Erste Hilfe Training in Freienhagen

Donnerstag, 15. März 2012 12:08 geschrieben von  Migration

FREIENHAGEN. Wenige Handgriffe in wenigen Minuten können ausreichen, um Leben zu retten! Bei einem Erste- Hilfe Training, das Birte Walter vom TSV Freienhagen im Feuerwehrgerätehaus organisiert hatte, fand Dozent Erwin Richhardt von Anfang an den richtigen Ton. Er nahm seinen elf Zuhörern die Angst vor möglicherweise nicht ganz perfekten Erste-Hilfe-Maßnahmen. Vieles von dem, was mancher vor etlichen Jahren noch gelernt hatte, sei mittlerweile überholt, die Maßnahmen sind für den Ersthelfer einfacher und effektiver geworden, betonte der 44-Jährige Rettungsassistent, der seit 20 Jahren im Rettungsdienst arbeitet. Es käme weder darauf an, wie ein Verband optisch aussehe „das ist doch völlig egal“ auch sei es im Zweifelsfall unwichtig, ob bei der Wiederbelebung eventuell ein Knorpel im Rippenbereich brechen würde. „ Wichtig ist, dass das Herz schlägt und der Mensch am Leben bleibt “. Der Helm beim verunglückten Motorradfahrer müsse ab – er zeigte auch gleich, wie und was man dabei beachten müsse. Viele Menschen hätten Angst, etwas nicht richtig oder sich sogar strafbar zu machen. Sie fahren an der Unfallstelle vorbei oder ließen den Menschen einfach liegen, weil sie meinen, der Rettungsdienst kümmere sich schon um alles. „ Wenn aber die Erste Hilfe nicht funktioniert, dann kann auch der Rettungsdienst nicht rechtzeitig am Notfallort sein und das ist schlecht für den Patienten“, sagte Richhardt.

Mit drastischen Beispielen appellierte er, sich stets den Zeitfaktor vor Augen zu halten. „ nach drei Minuten ohne Atmung werden bereits die ersten Hirnzellen zerstört“. Auch wenn der Rettungswagen nach erforderlichen zehn Minuten vor Ort sei, könne es bis dahin schon zu spät sein. „Ein Leben hängt an einem seiden Fadenn“. Zuerst solle man sich einen Überblick verschaffen und, bei mehren Beteiligten, sich dem zuwenden, der ohne Lebenszeichen da liegt. „A wie Atmung“ – darum muss sich immer zuerst gekümmert werden“. So könne man beim Absetzen des Notruf( 112) erste Informationen geben und Hilfestellungenn von der Leitstelle bekommen. Keine Angst solle man vor Fehlern haben. Gesetzlich sei das alles zugunsten des Ersthelfers geregelt. Sogar der neue Anzug würde ersetzt, falls man bei der Hilfe den eigenen ruiniere. Der einzige Fehler sei :Nichts machen – und das sei sogar strafbar! „Aber Eigenschutz geht immer vor“, erklärte Richhardt.
Richhardt, der neben seiner Tätigkeit bei promedica als Erste-Hilfe-Ausbilder mit eigenen Kursen hessenweit tätig ist, zeigte in vielen Beispielen die wichtigsten „wenigen Handgriffe zum Leben retten“ und ließ die Teilnehmer miteinander und an zwei Puppen üben. In mehren Filmen erfuhr die Gruppe anschaulich, was bei einem Herzinfarkt im Körper passiert. Ein anderer Film zeigte die Ignoranz vieler Autofahrer bei einem gespielten Unfall. „Das Opfer hätte vermutlich nicht überlebt“, sagte Richhardt. Verbände wurden geübt, Knochenbrüche behandelt und zum Schluss vorm Haus noch an zwei „Opfern“ realistische Situationen geprobt. Alle Beteiligten fühlten sich nach diesem Tag gut gerüstet und lobten Richhardt, mit seiner lockeren Art Ängste und Unsicherheit genommen zu haben.
Kontakt:

Erwin Richhardt: Erste Hilfe Kurse, Erste Hilfe Training, Lebensrettende Sofortmaßnahmen, Betriebshelfer Lehrgänge gem. der BG Richtlinien BGV A1, Erste Hilfe für Zielgruppen, Fortbildung in Zahnarzt- und Arztpraxen Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.erstehilfe-hessen.de Anmeldung unter 0152 24 36 25 11.

Die Rettungskette:
Für den Ersthelfer sind die ersten zwei Punkte wichtig:
Überblick verschaffen – bei Unfällen möglichst so parken, dass Platz für nachfolgende Rettungskräfte bleibt – Unfallstelle absichern -
prüfen, ob Mensch ansprechbar ist – die 112 anrufen – Sofortmaßnahmen beginnen:
Atmung überprüfen: Gefahr, dass die Zunge die Luftröhre verschließt und der Mensch erstickt, ist groß – Atmung kann durch Hören, fühlen und sehen überprüft werden - dazu
Kopf überstrecken – stabile Seitenlage - eventuell Wiederbelebung durch Herzmassage (Mund zu Mund Beatmung nicht mehr vorgeschrieben) Keine Angst vor so genannten Rippenbrüchen! Keine Angst vor den so genannten Defibrillatoren, die vermehrt an öffentlichen Plätzen hängen. Jeder kann die öffnen – alle Anweisungen werden dann vom Gerät gegeben.

Bei Blutungen versuchen, mit Hilfe möglichst steriler( oder zumindest sauberer) Verbände oder anderer Hilfsmittel( gebügeltes Tuch enthält kaum Bakterien) die Blutung zu stillen – eventuell Druckverband anlegen.
Lauwarmes Wasser hilft bei Verbrennungen, bei Tierbissen und bei Verätzungen des Auges.
Auf keinem Fall mit Hausmittelchen Verbrennungswunden behandeln – Infektionsgefahr groß.
Bei Schock zuerst Wunde versorgen, dann Beine hochlegen.

Immer gilt:
Bei dem Verletzten/ Kranken- bleiben, ihn mit einer Wäme- oder Isodecke ( bei Kälte die goldene Seite außen) schützen und ihm beruhigend zusprechen, bis der Rettungsdienst kommt.

Quelle: Blechschmid - Freienhagen

Zuletzt bearbeitet am Donnerstag, 15. März 2012 13:34
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