Verkehrskontrolle: Festnahme und zahlreiche Verstöße

Samstag, den 22. September 2012 um 14:23 Uhr Verfasst von 

MARBURG. Eine groß angelegte Verkehrskontrolle sorgte am Donnerstag nicht nur für einen langen Stau: Die Polizei konnte auch einige Erfolge melden.

Vier Kilometer Stau wegen einer Baustelle war im Verkehrsfunk zu hören. Die "Baustelle" war in Wirklichkeit eine verdachtsunabhängige Verkehrskontrolle, bei der die B3 in südlicher Richtung zunächst auf einen Fahrtstreifen verengt wurde. Danach wurde der Verkehr über den Parkplatz am Sommerbad geleitet - 79 Fahrzeuge wurden zwischen 14 und 19 Uhr kontrolliert.

Und das mit Erfolg, wie Polizeisprecher Jürgen Schlick mitteilt: "Die Ordnungshüter nahmen einen mit Haftbefehl gesuchten Mann fest, stellten mehrere Messer sicher, ein gestohlenes Handy sowie eine geringe Menge Haschisch."

Doch damit nicht genug: Ein Autofahrer musste nach einem positiven Drogenvortest mit zur Blutprobe. Für zwei Autofahrer die nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis sind, endete die Weiterfahrt auf dem Parkplatz. Zudem nahmen die Fahnder einen 41-Jährigen fest, der sich "vermutlich illegal in Deutschland aufhält", so Schlick.

Schnell staute sich der Verkehr, denn die Polizei hatte kurz vor dem einsetzenden Feierabendverkehr mit der Kontrolle begonnen.

Auf dem Parkplatz stehen zahlreiche Polizisten, nach und nach werden Autos und Lastwagen aus dem Verkehr gezogen. Dabei verlassen sich die Polizisten laut eigenen Angaben nur zum Teil auf den äußeren Anschein - auch das "Bauchgefühl" und die Berufserfahrung spielten laut eigenen Angaben eine große Rolle.

Wird ein Auto auf den Parkplatz gewunken, gehen sofort mehrere Polizisten in Stellung - eine Hand immer an der Waffe. Denn die Eigensicherung spielt eine große Rolle. "Wir wissen ja nie, was uns erwartet", so ein Polizist.

In einem Transporter sitzen zwei "alte Bekannte", die bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Der Wagen wird kontrolliert, auch ein Spürhund kommt zum Einsatz. Er beschnüffelt die Fahrerkabine, letztendlich findet er jedoch nichts. Nach einer Absuche können die Männer weiter fahren.

Nicht ganz so gut läuft es für die Insassen eines silberfarbenen Alfa Romeo aus dem Lahn-Dill-Kreis: Der Wagen ist mit fünf jungen Männern besetzt. In der Beifahrertür finden die Beamten ein Klappmesser mit feststellbarer Klinge - nach dem Waffengesetz nicht erlaubt. Angeblich gehört das Messer keinem der Insassen - vielmehr gibt der Fahrer an, die Waffe gehöre seinem Vater.
Das Misstrauen der Polizisten ist geweckt: Sie durchsuchen sowohl Fahrzeug als auch Gepäck und Insassen. Ein zweites Messer kommt an die Oberfläche - und auch eine Sturmhaube. "Deren Besitz ist natürlich nicht strafbar, aber im Zusammenhang mit den Messern natürlich verdächtig", so ein Polizist. Die Messer werden konfisziert, Anzeigen geschrieben. Danach können die jungen Männer weiter fahren.

Parallel dazu wird ein Kombi aus dem Landkreis Gießen überprüft, der vor allem durch seine nicht gesicherte Leiter auf dem Fahrzeugdach aufgefallen ist. Die Polizisten staunen nicht schlecht, als unter den drei Insassen ein Mann ist, der mittels Haftbefehl gesucht wird. Außerdem hält sich der Mann offenbar illegal in Deutschland auf. Die Handschellen klicken - es geht auf die Dienststelle.

Auch Lastwagen werden von den Beamten kontrolliert. Einer hat drei Altkleider-Container geladen - völlig ungesichert stehen die hohen Container auf der Laderampe. "Bevor die nicht mit Spanngurten gesichert sind, dreht sich hier kein Rad mehr", so der Kontrolleur. Doch es kommt noch schlimmer: Der Fahrer hat keinen Führerschein zum Fahren des LKW. Und da er aus Polen kommt, telefoniert die Polizei mit der Staatsanwaltschaft, um das Verhängen einer Sicherungsleistung in Höhe von 1000 Euro zu erwirken.

Insgesamt verzeichnen die Ordnungshüter an diesem Tag zwei Gefahrgutverstöße und einige Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Straßenverkehrsordnung.