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Verfolgungsfahrt endet auf Heuballen bei Röddenau: Drei 16-Jährige bleiben unverletzt

Donnerstag, 08 April 2021 09:13 geschrieben von
Eine Verfolgungsfahrt endete am Dienstag auf einem Feld bei Röddenau. Eine Verfolgungsfahrt endete am Dienstag auf einem Feld bei Röddenau. Fotos: 112-magazin.de

FRANKENBERG/RÖDDENAU. Gegen 16.30 Uhr meldete sich am Dienstagnachmittag eine Verkehrsteilnehmerin bei der Polizeistation in Frankenberg. Die Frau sagte den Beamten, dass sie auf Höhe Laisa einen Opel Corsa mit verdreckten und vermutlich ungestempelten Kennzeichen gesehen habe. Eine Funkstreife positionierte sich daraufhin umgehend an der Bundesstraße 253 und wartete auf das in Richtung Frankenberg fahrende Fahrzeug.

Kurze Zeit später konnte das Fahrzeug dann ausfindig gemacht werden - die Streife setzte sich hinter den Opel und gab erste Anhaltesignale. Unbeeindruckt bog der Fahrer von der Bundesstraße auf die Battenberger Straße in Richtung Röddenau ab und beschleunigte das Fahrzeug weiter auf etwa 120 km/h, ohne auf Blaulicht und Martinshorn zu reagieren. Um den Fahrer nicht unnötig unter Druck zu setzen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, fuhren die Beamten nicht zu nah auf das flüchtende Fahrzeug auf.

Die Polizisten verfolgten den Opel durch die Ortslage Röddenau über die Mühlenstraße und die Straße "Am Niederfeld" zurück auf die Frankenberger Straße. Von dieser bog das Fahrzeug nach rechts auf die Landesstraße 3073 in Richtung des dortigen Kreisverkehrs ab und überholte daraufhin in gefährdender Weise mehrere Verkehrsteilnehmer - ein Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug konnte nur knapp vermieden werden. Bei dem entsprechenden Ausweichmanöver verlor der Fahrer die Kontrolle über den Corsa. Das Fahrzeug geriet nach rechts von der Fahrbahn ab, durchfuhr einen Flutgraben, überfuhr einen Stapel Holzbalken und flog daraufhin fast zehn Meter durch die Luft - die Fahrt endete schließlich auf mehreren Siloballen im angrenzenden Feld.

Daraufhin stieg der Fahrzeugführer aus und flüchtete fußläufig in Richtung Röddenau - ein Beamter nahm direkt die Verfolgung auf. Ein weiterer Beamter hörte kurz darauf Rufe von zwei Mädchen aus dem Corsa - die beiden waren, ebenso wie der Fahrer, glücklicherweise unverletzt. Schlussendlich konnte auch der Fahrer vom verfolgenden Polizisten gefasst werden.

Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass die drei Personen aus dem Corsa erst 16 Jahre alt sind - nach einem Führerschein mussten die Beamten folglich nicht fragen. Außerdem fanden die Polizisten bei der Kontrolle des Fahrzeugs Betäubungsmittel. Die Ermittlungen zur Herkunft des Autos und der Kennzeichen laufen noch. 

Abgeschleppt wurde der Unfallwagen vom Abschleppdienst AVAS aus Frankenberg, die Frankenberger Beamten schätzen den daran entstandenen Sachschaden auf etwa 1000 Euro.

Letzte Änderung am Freitag, 09 April 2021 09:43

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