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SIEGEN. Eine 75-jährige Siegener Seniorin wurde Opfer hinterhältiger Telefonbetrüger, die sich als falsche Microsoft-Mitarbeiter ausgaben und die Konten der Seniorin um über 11.000 Euro erleichterten.  

Zur Mittagszeit hatte die Seniorin auf ihrem Festnetztelefon einen Anruf von einem vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter namens "Steve Johnson" erhalten, der vorgab, dass der Rechner der 75-Jährigen "gehackt" worden sei und sie nun entsprechende Arbeiten zur Bereinigung des Problems durchführen müsse. Die Kommunikation fand in englischer Sprache statt, der Anrufer hatte einen indischen Akzent.  

Durch die Mitwirkung der Siegenerin wurde der falsche Microsoft-Mitarbeiter dann für den direkten Zugriff auf den Computer und auch das Smartphone der älteren Dame freigeschaltet. Die mit der ganzen Situation letztlich überforderte 75-Jährige sah alsdann ständig nur noch aufleuchtende Buttons, die sie dann mit "Okay" o.ä. anklickte. Dann wurden Dateien der Seniorin geöffnet und sie sah überall Malware und rotes Aufleuchten. Und da angeblich auch die Firewall-Lizenz der Seniorin abgelaufen sei, bot "Mr. Johnson" der Siegenerin noch verschiedene Verträge an, deren Abrechnung via Kreditkarte erfolgen sollte.

Letztlich wurden die Konten der Siegenerin so um über 11.000 Euro erleichtert. Das für Betrugsdelikte Siegener Kriminalkommissariat 2 warnt deshalb erneut vor diesen perfiden Telefonbetrügern. Die Anrufer suggerieren ihrem jeweiligen Opfer meist in englischer Sprache mit deutlichem asiatischem Akzent, dass Microsoft einen angeblichen Viren- bzw. Trojanerbefall auf dem genutzten Computer festgestellt habe. Entsprechende Meldungen - so erläutert der hinterhältige Anrufer dann weiter - seien mehrfach beim Microsoft Support eingegangen und man wolle dem Nutzer nun helfen, diese Infektion zu beseitigen.

Tatsächlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass der oder die Täter bereits zuvor eine Schadsoftware auf dem betroffenen Computer installiert haben und der Nutzer tatsächlich Performance-Probleme mit seinem Rechner hat. Während des Telefonates wird das Opfer nun aufgefordert, diverse Einstellungen im Betriebssystem vorzunehmen, bzw. bestimmte Letztlich wird für die angebliche Serviceleistung ein Geldbetrag gefordert, welcher in der Regel mittels einer Kreditkarte bezahlt wird. In diesem Zusammenhang gelangen die Täter auch noch an die Kreditkartendaten des Opfers.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass Microsoft nie unangemeldet oder unaufgefordert Support-Anrufe tätigt, um Computerprobleme zu beheben. Die Kriminalpolizei rät daher:  

  • Beenden Sie solche Telefonate umgehend!  
  • Sollten bereits Änderungen erfolgt sein, trennen sie umgehend die Internetverbindung und lassen Sie den Computer fachkundig auf mögliche Schadsoftware überprüfen!  
  • Nehmen Sie keine Zahlungen vor!
(ots/r)

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Publiziert in SI Polizei

KASSEL. In der vergangenen Woche kam es zu vier Angriffen mittels "Ransomware" auf Netzwerke von Firmen und Arztpraxen in Stadt und Landkreis Kassel.

In zwei Fällen öffneten Mitarbeiter eine angebliche Bewerbungsmail und starteten somit den Erpresservirus. In einem anderen Fall nutzte die Schadsoftware einen Fernwartungszugang, um das Computersystem zu infizieren. Ein größerer Schaden konnte zum Glück durch entsprechende Vorsorge der Unternehmen abgewendet werden. Unter anderem hatten sie fortlaufende Sicherungskopien ihrer Daten erstellt.

Abgesehen von einem mehrstündigen Arbeitsaufwand blieb das Ausmaß des Schadens gering und die Betroffenen vor dem Totalverlust ihrer Daten bewahrt. Finanzielle Zahlungen an die Erpresser leistete keines der vier erpressten Unternehmen.  

Die Ermittler des für Internetkriminalität zuständigen Zentralkommissariats 50 des Polizeipräsidiums Nordhessen raten zur Vorsicht beim Eingang von Bewerbungsmails oder Mails unbekannter Herkunft. Nach Möglichkeit sollten diese, bei unklarer Herkunft, auf einem nicht mit dem Firmennetz verbundenen PC geöffnet werden. Die Software der PC-Systeme sollte aktuell gehalten und Datensicherungen regelmäßig durchgeführt werden.  

Tipps der Polizei im Internet oder bei Facebook  

Auf der Website des Polizeipräsidiums Nordhessen unter http://k.polizei.hessen.de/385333904 oder in ihrem Facebookbeitrag zu diesem Thema unter https://www.facebook.com/PolizeiNordhessen/photos/a.378817879182530/615247315539584/?type=3&theater finden Sie weitere Informationen und Tipps zum Schutz vor Ransomware. (ots/r)

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