26-Jährige fährt Leichenwagen im Drogenrausch (aktualisiert)

Montag, den 15. Dezember 2014 um 17:27 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Innerhalb weniger Tage kontrollierte die Polizei in Marburg-Biedenkopf acht Autofahrer, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer ihrer Autos saßen. Innerhalb weniger Tage kontrollierte die Polizei in Marburg-Biedenkopf acht Autofahrer, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer ihrer Autos saßen. Foto: pfa/Archiv

MARBURG/BIEDENKOPF/STADTALLENDORF. In den vergangenen Tagen haben Polizeibeamte im Landkreis Marburg-Biedenkopf mindestens acht Autofahrer gestoppt, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer saßen. Darunter war auch die 26 Jahre alte Fahrerin eines Leichenwagens, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Bei zwei Verkehrsunfällen sei es zu Verletzten und erheblichen Sachschäden gekommen. "Bei schweren Unfällen zählt der Einfluss von Alkohol oder Drogen zu den Hauptunfallursachen", warnt die Polizei in diesem Zusammenhang.

Schon am vergangenen Donnerstag war die 26 Jahre alte Fahrerin eines Leichenwagens in eine Polizeikontrolle geraten, berichteten die Beamten am Montag. Sie stand laut Polizei offensichtlich unter Drogeneinfluss, bei der jungen Frau wurde eine Blutprobe veranlasst.

Den nächsten Autofahrer unter Rauschmitteleinfluss stoppte die Polizei Stadtallendorf am Freitag gegen 13 Uhr. Bei der Kontrolle räumte der 21-jährige Fahrer den Konsum von Marihuana vor Fahrantritt ein und gab zudem zu, nicht im Besitz eines Führerscheins zu sein. Auch der junge Mann musste sich einer Blutprobe unterziehen.

Am Sonntag setzte sich dann laut Polizei eine 20-Jährige aus dem Hinterland ans Steuer, obwohl sie vorher Alkohol getrunken hatte. Sie fiel den Beamten in der Nacht um 1.45 Uhr in Marburg auf und konnte von der Polizei in ihrer Wohnung im Hinterland angetroffen werden. Der Alkotest um 4 Uhr reagierte positiv, auch in diesem Fall ordnete der Staatsanwalt eine Blutprobe an.

Auch Restalkohol kann Folgen haben
In derselben Nacht stoppte wiederum die Polizei in der Bahnhofstraße in Stadtallendorf ein Auto mit einem 31-Jährigen am Steuer. Die Beschlagnahme des Führerscheins und die Blutprobe folgten auf den positiven Alkotest. Am frühen Sonntagmorgen fiel den Polizisten dann der Fahrer eines Autos mit ausländischem Kennzeichen in der Großseelheimer Straße beim Kauf von Alkoholika auf. Die Fahndung endete gut 40 Minuten später im Hinterland mit der Überprüfung des Fahrers. Auch er stand unter Alkoholeinfluss und musste daher zur Blutprobe. Die Überprüfung eines Lastwagenfahrers in der Gemeinde Dautphetal ergab, dass er möglicherweise noch wegen Alkoholgenusses vom Vorabend unter Alkoholeinwirkung fuhr. Der Test reagierte positiv, der Mann kam aber um eine Blutprobe herum. Die Polizei leitete ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.

Auf gerader Strecke von der Straße abgekommen
Folgenträchtiger verliefen die Fahrten unter Alkoholeinfluss für zwei Männer im Alter von 52 und 21 Jahren. Der Jüngere fuhr am Samstag auf der Bundesstraße 62 von Marburg nach Kirchhain und kam um 6 Uhr auf einer kerzengeraden Strecke bei Niederwald von der Straße ab. Der Pkw mähte einen Leitpfosten, einen Netzknoten und ein Verkehrszeichen um und blieb schließlich an Bäumen hängen. Am Auto entstand ein Schaden von mindestens 2000 Euro. Der junge Mann erlitt nur leichtere Verletzungen. Sein Alkotest zeigte 1,3 Promille. Die Polizei veranlasste eine Blutprobe und stellte den Führerschein sicher.

Ein Fahrer, zwei Unfälle - Mann flüchtet
Noch gravierender wirkte sich die Fahrt des 52-jährigen Mannes aus. Er fuhr am Sonntag auf der Bundesstraße 454 von Neustadt nach Wiera, in einer Kurve kam er mit seinem Daimler von der Straße ab und touchierte die Schutzplanke. Als Zeugen helfen wollten, fuhr der Mann wieder an und dann ohne Licht weg. Nur wenige Minuten später verursachte er kurz vor Wiera einen weiteren Unfall mit einem entgegenkommenden Polo. Bei diesem Unfall erlitt der Polofahrer Verletzungen. Der Unfallverursacher flüchtete zu Fuß, die Polizei konnte ihn aber schon wenig später festnehmen. Der Alkotest zeigte später über 2,2 Promille an. Auch in diesem Fall veranlasste die Polizei eine Blutprobe und stellte den Führerschein sicher. Der 52-Jährige muss sich nun nicht nur wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss, sondern auch wegen Unfallflucht verantworten.

Zuletzt geändert am Montag, den 15. Dezember 2014 um 22:35 Uhr