Zoll und Polizei nehmen 28 ausländische Bauarbeiter fest

Dienstag, den 24. Mai 2016 um 18:21 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

KASSEL. 28 ausländische Bauarbeiter sind bei einer Kontrolle auf einer Baustelle in Kassel festgenommen worden. Es bestand der Verdacht der illegalen Beschäftigung, der sich bei 20 Männern bestätigte.

Laut Mitteilung des Zolls von Dienstagabend inspizierten 13 Schwarzarbeitskontrolleure des Zolls am Montag die Baustelle in der Leipziger Straße. Vorangegangen war eine Meldung, wonach eine serbische Firma ohne entsprechende Genehmigung auf der Baustelle sein soll. Bei der Kontrolle trafen die Zöllner der Kasseler Abteilung "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" des Hauptzollamtes Gießen 29 Bauarbeiter beim Innenausbau an, die sich mit kroatischen Identitätskarten auswiesen und für die deutsche Niederlassung einer serbischen Firma arbeiteten. Kroaten ist das Arbeiten in Deutschland ohne besondere Arbeitsgenehmigung erlaubt.

"Aber die erfahrenen Zöllner waren argwöhnisch und vermuteten Betrügereien", sagte Zollsprecher Michael Bender am Dienstag. So hatten seine Kollegen auch die Vermutung, dass es sich bei den kroatischen Ausweisen um Fälschungen handelte. Um Klarheit zu erhalten, forderten sie zur Unterstützung Speziallisten für Dokumentenprüfungen bei der Polizeidirektion Kassel an. Die Polizei schickte einen Dokumentenprüfer und einige Beamte einer operativen Einheit, um den Zoll zu unterstützen.

Etliche Ausweise als Fälschungen entlarvt
Schnell entlarvte der Spezialist der Polizei etliche Ausweise als Fälschungen. Daraufhin wurden 28 Arbeiter wegen des Verdachts auf illegalen Aufenthalt und Urkundenfälschung festgenommen und mit tatkräftiger Unterstützung der Kasseler Polizei auf die Wache gebracht. Dort erhärtete sich dann der Verdacht bei 20 der Festgenommen - sie waren keine Kroaten, sondern Serben. Bei den übrigen acht Arbeitern handelte sich um Kroaten, die wieder auf die Baustelle entlassen wurden.

Gegen die Serben wurden Ermittlungsverfahren wegen des illegalen Aufenthaltes und Urkundenfälschung eingeleitet. Ihnen steht die Ausweisung durch die Ausländerbehörde bevor. Sie wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Auch gegen ihren Arbeitgeber leiteten die Zöllner Ermittlungen wegen illegaler Ausländerbeschäftigung ein. Noch während die Kontrolle andauerte, durchsuchten Zollbeamte die Geschäftsräume seiner Firma nach Beweismitteln. Im Auftrag eines Kasseler Unternehmens soll der Bauunternehmer ein ehemaliges Geschäftshaus zu Flüchtlingsunterkünften umbauen. Die Ermittlungen dauern an.

Zuletzt geändert am Dienstag, den 24. Mai 2016 um 18:38 Uhr