwacht Hessen an einem vorher festgelegten Treffpunkt aufgenommen und an der Unfallstelle abgeseilt.

Training rund um den Ettelsberg

Am Samstag war es eine realitätsnahe Übung – kein Ernstfall. Dennoch aber gingen Bergwachtler und Polizeipiloten nicht weniger professionell vor: „Wir machen das dieses Jahr zum ersten Mal in einem Szenariotraining“, erklärt Klaus Boida, Leiter der Schulung bei der Polizeifliegerstaffel Hessen. In den letzten Jahren, so Boida weiter, habe man „nur“ die Winchvorgänge von der Winde aus durchgeführt. In diesem Jahr war es so organisiert, dass die Bergwacht und die Fliegerstaffel regulär nach Willingen alarmiert wurden. Hoch oben auf dem Kyrillpfad am Ettelsberg liegt ein verletzter Spaziergänger – mit dem Rettungswagen nicht erreichbar. Die Bergwachtler, die aus ganz Hessen an der Übung teilnehmen, sind in der Erstversorgung von Notfallpatienten ausgebildet. Elegant, schnell und zugleich hochkonzentriert fliegen die Polizeibeamten mit einem Bergwachtteam zur fiktiven Unfallstelle. Sie müssen aufpassen, dass ihnen der starke Wind an diesem Morgen, die vielen Passanten unweit der Landestelle, die rasanten Radfahrer, die unweit des Hubschraubers ins Tal brettern, oder die Stahlseile der Gondelbahn nicht zum Verhängnis werden. Die Piloten müssen ihre Augen nun überall haben – am Boden und im Luftraum. Nach dem Startvorgang nimmt der Hubschrauber Kurs auf die Einsatzstelle, die nach wenigen Minuten erreicht ist. Jetzt macht sich einer der Polizeibeamten im Hinteren der Maschine startklar: Er muss nun die beiden Bergwachtler samt Material zum Verletzten abseilen und in ständigem Kontakt zu den Piloten im Cockpit stehen. Denn sie sehen nicht, was unterhalb des Hubschraubers geschieht. Sie müssen sich auf die Anweisungen ihres Kollegen verlassen, der wiederum mit den Bergwachtlern unten am Seil in Funkkontakt steht. Baumwipfel, dünne Leitungen, Äste oder Strommasten – all das müssen sie beim Abseilen ganz besonders im Auge behalten.

Präzision im Cockpit, an der Winde und beim Patienten

Mit einer Seelenruhe, als hätten alle nie etwas anderes getan, läuft der Einsatz ab. Die Männer im Cockpit halten ihren Hubschrauber trotz starker Winde ruhig, wie eine Eins. Der Mann an der Winde arbeitet präzise und die Helfer der Bergwacht machen Angaben auf den Zenitmeter genau. So ist der Patient in kürzester Zeit erreicht. Die Bergretter klinken sich aus, die Winde fährt ein und der Hubschrauber dreht vorerst ab. Entweder zu einem Zwischenlandeplatz, oder er verweilt in der Nähe in der Luft, bis die Bergretter den Verletzten versorgt und transportfähig gemacht haben. Die Sicherung der Vitalfunktionen, also Bewusstsein, Atmung und Kreislauftätigkeit stehen dabei an erster Stelle. Gegebenenfalls müssen bedrohliche Blutungen rasch gestillt, Infusionen zum Volumenausgleich gegeben, oder lebenswichtige Medikamente verabreicht werden. Alles in unwegsamem Gelände und nicht zuletzt auch unter Zeitdruck. Nach der Erstversorgung wird der Verletzte in einem Bergesack eingepackt. Darin kann er liegend zum Hubschrauber aufgeseilt werden – der Bergretter stets an seiner Seite. Auf der Kufe stehend und am Stahlseil fixiert geht es sodann schnell und schonend ins Tal. An der Talstation des Ettelsberg geht Pilot Klaus Boida in den Schwebeflug und hovert mit seiner Maschine wenige Meter über dem kahl gedroschenen Getreidefeld. Der Patient und die Bergretter werden im Feld abgestellt und der Hubschrauber nimmt erneut Kurs nach oben, um weitere Bergretter zurück zum Startpunkt zu bringen. Für den Patienten im Bergesack endet die Übung an dieser Stelle.

Viele Male haben die unterschiedlichen Besatzungen von Donnerstag bis Sonntag diese Verfahren in Willingen trainiert, damit im Ernstfall alles klappt, wenn den ehrenamtlichen Bergwachthelfern und den Polizeipiloten Menschenleben in extrem unwegsamem Gelände anvertraut werden.

Regelmäßiges Training

„Jedes Jahr müssen diese Verfahren trainiert werden“, erklärt Klaus Boida. Nur die Mitglieder der hessischen Bergwacht und das Höhenrettungsteam der Berufsfeuerwehr Wiesbaden dürfen mit den erfahrenen Piloten in die Luft gehen. Um dafür fit zu sein, wird auch im Hochgebirge trainiert: „Dieses Jahr waren wir mit den Kollegen der hessischen Polizei auf der Reiteralm“, erzählt Gerd Windhausen. Er ist einer von 12 ausgebildeten Luftrettern bei der Bergwacht im Landkreis Waldeck-Frankenberg, die in Willingen und Bad Wildungen ihre Standorte hat. Er erklärt, dass in ganz Hessen im Jahr durchschnittlich zu etwa fünf Windeneinsätzen mit Hubschrauber und Bergwacht kommt. „Der Hubschrauber wird angefordert und es wird ein Treffpunkt ausgemacht, an dem ein Luftretter der Bergwacht aufgenommen wird“, erklärt er. Nicht nur mit der Polizeifliegerstaffel Hessen üben die hessischen Bergretter: „Die Bundespolizei aus Fuldatal bei Kassel trainiert ebenfalls mit uns“, berichtet Gerd Windhausen.

Am Samstagnachmittag sind die Trainingsflüge am Kyrillpfad, der Skisprungschanze und an de Seilbahn gegenüber dem Ettelsberg beendet. Bestaunt von vielen Touristen an der Seilbar, den angrenzenden Wanderwegen und dem Fahrradparcours. Ob sie wissen, dass der Hubschrauber, seine Besatzungen und die Bergwachtler ihretwegen trainiert haben? Sie können sich jedenfalls sicher sein, dass im Falle eine Falles alles getan wird, um ihr Leben am Berg zu retten und dass mit der Bergwacht Hessen und der hessischen Polizeifliegerstaffel professionelle Spezialisten und nicht zuletzt auch ganz tolle Menschen zum Einsatz kommen.


Publiziert in Retter
Sonntag, 02 September 2018 12:19

Anfangs mit dem Traktor zum Brandeinsatz

RINTHE. Ein Feuerwehreinsatz mit Traktor und Tragkraftspritzenanhänger – was man sich heute kaum mehr vorstellen kann, war vor 36 Jahren in Rinthe noch Realität. Damals war die Löschgruppe immerhin schon 24 Jahre alt. Was viele Ehrenamtliche wohl abgeschreckt oder frustriert hätte, hat die Kameraden der Rinther Feuerwehr trotzdem bei der Stange gehalten – weil ihnen der Einsatz für Leib und Leben und Hab und Gut ihrer Mitmenschen stets eine Herzensangelegenheit war. Erst ab 1982 gab es das erste eigene Feuerwehrauto für die Löschgruppe – ein gebrauchtes Fahrzeug, das bis dahin in der Löschgruppe Elsoff seinen Dienst getan hatte. In 1990 wurde es ersetzt – wieder durch ein gebrauchtes Fahrzeug, das diesmal aus Dotzlar kam. Erst in 1998 gab es das erste neue Feuerwehrfahrzeug für die Kameraden in Rinthe. Vor 20 Jahren. Mit diesem Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser sind die Kameraden heute immer noch im Einsatz.

Am Samstagnachmittag, da haben die aktiven Kameraden der Wehr der Bevölkerung ihr Können gezeigt. Da war das 20 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser auch im Einsatz. Dass es bereits zwei Jahrzehnte Dienst tut, sieht man dem Wagen nicht an. Liebevoll pflegen und behandeln die Kameraden ihr so wichtiges Arbeitsgerät. Anlass der Übung am Sägewerk war der 60. Geburtstag der Rinther Löschgruppe. Im Jahr 1958 hatten der damalige Bürgermeister Ernst Böhl und sein Stellvertreter Emil Homrighausen zur Gründungsversammlung eingeladen. Damals nahmen 12 Kameraden die Einladung an und etablierten in dem kleinen Dörfchen die Feuerwehr.

Mit der Einsatzübung und einem Kartoffelbraten feierte die Löschgruppe am Samstag ihr 60-jähriges Bestehen.

Die Löschgruppe Schameder, die Löschgruppe Weidenhausen, die Löschgruppe Berghausen, die Löschgruppe Raumland, die Löschgruppe Hemschlar, ein Vertreter der Feuerwehrleitung, und natürlich die Bevölkerung – sie alle waren der Einladung ihrer Freunde und Kameraden um Christian Müsse, Holger Dörnbach, und Kevin Böhl, die in Rinthe die Löschgruppenführung bilden und der gesamten Löschgruppe gefolgt, um zu sehen, was sie sich zum Geburtstag hatten einfallen lassen. Ein Szenario, wie es jeden Tag vorkommen kann: In einem Sägewerk gerät ein Stapler in der Ausstellungshalle in Brand, drei Mitarbeiter versuchen noch, den Stapler zu löschen – ohne Erfolg. Sie alle werden später im Brandrauch vermisst und die Flammen, die im Sägewerk reichlich Nahrung finden, drohen, auf die Produktionshalle überzugreifen.

Wenige Minuten nach der Notrufmeldung um 15.45 Uhr sind die Kameraden aus Rinthe als erstes an der Einsatzstelle. Sie rüsten sich binnen kürzester Zeit mit Atemschutz aus, beginnen bereits mit dem ersten Löschangriff. Im Minutentakt treffen nun weitere Kräfte der benachbarten Löschgruppen aus dem Zug 5 ein, dem auch die Kameraden aus Rinthe angehören. Zusätzlich helfen die Kameraden aus Schameder aus. Die Aufgaben sind für alle klar. Jeder weiß, was zu tun ist. Es werden sowohl im Aussen- als auch im Innenangriff weitere Löscharbeiten von unterschiedlichen Stellen aus durchgeführt, Rettungstrupps retten unter schwerem Atemschutz die vermissten Mitarbeiter und später auch einen beim Einsatz verletzten Atemschutzgeräteträger aus den eigenen Reihen. Andere bauen eine Wasserversorgung einige hundert Meter oberhalb der Einsatzstelle auf, und wieder andere achten mit der Atemschutzsammelstelle darauf, dass niemand zu lange unter Atemschutz im Einsatz arbeit. Die Arbeit unter der Maske und mit der Atemluftflasche auf dem Rücken verlangt dem Körper alles ab und ist sehr anstrengend und Kräfte raubend. Schon nach kurzer Zeit wird den Betrachtern klar, dass die Feuerwehr hier ein Abbrennen des Sägewerkes effektiv verhindert und den Betrieb gerettet hätte. Sie alle haben bewiesen, dass sie es verstehen, im Team zusammen zu arbeiten und auch in Extremsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Kameraden der Feuerwehr Rinthe müssen sich wahrlich nicht verstecken hinter ihren Leistungen und die Bevölkerung kann stolz sein, eine solche Institution seit 60 Jahren im Dorf zu haben. Nicht zuletzt auch ein Verdienst von Ehrenlöschgruppenführer Willi Böhl, der die Löschgruppe für ca. 17 Jahre in eine gute Zukunft geführt hat.      

Publiziert in SI Feuerwehr
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