Nicht aufgepasst: Güterzug rammt Auto - zwei Verletzte

Freitag, den 15. April 2016 um 07:43 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Das Heck des Wagens wurde beim Zusammenstoß mit einem Güterzug regelrecht zermalmt. Das Heck des Wagens wurde beim Zusammenstoß mit einem Güterzug regelrecht zermalmt. Fotos: Bundespolizei

KASSEL. Zwei Leichtverletzte und ein hoher Sachschaden - das ist die Bilanz eines Unfalls an einem unbeschrankten Bahnübergang am Park Schönfeld. Ein Güterzug erfasste in der Nähe eines Kleingartens das Fahrzeug eines 72-Jährigen und seiner 66-jährige Beifahrerin aus Kassel. Beide Insassen wurden leicht verletzt und kamen ins Krankenhaus. Der Lokführer blieb unverletzt.

Der 72-Jährige befuhr laut Bundespoolizei den mit Andreaskreuz gesicherten Übergang, obwohl sich der Zug bereits näherte. Trotz eines Achtungspfiffs und einer Schnellbremsung konnte der Lokführer die Kollision nicht mehr verhindern. "Offensichtlich hatte der Rentner den Zug nicht bemerkt", sagte am Freitagmorgen ein Sprecher der Bundespolizei.

Das Fahrzeug wurde am Heck erfasst und zur Seite geschleudert. Am Audi entstand erheblicher Sachschaden. Die Lok wurde nur leicht beschädigt und konnte später die Fahrt fortsetzen. Der Gesamtschaden wird nach bisherigen Ermittlungen auf rund 30.000 Euro geschätzt. Die Bahnstrecke war von 17.40 bis 19 Uhr gesperrt. Zwei Züge erhielten dadurch rund eine Stunde Verspätung.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel ermittelt gegen den Autofahrer nun wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Hinweis der Bundespolizei
Das Überqueren von Bahnübergängen erfordert erhöhte Wachsamkeit, das gilt besonders an unbeschrankten Übergängen. Um Unfälle zu vermeiden, sollte man langsam an den Übergang heranfahren. Wichtig ist dabei, keine Ablenkung durch Unterhaltung im Fahrzeug oder laute Musik entstehen zu lassen. Bei schlechter Sicht empfiehlt sich notfalls anzuhalten oder sogar auszusteigen und sich zu vergewissern, dass sich kein Zug nähert. Güterzüge haben, auch bei langsamer Fahrt, einen äußerst langen Bremsweg von bis zu 1000 Metern und stehen auf keinem Fahrplan.

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Zuletzt geändert am Freitag, den 15. April 2016 um 08:02 Uhr