Feuer in psychiatrischem Krankenhaus: Patient haut ab (aktualisiert)

Freitag, den 28. Juli 2017 um 21:42 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
In diesem Zimmer einer Klinik in Niederzwehren brannte es in der Nacht. In diesem Zimmer einer Klinik in Niederzwehren brannte es in der Nacht. Foto: Berufsfeuerwehr Kassel

KASSEL. Zu einem Feuer in einem psychiatrischen Krankenhaus in Niederzwehren sind die Berufsfeuerwehr Kassel und der Rettungsdienst am frühen Freitagmorgen alarmiert worden. Drei Mitarbeiter zogen sich eine Rauchgasvergiftung zu. Ein per Beschluss untergebrachter Patient legte offenbar den Brand selbst und nutzte die Umstände des nächtlichen Feuers, um die Klinik zu verlassen.

Die Brandmeldeanlage des Ludwig-Noll-Krankenhauses in der Dennhäuser Straße schlug um 1.05 Uhr an, umgehend wurden Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drang dunkler Rauch aus einem Patientenzimmer im ersten Stock. Das Pflegepersonal hatte bereits mit der Räumung der betroffenen Bereiche begonnen und wies die Einsatzkräfte ein.

Durch die Rauchentwicklung erlitten drei Mitarbeiter der Klinik eine leichte Rauchgasvergiftung und wurden in ein Kasseler Krankenhaus transportiert. 37 Menschen wurden aus dem betroffenen Gebäudeteil evakuiert. Wegen der Vielzahl der Betroffenen waren auch ein Leitender Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OLRD) vor Ort.

Nach Ablöschen des Feuers unter Atemschutz und Belüftung des Gebäudes konnten die evakuierten Personen wieder zurückkehren oder wurden in anderen Gebäudeteilen untergebracht. Ein 49-jähriger Patient, der Bewohner des vom Brand betroffenen Zimmers, nutzte das Feuer, um unerlaubt die Klinik zu verlassen. Da die Person mit Beschluss in dem Krankenhaus untergebracht war, fahndete die Polizei nach dem Mann und entdeckte ihn bereits gegen 2.20 Uhr in der Frankfurter Straße in Höhe Auestadion. Der Mann wurde zunächst im Gewahrsam der Polizei untergebracht.

Patient offenbar selbst für Feuer verantwortlich
Der 49-Jährige steht den Ermittlern der Kasseler Kripo zufolge im dringenden Tatverdacht, sein Bett selbst in Brand gesteckt zu haben. Durch den Brand wurden das Bett zerstört und das komplette Zimmer sowie Teile des Flures erheblich rußgeschwärzt. Der Sachschaden beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf rund 10.000 Euro. Die Ermittlungen der Kasseler Kripo laufen weiter. Es werde geprüft, wo der 49-jährige Patient weiter untergebracht wird.

Die Berufsfeuerwehr, die mit 25 Einsatzkräften tätig war, rückte gegen 3 Uhr wieder ab. Im Einsatz waren neben den hauptamtlichen Einsatzkräften auch die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Niederzwehren. (ots/r/pfa) 


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Zuletzt geändert am Freitag, den 28. Juli 2017 um 21:58 Uhr