Wasser im Boot: Volle Jolle lässt Helferwelle schwappen

Montag, 18 Mai 2015 20:39 geschrieben von

SCHEID. Mehrere Passanten haben am Montagnachmittag den Notruf gewählt, weil sie eine voll Wasser gelaufene Segeljolle mit zwei Männern an Bord im Edersee treiben sahen. Die Anrufer wähnten die Personen in Not - daraufhin rückten mehrere Feuerwehren, der Korbacher Notarzt und die Besatzungen zweier Rettungswagen in Richtung Scheid aus. Die Wasserschutzpolizei brachte die beiden Rentner sicher an Land.

Wie Ralf Krause von der Wasserschutzpolizei auf Anfrage von 112-magazin.de erklärte, waren die beiden befreundeten Männer aus der Badestadt am Montagnachmittag mit einer Jolle der Marinekameradschaft Bad Wildungen auf dem Stausee unterwegs. Als das Boot von einer starken Windböe gedrückt wurde, lief die Jolle voll Wasser. Die Männer hätten wegen der starken Böen das Segel einholen müssen. Das Wasser habe das Boot zwar hinuntergedrückt, es sei aber nicht durchgekentert, sagte Krause. Weil die Batterien des Elektromotors vollständig mit Wasser in Berührung gekommen und dadurch nicht mehr funktionsfähig waren, lief laut Krause auch der Motor nicht mehr.

Die beiden Segler wurden daraufhin vom Wind in die Nieder-Werber Bucht in Richtung der Kreisstraße zwischen Nieder-Werbe und Scheid getrieben. Dort nahm die Wasserschutzpolizei die Rentner an Bord des Polizeibootes und brachte sich zurück nach Rehbach, wo die Marinekameradschaft ihren Sitz hat. Die Jolle, an der kein Schaden entstand, wurde vorübergehend an einem Baum am Ufer festgemacht.

Die Feuerwehren aus Nieder-Werbe, Waldeck und Sachsenhausen, die mit insgesamt 30 Kameraden unter der Leitung des stellvertretenden Waldecker Stadtbrandinspektors Bernd Schäfer zum Sammelpunkt am Campingplatz Bettenhagen ausrückten, brauchten nicht einzugreifen. Auch die Rettungskräfte von DRK und promedica sowie der Notarzt kehrten unverrichteter Dinge zu ihren Unterkünften zurück - die beiden Segler hatten den Vorfall unverletzt überstanden. "Sie waren mit dem Schrecken und bis zu den Knien nassen Hosen davongekommen", sagte Ralf Krause von der Wasserschutzpolizei. Dass der eigentlich harmlose Vorfall so hohe Wellen schlug, lag laut Krause auch daran, dass viele Fahrgäste des gerade vorbeifahrenden Passagierschiffes die Männer in hilfloser Lage wähnten und den Notruf abgesetzt hätten.

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Letzte Änderung am Montag, 18 Mai 2015 20:49

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