Explosiven Stoff im Internet bestellt: LKA sprengt Substanz

Mittwoch, den 15. Juni 2016 um 13:19 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Die Polizei stellte in der Wohnung eines 38-Jährigen unter anderem eine explosive Substanz sicher. Der Mann wurde festgenommen, das Pulver kontrolliert gesprengt. Die Polizei stellte in der Wohnung eines 38-Jährigen unter anderem eine explosive Substanz sicher. Der Mann wurde festgenommen, das Pulver kontrolliert gesprengt. Foto: pfa/Archiv

LAHNTAL. Ein explosives Pulver hat die Polizei in der Wohnung eines 38 Jahre alten Mannes gefunden. Experten des Landeskriminalamtes brachten den Stoff in einem Steinbruch zur Detonation. Der offenbar weder politisch noch extremistisch motivierte Mann wurde vorübergehend festgenommen. 

Konkret geht es um den Verdacht, dass der 38-Jährige gegen das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe verstoßen hat. Der Mann aus Lahntal-Goßfelden war aufgrund bundesweiter Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Frankfurt/Main in Verdacht geraten, über das Internet im Ausland explosive Stoffe bestellt und in Deutschland - ohne entsprechende Erlaubnis - eingeführt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Marburg erwirkte gegen den Mann daher sofort einen Durchsuchungsbeschluss, der am Dienstag vollstreckt wurde.

In der Wohnung des Tatverdächtigen wurden neben einem ungeladenen Gewehr legale wie illegale pyrotechnische Gegenstände, diverse Chemikalien und ein explosives Substrat gefunden. Experten des Landeskriminalamtes Wiesbaden brachten das gefährliche Gemisch in einem nahegelegenen Steinbruch wenig später kontrolliert zur Detonation. Der polizeiliche Einsatz wurde aus Sicherheitsgründen durch Feuerwehr und Rettungsdienst begleitet.

Weder die bisherigen Ermittlungen noch die Wohnungsdurchsuchung ergaben Hinweise auf ein politisch oder extremistisch motiviertes Handeln des Mannes. Haftgründe lagen gegen den Tatverdächtigen, der über einen festen Wohnsitz und eine Arbeitsstelle verfügt, nicht vor. Daher wurde er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Die Ermittlungen dauern an.


Das LKA war am Dienstag auch im 20 Kilometer entfernten Oberweimar im Einsatz:
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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 15. Juni 2016 um 14:08 Uhr