Einsatzflut in Winterberg: In Teamarbeit viele Menschen gerettet

Samstag, den 23. Februar 2019 um 20:33 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
An der Talstation des Slalomhangs gab es am Vormittag einen schweren Unfall. An der Talstation des Slalomhangs gab es am Vormittag einen schweren Unfall. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

WINTERBERG. Ein hohes Einsatzaufkommen gab es an diesem sonnigen Samstag für die Bergwacht, die Feuerwehr, den Rettungsdienst und die Luftrettung rund um Winterberg. Zigtausende Touristen hatten heute erneut den Weg auf die Skipisten gefunden – was nicht ohne Unfälle und medizinische Notfälle blieb.

13 Verletzte auf der Bobbahn - Verunglückter Skifahrer mit Drehleiter gerettet und mit Hubschrauber ins Krankenhaus

Bereits direkt am Morgen wurden Bergwacht und Rettungsdienst an die Bobbahn gerufen: Dort waren 13 Wintertouristen in einer Holzwand eingeschlagen und verletzt worden. Sie alle wurden vor Ort versorgt, teils auf privatem Wege und mit mehreren Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Nur kurze Zeit später gab es erneut Alarm für die ehrenamtlichen Helfer der Bergwacht. Diesmal wurden auch der Löschzug Winterberg und die ADAC Luftrettung aus Siegen zusätzlich zum Rettungsdienst des Hochsauerlandkreises alarmiert: Unterhalb des Slalomhanges an der Talstation unweit der Güninghauser Straße war es auf dem steil abschüssigen Skihang zu einem schweren Unfall gekommen. Ein junger Skifahrer hatte bei der Abfahrt die Kontrolle verloren, war von der Piste gefahren und ist dann in ein mehrere Meter tiefes Erdloch geflogen, wo er schwer verletzt liegen blieb. Für den Rettungsdienst zunächst nur schwer erreichbar und nahezu unmöglich schonend zu retten lag der Skifahrer im Erdkrater.

Hier kam die entscheidende Hilfe von der Feuerwehr: Mittels der Drehleiter gelang es den erfahrenen Rettern, den schwer verletzten Mann nicht nur schnell, sondern auch seinen Verletzungen entsprechend schonend zu retten. Dies alles in enger Zusammenarbeit mit der RTW Besatzung aus Winterberg und den Kameraden der Bergwacht, sowie der Besatzung des inzwischen direkt am Unfallort gelandeten Rettungshubschraubers „Christoph 25“. Gut, dass auch in der Bergwacht und in den Reihen der Feuerwehr Rettungsassistenten vertreten sind, die mit ihrem Wissen die Kollegen von Rettungsdienst und Luftrettung zusätzlich unterstützen konnten.

Nachdem der Patient gerettet worden war, wurde er im RTW für den Flug vorbereitet und dann in eine Siegener Klinik geflogen.

Intensivtransport durch die Luft

Kurze Zeit nach diesen Einsatz wurde am Krankenhaus in Winterberg ein Intensivtransporthubschrauber benötigt, um einen schwer kranken Patienten in eine Spezialklinik zu fliegen. Hier landete der Intensivtransporthubschrauber „Akkon Bochum“ am Krankenhaus und konnte nach wenigen Minuten mit dem dort bereits vorversorgten Patienten starten. „Akkon Bochum“ ist ein Intensivtransporthubschrauber der Johanniter Luftrettung und der Firma Rotorflug, der am Flugplatz Marl stationiert ist und 24 Stunden einsatzbereit ist. Noch während des Startvorganges in Winterberg landet nur wenige Kilometer wieder ein Rettungshubschrauber: Direkt in der Nähe der Bergrettungswache am Bremberg ist es zu einem Freizeitunfall gekommen. Bergwacht und RTW Besatzung haben einen Hubschrauber angefordert und „Christoph 25“ landet direkt auf einem von der Bergwacht eigens eingerichteten Landeplatz neben der Skipiste. Nach der Versorgung vor Ort startet der Hubschrauber mit dem Patienten in eine Klinik.

Noch während dieser Einsatz läuft, schlägt die Brandmeldeanlage eines Erlebnisparks am Waltenberg Alarm und ruft die Feuerwehr Winterberg ein weiteres Mal auf den Plan. Diesmal rücken auch die Kameraden aus Elkeringhausen mit aus. Glücklicherweise entpuppt sich der Alarm schnell als keine Schadenslage.

Notfall in Züschen

Parallel ist ein weiterer Hubschrauber auf dem Weg in den Hochsauerlandkreis: „Christoph Gießen“ von der Johanniter Luftrettung und der Firma Heliflight nimmt Kurs auf Züschen. Dort haben die Besatzungen von RTW und NEF der Wache Winterberg einen Patienten auf einem Campingplatz unterhalb des Skigebietes versorgt und für seinen Transport einen Hubschrauber angefordert. Die Maschine vom Typ Dauphin landet nur Minuten später auf einer Wiese unweit des Züschener Ortsausganges in unmittelbarer Nähe des Notfallortes. Auch hier wird der Patient nach der Versorgung schnellstmöglich in ein Krankenhaus geflogen.

Mein Kollege Ulrich Wahle und ich, die diese Einsätze für unser 112-Magazin dokumentiert haben, sind heute mit vielen verschiedensten Helfern, ehren- und hauptamtlich in Kontakt gekommen. Ausnahmslos an allen Einsatzstellen wurden wir mehr als freundlich empfangen und man freute sich, uns zu sehen. Es gab überall ein Lächeln, ein Winken, ein freundliches „Hallo“, oder mit den Piloten oder den Rettungsdienstlern oder Feuerwehrleuten nach der getanen Arbeit eine kurze, freundlich Unterhaltung. Das ist keineswegs selbstverständlich, und hat uns sehr gefreut. An dieser Stelle ist es einmal mehr Zeit, ein herzliches „Danke“ auch mal öffentlich zu sagen. Für das immer freundliche Miteinander, aber natürlich vor allem für die geleistete Arbeit der Retter an den unterschiedlichen Orten.

Privatsphäre wahren - Dankeschön an die Helfer

Auch, wenn für Uli und mich der heutige Tag als bekennende Hubschrauberfans fotografisch sehr, sehr erfolgreich war, dürfen wir dennoch niemals vergessen, dass, auch wenn wir unsere Arbeit sehr gerne machen, immer ein menschliches Schicksal damit verbunden ist. Es darf nie aus den Augen verloren werden, dass bei diesen Einsätzen ein Mensch in höchste Not geraten ist. Es hat oberste Priorität, die Privatsphäre der betroffenen Personen zu wahren. Es gehört zum guten Ton, beim Umladen von Patienten in den Hubschrauber wegzugehen, oder sich umzudrehen, falls das nicht anders möglich ist. Dies darf niemals vergessen werden. Heute konnten wir bei dem einen oder anderen Einsatz den Kollegen von Rettungsdienst und Luftrettung sogar zur Hand gehen, wenn es darum ging, den Patienten umzulagern, oder die Hubschraubertrage in unwegsames Gelände zu bringen. Dann bleibt die Kamera liegen.

Deshalb an dieser Stelle auch von uns allen Patienten, die heute Hilfe benötigten, eine baldige gute und komplette Genesung. Wir sind uns sicher, dass die Retter vor Ort auch heute wieder ein glückliches Händchen hatten, die ihnen anvertrauten Patienten optimal zu versorgen und blicken voller Anerkennung auf Bergwachtler, Feuerwehrleute, Hubschrauberpiloten, Rettungsassistenten und Notärzte. Richtig Klasse, was Ihr heute da draußen geleistet habt. Toll dass es Euch gibt und ein großes Dankeschön!

Zuletzt geändert am Samstag, den 23. Februar 2019 um 22:50 Uhr