Lasst die Maikäfer leben

Donnerstag, 26. Januar 2012 09:24 geschrieben von  Migration
Naturschutz aktuell NABU-Pressedienst Hessen
19.01.2012

Kein Gifteinsatz gegen Maikäfer in Hanau

NABU Hessen begrüßt Entscheidung des Umweltministeriums

Wetzlar. Der NABU Hessen begrüßt den Entschluss des hessischen Umweltministeriums, die von Hessen-Forst geplante Maikäferbekämpfung bei Hanau mit einem Breitbandgift abzusagen. „Die Umweltministerin hat eine gute Entscheidung für den Erhalt der biologischen Vielfalt getroffen“, erklärte Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Es wäre unverantwortlich gewesen, im Wald ein gefährliches Gift einzusetzen, das wahllos alle Insekten tötet und andere Tiere nachhaltig schädigt.

Der Einsatz des Giftes hätte das gesamte Waldökosystem mit vielen bedrohten Tierarten wie Hirschkäfer und Schwarzspecht erheblich beeinträchtigt, so Eppler. Der NABU Hessen sei hoch erfreut darüber, dass Umweltministerin Lucia Puttrich den Mut und die Entschlossenheit aufgebracht habe, den unverantwortbaren Gifteinsatz zu unterbinden. Sie habe damit eine klare Entscheidung für den Erhalt der biologischen Vielfalt im hessischen Wald getroffen.

„Der schlechte Gesundheitszustand vieler Wälder in Maikäfer-Gebieten ist sowohl auf besondere standörtliche Bedingungen wie sandige Böden und geringe Sommerniederschläge als auch auf vom Menschen verursachte Veränderungen zurückzuführen“, betonte Eppler. An vielen Stellen führe die Wassergewinnung zu abgesenkten Grundwasserständen. Weitere Stressfaktoren des Waldes seien der Klimawandel mit trockeneren Sommern, Schadstoffe aus Verkehr und Landwirtschaft sowie die Zerschneidung der Wälder durch Verkehrstrassen und neue Siedlungs- und Gewerbegebiete.

Das führe dazu, dass sich die Wälder auflichteten und dem Maikäfer bessere Lebensbedingungen bereiteten. „Maikäfer sind aber nicht die Ursache für die Waldschäden, sondern ein Symptom“, so Eppler. Notwendig sei eine langfristige ökologisch ausgerichtete Waldstrategie, die den Anforderungen der nachhaltigen Entwicklung entspreche.

Eppler hofft nun, dass Gifteinsätze im hessischen Staatswald endgültig der Vergangenheit angehören und zukünftig auch im Privat- und Kommunalwald diese richtungweisende Entscheidung des Umweltministeriums nachhaltig Gehör findet.


Für Rückfragen:
Gerhard Eppler
Landesvorsitzender
Tel.: 0151-46163978

Maikäferpapier des NABU Hessen
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Zuletzt bearbeitet am Donnerstag, 26. Januar 2012 09:33
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