Polizei warnt zu Libori: Langfinger lieben das Gedränge

Dienstag, den 26. Juli 2016 um 22:21 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Im Gedränge haben es Taschendiebe besonders leicht. Im Gedränge haben es Taschendiebe besonders leicht. Foto: polizei-beratung.de

PADERBORN. Ein Volksfest wie Libori zieht nicht nur fröhliche Besucher an. Geschickte Langfinger nutzen den Andrang für ihre kriminellen Taten und tauchen unbemerkt im Gedränge unter. Die Polizei appelliert an Besucher, besonders wachsam zu sein.

Zwei Streifenteams der Polizei machten sich am Dienstag auf, um Liborigäste zu sensibilisieren und über die Maschen der Diebe aufzuklären. "Augen auf und Taschen zu!" hieß die Devise der Kriminalhauptkommissare Randolf Latusek und Jürgen Neuhoff vom Paderborner Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz sowie der Polizeihauptkommissare Albert Holtkamp und Jürgen Steinke von der Bundespolizei. Am Bahnhof, in der Innenstadt, auf dem Pottmarkt und dem Liboriberg sprachen die Polizisten potentielle Taschendiebstahls-Opfer direkt an.

"Taschendiebe suchen die günstige Gelegenheit. Sie nutzen offen stehende Handtaschen oder das Handy, das schon aus der Hosentasche lugt und bedienen sich, ohne dass die Opfer es merken", erklärt Randolf Latusek und hält Ausschau nach "Opfern". Albert Holtkamp fügt hinzu: "Als Ablenkungsmanöver nutzen die Täter gerne kleine Rempler oder kleckern auch schon mal mit einem Eis oder einem Getränk. Vielfach sind sie zu zweit - einer klaut und gibt die Beute sofort an einen Komplizen weiter, der untertaucht." Holtkamp gibt zu bedenken, dass die Taschendiebe in den Abend- und Nachtstunden die Alkoholisierung ihrer Opfer nutzen. "Die Täter mischen sich dann unter die Menschentrauben um die Getränkestände am Kamp und auf dem Rathausplatz."

Zwölf Fälle in den ersten Libori-Tagen
Zwölf Mal haben Diebe an den ersten drei Libori-Tagen schon zugeschlagen: zwei Fälle auf dem Hauptbahnhof, sechs Fälle am Kamp und auf dem Rathausplatz, drei Taten auf dem Kirmesgelände und ein Taschendiebstahl in der Innenstadt. Fünf Portemonnaies, fünf Handys, eine Handtasche und einmal "nur" das Geld aus einer vergessenen Geldbörse sind jetzt in unbekannten kriminellen Händen.

Ein Tatverdächtiger erwischt
Ein Tatverdächtiger wurde in der Nacht zu Sonntag am Kamp erwischt. Gegen 2.30 Uhr hatte ein Zeuge (26) einen Mann beobachtet, der in die Handtasche einer Frau griff und das Handy herausfischte. Der Zeuge packte sich den mutmaßlichen Dieb, der das Telefon sofort fallen ließ und flüchten wollte. Die bestohlene Frau hob das Handy auf und verschwand in der Menge. Die Tat hatte sie vermutlich nicht als Diebstahl bemerkt. Der couragierte Zeuge übergab den Tatverdächtigen der Polizei. Die Beamten entdeckten bei ihm ein weiteres Handy, das in Süddeutschland als gestohlen gemeldet worden war. Der 36-jährige Algerier wurde vorläufig festgenommen.

Im vergangenen Jahr wurden in der gesamten Liboriwoche 24 Taschendiebstähle angezeigt.

Hier die wichtigsten Tipps, um Taschendiebstähle zu verhindern:

  • Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie tatsächlich benötigen
  • Tragen Sie Geld, Zahlungskarten, Papiere und Handy immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper
  • Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper
  • Achten Sie gerade im Gedränge verstärkt auf Ihre Wertsachen. Werden Sie misstrauisch, wenn Sie plötzlich angerempelt oder "in die Zange" genommen werden
  • Lassen Sie Ihre Taschen nicht unbeaufsichtigt
  • Rufen Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen verdächtige Personen auffallen: Polizeiruf 110

Weitere Informationen und Tipps zum Thema Taschendiebstahl finden Sie im Internet: paderborn.polizei.nrw.de im Menüpunkt: Augen auf und Tasche zu!

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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 27. Juli 2016 um 05:29 Uhr